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21. März 2014 5 21 /03 /März /2014 12:57

Für sein Debütalbum hat sich der amerikanische Brostep-Produzent Skrillex lange Zeit gelassen. Die erste offizielle Veröffentlichung 'My Name Is Skrillex' ist fast vier Jahre alt. Zwei anschließend veröffentlichte EPs gewannen dafür gleich mehrere Grammys. Ein weiterer Coup war auch seine Mitwirkung am Soundtrack zu ’Spring Breakers’ letztes Jahr. Doch statt sich auf solchen Lorbeeren auszuruhen, holt er jetzt mit ’Recess’ zum großen Rundumschlag aus – im wahrsten Sinne des Wortes.

cover-skrillex.jpgIn der Liebe, im Krieg und bei Electronic Dance Music (EDM) ist alles erlaubt, ist sich Skrillex sicher und wählte entsprechend ein leicht abgewandeltes Zitat als Titel des ersten Stücks. ’All Is Fair In Love And Brostep’ eröffnet das Werk mit einem ordentlich stampfenden Beat. Bevor Skrillex quasi zum Refrain die Sägezahn-Sounds raus holt, heizen schon mal die englischen Ragga Twins die Hörer mit ein paar Lyrics im Patois-Style ein: „You see we a bun dem up. We load den we enta./ Buss up di place, people all let off rockets./ Me kinda know dem ya yute have na faya./ Practiaclly fit fi energy an powa.“

Der sich daran anschließende Titeltrack ’Recess’ beginnt dagegen fast schon brav und poppig mit lieblichen Gesang von Michael Angelakos, sonst Frontmann der Indierock-Band Passion Pit. Doch dann wird wieder ordentlich Dampf geben, wenn Skrillex mit zerhackten Beats loslegt und Fatman Scoop seine typischen Ansagen brüllt.

K(l)eine Atempause

’Stranger’ ist dann hibbeliger Elektro-Soul mit Sänger Sam Dew und Sirenen-Geheule. Der Track ist auch auf dem Soundtrack zu ’Divergent’ zu finden. Die Single ’Try It Out’ im Neon-Mix mit Alvin Risk kommt ebenfalls anfangs relativ klar und sanft daher. bis hyperaktive Klangfetzen wieder alles zum Austicken bringen.

’Coast Is Clear’ ist dagegen wirklich fast schon brav gestrickt und erinnert eher an 2Step, zu dem Chance The Rapper seiner Herzdame wenig missverständlich erklärt, was er von ihr will: „Can I ask a question? Can you keep a secret?/ I don't really give a what! What I need to know is./ Do you wanna fuck?“

Den lieblichsten Gesang der insgesamt elf Nummern dürfte aber ’Ease My Mind’ haben. Dabei handelt es sich um eine Art Remix des nahezu gleichnamigen Stücks von Niki & The Dove, das vor etwa vier Jahren von dem schwedischen Elektropopduo aus Stockholm veröffentlicht wurde.

Fazit: Sich ’Recess’ eine dreiviertel Stunde am Stück zu geben, stellt Hörer schon vor eine Herausforderung. Gefangene werden nämlich kaum gemacht und Zeit zum Durchatmen nur begrenzt gewährt. Das Ganze flimmert beständig vor sich hin. Irgendwas passiert immer. Aber für den gepflegten Abriss bei einer großen Rave-Party ist das garantiert der passende Soundtrack.

CD seit 14. März 2014 im Handel erhältlich.

Mehr Infos unter: http://www.skrillex.com

Das könnte dazu passen:
Der Xer – Mordsmusik
Animal Trainer – Wide
Stromae – Konzertbericht aus Berlin
Lilja Bloom – More And More

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