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29. Januar 2016 5 29 /01 /Januar /2016 16:04

Das vielleicht Wichtigste bei 'Dein Song 2014' war die Vorjahressiegerin: Lina Larissa Strahl! Sie dürfte der Grund dafür sein, dass der Artikel zu einem der meistbesuchten hier zählt. Und sie ist der Beweis, dass die Castingshow eine Karriere ordentlich fördern kann.

Gerade sorgt sie wieder für Aufmerksamkeit: Der dritte Film von 'Bibi & Tina' mit ihr in einer der beiden Hauptrollen ist ein Kinokassenmagnet. Direkt nach dem Start am 21. Januar 2016 ging es auf Platz 2, um danach die 1 zu holen (nach beziehungsweise vor 'The Revanant' mit Leonardo di Caprio). Und der Soundtrack schaffte es immerhin auf Platz 7 in die Deutschen Alben Charts, um dann am 29. Januar hoch auf die 2 zu rücken.

Doch das ist nicht Linas einziges Standbein. Für 'Winterzeit', den vierten Teil des Musik-Projekts 'Giraffenaffen', hat sie im vergangenen Jahr 'Lasst uns froh und munter sein' aufgenommen. Das hätte an dem Freitag im April 2014 bei der Ausstrahlung von 'Dein Song 2014' im TV wohl niemand erwartet. Hier ist der Bericht von damals dazu:

cover-dein-song2014.jpgBeim Finale der KiKa-Show ’Dein Song’ wurde der Songwriter des Jahres gewählt. Pier Luca setzte sich dabei gegen die restlichen sieben Konkurrenten durch. Zu hören sind sie jetzt aber alle – und sogar noch ein paar weitere Teilnehmer – auf der CD zur Show. Moderator Bürger Lars Dietrich tänzelt durch unter anderem die Kulissen von ’Wetten, dass..?’, ’heute-Journal’ und ’1, 2 oder... 3?’ mit Markus Lanz, Claus Kleber und Elton – immer dabei in der Hand den goldenen Umschlag mit dem Namen des diesjährigen Gewinners.

Doch bis zur Bekanntgabe gab es erst einmal volles Programm. Herausgepickt sei hier nur mal die Tanznummer ’Feline’ von Jasmin Himmelmann, die von dem norwegischen HipHop-Duo Madcon unterstützt wurde und sich im Video passend zum Titel in eine „Catwoman“ verwandelt. Batman lässt grüßen. Und natürlich Sängerin Mieze Katz von Mia., die in der Jury saß.

Lina im Interview: "Musik ist ... mein Leben!"

Als Musikpatin betreute Mieze 2013 Lina Larissa Strahl, die damals den Titel mit ihrem Stück ’Freakin’ Out’ holte. Die Single schaffte es im Anschluss sogar auf Platz 63 in der Deutschen Hitparade. Außerdem wurde die heute 18-jährige von Regisseur Detlev Buck für die Titelrolle der kleinen Hexe in seinem neuen Film ’Bibi & Tina’ ausgewählt.

Auf dem Soundtrack dazu ist sie mit neuen Songs zu hören. Als Gast in der Final-Show sagte sie, dass sie natürlich immer noch Musik macht: „Klar schreibe ich weiter Lieder. Also Musik ist mehr oder weniger mein Leben – oder es ist mein Leben. Und daran halte ich auf jeden Fall dran fest.“

Der „Boss“ von Bosse

Erwähnt sei außerdem das etwas traurige Stück ’Ich geh’ nach Haus’ von Nico Schwappacher mit Bosse, der wie ein außenstehender Beobachter das Liebeslied in seinen Lyrics kommentiert: „Die verlassenen Straßen wispern eine Ode an euch zwei./ Der Mond blickt amüsiert auf dich herunter.“ Woraufhin Nico antwortet: „Mir ist’s einerlei.“

Beide waren anfangs etwas unsicher, wie das gemeinsame Arbeiten funktionieren würde, erinnert sich Bosse. Aber das Ergebnis ist sehr gelungen. Lustig ist dabei, was Nico im Interview über die Zusammenarbeit mit Bosse sagt, wie in der Online-Aufzeichnung der Show zu sehen ist: „Ich bin bei meinen Texten empfindlich und die sind mir sehr wichtig. Und das Erste, was mein Pate tut: ’Ja, wir könnten hier und da noch eine Textänderung machen’.

