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21. Oktober 2020 3 21 /10 /Oktober /2020 09:03

Es gibt einige Argumente, in erneuerbare Energien zu investieren. Eines ist, dass der so erzeugte Strom günstiger ist. Doch wie entwickeln sich die Preise am Strommarkt in den kommenden zwei bis zehn Jahren? Was wird die Zukunft bringen? Steigende Strompreise! Davon sind die Autoren der Studie 'Deutschland ohne erneuerbare Energien?' überzeugt.

Titelblatt der Studie 'Deutschland ohne erneuerbare Energien?'

Die deutsche Energiewende ist vielen Vorurteilen ausgesetzt: Sie koste Arbeitsplätze, sei nicht zur Nachahmung im Rest der Welt zu empfehlen und erhöhe die Strompreise. Doch das Gegenteil ist der Fall, wie schon eine Studie 2015 im Auftrag der Siemens AG gezeigt hat.

Die Ersparnis an Stromkosten für ganz Deutschland übersteigt die Ausgaben durch die bezahlte Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eindeutig. Bestätigt wurde das Ergebnis schon letztes Jahr mit einer weiteren Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Ein Team vom Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik hat untersucht, wie sich erneuerbare Energien auf die Entwicklung der Strompreise auswirken: „Insgesamt fielen von 2011 bis 2018 156,8 Milliarden Euro für die EEG-Umlage an (EEG Differenzkosten). Dem stehen Kosten in Höhe von 227,4 Milliarden Euro gegenüber, die ohne die Einspeisung [von Strom aus] Wind und Photovoltaik angefallen wären. Erneuerbare Energien sparten den Verbrauchern so insgesamt 70,6 Milliarden Euro.“

Die Studie 'Deutschland ohne erneuerbare Energien? – Ein Update für die Jahre 2014-2018' ermöglicht dabei nicht nur einen Blick in die Vergangenheit. Sie gibt auch einen Ausblick auf eine mögliche Zukunft.

Eine Projektion bis ins Jahr 2030 zeige deutlich, das gehandelt werden müsste. Ansonsten könnte die Entwicklung der verfügbaren Erzeugungskapazität in Deutschland „... zu steigenden Strompreisen und kritischen Versorgungssituationen führen“.

Folgen des Kernenergie- und Kohleausstiegs vorhersehbar

Natürlich kann darüber diskutiert werden, inwieweit die getroffenen Annahmen zutreffend sind. Klar ist jedoch, dass bis zum 31. Dezember 2022 noch sechs Kernkraftwerke stillgelegt werden sollen. 2018 trugen sie noch mit rund 10 Prozent zur bundesdeutschen Stromerzeugung bei.

Durch den sogenannten Kohlekompromiss werden außerdem die Kapazitäten der Braun- und Steinkohlekraftwerke stufenweise bis 2030 reduziert. Bis spätestens 2038 sollen die deutschen Kohlekraftwerke vollständig vom Netz gehen.

Hingegen fördert zum Beispiel ein Ausbau der Elektromobiltät den Strombedarf. Die dadurch getroffene Schlussfolgerung der Autoren ist leicht nachzuvollziehen: „Für die kommenden Jahre ist also mit steigender Nachfrage bei gleichzeitig reduziertem Angebot und damit mit steigenden Großhandelspreisen für Elektrizität zu rechnen.“

Konkrete Berechnung für den Anstieg der Großhandelspreise

Die Autoren haben in ihrer Studie ausgerechnet, wie sich dieser Anstieg aufs eigene Portemonnaie konkret auswirken könnte: „Die Projektion belegt eklatant den zu erwartenden Einfluss der reduzierten Kraftwerkskapazität in den kommenden Jahren. Da dem Rückgang der Kohle- und Kernkraftwerke kein adäquater Ausbau erneuerbarer Energien gegenübersteht, entstehen zunehmend Situationen mit Strommangel. In der Folge steigen die Großhandelspreise signifikant an. Die gewichteten Jahresmittelwerte vervierfachen sich bis 2023 gegenüber 2017 von 3,3 ct/kWh auf 13,6 ct/kWh.“

Dieser Anstieg auf 13,6 Cent pro kWh war den Autoren so wichtig, dass sie ein Foto mit entsprechend vielen Münzen auf das Titelblatt der Studie genommen haben. Doch diese Cent-Angabe ist natürlich noch relativ abstrakt. Was zahlt jede*r Verbraucher*in mehr im Jahr?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat für 2015 einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 1.566 kWh pro Person angegeben (siehe Grafik dort in neuem Fenster). Würden die berechneten 10,3 Cent/kWh Mehrkosten von den Stromanbietern an die Endverbraucher*innen weitergereicht, müsste jede*r 161,30 Euro mehr im Jahr bezahlen!

Die gute Nachricht ist, dass die Autoren der Studie auch berechnet haben, wie dieser Entwicklung der steigenden Strompreise durch unter anderem mehr Photovoltaik Kapazitäten entgegengewirkt werden könnte.

