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23. Dezember 2016 5 23 /12 /Dezember /2016 08:54

cover zu Die SpioninAm 15. Oktober 1917 wurde die unter dem Künstlernamen Mata Hari weltberühmt gewordene Niederländerin Margaretha Zelle als verurteilte Spionin in Frankreich hingerichtet.

Bevor die französischen Gerichtsakten einhundert Jahre nach ihrem Tod geöffnet werden, könnte sich das ändern. Davor hat Paulo Coelho aber noch die Chance genutzt, selbst etwas über 'Die Spionin' zu verfassen.

Hörbuch 'Die Spionin' seit 23. November 2016 erhältlich. Mehr Infos inklusive Gewinnspiel bis 31. Januar 2017: http://diespionin.de/

Hier ist noch der schön geratene Buchtrailer:

 

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2. September 2014 2 02 /09 /September /2014 22:38

Mit 'Der Vorleser' gelang Bernhard Schlink, geboren bei Bielefeld, inzwischen wohnhaft in Berlin und New York, ein internationaler Bestseller. Später wurde der Roman sogar mit Kate Winslet und Ralph Fiennes verfilmt. Ob ihm das auch mit 'Die Frau auf der Treppe' gelingt, bleibt abzuwarten. Ein unterhaltsames Stück Literatur ist ihm damit allemal geglückt.

cover-bernhard-schlink-die-frau-auf-der-treppe.jpg'Die Frau auf der Treppe' ist Irene. Der Ich-Erzähler begegnet ihr Ende der Sechziger Jahre in Frankfurt am Main als junger Rechtsanwalt. Zwischen dem Maler Karl Schwind und dem Auftraggeber Peter Gundlach ist ein erbitterter Streit darum entbrannt, wem das Akt-Bild gehört. Beziehungsweise die porträtierte Frau, denn die ist quasi mit dem Künstler durchgebrannt.

Recht ritterlich versucht der Jurist, Irene aus dieser Situation zu befreien, in dem sie gemeinsam das Bild klauen – doch kaum ist das geglückt, verschwindet auch die Angebetete auf Nimmerwiedersehen. Als der Sitzengelassene gut 40 Jahre später zufällig in Australien das Corpus Delicti in einer Galerie wieder entdeckt, macht er sich auf die Suche nach Irene. Dabei wird er nicht nur mit (s)einer wenig ruhmreichen Vergangenheit konfrontiert. Es wird viel mehr alles auf den Kopf gestellt, was er bisher zu glauben dachte...

Ceci n'est pas un Richter

Wer übrigens bei dem Gemälde an 'Ema. Akt auf einer Treppe' von Gerhard Richter denkt, liegt nicht ganz falsch. Am Ende des Buchs erklärt Schlink, dass er seit Jahren eine Postkarte mit dem Motiv auf dem Schreibtisch stehen hat. Vielleicht mag daher so mancher Leser denken, dass die Geschichte irgendeinen direkten Bezug dazu haben könnte. Da dem nicht so ist, stellt Schlink deshalb sicherheitshalber in einer abschließenden Anmerkung klar, dass Schwind erfunden ist. Erschwindelt, sozusagen.

Wie Richters Bild soll sich aber auch das fiktive Werk Schwinds auf 'Akt, eine Treppe herabsteigend' von Marcel Duchamp beziehen, wie Irene erklärt: „Duchamps Bild galt als das Ende der Malerei, und Schwind wollte beweisen, dass eine nackte Frau, die Treppe herabsteigend, nach wie vor gemalt werden kann.

Das Bildnis der Irene Adler

Vielleicht ist es das, was 'Die Frau auf der Treppe' so interessant macht. Viele kleine Versatzstücke, die beim Lesen immer neue Assoziationsketten auslösen können. So nennt sich die Flüchtige später Irene Adler – eine Name, den sich Arthur Conan Doyle einst für Sherlock Holmes' faszinierende Gegenspielerin in 'Ein Skandal in Böhmen' ausdachte. Und wie in 'Das Bildnis des Dorian Gray' erleidet das Porträt an ihrer Stelle Verletzungen – bloß weniger schauerlich-fantastisch, sondern eher im übertragenden Sinne.

Für die Umschlagillustration hat sich der Diogenes Verlag hingegen für 'Les Pins, Effet de Soleil, St. Tropez' von Francis Picabia entschieden. Vielleicht ging es nicht anders. Aber vielleicht ist es auch ein weiteres Puzzle-Teilchen für diejenigen, die mehr in 'Die Frau auf der Treppe' entdecken wollen, als die nackte Oberfläche verrät.

Fazit: Vieles wird bei 'Die Frau auf der Treppe' nur angedeutet, Einiges wirkt konstruiert. Trotzdem – oder gerade damit – gelingt es Bernhard Schlink, den Leser mit seiner unterhaltsamen, kurzweiligen Geschichte zu fesseln. Am Ende muss sich aber jede sein eigenes Bild davon machen. Und ob es gefällt, bleibt Ansichtssache. Denn: „Kunst“, so beschrieb es einst der Maler Paul Klee, „gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“

Roman seit 27. August 2014 im Handel erhältlich.

Mehr Informationen unter: http://diogenes.ch/leser/autoren/a-z/s/schlink_bernhard/

Das könnte dazu passen:
Christian Morgenstern – Alle Galgenlieder
Wiederveröffentlichungen diverser Buchkritiken zum Welttag des Buches
Sherlock Holmes – Ein Skandal in Böhmen (Hörspiel)

Bernhard Schlink live und in Farbe...

