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18. April 2014 5 18 /04 /April /2014 21:31

Während der zweite Teil der abgedrehten Krimi-Reihe um die Detektive Mandel und Singer nicht lange auf sich warten ließ und wie das Debüt noch 2012 erschien, brauchte Autor Berni Mayer nun rund anderthalb Jahre für die Fortsetzung ’Der große Mandel’. Nach dem Ärger mit Nazis und norwegischen Satanisten schlägt sich das dynamische Detektiv-Duo nun im Wrestling-Milieu durch – im wahrsten Sinne des Wortes.

cover-grosse-mandel.jpgAm Anfang steht das ’Ende’. Jedenfalls heißt das erste Kapitel so. Und das natürlich nicht ohne Grund. Davor zitiert Berni Mayer übrigens noch schnell ’The Great Gatsby’, Bret „Hitman“ Hart und Frank Zander. Anhand dieser Mischung lässt sich schon irgendwie ablesen, worauf es bei ’Der große Mandel’ hinausläuft: Großes Kino, Show-Time – und das alles „ohne Helm und ohne Gurt“.

„Lang ging das nicht mehr gut mit uns", ließ der Mayer am Ende von 'Black Mandel' den Sigi Singer denken. Tja, zumindest für eine Fortsetzung soll sich das ungleiche Paar noch einmal zusammenraufen. Jedenfalls will der Singer die inzwischen stark unterkühlte Beziehung zu seinem Detektei-Partner und langjährigen Freund Max Mandel nach dem Desaster in Norwegen noch einmal wiederbeleben und reist mit ihm „in die Heimat“, wo er sie beide bei einem Wrestling-Kurs angemeldet hat. Natürlich werden dabei nicht nur alte Erinnerungen an unter anderem ehemalige Schulfreundinnen geweckt, „...über die ich hier nichts Genaueres schreiben kann, denn Iris Schwarz ist unglaublich nachtragend und wird zudem schnell ausfallend am Telefon. Vergessen Sie den Namen am besten gleich wieder.“

Oops he did it again

Auch Musik spielt dabei übrigens wieder einmal eine wichtige Rolle im Leben der ehemaligen Musikjournalisten. So listet der Mandel akribisch auf, welche Einlaufmusik die unterschiedlichen Wrestler benutzen, mit denen die zwei auf Tour gehen („Es war meine erste Tour. Als Musiker hatte ich es damals nie über zwei aufeinander folgende Auftritte an einem Wochenende hinaus geschafft.“) – vom fiktiven Damian MC mit dem Song 'Sie nennen ihn Maschine' über die Scorpions bis hin zu Britney Spears. Der Humor kommt also nicht zu kurz. Noch ein Beispiel gefällig?

„...und jetzt hätte ich am liebsten laut gelacht“, schreibt Berni Mayer – und ich hab’s einfach gemacht. Zu herrlich ist die Vorstellung, die er dann beschreibt: „Der Mandel rotzbesoffen am E-Piano mit einer Barjazz-Version von einem Doors-Song im Ginsberg mit seiner alten Gothic-Schulband, die jetzt einen auf Tom Waits für Kassenpatienten macht, und dann sollte er noch improvisieren? Das war zu gut...“

Ring frei für Runde Drei

Ach ja, richtig, bevor es ganz vergessen ist, sei noch erwähnt, worum es diesmal in dem Kriminalroman geht: 'Attila The Turk', der türkischstämmige, amtierende Titelträger des South German Championship Wrestlings (SGCW) wird erpresst, weil er schwul ist. Wieso das nicht einfach ignoriert werden kann, erklärt Liga-Gründer Big Walter Wylde so: „Unser Geschäft ist eben sehr traditionell, es braucht noch Zeit, bis da die Gleichberechtigung einsetzt. Es ist wie bei den Fußballern.“