Aber auch die restlichen Nachwuchskünstler sind durchaus spannend. Als weitere Musikpaten hatten sie Cassandra Steen, Mrs. Greenbird, Revolverheld, Blue und Max Mutzke, der gerade auch an der neuen Platte von Willy Astor mitgearbeitet hat.

Lost without the Music

Auf der CD beziehungsweise DVD sind außerdem noch Musik-Videos zu allen acht Finalisten sowie vier Live-Performances der ausgeschiedenen Kandidaten David & Lewin, Julia, Jannis und Eric zu hören, die es bis ins Komponisten-Camp auf Ibiza geschafft hatten. David & Lewin liefer(te)n dabei überraschenderweise einen Instrumentaltrack ab.

Gewonnen hat aber das Publikums-Voting wie schon gesagt Pier Luca Abel. Der gerade mal 11-jährige Junge aus Stuttgart ist übrigens der jüngste Kandidat der aktuellen Staffel. Und bei der Ausarbeitung seines Stücks ’Lost without the Music’ half ihm DJ Bobo. Was ja nicht schlecht ist, auch wenn andere Titel zumindest mich mehr überzeugt haben.

Fazit: ’Dein Song’ hat auch dieses Jahr wieder tolle Talente an die Oberfläche befördert und gefördert. Wie die Erfolgsgeschichte von Lina Larissa Strahl zeigt, könnten hier durchaus die ersten Schritte der Stars von morgen zu entdecken sein. Und wenn nicht, sind zumindest ein paar schöne Songs wie zum Beispiel noch das spaßig rockende 'Wer weiß' von Philipp Göhring mit Revolverheld dabei herausgekommen.

Mehr Informationen unter: http://www.kika.de/fernsehen/a_z/d/dein_song/index.shtml

Das könnte dazu passen:
Various – Radio Teddy Hits 12
Bosse – Kraniche

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21. April 2015 2 21 /04 /April /2015 21:42

Marc Brost leitet das Hauptstadtbüro von DIE ZEIT in Berlin. Heinrich Wefing ist Mitglied deren politischer Redaktion. Zudem sind sie Väter. Da passt es, dass sie der Frage nachgehen, die im Untertitel zu 'Geht alles gar nicht' steht: Warum wir Kinder, Liebe und Karriere nicht vereinbaren können.

Noch vor ihrer Einleitung haben die beiden Autoren Marc Brost und Heinrich Wefing eine paar Zeilen aus 'Vier Leben' von Bosse gesetzt. In dem Stück, dass im Juli 2014 als Single aus 'Kraniche – Live in Hamburg' ausgekoppelt wurde, beschreibt der Sänger den Stress der heutigen Zeit. Wo du nie wirklich da bist, sondern nur überall dabei: „Immer zehntausend Dinge auf einmal und nichts wird fertig./ Starkstrom an und nie aus./ Menschenmeer und ich menschenleer./ Und ich renn, ich renn, ich renn, ich renn, ich renn./ Als hätten wir vier Leben, doch wir haben nur eins.“

So sehen auch die beiden Autoren im Kern der Unvereinbarkeit von Kindern, Beruf und Liebe vor allem ein Zeitproblem. Darum heißt das erste Kapitel über die Gründe der Vereinbarkeitslüge auch 'Tempo'. Zum Beispiel zeigen Statistiken laut Brost und Werfing, dass verheiratete Männer durchschnittlich sechs Stunden weniger in der Woche arbeiten als vor 50 Jahren. Gleichzeitig ist die Arbeitszeit der Partnerinnen aber gestiegen, so dass beide zusammen viel weniger Zeit für die Familie haben. Das Ergebnis fassen sie so zusammen: „Wir arbeiten mehr. Und lieben weniger.“