Der Gesetzgeber müsste nur die entsprechenden Weichen stellen: „Um die Großhandelspreise an den deutschen Strombörsen bis 2023 auf etwa 7 ct/kWh zu begrenzen, müsste der geplante Ausbau erneuerbarer Energien verdreifacht werden.“

Hier geht es zum kostenlosen Download der Studie 'Deutschland ohne erneuerbare Energien? – Ein Update für die Jahre 2014-2018': https://www.evt.tf.fau.de/forschung/publikationen/fau-strompreisstudie-2019/

P.S.: Fragen dazu? Dann gerne kommentieren! Und wenn dir der Artikel so gut gefallen hat, dass du dafür ein paar Cent bezahlen würdest, gerne hier überweisen: Paypal.me/popshottie

 

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15. Juni 2020 1 15 /06 /Juni /2020 21:02

„Das Jahrtausend
Begann lausig.
Es gab keinen Computerbug.
Es gab keine verdammte Katastrophe.“

Cover zum Sachbuch "Nerds retten die Welt" von Sibylle Berg

So schreibt es Sibylle Berg zwar in den ersten Sätzen ihres Romans 'GRM Brainfuck' von 2019. Glaubt sie  aber selbst nicht. Wahrscheinlich. Immerhin heißt ihr vor ein paar Monaten veröffentlichtes Sachbuch 'Nerds retten die Welt'. Klingt doch global katastrophal. S.O.S., Help, Mayday! Zur Einordnung, wie schlimm es um uns bestellt ist, führte sie für das Schweizer Magazin 'Republik' während der Arbeit an ihrem Roman – wie im Untertitel angegeben – 16 'Gespräche mit denen, die es wissen'.

Die einizige Gemeinsamkeit der diversen Wissenschaftler*innen dürfte dabei sein, dass Berg sie interviewt. Hat. Egal. Dieses Buch ist trotzdem oder gerade deshalb interessant für alle, die „... besser gewappnet sein wollen für das, was auf uns zukommt.“

„Mehr Wissenschaft für alle!" Das ist der Grund, warum sich Sibylle Berg diese Gespräche ausgedacht hat, wie sie Robert Riener sagt. Die Forschungsschwerpunkte des Professors sind 'Interaktion von Mensch und Maschine, Erforschung menschlicher Bewegungssynthese, Biomechanik sowie virtuelle Realitäten'. Allein das klingt doch schon vielversprechend.

„Haben Sie sich heute schon um den Zustand der Welt gesorgt?“, fragt ihn Berg einleitend. So oder zumindest inhaltlich immer so ähnlich beginnt sie jedes der nun in Buchform zusammengestellten Gespräche. Die Antworten der befragten „Nerds“ fallen dabei durchaus unterschiedlich aus. Vielleicht liegt es daran, dass es „... auf komplexe Fragen keine einfachen Antworten gibt“, wie Berg selbst am Ende in ihrer Danksagung schreibt. Umso wichtiger ist es, denen eine Plattform zu bieten, die „... die Welt durch Wissen retten wollen!“

Read more, learn more, change the Globe!

Zum Teil sind die Gespräche mit soviel Wissen verbunden, dass einige darin verwendete Begriffe dadurch vertieft werden, dass Hyperlinks (dank QR-Codes) zu weiteren Informationen führen. Denn wer weiß schon, was mit unter anderem Ektogenese (Empfängnis und Geburt, ohne dass Frauen involviert sind), Mikrosatelliten-DNA (der nicht-codierte Teil der DNA) oder Femizid (gezielte Beseitigung weiblicher Föten und Babys) gemeint ist? Oder was sonst so für Bezüge hergestellt werden?

Die Philosophin und Professorin für Mediensoziologie Jutta Weber, deren Forschungsschwerpunkte Mensch-Maschine-Interaktionen und Aspekte digitaler Kriegsführung sind, erwähnt unter anderem die Biologin, Philosophin und Technikforscherin Donna Haraway. Sie hat schon in den Achtzigern „... über die Etablierung einer 'New World Order' geschrieben, in der Wissenschaft, Technik, Ökonomie, Politik sich untrennbar verweben.“

Interessant findet Berg im Gespräch mit Weber auch, dass es „... zu einem von Haraways Schlüsselwerken, dem 'Cyborg Manifesto', nicht einmal einen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag gibt. So weit zur Sichtbarkeit von Frauen in den Wissenschaften.“

Wie lautet eigentlich Sibylle Bergs zweiter Vorname?

Wenigstens hat Haraway einen Eintrag bei Wikipedia.de, wohingegen mehr als die Hälfte der interviewten Wissenschaftler*innen (noch) keinen haben. Immerhin gibt es jetzt mit 'Nerds retten die Welt' eine Quelle, die dort als Referenz für die Relevanz dieser Personen angegeben werden könnte.

Die Leser*innen erhalten auf diesem Wege allerdings nicht nur mit dem Sachbuch Einblick in die für sie wahrscheinlich ungewöhnlichen Wissensgebiete, sondern erfahren auch hier und da natürlich etwas über Berg selbst. Bei Jutta Weber sagt Berg zum Beispiel, dass Sorge ihr „zweiter Vorname“ sei. Die meisten von ihr Interviewten können das durchaus nachvollziehen und bejahen ihre oben erwähnte Eingangsfrage nach dem besorgniserregenden Zustand der Welt.

Bloß der Systemtheoretiker und -biologe Lorenz Adlung, die Politologin Dr. Emilia Zenzile Roig, die über Prozesse der intersektionellen Diskriminierung promoviert hat, sowie die Historikerin Richter verneinen. Bei der emerierten Kunst-Profssorin Lynn Hershman Leeson merkt Berg an, dass sie diese verneinende Antwort der anderen Gesprächspartner*innen „... sehr verstört hat.“

Doch wollen wir nicht vergessen, dass Berg mit diesen Gesprächen auch ihr letztes Tabu brechen wollte und deswegen ihre erste optimistische Kolumne geschrieben hat. Zudem haben das Buch jetzt so viele Leute gekauft (und vielleicht gelesen), dass es sich mehrere Wochen in der vom Fachmagazin 'buchreport' ermittelten Bestseller-Liste hielt. Das alles sollte Hoffnung machen.

