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12. April 2015 7 12 /04 /April /2015 22:08

Paparazzi sind unbeliebt, ihre exklusiven Bilder aber gefragt. Ähnlich verhält es sich mit der Arbeit der sogenannten 'Nightcrawler'. Als freischaffende Kameramänner fangen sie Bilder von Unfällen und Verbrechen ein, um sie an Nachrichtenmagazine zu verkaufen. Umso dramatischer, desto besser.

Dass mit Aufnahmen schlimmer Ereignisse ordentlich Geld zu machen ist, bekommt Louis Bloom (Jake Gyllenhaal) eines Tages bei einem Unfall auf der Autobahn mit. Bis dahin hat er sich vor allem mit Diebstählen durchgeschlagen. Doch schnell erkennt er die Möglichkeiten, sich selbst als 'Nightcrawler' ins Spiel zu bringen.

Was ihn gegenüber Konkurrenten wie Joe Loder (Bill Paxton) auszeichnet, ist sein (noch) skrupelloseres Vorgehen. Um mit Hilfe der ebenfalls recht abgebrühten Nachrichtenchefin Nina Romina (Rene Russo) und seines Assistenten Rick (Riz Ahmed) um jeden Preis Erfolg zu haben, ist der Soziopath auch bereit, über Leichen zu gehen. Zur Not lässt sich da ja nachhelfen ...

Weißer Jäger, schwarzes Herz

Für die Hauptrolle in 'Nightcrawler' steigt Jake Gyllenhaal in die Abgründe der menschlichen Seele hinab. Um den ständigen Hunger nach mehr darzustellen, nahm er gut zehn Kilogramm ab, wie Regisseur Dan Gilroy im leider nur rund fünf Minuten langen Making-Of erzählt. Darin werden zudem auch die beiden echten Nightcrawler Austin und Howard Raishbrook interviewt. Sie wurden als Berater ins Team geholt, um alles möglichst realistisch zu halten. Von daher sieht der Filmemacher die ganze Entwicklung auch nicht als Erfolg des Bösen. Er wollte einen sorgengeplagten jungen Mann mit gewissen Talenten zeigen, der dafür belohnt statt bestraft wird.

Die Grundidee geht dabei laut seiner Aussage bis zu Arthur 'Weegee' Fellig zurück: „Ispiriert hat mich der Pressefotograf Weegee, der in den 30ern in New York als Erster Polizeifunk hatte und zu Tatorten fuhr. Die moderne Entsprechung sind die sogenannten Stringer oder Nightcrawler, die nachts herumfahren.“

Fazit: Mit 'Nightcrawler' ist Dan Gilroy gleich bei seiner ersten Regiearbeit das spannende Porträt eines undurchsichtigen Charakters gelungen, das die Zuschauer zugleich faszinieren und abstoßen kann. Trotz seiner Nominierung gelang es ihm zwar nicht, dafür einen Oscar zu gewinnen. Ausgezeichnet ist der Film aber dennoch.

Film seit 26. März 2015 als DVD, Blu-ray und digital erhältlich. Mehr Infos: http://nightcrawler-film.de/

Das könnte dazu passen:
The Riot Club – Alles hat seinen Preis (Film)
Abwärts (Thriller-Hörspiel mit u.a. Ralf Richter)
The Captive – Spurlos verschwunden (Film)
Blood – You Can't Bury The Truth (Film)

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