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3. April 2020 5 03 /04 /April /2020 12:56

Mit dem Buch beziehungsweise Atlas '100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern' fing alles im Februar 2019 an. Also eigentlich fing es schon davor an: Im März 2015 mit der Gründung von 'Katapult', dem „Magazin für Eis, Kartografik und Sozialwissenschaft“. Nun haben die Macher*innen '102 grüne Karten zur Rettung der Welt' nachgelegt – in Buchform beim 'Suhrkamp Verlag'.

Cover von 102 grüne Karten zur Rettung der Welt

Der Titel des Buchs ist dabei fast etwas hochgegriffen, wie Chefredakteur Benjamin Fredrich selbst im Vorwort klarstellt, denn: „In diesem Buch findet ihr keine Handlungsanweisungen, keine tipps, keine Top Ten der besten Umweltschutzaktivitäten. KATAPULT verzichtet darauf und liefert nur Fakten.“

Warum das so ist, erklärt er aber auch direkt noch. Jede*r soll selbst über die vermittelten Infos nachdenken und dann danach handeln. Der Ansatz ist dabei, dass die Daten einfach anschaulicher präsentiert werden. So wie direkt schon auf dem Cover. Gezeigt wird, wieviel Wald gepflanzt werden müsste, „... damit die Welt CO2-neutral wird“.

Auf den ersten Blick sieht das zunächst auch nach gar nicht so viel aus. Die ausgerechneten 900 Millionen Hektar Land stammen aus der Studie 'The global restoration potential' von Jean-Francois Bastin und Kolleg*innen. Allerdings weist Katapult darauf hin, dass es sich dabei natürlich um eine theoretische Größe handelt, diverse andere Punkte zu bedenken sind und selbst eine solche Aufforstung alleine nicht ausreicht: „Die Reduzierung der CO2-Emissionen ist und bleibt oberstes Ziel der Klimapolitik.“

Trotzdem oder gerade deswegen macht es aber durchaus Sinn, solche Überlegungen auf ein leicht zu begreifendes Bild herunterzubrechen. Wer auf diese Art Verständnis für die Zusammenhänge entwickelt, schafft es vielleicht auch leichter, selbst aktiv zu werden und Lösungen voranzutreiben.

Wer zuletzt lacht, macht's am besten – Nachhaltigkeit kann Spaß machen

Dass Umweltschutz nicht immer bierernst daherkommen muss, wird an diversen anderen Stellen gezeigt. Wie zum Beispiel beim 'Plastikbecherverbrauch in Europa im Jahr 1789'. Da war er noch in allen Ländern gleich, nämlich: 0,0! Plastikbecher wurden erst viel später erfunden.

Im Vorwort wird auch dargelegt, dass das Papier für 1.800 solcher Bücher wie '102 grüne Karten' ein neun Meter hohes und 55 Zentimeter dickes Stück Holz benötigt würde. Für den Atlas von Katapult wurde allerdings Recyclingpapier benutzt, wodurch die Ökobilanz natürlich besser ausfällt.

Das Thema des Papierverbrauchs für die eigene Herstellung des Magazins wurde übrigens auch in Ausgabe 16 thematisiert. Unter https://katapult-magazin.de/de/artikel/artikel/fulltext/wer-katapult-kauft-zerstoert-wald/ wird von den Autorinnen Christina Klammer und Cornelia Schmiek, die ebenfalls an den '102 grünen Karten' mitgearbeitet haben, zudem für zehn Länder der durchschnittliche Toilettenpapierverbrauch pro Kopf verglichen. Dabei liegt Deutschland mit 12,1 Kilogramm auf Platz 2 hinter den USA.

Der Kölner Rapper Veedel Kaztro nahm als quasi Soundtrack zur Nummer 16 das Stück 'Papier Planet' auf. Unter https://www.youtube.com/watch?v=HcODy01DlFM gibt es ein Video mit den Lyrics. Im Refrain heißt es: „Ja, wir schmeißen soviel Paper durch die Gegend./ Bis kein Baum mehr übrig bleibt auf dem Planeten.“

Hört sich gut an – ein Podcast und mehr ergänzen die Grafiken

Wer will, kann so also die gegebenen Denkanstösse gerne auf verschiedene Arten vertiefen. Zu der Infografik 'Ressourcenaufwand und Nährstoffausbeute verschiedener Nutztiere' gibt es zum Beispiel ein Podcast-Interview unter https://detektor.fm/gesellschaft/karte-der-woche-mehlwuermer-oekobilanz mit der Katapult-Redakteurin Eva Pasch in der wiederkehrenden Sendungskategorie 'Karte der Woche'.

Das Thema zierte auch das Cover der Magazin-Ausgabe 15/2019. Das eindeutige Fazit dazu lautete: Esst Mehlwürmer! Wer mehr darüber erfahren will, findet unter https://katapult-magazin.de/de/artikel/artikel/fulltext/esst-mehlwuermer/ auch noch einen ausführlichen Artikel zu dem Thema.

Neben einer nachhaltigeren Ernährung geht es in '102 grüne Karten zur Rettung der Welt' unter anderem auch noch um Energiefragen, Müll, Mobilität, endliche Ressourcen, Naturschutz, Klimaveränderungen und Bodenversiegelung. Zu tun gibt es also Einiges zur Rettung der Welt. Benjamin Fredrich hofft, mit diesem Buch zumindest einen kleinen Beitrag dazu zu leisten: „Wenn ihr durch dieses Buch eine Idee bekommen habt, wie wir die Umwelt im Kleinen oder im Großen schonen können, schreibt mir einfach eine Mail an redaktion(at)katapult-magazin.de“!

'102 grüne Karten zur Rettung der Welt' seit März 2020 unter anderem hier erhältlich, wo auch eine Leseprobe zur Verfügung steht: https://www.katapult-shop.de/buecher/85/atlas-102-gruene-karten-zur-rettung-der-welt

Für den veröffentlichenden 'Suhrkamp Verlag' hat der Radiomoderator Max Spallek in seiner seit Oktober 2019 laufenden Interviewreihe 'Suhrkamp espresso' den Lektor Thomas Halupczok befragt, was ihm an '102 grüne Karten zur Rettung der Welt ' besonders gefällt. Das Video dazu gibt es hier:

 

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