'Nerds retten die Welt' ist seit 5. März 2020 im Verlag Kiepenheuer&Witsch (KiWi) erhältlich. Mehr Infos, Leseprobe etc.: https://www.kiwi-verlag.de/buch/sibylle-berg-nerds-retten-die-welt-9783462054606

P.S.: Das Cover-Artwork für 'Nerds retten die Welt' stammt übrigens wie bei 'GRM' von Claus Richter, mit dem sie erstmals 2016 an der von ihr geschriebenen und von ihm ausgestatteten Performance-Show 'Wonderland Ave.' zusammenarbeitete.

Und hier ist noch der Trailer zum Buch mit Musik von Andreas Reihse (wahrscheinlich der von der Band Kreidler, mit der sie schon zusammengearbeitet hat):

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27. April 2020 1 27 /04 /April /2020 16:06

Morgen am 27. April 2020 soll es soweit sein: Der letzte Teil der Hörbuch-Triologie 'Die Schwestern vom Ku'damm' wird veröffentlicht. Grund genug, nun endlich den Beginn der Saga um Ulrike „Rike“ Thalheim, die etwa drei Jahre jüngere Silvie und „Nesthäkchen“ Florentine vorzustellen.

Cover zum ersten Hörbuch-Teil der Triologie "Die Schwestern vom Ku'damm"

Vorangestellt wird der fiktiven Familiengeschichte, die aber natürlich historische Bezüge herstellt und reale Begebenheiten erwähnt, ein Zitat der Dichterin Mascha Kaleko (1907-1975). Ihr 'Rezept' enthält folgenden Ratschlag: „Sei klug. Und halte dich an Wunder.“

Im Juni 1932 eröffnet Friedrich Thalheim sein Kaufhaus am Kurfürstendamm in Berlin. Gut 13 Jahre später im Mai '45 hat sich die inzwischen 25-jährige Rike mit Silvie, ihrer Stiefmutter Claire und der 12-jährigen Halbschwester Florentine sowie einer Zufallsbekanntschaft und deren Zwillingen in die Familienvilla zurückgezogen. Rike ist noch „... ledig und kinderlos, ohne Berufsausbildung oder akademischen Abschluss und vor allem bar aller Illusionen.“

Das Kaufhaus wurde gut zwei Jahre zuvor, als die britischen Bomben die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchezum Einsturz brachten, ebenfalls zerstört. Über den Verbleib ihres Vaters und ihres Bruders ist nichts bekannt. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Andere Zeiten, andere Stimmen

Für die gekürzte Lesung mit ca. zehn Stunden Gesamtspielzeit wurde Anna Thalbach engagiert. Sie macht ihre Sache auch gut und spricht verschiedene Figuren auch mal mit zum Beispiel russischem oder bayrischem Einschlag. Da die Geschichte selbst zum Teil relativ konservativ daherkommt, bringt das zumindest akustisch ein paar Überraschungen mit sich.

Aber wie gesagt handelt es sich bei 'Die Schwestern vom Ku'damm' um eine Triologie. Jeder Teil ist einer der drei Damen gewidmet. Um ihre unterschiedlichen Charaktere auch stimmlich zu unterscheiden, liest Stefanie Stappenbeck die Nummer Zwei über Silvie mit dem Titel 'Wunderbare Zeiten'.

Und die nun auch vorliegende Finalfolge über Florentine namens 'Tage der Hoffnung' wurde mit Nellie Thalbach aufgenommen. Sie ist die 1995 in Berlin geborene Tochter von Anna Thalbach. So schließt sich auch hier ein Familienkreis.

Erster Teil der Trilogie 'Die Schwestern vom Ku'damm' seit 29. Oktober 2018 erhältlich. Mehr Infos und Hörprobe: https://www.randomhouse.de/Hoerbuch-MP3/Die-Schwestern-vom-Kudamm-Jahre-des-Aufbaus/Brigitte-Riebe/Random-House-Audio/e547126.rhd

 

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20. April 2020 1 20 /04 /April /2020 19:29

2014 engagierte 'Tacheles/Roofmusic' den Sänger und Autoren Sven Regener von der Band Element of Crime für die Lesung von Franz Kafkas unvollendetem Roman 'Amerika' (auch bekannt als 'Der Verschollene'). Wie nun 'Erzählungen VI' zeigt, hat sechs Jahre und mehrere weitere Hörbücher später diese gelungene Verbindung noch immer Bestand.

Cover zu Erzählungen VI von Franz Kafka gelesen von Sven Regener

Mit 'Erzählungen VI' folgte vor wenigen Wochen die Vertonung von vier Geschichten, die Franz Kafka kurz vor seinem Tod 1924 im Sammelband 'Ein Hungerkünstler' veröffentlicht hat. Eröffnet wird der sechste Teil dieser Reihe mit der Kurzgeschichte 'Erstes Leid'.

Darin geht es um einen Trapezkünstler, der zunehmend unzufriedener mit den Umständen seiner Arbeit wird. Auch das titelgebende Stück 'Ein Hungerkünstler' geht in eine ähnliche Richtung.

Genau wie 'Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse'. Hier wird allerdings aus der Ich-Perspektive einer Maus über eine andere Maus erzählt, die für ihre Kunst bewundert wird.