Capitalism kills love

Wobei Zeit natürlich auch Geld ist. Das entsprechende Kapitel zu diesem Grund der Vereinbarkeitslüge heißt 'Kapitalismus'. Auch hier unterfüttern die beiden Journalisten ihre Aussagen mit weiteren Studien, auch wenn sie diese nicht immer haarklein in ihrem Literatur-Verzeichnis ausweisen. Jedenfalls ist für sie eines klar: „Inzwischen verdienen viele Jüngere so wenig, dass sie, wenn sie zwei oder mehr Kinder haben, auch zwei Einkommen brauchen, um sich ein Leben oberhalb des Existenzminimums zu sichern.“

Die Vereinbarkeitslügner sitzen folglich in den Chefetagen und in der Politik. Und sie sind auch '… unter den Frauen' verbreitet, wie ein eigenes Kapitel zeigen soll. Denn das Eingeständnis von Vätern und insbesondere Müttern, dass das Austarieren der Work-Life-Balance selten besonders gefördert wird und somit nicht gerade leicht fällt, kann aus feministischer Sicht als Rückschritt kritisiert werden.

Auch wenn das letzte Kapitel 'Statt einer Lösung' heißt und eher dafür plädiert, es selbst ruhig angehen zu lassen, identifiziert das Duo schließlich doch noch einmal zusammenfassend am Ende, worauf jede(r) Einzelne so gut wie möglich Einfluss nehmen sollte: „Es braucht gesellschaftliche Veränderungen, politische Reformen, ein Umdenken in den Unternehmen.“

Fazit: Mit 'Geht alles gar nicht – Warum wir Kinder, Liebe und Karriere nicht vereinbaren können' stoßen Marc Brost und Heinrich Wefing die alte Diskussion an, wie wir leben wollen. Persönliche Interviews zwischen den analytischen und dennoch leicht verständlichen Kapiteln machen das Ganze mit teilweise berührenden Beispielen greifbar. Dass sie vor allem aus der Sicht der Väter berichten, schmälert dabei nicht die Position der Mütter. Denn nur gemeinsam kann etwas verändert werden.

Das Buch ist bei Rowohlt erschienen und seit 27. März 2015 im Handel erhältlich. Mehr Infos und Leseprobe: http://www.rowohlt.de/buch/Marc_Brost_Geht_alles_gar_nicht.3148997.html

Das könnte dazu passen:
Bosse – Kraniche (Studio-Album 2013)
Bernhard Schlink – Die Frau auf der Treppe (Roman)
Jake Gyllenhaal – Nightcrawler (Film)

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6. Januar 2014 1 06 /01 /Januar /2014 22:15

Wieder liegt ein Jahr hinter uns. Da ist es auch für mich an der Zeit, es kurz auszuwerten. Wobei ich es mir einfach mache und einfach die meistbesuchten Artikel aufliste.

Platz 10: Diving For Sunken Treasure – Motherfucker Jazz Bar

Platz   9: Captain Gips – 20.000 Meilen unter dem Yeah

Platz   8: Alin Coen Band – We're Not The Ones We Thought We Were

Platz   7: NinaMarie – Feuer in der Nachbarschaft EP

Platz   6: Blumentopf – Nieder mit der GbR

Platz   5: Flexis – Egotrips

Platz   4: Parov Stelar – The Art Of Sampling

Platz  3: Bosse – Kraniche

Das Jahr lief super für Bosse. Mit 'Kraniche' erreichte er Platz 4 in den deutschen Albumcharts und holte später den Sieg beim Bundesvision Song Contest. Gleich vier Videos wurden gedreht zu 'Schönste Zeit', 'So oder so', 'Familienfest' (in dem die ganze Zeit nur Schauspielerin Fritzi Haberlandt still sitzend zu sehen ist) und 'Kraniche'. Auf den Lorbeeren ruht sich Bosse aber nicht aus und tourt auch noch mal fleißig im Februar 2014.