September 2014: 11.09. Berlin – Berliner Ensemble (Buchpremiere, Moderation: Thea Dorn) *** 13.09. Bremen – Radio Bremen Weserhaus (Live-Lesung aus dem Roman 'Sommergäste' mit Publikum, Moderation: Ulrike Petzold) *** 18.09. München – Literaturhaus München (Moderation: Felicitas von Lovenberg ) *** 19.09. Hamburg – Laeiszhalle (Kleiner Saal, Lesung im Rahmen des Literaturfestivals 'Harbour Front 2014', Moderation: Tilman Krause) *** 20.09. Zürich (CH) – Schauspielhaus Zürich (Moderation: Res Strehle)

Oktober 2014: 06.10. Wolfenbüttel – Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel e.V. *** 09.10. Heidelberg – Deutsch-Amerikanisches Institut (Moderation: Jakob J. Köllhofer)

November 2014: 14.11. Wien – Akademie der bildenden Künste (Aula, Lesung im Rahmen der 'Wiener Lesefestwoche 2014', Moderation: Renata Schmidtkunz) *** 15.11. Wien – Wien (Messe Wien, Halle D, ORF-Bühne, Lesung und Gespräch im Rahmen der 'Buch Wien 2014', Moderation: Katja Gasser) *** 17.11. Stuttgart – Literaturhaus Stuttgart (Lesung in der Reihe 'Autor im Gespräch', Moderation: Wolfgang Niess) *** 18.11. Düsseldorf – Düsseldorfer Schauspielhaus *** 2011. Frankfurt/Main – Literaturhaus Frankfurt (Moderation: Cécile Schortmann) *** 23.11. Leipzig – Stadtbibliothek (Lesung und Gespräch in der Reihe MDR-Lesecafé, Moderation: Michael Hametner)

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2. Mai 2014 5 02 /05 /Mai /2014 10:47

Noch bis zum 4. Mai findet das 135. Baumblütenfest in Werder an der Havel statt. Was die meisten Besucher vermutlich nicht wissen, ist die Tatsache, dass es dort seit Kurzem das neue Christian Morgenstern Museum auf dem so genannten „Galgenberg“ gibt. Hier schrieb der Dichter viele seiner Werke. Passend zum 100. Todestag am 31. März 2014 veröffentlichte der Diogenes Verlag daher auch 'Alle Galgenlieder' in neuer Auflage.

cover-galgenlieder.jpgDer Wiege seines Schaffens setze er ein Denkmal mit einem Gedicht namens 'Galgenberg', das den Antrieb seinerseits und einiger befreundeter „Galgenbrüder“ beschreibt:

„Blödem Volke unverständlich
treiben wir des Lebens Spiel.
Gerade das, was unabwendlich
fruchtet unserm Spott als Ziel.

Magst es Kinder-Rache nennen
an des Daseins tiefem Ernst;
wirst das Leben besser kennen,
wenn du uns verstehen lernst.“

Ihn zu verstehen ist dabei übrigens gar nicht immer so einfach, wenn er zum Beispiel Fabelwesen wie 'Das Nasobem' samt unbekanntem Namen erfindet oder für die 'Lieb ohne Worte' ebensolche wie „sei Meinstlein“ schafft, die es zuvor nicht gab. So verschreibt er sich auch ganz gerne mal dem Nietzsche-Zitat, das der Sammlung vorangestellt ist: „Im ächten Manne ist ein Kind versteckt: das will spielen.“

Dank sein'm Genie... gingganz er nie

Dass diese „Spielereien“ durchaus von Wert sind, beweisen aber ebenfalls enthaltene Beispiele wie das Figurengedicht 'Zwei Trichter', das seinen textlichen Inhalt in der schriftlichen Form aufgreift, oder 'Der Werwolf' mit seinem Wunsch nach Deklination und somit nach „Weswolfs“, „Wemwolf“ und „Wenwolf“.

Dass „nicht sein kann, was nicht sein darf“ aus dem Gedicht 'Die unmögliche Tatsache' wurde sogar zum geflügelten Wort, also einer Redewendung, deren Autor eindeutig zuordenbar ist. Enthalten war das Gedicht ursprünglich im Band 'Palmström', das nach der von Morgenstern erfundenen Figur benannt war.

Nun ist es wie die zwei weiteren Bänder 'Paula Kunkel' und 'Der Gingganz' ein Teil von 'Alle Galgenlieder', mit denen sich der Dichter selbst ein großartiges Denkmal gesetzt hat. Wobei er einst eine andere Idee dafür hatte, wie die ersten Zeilen bei seinem 'Denkmalswunsch' zeigen:

„Setze mir ein Denkmal, cher,
ganz aus Zucker, tief im Meer.
Ein Süßwassersee, zwar kurz,
werd ich dann nach meinem Sturz;
doch so lang, daß Fische, hundert,
nehmen einen Schluck verwundert.“

Fazit: Auch hundert Jahre nach seinem recht frühen Tod im Alter von 42 Jahren erfreut Christian Morgenstern mit seinen gewitzten Texten die Leser. 'Alle Galgenlieder' bietet dabei einen kompakten Einstieg in seine Gedankenwelt, die es auch heute noch zu entdecken lohnt.

Buch seit März 2014 im Handel erhältlich.

Mehr Infos unter: http://diogenes.ch/leser/autoren/a-z/m/morgenstern_christian/biographie

Das könnte dazu passen:
Morgenstern – 01: Leben und Sterben
SpongeBob Schwammkopf – Mein Gedudel
Various – Es war einmal (Hörbuch mit u.a. Olli Schulz)
Leander Haußmann & Sven Regener – Hai-Alarm am Müggelsee

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