MAUSsergewöhnliches Erlebnis

Trotzdem fragt sich der Ich-Erzähler, worin diese scheinbar irgendwie unleugbare Kunst eigentlich besteht: „Wenn es also wahr wäre, daß Josefine nicht singt, sondern nur pfeift und vielleicht gar, wie es mir wenigstens scheint, über die Grenzen des üblichen Pfeifens kaum hinauskommt – ja vielleicht reicht ihre Kraft für dieses übliche Pfeifen nicht einmal ganz hin, während es ein gewöhnlicher Erdarbeiter ohne Mühe den ganzen Tag über neben seiner Arbeit zustandebringt – wenn das alles wahr wäre, dann wäre zwar Josefinens angebliche Künstlerschaft widerlegt, aber es wäre dann erst recht das Rätsel ihrer großen Wirkung zu lösen.“

Die Vermutung liegt nahe, dass sich Kafka selbst so unverstanden fühlte wie seine Protagonist*innen dieser letzten seiner Erzählungen und somit seine eigenen Leiden thematisiert. Ebenso wie bei der vierten Erzählung, wobei es darin um eine andere Thematik geht.

Der Ich-Erzähler berichtet hier in 'Eine kleine Frau' von einer Art „Beziehung“ zu einer Dame, der keiner der beiden scheinbar entrinnen kann. Und das, obwohl sie ihnen Leid bereitet, wie er sagt: „Auch liegt ja, wenn man will, eine gewisse Verantwortung auf mir, denn so fremd mir die kleine Frau auch ist, und so sehr die einzige Beziehung, die zwischen uns besteht, der Ärger ist, den ich ihr bereite, oder vielmehr der Ärger, den sie sich von mir bereiten läßt, dürfte es mir doch nicht gleichgültig sein, wie sie sichtbar unter diesem Ärger auch körperlich leidet.“

Im Grunde kommt die Geschichte nahezu ohne Handlung aus – ähnlich wie die anderen drei. Es geht nie darum, was gemacht wird. Vielmehr wird beschrieben, wie vor allem die Wahrnehmungen, Gefühle und Beurteilungen ausfallen.

Nüchtern betrachtet

Was die Texte ausmacht, bringt der Hörbuch-Verlag treffend in seiner Beschreibung der gesamten 'Erzählungen'-Reihe auf den Punkt: „Phantastisches und Unheimliches, Paradoxes und Absurdes: Kafka beschreibt die unglaublichsten Sachverhalte nüchtern und minutiös.“

Nüchtern wie Sven Regener das alles einfach unnachahmlich liest, passt es natürlich entsprechend gut zu diesem Österreichischen* Autoren. So zumindest wird Franz Kafka auf einer Gedenktafel in der Berliner Grunewaldstraße bezeichnet, wo er für wenige Monate gelebt hat. Wie dem auch sei, wir dürfen gespannt sein, ob beziehungsweise was da noch an einmalig vorgetragenen 'Erzählungen' mit Sven Regener folgen wird.

Hörbuch 'Erzählungen VI – Ein Hungerkünstler' von Franz Kafka seit 6. März 2020 bei 'Tacheles/Roofmusic' erhältlich. Hörprobe und mehr Infos unter: https://roofmusic.de/produktkatalog/produkt/1152-erzaehlungen-6---ein-hungerkuenstler

* Franz Kafkas Geburtsstadt Prag gehörte zu seinem Geburtstag am 3. Juli 1883 zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie – bis zur Gründung der Tschechoslowakei 1918, die 1993 dann friedlich in Tschechien und die Slowakei geteilt wurde!

 

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3. April 2020 5 03 /04 /April /2020 12:56

Mit dem Buch beziehungsweise Atlas '100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern' fing alles im Februar 2019 an. Also eigentlich fing es schon davor an: Im März 2015 mit der Gründung von 'Katapult', dem „Magazin für Eis, Kartografik und Sozialwissenschaft“. Nun haben die Macher*innen '102 grüne Karten zur Rettung der Welt' nachgelegt – in Buchform beim 'Suhrkamp Verlag'.

Cover von 102 grüne Karten zur Rettung der Welt

Der Titel des Buchs ist dabei fast etwas hochgegriffen, wie Chefredakteur Benjamin Fredrich selbst im Vorwort klarstellt, denn: „In diesem Buch findet ihr keine Handlungsanweisungen, keine tipps, keine Top Ten der besten Umweltschutzaktivitäten. KATAPULT verzichtet darauf und liefert nur Fakten.“

Warum das so ist, erklärt er aber auch direkt noch. Jede*r soll selbst über die vermittelten Infos nachdenken und dann danach handeln. Der Ansatz ist dabei, dass die Daten einfach anschaulicher präsentiert werden. So wie direkt schon auf dem Cover. Gezeigt wird, wieviel Wald gepflanzt werden müsste, „... damit die Welt CO2-neutral wird“.

Auf den ersten Blick sieht das zunächst auch nach gar nicht so viel aus. Die ausgerechneten 900 Millionen Hektar Land stammen aus der Studie 'The global restoration potential' von Jean-Francois Bastin und Kolleg*innen. Allerdings weist Katapult darauf hin, dass es sich dabei natürlich um eine theoretische Größe handelt, diverse andere Punkte zu bedenken sind und selbst eine solche Aufforstung alleine nicht ausreicht: „Die Reduzierung der CO2-Emissionen ist und bleibt oberstes Ziel der Klimapolitik.“

Trotzdem oder gerade deswegen macht es aber durchaus Sinn, solche Überlegungen auf ein leicht zu begreifendes Bild herunterzubrechen. Wer auf diese Art Verständnis für die Zusammenhänge entwickelt, schafft es vielleicht auch leichter, selbst aktiv zu werden und Lösungen voranzutreiben.