Platz  2: Sven Regener & Leander Haußmann – Hai-Alarm am Müggelsee

Da der Artikel zum Hörbuch, bei dem die beiden Autoren nicht in verteilten Rollen, sondern immer abwechselnd das Drehbuch vorlesen, hier so beliebt war, habe ich mir nun auch den Film angeschaut. Ich muss sagen, an einigen Stellen habe ich schon herzhaft gelacht. Passend zur Jahreszeit sei hier außerdem auf den Hai in der Schneekugel hingewiesen, der unter https://www.facebook.com/haialarm2013/app_297342697044150 zu finden ist. Ob die Ankündigung von 'Hai-Alarm 2: Die Rückkehr' im Abspann allerdings nur ein Gag ist oder tatsächlich eine Fortsetzung kommt, ist noch unklar.

popshot-cd-review-zu-der-xer.jpgPlatz 1: Der Xer – Mordsmusik

Nachdem mit 'Einsam mit Euch' schon ein erster Dubstep-Track von ihm auf dem Soundtrack 'Dark Symphonies' erschienen war, legte der sonst eher als Schmusesänger eingeordnete Xavier Naidoo unter dem Pseudonym Der Xer eine ganze EP in diesem Stil mit insgesamt neun Songs nach.

Was mir jetzt erst beim Lesen des Booklets aufgefallen ist: Für 'I Can Feel You' sampelte Produzent Cop Dickie das Stück 'Sugar' vom Schweizer Dubstepper Adyx. Seinen Remix zum Original gibt es übrigens noch unter https://soundcloud.com/cop-dickie/adyx-sugar-cop-dickie-rmx als Free Download.

Bedauerlicherweise schaffte es 'Mordsmusik' nur auf Platz 62 in den deutschen Charts, obwohl da ruhig mehr folgen dürfte. Live sind für 2014 aber bisher nur „reguläre“ Auftritte von Xavier Naidoo angekündigt.

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17. Juni 2013 1 17 /06 /Juni /2013 00:07

Wo „Megahits“ drauf steht, sollten auch „Megahits“ drin sein. Das passt hier schon bestens wie die Faust aufs Auge, obwohl die Frage bleibt, ob sie nicht frühstens im „Sommer 2013“ richtig erfolgreich sein müssten. Denn der fängt ja offiziell erst am 21. Juni an, kann jetzt aber mit diesem Sound im Rücken gerne richtig schön abgehen.

cover-mega-hits-2013.jpgIm Fall von 'Only Teardrops' von Emmelie de Forest könnte es sogar sein, dass nach dem Platz 5 Anfang Juni noch ein klein bisschen mehr geht. Immerhin gewann die junge Dänin damit gerade erst Mitte Mai den Eurovision Song Contest.

Dagegen ist der sanfte Elektropop-Song 'Lights' von Ellie Goulding schon richtig alt. Die erste Notierung in den britischen Singlecharts liegt über drei Jahre zurück und für die deutsche Top Ten reichte es (bisher) ebenfalls nicht. Aber was nicht ist, kann ja auch noch kommen. Der Song tauchte schließlich gerade auf dem Soundtrack zu dem herrlich durchgeknallten Gangsta-Girlies-Streifen 'Spring Breakers' wieder auf.

Von A wie Afrojack bis X wie Xavier Naidoo

Stilistisch ist das 44 Lieder umfassende Werk übrigens breit gefächert. Da geht es zum Beispiel vom verspielten Elektro-Stampfer 'As Your Friend', den der niederländische Produzent Afrojack mit Chris Brown eingespielt hat, über den spaßigen, mit Bläsern vorangetriebenen Party-Knaller 'Bom Bom' von Sam and the Womp zum Reggae-Stück 'You Remember' von Gentleman und dem nachdenklichen 'Wer ich bin' von Gleis 8, der neuen Band von Ex-Rosenstolz-Sängerin Anna R., bis hin zum deutschsprachigen Schmusesong 'Bei meiner Seele', den Xavier Naidoo als erste Single aus seinem neuen Nummer-1-Album ausgekoppelt hat.

