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8. September 2018 6 08 /09 /September /2018 19:56

Habe ich 2018 noch kein einziges Platten-Sammelsurium als Monatsrückblick veröffentlicht? Dann wird es ja jetzt vielleicht mal Zeit dafür. Am besten verliere ich gar nicht viele Worte, sondern lege gleich los.

Oliver Döring – Krieg der Welten (Hörspiel / Teil 3 von 3)

Cover zu Krieg der Welten 3

„Ich schwamm um mein Leben, bete zu Gott, dass mich keines der Geschosse erwischte. Und dann sah ich den Schatten von hinten auf mich zukommen. Ich versuchte noch zu erkennen, was es war, als mich was Hartes am Kopf traf. Und dann versank die Welt um mich herum in einem schwarzen Strudel“, berichtete der Journalist Simon (Dietmar Wunder) am Ende der ersten CD vom 'Krieg der Welten', bei dem ein Angriff vom Mars die Erde in Chaos stürzt. Was mit ihm geschehen war, löste Hörspielregisseur Oliver Döring allerdings im zweiten Teil gar nicht auf. Stattdessen schilderte er die dramatische Flucht von Simons Bruder Stuart (Nico Sablik) vor der feindlichen Bedrohung (Mehr zu den ersten Teilen hier in neuem Fenster).

In der dritten und letzten Folge wird nun endlich aufgeklärt, wie es Simon nach dem Treffer am Kopf ergangen ist. Ein Kurat (Peter Flechtner, der vor allem als Synchronstimme von Ben Affleck bekannt sein dürfte) konnte ihn zum Glück vor dem Ertrinken retten. Leider ist der Hilfspriester abgesehen davon eher keine große Hilfe. Und so bleibt die spannende Frage, wer den 'Krieg der Welten' am Ende überleben wird.

'Krieg der Welten' (Teil 3 von 3) nach H.G. Wells seit 10. August 2018 erhältlich. Mehr Infos: https://www.universal-music.de/hg-wells-hoerspiele

YG – Stay Dangerous (mit u.a. Nicki Minaj und Ty Dolla Sign)

Cover zu Stay Dangerous

Mit seinem offiziellen Debütalbum 'My Krazy Life' (Kurzkritik im Platten-Sammelsurium vom März 2014 hier in neuem Fenster) landete YG vor vier Jahren in den USA gleich einen Top-Ten-Hit. In Deutschland reichte es immerhin für Platz 94, was auch schon recht beachtlich ist. 2016 folgte 'Still Brazy', das geringfügig hinter dem Erfolg des Vorgängers zurückblieb. Mit ‘Stay Dangeroussetzt derYoung GangstaKeenon Jackson nun zum dritten Streich an.

Leider ist es aber so, dass YG mit dem Drittling die doch durchaus hohen Erwartungen nicht so recht erfüllt. Dabei setzt er durchaus auf ganz bewährte Zutaten. Produziert haben bekannte Namen wie DJ Mustard und Mike Will Made It. Aber die Idee, für 'Too Cocky' auf das Stück 'I'm Too Sexy' von Right Said Fred zurückzugreifen, schwankt schon zwischen albern und witzig. Die Gästeliste liest sich gut mit unter anderem Big Sean, 2 Chainz, Nicki Minaj (alle bei 'Big Bank'), ASAP Rocky (bei 'Handgun') und Ty Dolla $ign, der den Song 'Power' über ihre sexuellen Ausschweifungen ausschmückt. Das klingt dann mehr nach lieblosen Standard. Wenn YG (zumindest für andere Rapper) gefährlich bleiben will, wie es der Titel andeutet, braucht er beim nächsten Mal dann doch noch mal etwas mehr Pep.

'Stay Dangerous' seit 10. August 2018 erhältlich. Mehr Infos: https://www.universal-music.de/yg

Amine – OnePointFive (Digitales EP-LP-Mixtape-Album)

Cover zu OnePointFive

Im Juli 2017 veröffentlichte der Rapper Aminé aus Portland sein offizielles Debütalbum 'Good For You'. Mit Ty Dolla $ign, Nelly und Charlie Wilson von der Gap Band holte er sich dafür beachtliche Unterstützung. Um nun die Zeit zum Nachfolger zu überbrücken, hat er jetzt gut ein Jahr später mit 'OnePointFive' schnell was Neues nachgelegt – zumindest digital. Mit insgesamt 13 Tracks auf über einer halben Stunde Spielzeit bewegt sich das Ganze dabei schon auf Albumniveau, wird von ihm aber sicherheitshalber aus Spaß als EP-LP-Mixtape-Album ausgewiesen. Wie dem auch sei, gelungen ist es ihm auf jeden Fall.