Wer zuletzt lacht, macht's am besten – Nachhaltigkeit kann Spaß machen

Dass Umweltschutz nicht immer bierernst daherkommen muss, wird an diversen anderen Stellen gezeigt. Wie zum Beispiel beim 'Plastikbecherverbrauch in Europa im Jahr 1789'. Da war er noch in allen Ländern gleich, nämlich: 0,0! Plastikbecher wurden erst viel später erfunden.

Im Vorwort wird auch dargelegt, dass das Papier für 1.800 solcher Bücher wie '102 grüne Karten' ein neun Meter hohes und 55 Zentimeter dickes Stück Holz benötigt würde. Für den Atlas von Katapult wurde allerdings Recyclingpapier benutzt, wodurch die Ökobilanz natürlich besser ausfällt.

Das Thema des Papierverbrauchs für die eigene Herstellung des Magazins wurde übrigens auch in Ausgabe 16 thematisiert. Unter https://katapult-magazin.de/de/artikel/artikel/fulltext/wer-katapult-kauft-zerstoert-wald/ wird von den Autorinnen Christina Klammer und Cornelia Schmiek, die ebenfalls an den '102 grünen Karten' mitgearbeitet haben, zudem für zehn Länder der durchschnittliche Toilettenpapierverbrauch pro Kopf verglichen. Dabei liegt Deutschland mit 12,1 Kilogramm auf Platz 2 hinter den USA.

Der Kölner Rapper Veedel Kaztro nahm als quasi Soundtrack zur Nummer 16 das Stück 'Papier Planet' auf. Unter https://www.youtube.com/watch?v=HcODy01DlFM gibt es ein Video mit den Lyrics. Im Refrain heißt es: „Ja, wir schmeißen soviel Paper durch die Gegend./ Bis kein Baum mehr übrig bleibt auf dem Planeten.“

Hört sich gut an – ein Podcast und mehr ergänzen die Grafiken

Wer will, kann so also die gegebenen Denkanstösse gerne auf verschiedene Arten vertiefen. Zu der Infografik 'Ressourcenaufwand und Nährstoffausbeute verschiedener Nutztiere' gibt es zum Beispiel ein Podcast-Interview unter https://detektor.fm/gesellschaft/karte-der-woche-mehlwuermer-oekobilanz mit der Katapult-Redakteurin Eva Pasch in der wiederkehrenden Sendungskategorie 'Karte der Woche'.

Das Thema zierte auch das Cover der Magazin-Ausgabe 15/2019. Das eindeutige Fazit dazu lautete: Esst Mehlwürmer! Wer mehr darüber erfahren will, findet unter https://katapult-magazin.de/de/artikel/artikel/fulltext/esst-mehlwuermer/ auch noch einen ausführlichen Artikel zu dem Thema.

Neben einer nachhaltigeren Ernährung geht es in '102 grüne Karten zur Rettung der Welt' unter anderem auch noch um Energiefragen, Müll, Mobilität, endliche Ressourcen, Naturschutz, Klimaveränderungen und Bodenversiegelung. Zu tun gibt es also Einiges zur Rettung der Welt. Benjamin Fredrich hofft, mit diesem Buch zumindest einen kleinen Beitrag dazu zu leisten: „Wenn ihr durch dieses Buch eine Idee bekommen habt, wie wir die Umwelt im Kleinen oder im Großen schonen können, schreibt mir einfach eine Mail an redaktion(at)katapult-magazin.de“!

'102 grüne Karten zur Rettung der Welt' seit März 2020 unter anderem hier erhältlich, wo auch eine Leseprobe zur Verfügung steht: https://www.katapult-shop.de/buecher/85/atlas-102-gruene-karten-zur-rettung-der-welt

Für den veröffentlichenden 'Suhrkamp Verlag' hat der Radiomoderator Max Spallek in seiner seit Oktober 2019 laufenden Interviewreihe 'Suhrkamp espresso' den Lektor Thomas Halupczok befragt, was ihm an '102 grüne Karten zur Rettung der Welt ' besonders gefällt. Das Video dazu gibt es hier:

 

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20. März 2020 5 20 /03 /März /2020 09:05

Hallo liebe Leser*innen,

Cover von Sandor 4

ich wollte schnell was zu diesem Kinderbuch machen, muss aber schauen, wann ich dazu komme. Deswegen hier erst einmal nur die Verlagsinfo:

"Der vierte Band ist da!  Wenn Erwachsene keine Zeit haben, sich um wichtige Aufgaben zu kümmern, müssen das Kinder und Tiere eben manchmal selbst übernehmen. Fledermäuse und Insekten schließen sich mit ihnen zusammen, um sich für eine gesunde Natur einzusetzen.

Im vierten Teil der Sandor-Reihe wird ein hochaktuelles Thema spannend und abenteuerlich erzählt! Es gibt immer weniger Insekten! Jendriks Freund Sandor und viele Fledermäuse finden deshalb immer weniger zu Futtern. Natürlich tut Jendrik alles, um Sandor  und den anderen Fledermäusen zu helfen. Er findet Freunde, die ihn dabei unterstützen."

Mehr unter: https://www.glueckschuh-verlag.de/

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4. Juni 2019 2 04 /06 /Juni /2019 11:27

Obwohl die "ewigen Dauerbrenner" noch immer nicht aus meinem SuB erledigt sind, habe ich mir nun noch weitere Veröffentlichungen eingetragen (siehe Liste unten). Bei UCee bin ich positiv gestimmt, dass ich da schon in den nächsten Tagen einen Haken hinter machen kann. Bei dem mehrstündigen Hörbuch brauche ich aber etwas mehr Zeit. Hoffentlich nicht so lange wie bei Jah Ova Evil!