Dieter Bohlen ist übrigens dank der DSDS-Siegerin Beatrice Egli und der Zweitplatzierten Lisa Wohlgemuth gleich mehrfach auf 'Megahits Sommer 2013' vertreten. Dass auf so einem Casting-Erfolg durchaus eine langjährige Musikkarriere aufgebaut werden kann, beweist Christina Stürmer, die 2003 'Starmania' in Österreich gewann. Die aktuelle Single 'Millionen Lichter' ist schon der 15 Titel, mit dem sie es in die deutschen Charts geschafft hat.

Und wenn dann in ein paar Jahren diese Compilation mit unter anderem Maxim, Leslie Clio, The Script, Rudimental, Seeed und Glasperlenspiel zur Erinnerung an den Sommer 2013 im CD-Spieler rotiert, geht es allen beim Hören vielleicht so, wie Bosse es in den Lyrics zu 'Schönste Zeit' beschreibt: „Das war die schönste Zeit, weil alles dort began./ Und Berlin war wie New York, ein meilenweit entfernter Ort.“

Fazit: Der Titel hält definitiv, was er verspricht. Auf den 'Megahits Sommer 2013' finden sich haufenweise Top-Ten- und teilweise sogar Nummer-1-Songs, die in dieser Zeit die hoffentlich schönsten Monate des Jahres musikalisch prägen dürften.

Mehr Informationen unter: http://compilations.warnermusic.de/megahits-sommer-2013

Die Doppel-CD ist seit 14. Juni 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Various – Radio Teddy Hits Vol. 11
Maxim – Staub
Xavier Naidoo – Bei meiner Seele
Bosse – Kraniche
Leslie Clio – Gladys
The Script – #3

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7. März 2013 4 07 /03 /März /2013 22:02

Mit seinem vierten Album 'Wartesaal' verpasste Bosse 2011 nur knapp die Top Ten der deutschen Albumcharts. Die Zeichen dafür, dass 'Kraniche' höher fliegen wird, stehen gut. Mit 'Schönste Zeit' hat er vorab seine erfolgreichste Single abgeliefert – und ein paar Überraschungen hat er noch im Ärmel!

http://www.axelbosse.de/3/media/image/bosse_cover_72dpi_50_20130223163125_69_500.jpgAxel Bosse weiß genau, wie er mit ein paar wohl ausgewählten Worten Bilder im Kopf erzeugt. Wenn er im titelgebenden Eröffnungsstück 'Kraniche' über eine Reise an die Küste singt, fühlt es sich an, als würde er von einem selbst gemachte Erlebnisse beschreiben: „Ein feiner Zug, in Richtung Dünen, die Kraniche auf den gepflügten Feldern./ Ende September jedes Jahr wieder, und ich am Gucken, als wenn´s das erste Mal wär./ Meine Neurosen, meine Leichtmatrosen sind verpackt in einem kleinen Koffer.“

Ähnlich ist es auch bei 'Schönste Zeit'. Obwohl sich der Songtext scheinbar auf persönliche, sehr konkret formulierte Erinnerungen bezieht, schafft es Bosse verblüffenderweise, dass irgendwie trotzdem eine eigene Identifizierung damit möglich wird. Denn genauso wie er werden die meisten Hörer 1994 noch keinen Mofafüherschein gehabt und nicht in den Armen ihrer ersten Liebe gelegen haben, als sie die Nachricht vom Selbstmord Kurt Cobains erreichte.

Vier Leben für ein Halleluja

Bosse beobachtet den Alltag und formt daraus Erzählungen, die auch gerne die hässlichen Seiten des Lebens aufzeigen. Meistens ist es aber so, dass bei ihm am Ende alles gut wird. So ist das mit Streichern fein unterlegte 'Familienfest' im Grünen eine einzige Katastrophe, weil alte Seelenschäden wie im dänischen Film 'Das Fest' wiederkehren.

