Overblog
Folge diesem Blog Administration + Create my blog
4. September 2008 4 04 /09 /September /2008 22:46

Da ist er wieder, der 'Herr Lehmann'! Wer kennt ihn nicht – diesen leicht verschrobenen Barkeeper, dem Christian Ulmen damals im Film sein Gesicht lieh? Fiel im ersten Buch damals die Mauer, steht sie diesmal wieder. Denn die Geschichte vom Hörbuch 'Der Kleine Bruder' spielt Ende 1980 und erzählt davon, wie Frank Lehmann in Berlin aufschlug.

Frisch von der Bundeswehr entlassen, macht sich Frank mit Punkkumpel Wolli auf in die Stadt, die das große Abenteuer bedeutet. Erste Anlaufstelle soll für ihn die WG von seinem Bruder Manfred, von ihm Manni genannt, sein. Doch der ist überraschend ausgeflogen – und weder der grummlige Erwin noch dessen Nichte Chrissie oder Manfreds Kumpel Karl haben einen Plan, wo er steckt. Dafür kann Frank nun sein Zimmer nutzen, was Karl gekonnt trocken kommentiert: „Hauptsache Lehmann! Freddie oder Frank, was macht das schon?“

Sowohl bei der Suche nach seinem Bruder als auch bei der nach seinem eigenen Weg gerät Frank wieder einmal in die skurrilsten Situationen – die ihn Sven Regener, auch bekannt als Sänger bei Element of Crime, gekonnt cool meistern lässt. Die Geschichte macht Spaß, aber das Regener sie selber vorliest, war leider nur ein mittelmäßiger Einfall. Der leicht schnoddrige Vortrag passt zwar zur Grundstimmung und der Autor hat natürlich das beste Gefühl dafür, was wie wann zumindest inhaltlich betont werden sollte. Aber leider fehlt ihm auch die stimmliche Variabilität, um den einzelnen Charakteren echte Individualität zu verleihen.

Fazit: Ungefähr zeitgleich mit der ersten Auflage in Buchform erscheint die Hörbuchversion als ungekürzte Autorenlesung von gut fünfeinhalb Stunden. Verstecken braucht sie sich hinter dem geschriebenen Wort nicht, aber wer welche Form präferiert, dürfte Geschmackssache sein. Als herrlich abgedrehte Unterhaltungslektüre punktet 'Der Kleine Bruder' aber auf jeden Fall – egal, ob zum Lesen oder Hören.

Mehr Infos: http://www.roofmusic.de

5-CDs-Box voraussichtlich ab 5. September 2008 im Handel erhältlich.

P.S.: Es ist noch gar nicht lange her, da gab es hier schon anderes von Element of Crime zu berichten - nämlich über ihre umfassende Mitwirkung am Soundtrack 'Robert Zimmermann Wundert Sich Über die Liebe'. Mehr dazu?
Hier klicken!

 

 

Diesen Post teilen
Repost0
18. August 2008 1 18 /08 /August /2008 18:01

Nachdem sich Regisseur Leander Haußmann schon für diverse Projekte und Filme immer wieder bei der Musik von Element Of Crime bedient hat, ist es fast logisch, dass er die Band auch um Beiträge für den Soundtrack zu ’Robert Zimmermann Wundert Sich Über Die Liebe’ gebeten hat. Eine gute Wahl, wie die insgesamt sieben neuen Songs zeigen!

 

Drei Stücke davon sind reine Instrumentale geworden, aber der Rest behandelt laut Sänger Sven Regener alles, was „…in dem Film wichtig ist: Liebe, Drama, Wahnsinn und der Mond über Altona, außerdem Fleischmühlen, lesbische Schwestern, grünes Blut, Eppendorf, der Dalai Lama, Panzerfäuste, Sonntagsessen, Biker, Popos, Harrschnitte und Landungsbrücken.“ Aha, das macht auf jeden Fall Lust auf den Film!

 

Gleich im ersten Songtext empfiehlt Sven Regener in ’Death Kills’, sich von seiner Bazooka fernzuhalten. Ähnlich schwer bewaffnet stromert er anschließend durch die Gegend, um sich ’Ein Hotdog Unten Am Hafen’ zu holen: „Ein Hotdog unten am Hafen, und vor’m Einschlafen schnell noch ein Bier./ Dem Feind einen Tritt in die Rippen und ein paar Kippen für hinterher./ Ein Date mit dem Dalai Lama und ein Apfelsaft morgens um zwei./ Und eine halbautomatische Waffe ist immer dabei.“

 

Zu den sieben Liedern von Element of Crime gesellen sich zudem noch acht weitere Tracks, wie sie unterschiedlicher wohl nicht sein könnten. Während Tiefschwarz, Lexy & K-Paul und Amos ein paar ältere ihrer Electro-Housetracks beisteuern, gibt es auch ein paar Stücke von Donovan und dem russischen Sänger Vladimir Vissotski aus dem letzten Jahrhundert zu hören. Des Weiteren sind noch zwei neue Stücke von Ed Csupkay und Roland Heinrich enthalten.

 

Die Ehre, den Titelsong zu singen, gebührt aber natürlich Element of Crime. Enger mit dem Film verwoben ist allerdings ’Robert Zimmermann’, da in den Lyrics dazu viele Elemente der Handlung aufgegriffen werden: „Deine Schwester liebt einen Freak vor dem Herren. Das soll eine Frau sein – das hörst du nicht gern!/ Und Vaters Neue ist jünger als ihr alle je wart./ Verschlungen und dunkel sind die Wege des Herren. Vater und Mutter haben dich gern./ Aber du weißt, dass man nicht einfach dreist – und ungestraft Robert Zimmermann heißt.“

 

Wer sich fragt, was das bedeutet, muss wohl den Film anschauen. Bloß kurz hier der Hinweis, dass Bob Dylan mit bürgerlichen Namen Robert Zimmermann heißt, so dass die Hauptfigur wohl des Öfteren Hinweise auf ’Blowing In The Wind’ ertragen muss.

 

Fazit: Ähnlich skurril wie die Filmkomödie ist auch der Soundtrack geraten, aber vor allem Fans der melancholischen Stimmung von Element of Crime werden sich trotzdem über das neue Material freuen. Immerhin ist das letzte Album ja auch schon wieder drei Jahre alt. Doch auch alle anderen, die sich auf dieses Abenteuer einlassen, dürften die eine oder andere Überraschung entdecken.

 

Mehr Infos: http://www.element-of-crime.de

 

CD voraussichtlich ab 15. August 2008 im Handel erhältlich.

Diesen Post teilen
Repost0

Über Diesen Blog

  • : Popshot
  • : Der Blog-Autor arbeitet seit 1995 als Musikjournalist. Hier veröffentlicht er seine Texte über Musik, Hörspiele, Bücher und mehr unabhängig von Redaktionsschlüssen, Seitenplanungen und anderen Einflüssen! ***** Hier folgen: https://www.twitter.com/PopshotOverBlog und https://instagram.com/popshot.blog/ ***** Wer zuviel Geld übrig hat, kann es gerne hier überweisen: paypal.me/popshottie ***** Impressum: http://popshot.over-blog.de/impressum-disclaimer.html
  • Kontakt

Suchen

Archiv