Cover von Jenny and the Mexicats

Aber eines vorweg: Was ist ein SuB überhaupt? Buchblogger haben ja oft auf einer Seite so ihren Stapel ungelesener Bücher angegeben. Eine gute Idee, wie ich finde. Bloß geht es bei mir ja auch um unter anderem Musik, Filme und Hörspiele. Deswegen definiere ich mal SuB als „Stapel unveröffentlichter Besprechungen“.

Und hier ist noch kurz die Liste, auf welche Rezensionen ihr euch demnächst schon jetzt freuen könnt. Ich bleibe dran und werde zu den Sachen auf jeden Fall noch was schreiben. Sortiert ist das Ganze einfach nach dem offiziellen Veröffentlichungsdatum:

  • 3. März 2017: 'Forever Judah' von Jah Ova Evil
  • 8. Juni 2018: 'Roots Party' von Tribal Seeds
  • 29. Oktober 2018: 'Die Schwestern vom Ku'damm' (1. Hörbuch der Triologie) von Brigitte Riebe
  • 10. Mai 2019: 'Bridges' von UCee

Das gab's hier schon im SuB und wurde veröffentlicht:

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6. Mai 2019 1 06 /05 /Mai /2019 16:43

„Unterleuten ist ein Gefängnis“, heißt es zu Beginn des Romans von Juli Zeh. In Wirklichkeit ist es das natürlich nicht. Es ist ein fiktives Dorf in Brandenburg. Es war auch schon ein Hörspiel von NDR und RBB*. Bald wird es eine TV-Produktion vom ZDF. Und jetzt ist es gerade ein Theaterstück in Berlin. Ein spannendes. Denn schließlich hat die Autorin laut des ‘Luchterhand‘-Verlags „…einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest“!

Plakat zu Unterleuten im Berliner Schillertheater

Die Komödie am Kurfürstendamm zeigt im Schiller Theater den Bestseller in der Bearbeitung des Hans Otto Theaters Potsdam. Die Regie hat nun wie damals wieder Tobias Wellemeyer übernommen. Auch ein Großteil des Personals war schon bei der Aufführung im Frühjahr 2018 dabei und ist mit dem Stoff vertraut. Einen Trailer dazu gibt es hier, der auch von der Komödie am Kurfürstendamm als Einblick in die Vorstellung genutzt wird: https://www.youtube.com/watch?v=_aft2DjlqLo

Dass die Inszenierung fast drei Stunden (inklusive einer Pause) lang ist, macht sich kaum bemerkbar. Schließlich gibt der Streit unter den Dorfbewohnern ein atemberaubendes Tempo vor. Ständig brechen neue Konflikte auf. Beziehungsweise kommen die alten wieder zum Tragen. Schließlich geht es am Ende darum, wer zu den lachenden Gewinnern gehört, die aus einem geplanten Windpark-Projekt ihr Kapital schlagen können ...

Die Abgründe der Vorstadt des Hinterlandes

Die Grundstimmung ist entsprechend aggressiv. Viel zu lachen gibt es nicht. Wenn doch, bleibt es eher im Halse stecken. Wenn der Automechaniker Bodo Schaller (gespielt von Josip Culjak, der als weitere Rolle noch Herrn Pilz von der Vento Direct Investitionsfirma übernimmt) loslegt, gibt es auch schon mal einen Funkenregen. Seinem Nachbarn, dem zugezogenen Vogelschützer Gerhard Fließ (gespielt von Julian Mehne), macht er das Leben schwer.

Wobei Fließ es seinen Mitmenschen auf andere Art und Weise auch nicht leicht macht. Im Namen des Naturschutzes bewirkt er, dass Linda Franzen (Kathrin Hauptmann) mit ihrem Freund Frederik Wachs (Johannes Heinrichs) die Träume von einer größeren Ranch für ihren Hengst Bergamotte umsetzen kann. Den Windpark will er natürlich auch bekämpfen.

Um zu verhindern, dass Franzen das fehlende Teilstück für die Bebauungsfläche verkauft, schmiedet Fließ aber gerne eine Allianz mit ihr. Sie allerdings benötigt auch Hilfe bei der Baugenehmigung durch Rudolf Gombrowski (Dirk Schoedon), den Chef des ortsansässigen Landwirtschaftsbetriebs. Da hilft es natürlich, ihm einen Verkauf in Aussicht zu stellen, damit er den Bau für sich gewinnen kann. Und so spielt hier jeder sein eigenes Spiel …

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen ... abhanden gekommen!

Passend zu den egoistischen Intrigen ist das Bühnenbild düster und bedrohlich. Links auf der Bühne ist der „Schrottplatz“ vom Schaller angesiedelt, rechts erinnert das alte Schild vom Konsumladen an die noch immer nicht ganz überwundene Vergangenheit. Die aufgebauten Stämme des finsteren Waldes dazwischen zeigen kein Idyll, sondern werden zur Drohkulisse. Ständig wabern die Nebelschwaden hindurch. Und die zu schützenden Vögel werden nur ausgestopft in Vitrinen ausgestellt.