Gleich beim ersten Stück 'Dr. Whoever' legt er sich quasi auf die Couch eines Psychotherapeuten und fragt ihn, sich selbst und die Hörer, wie er sein Leben einordnen soll. Bei 'Reel In It', zu dem Anfang September noch ein Video nachgelegt wurde, inszeniert er sich jedenfalls als großer Player, der die Frauen rumkriegt und für Schlagzeilen sorgt ("Reel it in./ I got the bag, tell a friend./ She got some ass, bring it in./ Bitch I'm in the news, CNN"). Wahrscheinlich zu recht, auch wenn der Erfolg auch mit diesem Wurf noch auf sich warten ließ. In den US-Billboard-Charts reichte es gerademal für Platz 53. Die Vorfreude auf das Album 2.0 hat er damit aber auf jeden Fall geschürt.

'OnePointFive ' seit 15. August 2018 erhältlich. Mehr Infos: http://www.heyamine.com

Wer sich übrigens fragt, warum Amine 'OnePointFive' als EP-LP-Mixtape-Album bezeichnet, bekommt das hier lustig „erklärt“ (oder so):

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4. Dezember 2015 5 04 /12 /Dezember /2015 09:43

Kurz vor Weihnachten 2015 ist das Platten-Sammelsurium vom März 2014 immer noch einer der meistbesuchten Artikel hier. Liegt es am verschneiten Cover von Grieves? Oder daran, dass jetzt in der besinnlichen Zeit eher 'Leise Töne' wie von Flo Bauer angesagt sind? Oder gibt es einen anderen Grund, den ich nicht ahne? Sagt es mir gerne!

Frühlingserwachen – Aufbruchsstimmung. Neben den bereits in den letzten Wochen vorgestellten Veröffentlichungen von zum Beispiel Rick Ross, Skrillex und 3Plusss gibt es da aber noch ein paar Sachen, die den Soundtrack zum März 2014 liefer(te)n.

Flo Bauer – Leise Töne

cover-flo-bauer.jpgNachdem Rapper Bo Flower sein letztes Album nach seinem eigenen Namen benannt hatte, hat er nun vielleicht etwas verwirrend sein Künstlerpseudonym abgelegt und veröffentlicht als Flo Bauer 'Leise Töne'. Der Titel ist dabei durchaus Programm – zumindest größtenteils. Bei der sanften Mutmacher-Hymne 'Weitergehn' unterstützt ihn Jesper Jürgens, einst Kandidat bei 'The Voice of Germany', während der Titeltrack mit Sänger Begavi und Piano-Spieler Johannes Arzberger entstanden ist. Das ruhige Instrumental dazu sowie das kämpferische 'Funktionieren wie Maschinen' gibt es unter https://soundcloud.com/flobauermusik als Free Downloads.

Als Bonustrack auf der CD ist außerdem der Song 'Von Mensch zu Mensch' enthalten, der das Thema Organspende behandelt und mit Sänger Deniz über u.a. die Krankheitsgeschichte des Schlagerstars Roland Kaiser erzählt. Mit dieser Bandbreite und eher nachdenklichen Mischung findet Flo Bauer irgendwo einen Platz zwischen Maxim, Raf 3.0, XAVAS und Fayzen – was ja nicht die schlechteste Nische ist.

CD erhältlich seit 7. März 2014. Mehr Infos: http://www.boflower.de

Plusmacher – Freie Schwarzmarkt Wirtschaft

cover-plusmacher.jpg„P.L.U.S. bis zum Management, selfmade – bis mich jeder kennt./ Das ist das, was ich schwör', bis mich jeder hört./ Um wieder umzukehren, dafür ist es leider schon zu spät“, fasst der in Berlin lebende Plusmacher zum leicht melancholischen Instrumental von Mortis (Kritik zu dessen EP 'Der goldene Käfig' hier) schnell mal in seinen Lyrics zusammen, was er sich für die Zukunft wünscht. Doch so nachdenklich präsentiert sich der Straßenrapper sonst eher selten. Meist dreht es sich um Gewalt und Drogen wie in 'Bockwurst' mit Wahl-Berliner Karate Andi aus Göttingen oder 'Träume aus Staub', in dem er behauptet: „Ganz Berlin greift nach dem Kokain.“

Auch auf den zwei Songs 'Königsmische' mit Omik K. aus Leipzig und 'Kodex' mit Olexesh aus Darmstadt, die beide von Figub Brazlevic produziert wurden, geht es immer nur um das Eine – und eben das Andere, aber grundsätzlich um das harte Leben auf der Straße. Im 'Outro', für das Jay Spizzo wie bei sieben weiteren der insgesamt 20 Tracks die Musik gebaut hat, gibt der Plusmacher dann noch einen letzten, ganz annehmbaren Rat mit auf dem Weg: „Hört nicht auf die abgefuckten Scheiß-Ziele dieser Gesellschaft, sondern macht das, was euch glücklich macht.“ Na gut, das ist dann doch noch ganz nett!