Gut, mit dem Hitzelsperger ging es ja bei den Fußballern inzwischen voran. Und nun widmet sich eben 'Der große Mandel' diesem Tabu-Thema – und zwar sehr unterhaltsam. Markus Kavka, Musikjournalist, enger Freund von Berni Mayer und in den früheren Buch-Trailern Darsteller des Max Mandel, wird übrigens auf dem neuen Cover folgendermaßen zitiert: „Ich möchte jetzt sofort Detektiv werden.“

Fazit: Der Singer ist natürlich kein Robin, aber der Mandel auch kein Batman. Allerdings ist er noch nicht einmal ein Dr. Watson, übernimmt aber wie bei Sherlock Holmes die zweite Geige. Eher ungewollt, versteht sich. Aber so war es schon immer, denn während der Mandel „den Grandseigneur des deutschen Musikjournalismus gegeben hat“, arbeitete er nur als Online-Redakteur, sprich 'Hoodiejournalist'. Und das ist es, was auch den Reiz von 'Der große Mandel' ausmacht. Hier geht es erneut um eine grandiose Männerfreundschaft zweier einmaliger Charaktere, bei der eher am Rande ein Fall behandelt wird. Selbst wer sich nullkommanix für Wrestling interessiert, dürfte hier seinen Spaß haben.

Buch seit 14. April 2014 im Handel erhältlich.

Mehr Infos unter: http://www.heyne-hardcore.de/autoren/mayer_berni.html

Das könnte dazu passen:
Berni Mayer – Mandels Büro
Berni Mayer – Black Mandel
Sherlock Holmes – 05: Die Affenfrau
Batman – Gotham Knight 01 (Hörspiel)

Berni Mayer live und in Farbe 2014: 22.04. Nürnberg – Weinerei (Eintritt frei!) *** 23.04. Regensburg – Alte Filmbühne *** 24.04. München – Unter Deck *** 25.04. Augsburg – Rheingold *** 28.05. Berlin – Kulturbrauerei *** 29.05. Köln – King Georg *** 30.05. Köln – Brause *** 31.05. Mainz – Bukafski (Buchhandlung & Café)

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31. Januar 2013 4 31 /01 /Januar /2013 09:11

Lang hat die Fortsetzung zu 'Mandels Büro', das im Januar 2012 erschien, nicht auf sich warten lassen. 'Black Mandel' ist der zweite Kriminalroman über die „Rock'n'Roll-Detektive“ Max Mandel und Sigi Singer, der sich selbst lieber per Visitenkarte als „Ermittler Neue Medien“ vorstellt – staatlich geprüft von der IHK, versteht sich. Bei dem, was sie im norwegischen Bergen erwartet, hilft das jedoch nur wenig.

cover-black-mandel.jpgEigentlich wollten die Beiden nur zum Reunion-Konzert der Black-Metal-Band Dark Reich. Doch als am nächsten Morgen der Sänger verschwunden ist, schlittern sie Hals über Kopf in einen neuen Fall.

„Wenn man ihn überhaupt Fall nennen kann“, verrät der Singer gleich zu Beginn. Denn Auftraggeberin ist Mandels Eroberung Vilde, die Schwester des Sängers. Geld will der Mandel daher nicht nehmen.

Und schon nach der ersten Spur möchte der Singer am liebsten hinschmeißen: „Ich wäre wirklich lieber nach Hause gefahren und hätte mich den ganzen Tag mit Maria gestritten, als mich mit einem verschwundenen schwulen Masochisten, einem mörderischen Brandstifter und einer extremistischen Band herumzuärgern. Von dem ewigen Regen ganz abgesehen.“

Natürlich kommt es aber ganz anders. Während der Singer eher tollpatschig, mittel- und orientierungslos im privaten Umfeld stöbert, geht der Mandel mit der geheimnisvollen Newcomer-Band Utgang mehr oder weniger freiwillig auf die „Wilde Jagd“ und bringt sich dabei selbst in Todesgefahr...