All das sieht ganz anders aus, als es zum Beispiel die im Roman erwähnte Webseite unter http://vogelschutzbund-unterleuten.de/ mit den Landschaftsbildern und dem Dorf-Foto präsentiert. Aber so bebildert das Stück auf den ersten Blick anschaulich, was Juli Zeh sich als pessimistische Erkenntnis aus der Epoche, in der wir leben, gezogen hat: „Es gibt in Wahrheit keine Gemeinschaft mehr, sondern nur noch eine Summe von Einzelwesen, die ihren Interessen nachgehen.“

‘Unterleuten‘ läuft noch bis 19. Mai 2019 im Berliner Schillertheater. Mehr Infos: https://www.komoedie-berlin.de/produktionen/unterleuten.html#inhalt

* Die Hörspielfassung von der Berliner Regisseurin Judith Lorentz wurde hochkarätig besetzt mit Jaecki Schwarz, Wolfram Koch, Ulrike Krumbiegel, Steffi Kühnert, Axel Prahl und vielen anderen. Anfang des Jahres hat sie den Deutschen Hörbuchpreis 2019 für ‘Das beste Hörbuch‘ gewonnen. Das mehrteilige Hörspiel ist hier als Free Download erhältlich (Link öffnet in neuem Fenster): https://www.ndr.de/kultur/radiokunst/Hoerbuchpreis-fuer-NDR-Koproduktion-Unterleuten,unterleuten106.html

Nicht nur der Automechaniker (Josip Culjak), die Pferdenärrin (Kathrin Hauptmann) und der Landwirt (Dirk Schoedon) sorgen in Unterleuten für Nachbarschaftsterror (Fotografin: Franziska Strauss)
Nicht nur der Automechaniker (Josip Culjak), die Pferdenärrin (Kathrin Hauptmann) und der Landwirt (Dirk Schoedon) sorgen in Unterleuten für Nachbarschaftsterror (Fotografin: Franziska Strauss)
Nicht nur der Automechaniker (Josip Culjak), die Pferdenärrin (Kathrin Hauptmann) und der Landwirt (Dirk Schoedon) sorgen in Unterleuten für Nachbarschaftsterror (Fotografin: Franziska Strauss)

Nicht nur der Automechaniker (Josip Culjak), die Pferdenärrin (Kathrin Hauptmann) und der Landwirt (Dirk Schoedon) sorgen in Unterleuten für Nachbarschaftsterror (Fotografin: Franziska Strauss)

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25. April 2019 4 25 /04 /April /2019 23:10

Max Goldt liest. Also er liest vor. Und das anscheinend sehr gerne. Immerhin stehen dieses Jahr noch über 30 Lesungen von ihm an (Termine siehe unten). Zudem schreibt er gerne. Nehme ich an. Immerhin liest er ja seine eigenen Texte. Die er nun seit mehr als 30 Jahren in Buchform veröffentlicht. Und dass es oftmals noch mehr Spaß macht, ihn zu hören, als ihn zu lesen, bestätigte er mal wieder am 23. April 2019 bei seinem Gastspiel im Berliner Schlosspark Theater.

Plakat "Max Goldt liest"

Mit einem Füllhorn an Texten ausgestattet konnte Max Goldt in dieser Lesung einerseits auf Älteres zurückgreifen – wie etwa einer Geschichte aus der Buchveröffentlichung 'Ä' von 1997 mit dem etwas schwerverdaulichen Titel 'Besser als Halme: Blutmagen, grob' und der darin enthaltenen Passage über das Fotografieren – und andererseits neue „Absurditäten des Alltags“ genussvoll „sezieren“, die ihm letztes Jahr aufgefallen sind.

'Nein zum Masermontag' ist zum Beispiel schon etwas älter, aber trotzdem in dem bisher letzten Werk aus dem Rowohlt-Verlag enthalten: 'Lippen abwischen und lächeln – Die prachtvollsten Texte 2003 bis 2014'. Das Thema ist dennoch aktuell, auch wenn es gar nicht um Masern geht, sondern um einen zusätzlichen Feiertag.

Es gab aber auch richtig Neues zu hören. So präsentierte er aus dem zuletzt veröffentlichten Hörbuch 'Weltstars im Nadelwald' (Hörbuch Hamburg) seine Analyse zu 'Morrissey vs. Der Spiegel'. Wobei es ihm weniger darum ging, die Auseinandersetzung der beiden Parteien nach der Veröffentlichung eines Interviews mit dem britischen Sänger im November 2017 aufzuwärmen.

Vielmehr interessierte ihn daran unter anderem die Tatsache, dass eine Dame dafür verantwortlich war, die nach Einschätzung des Online-Magazins Laut.de in „teilweise erschreckend bescheidenem Unterstufenenglisch [ihre] Fragen formuliert“ hat. Dafür hat er sogar eigenhändig einen winzigen Auszug aus der Audiodatei davon transkribiert, um den inflationären Gebrauch des Wortes „like“ zu dokumentieren. Also: I like!

Überhaupt ist ja Sprachkritik ein Steckenpferd von Max Goldt, der in der Lesung auch mit einem Text darauf hingewiesen hat, dass es schon einen Unterschied macht, ob eine Person vom grauen Winterhimmel deprimiert oder depressiv sei. Aber wie dem auch sei: Lachen ist bekanntlich die beste Medizin. Und Max Goldt kann dabei ganz gut helfen!