Oder wenn der 'Alte Affe Angst' die Zukunft dunkel ausmalt, in der Krankheiten, Unfalltod und Armut drohen könnten. Doch die Hoffnung stirbt auch in Bosses Lyrics zuletzt und er blickt schließlich wieder zuversichtlich nach vorne: „Und dann ist es vorbei, der Affe weg, ich wieder hier./ Die Tage sonnig, ganz ohne Furcht und das haarige Angst-Getier.“

'Vier Leben' thematisiert die Hektik der heutigen Gesellschaft, in der Workaholics von Termin zu Termin rennen, statt sich wie später in 'Müssiggang' beschrieben den schönen Momenten zu widmen, mal entspannt abzuschalten und eine Auszeit zu genießen.

'So oder so' gibt den Tipp, einfach gelassen zu bleiben. Der Refrain erinnert dabei ein bisschen an 'Wenn es gut ist' von Olli Schulz: „Aber was Gutes wird passieren./ Und wenn es gut ist, bleibt's bei dir./ Jede Liebe wird irgendwann ans Licht kommen.“

Das coolste Stück ist aber 'Vive La Danse', das an seine alten Kooperationen mit Olli Koletzki erinnert. Zu elektronischen Klängen beschreibt er passend zum Titel, der aus dem Französischen übersetzt 'Lebe den Tanz' heißt, eine gefallene Königin der Nacht: „Auf ihrem Knöchel steht 'Vive la Danse'./ Sie ist wie Vögel, wenn der Winter kommt./ Der Sonne hinterher, immer auf dem Sprung./ Sie schaut – und ich fall um./ Wo sie auch lebt, sie ist nie zu Haus'.“

Fazit: Bosse schafft es, seinem Stil treu zu bleiben und sich trotzdem beim fünften Album weiterzuentwickeln. Zwar klingt das Ganze an der einen oder anderen Stelle, als ob es genauso gut auf dem Soundtrack des nächsten Til-Schweiger-Films zu finden sein könnte, aber das ist ja nicht die schlechteste Option. Und bei der musikalischen Vielfalt, mit der Produzent Philipp Steinke (arbeitete u.a. für BOY, Johannes Strate von Revolverheld und Asher Lane) 'Kraniche' angelegt hat, sind auch genug andere Sachen dabei, mit denen jeder findet, was ihm gefällt.

Mehr Informationen unter: http://www.axelbosse.de

Album voraussichtlich ab 8. März 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Olli Schulz – S.O.S.
Kid Kopphausen – I

Bosse live und in Farbe 2013: 23.03. Frankfurt/Main – Sankt Peter (hr3 @ night) *** 10.04. Mannheim – Capitol *** 11.04. Freiburg – Jazzhaus
 *** 12.04. Stuttgart – LKA Longhorn *** 14.04. Saarbrücken – Garage *** 15.04. Köln – E-Werk *** 16.04. Dortmund – FZW *** 18.04.13 Erfurt – Stadtgarten *** 19.04. Leipzig – Werk II *** 20.04. München – Muffathalle *** 22.04. Nürnberg – Hirsch *** 
23.04. Frankfurt/Main – Batschkapp (ausverkauft) *** 25.04. Hannover – Capitol (ausverkauft) *** 26./27.04. Hamburg – Grosse Freiheit (ausverkauft)
 *** 
29./30.04. Bremen – Schlachthof (ausverkauft) *** 02.05. Dresden – Alter Schlachthof
 *** 03.05. Cottbus – Gladhouse (ausverkauft) *** 
04.05.13 Berlin – Columbiahalle (ausverkauft) *** 19.05. Salching – Pfingst-Open-Air *** 24.05. Hannover – NDR2 Plaza Festival *** 07.06. Nürnberg – Rock im Park *** 08.06. Nürburgring – Rock am Ring *** 22.06. Tettnang - Schlossgarten *** 
23.06. Schwäbisch Gmünd – Schießtalplatz *** 19.07. Cuxhaven/Nordholz – Deichbrand Festival *** 02.08. Weilburg – Festplatz *** 03.08. Anröchte – Big Day Out *** 10.08. Eschwege – Open Flair *** 17.08. Braunschweig – Volksbank Brawo-Bühne *** 31.08. Jüchen – Red Hot Open Air *** 30.11. Lingen – Emsland Arena *** 21.12. Hamburg – Alsterdorfer Sporthalle (Jahresabschlusskonzert)

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