CD erhältlich seit 14. März 2014. Mehr Infos: https://www.facebook.com/DerPlusmacher/

YG – My Krazy Life

cover-yg.jpgYG steht kurz für Young Gangsta, von daher dürfte auch hier schnell klar sein, um was für Themen sich 'My Krazy Life' dreht. Doch der Kalifornier bringt da durchaus einen interessanten Twist rein, wenn er gleich zu Anfang im 'Momma Speech Intro' seine Mutter schimpfen lässt: „Keenon Daequan Ray motherfucking Jackson, I hope you ain't outside hanging with them gangbangers./ You gon' end up in motherfucking jail, like your damn daddy.“ Wer nicht hören will, muss fühlen, und so landet der Junge am Ende doch im Knast und muss sich mit 'Sorry Mama' bei Ms. Jackson entschuldigen.

Ende gut, alles gut – und das ist ernst gemeint, denn mit unter anderem Drake, Kendrick Lamar, Jeezy und Schoolboy Q, mit dem er fröhlich feiernd 'I just wanna party' anstimmt, liefert er ein rundum gelungenes Album ab.

CD erhältlich seit 17. März 2014. Mehr Infos: http://yg400.net/

Freddie Gibbs & Madlib – Pinata

cover-freddie-gibbs.jpgEine 'Piñata' ist eine mit Süßigkeiten gefüllte Pappfigur, die Kinder mit verbundenen Augen zerschlagen müssen, um an den leckeren Inhalt zu gelangen. Bei Freddie Gibbs & Madlib geht das weitaus weniger gewalttätig – einfach CD einlegen und ein bisschen gut geerdeten Gangsta-Rap genießen. Das Cover-Artwork erinnert mich dabei übrigens an das Intro zu ’Zebrastreifen’ von Franky Kubrick, bei dem es einst hieß: „Ich glaube, er wurde vom Zebra gestreift.“

Hier sind es eher die Bullen-Streifen, die dem Kleinganoven den Alltag beim ’Thuggin’, also Rumstreunern, schwer machen. Dafür bekommt er Respekt und ein paar Zeilen von zum Beispiel Wu-Tanger Raekwon, Scarface von den Geto Boys und bei 'Robes' von den Odd-Future-Mitgliedern Earl Sweatshirt und Domo Genesis, der auch dieses Jahr schon bei ’Lord Steppington’ der Step Brothers mitwirkte (Kritik dazu hier!) und hier gleich die zwei Nummern ’Robes’ und ’Pinata’ mit seinen Reimen anreichert. Beim Titeltrack ist dann auch noch Mac Miller dabei, der nebenbei ’A Tale of two Cities’ von Charles Dickens und den Thrillerautor Earl Emerson erwähnt. In diesem Sinne sei hier noch Nas zitiert: „Read more, learn more, change the globe!“

CD erhältlich seit 21. März 2014. Mehr Infos: http://www.rappcats.com/

Helen Kaiser – Green Lake Peace

cover-helen-kaiserDie Kölner Sängerin Helen Kaiser macht elektronischen Songwriter-Pop, mit dem sie gerade ihren ’Rootdown Records’-Kollegen Maxim auf Tour begleiten durfte. Produziert hat ihre fünf Lieder starke EP ’Green Lake Peace’ Thilo „Teka“ Jacks und gemischt wurde sie von den beiden halb-koreanischen Jungs von Symbiz Sound, die zudem beim Titeltrack Drum-Programming, Synths und Keys übernommen haben.

Neben der Acapella-Version zu ’Cobwebs in the Sun’ gibt es als Bonus-Tracks außerdem drei Stücke aus der ’Night Session’ mit ihrem Band-Projekt Looom, das sich aus Bassist Dominik Krämer (u.a. Heavytones und Cassandra Steen), Keyboarder Marvin Beranek und Schlagzeuger Lukas Berg zusammensetzt. Und somit dürften ihr jetzt alle möglichen Wege offen stehen, um gerne mehr folgen zu lassen.

CD erhältlich seit 21. März 2014. Mehr Infos: http://www.helenkaiser.com

Grieves – Winter & The Wolves

cover-grieves.jpgDer Titel seines neuen Albums wurde laut dem Rapper Grieves aus Seattle durch ’Game of Thrones’ inspiriert. Passt schon, denn häufig geht es recht düster in seinen Stücken zu. In ’Shreds’ erklärt er seinen Kritikern, dass sie gerne alles versuchen können, um ihn klein zu bekommen, was ihnen aber nie gelingen würde: „I never spoke it how they wanted it to be said./ So they left me for the winter and the wolves./ Tear me into shreds, rip me into bits./ Tear another page out, punch me in the ribs./ I can smell the poison on your lips./ Whatever it is I'd be willing to bet./ They want to get inside my head.“

Den dazu passenden Sound liefert ihm der noch weitestgehend unbekannte Produzent B. Lewis, wohingegen der einzige Gast immerhin ein US-Top-5-Album vorzuweisen hat: Slug von der Rap-Crew Atmosphere, der bei ’Astronauts’ mitwirkt. Unter https://soundcloud.com/rhymesayers/ gibt es übrigens diverse Free Downloads von Grieves, bei denen sein als „ConsciousPopRap“ bezeichneter Stil erst einmal ausgetestet werden kann.

CD erhältlich seit 28. März 2014. Mehr Infos: http://www.rhymesayers.com/grieves

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