Mehr Infos: https://tomprodukt.de/kuenstler/max-goldt/

Max Goldt live und in Farbe 2019:

  • 10.05. Neubrandenburg, Marstall
  • 19.05. Marbach, Literaturarchiv
  • 20.05. Marburg, Waggonhalle
  • 04.06. München, Kammerspiele
  • 15.06. Berlin, Heimathafen
  • 28.06. Chemnitz, Tietz
  • 28.08. Berlin, Theater im Pfefferberg
  • 26.09. Paderborn, Deelenhaus
  • 27.09. Melle, Kulturwerkstatt Buer
  • 28.09. Brühl, Galerie am Schloss
  • 06.10. Storkow, Burg Storkow
  • 11.10. Insel Rügen, Kunstscheune Vaschvitz
  • 15.10. Erfurt, Franz Mehlhose
  • 16.10. Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei
  • 23.10. Kassel, Schlachthof
  • 24.10. Soest, Alter Schlachthof
  • 25.10. Bremerhaven, Capitiol
  • 26.10. Kiel, Kulturforum
  • 02.11. Wolfsburg, Hallenbad
  • 13.11. Eupen (Belgien), Jünglingshaus
  • 14.11. Essen, Zeche Carl
  • 15.11. Köln, Comedia
  • 27.11. Mannheim, Alte Feuerwache
  • 28.11. Rottenburg, Kino im Waldhorn
  • 29.11. Gersthofen, Ballonmuseum
  • 02.12. Berlin, Heimathafen
  • 16.12. Düsseldorf, Zakk
  • 17.12. Bremen, Theater am Leibnizplatz
  • 18.12. Frankfurt, Mousonturm
  • 19.12. Frankfurt, Mousonturm
  • 20.12. Freiburg, E-Werk
  • 27.12. Hannover, Pavillon
  • 28.12. Nürnberg, Hubertussaal

Hier noch ein offizieller Ausschnitt aus einer früheren Lesung mit 'Nein zum Masermontag':

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1. April 2019 1 01 /04 /April /2019 10:55

Thomas "Balou" Martin, der dem Fernsehpublikum vor allem noch als Moderator der Show 'Dings vom Dach' (2005-2010) oder als Staatsanwalt Dr. Scheer aus der 'Tatort'-Reihe (2002-2010) bekannt sein könnte, ist nun scheinbar vor allem für 'Titania Medien' im Dauereinsatz. Am 29. März 2019 sind unter der Regie von Marc Gruppe gleich drei neue Hörspiele mit ihm erschienen.

Thomas Balou Martin

Bei 'Der verschwundene Kutscher' spielt er Inspector Morrison in Folge 37 der 'Sherlock Holmes'-Hörspiele. Bei der Folge 145 der 'Gruselkabinett'-Reihe nach einer Vorlage von M.R. James hat Thomas Martin zudem die kleine Nebenrolle eines Archivars inne. Mit seinem Wissen hilft er dem Ehepaar Dillets (Sigrid Burkholder und Matthias Lühn) weiter, dem 'Das unheimliche Puppenhaus' Rätsel aufgibt.

Dafür darf er als Mr. Clarke in 'Der gewaltige Gott Pan' einem Experiment beiwohnen, das ihn auch über zwei Jahrzehnte später nicht loslässt. Der Aufbau der Geschichte nach Arthur Machen ist spannend angelegt.

Verschiedene Figuren tragen in ihren Gesprächen nur einzelne Bruchstücke von den seltsamen Begebenheiten zusammen, die erst nach und nach ein Ganzes ergeben. In der 144. 'Gruselkabinett'-Folge gibt es dabei für Thomas Martin auch ein Wiedersehen mit seinem Sprecher-Kollegen Michael-Che Koch.

Immer im Einsatz gegen „grüne Männer“ und andere Monster

Cover zu Gruselkabinett 131

Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit mit 'Titania Medien' dürfte davor eine der quasi zwei Hauptrollen bei der 131. 'Gruselkabinett'-Folge sein. Als 'Rusty' Ward verschlägt es den Söldner gemeinsam mit seinem Kompagnon Justin 'Kid' Miles (gesprochen von Michael-Che Koch) mit einem U-Boot in ein wahrlich unglaubliches Abenteuer.

Die Geschichte stammt von Francis Flagg. Hinter dem Pseudonym versteckte sich der amerikanische Autor Georg Henry Weiss (1898-1946). Erst nachdem die beiden Haudegen fast bei ihrer Tauchfahrt drauf gegangen wären, erfahren sie, bei was für einem Höllenfahrtkommando sie behilflich sein sollen. 'Die Köpfe von Apex' haben sie angeheuert, um gegen die so genannten „grünen Männer“ in den Krieg zu ziehen ...

Seinen Einstand als Sprecher in einer Produktion von 'Titania Medien' feierte Thomas Balou Martin übrigens im August 2017. Mit seiner Wahl scheint Regisseur Martin Gruppe wie gesagt immer noch sehr zufrieden zu sein, besetzte er ihn doch nun schon mehrfalls hintereinander. Und wie viele Einsätze noch folgen, bleibt abzuwarten!

Hier ist die Übersicht zu den Hörspielen für 'Titania Medien' mit Thomas „Balou“ Martin:

Hier geht's zur Infoseite über den Schauspieler: http://www.titania-medien.de/cms/sprecher/39-sprecher/778-thomas-balou-martin

Das könnte dazu passen:
Foster – 02: Das Erlöschen des Lichts (Hörspiel)
Auch bei Oliver Dörings Horrorserie ’Foster’ erleidet Michael-Che Koch (in der Rolle als Jobe) Schiffbruch. Wer allerdings verstehen will, auf was für einer seltsamen Insel er gestrandet ist, sollte zuvor Teil 1 hören, bevor dann in Teil 3 ’Die Pforte zur Verdammnis’ aufgestoßen werden soll.

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