Fazit: Im Gegensatz zum Vorgänger, bei dem irgendwie immer noch etwas fehlte, um richtig zu überzeugen, ist 'Black Mandel' nun ein ziemlich gut geworden. Umfeld, Protagonisten und Handlung sind einfach cooler als die angestrengten Ermittlungen im rechten Milieu. Bleibt nur zu hoffen, dass die Einschätzung vom Singer bezüglich der weiteren Zusammenarbeit mit dem Mandel gleich zu Beginn und schließlich am Ende des zweiten Teils nicht zutrifft: „Lang ging das nicht mehr gut mit uns.“

Mehr Informationen unter: http://www.randomhouse.de/Autor/Berni_Mayer/p405885.rhd

Buch seit 12. November 2012 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Bernie Mayer – Mandels Büro
Unheilig – Als Musik meine Sprache wurde
Peer Meter – Die Verhöre der Gesche Gottfried

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15. Januar 2012 7 15 /01 /Januar /2012 23:04

Was schreiben „Medienmenschen“, wenn sie Buchautor werden wollen? Der ehemalige Musikmanager John Niven entschied sich bei 'Kill Your Friends' für eine Satire auf die Musikindustrie, in der ordentlich über Leichen gegangen wird. Ist bei 'Mandels Büro' ähnlich – und doch ganz anders.


cover-mandels-buero.jpgBerni Mayer war einst zum Beispiel Chefredakteur bei MTV und Produzent von der Show 'Kavka Vs. The Web'. Jetzt ist er unter anderem in der Heavy-Metal-Band The Gebruder Grim und unter http://burnster.de Betreiber eines eigenen Blogs. Und was er da so an Einflüssen mitgenommen hat, wurde jetzt in 'Mandels Büro' verarbeite, wie er selbst an einer Stelle schreibt: „Die ganze Todesverachtung, die Klugscheisserei, das süddeutsche Gehabe und die Musik, all das kommt jetzt zusammen und ergibt sogar noch halbwegs eine Handlung.“

Stimmt, die Handlung ist im Grunde eher nebensächlich, obwohl es um einen äußerst brutalen Mord geht. Teo Lindemann, Sänger der „Band DEMO – ja, ja, in Großbuchstaben“, wird im Backstage-Raum halbiert. Verdächtig sind natürlich alle: Kollegen, Manager, Anwalt und die eifersüchtige Ehefrau, die das frisch gebackene Detektiv-Duo Max Mandel und Sigi Singer auf ihren Mann angesetzt hat, um ihm eine Affäre nachzuweisen. Und alle wollen nur eines: die letzten Aufnahmen des Ermordeten.

Wichtiger als der Fall selbst ist allerdings was ganz anderes, denn das Buch ist nach eigener Aussage Mayers im Blog „... ein sogenannter Kriminalroman geworden, obwohl es eigentlich die lakonische Geschichte einer Freundschaft ist, die langsam zum Teufel geht.“

Wer allerdings nicht den Humor Mayers teilt, könnte damit auch seine Schwierigkeiten haben. Vor allem, weil sich manches im Buch weniger gut wiedergeben lässt, als es vielleicht (im Film) erzählt wäre. Wie zum Beispiel das Berlinern des miesepetrigen Hausmeisters („Lärmbelästigung is jetzt jar nich mehr jestattet.“).

Hilfreich ist da auf jeden Fall der Buch-Trailer mit Markus Kavka in der Rolle des Mandels (siehe unten). Und dass es am 17. Januar 2012 eine Erstlesung in der Buchbox (Greifswalder Str. 33, 10405 Berlin) gibt.
 

Fazit: Der erste Fall der „Rock'n'Roll-Detektive“ dürfte vor allem für diejenigen unterhaltsam sein, die sich an den ganzen kleinen Seitenhieben gegen die Musikmaschinerie erfreuen können. Oder auf Krimi-Parodien stehen, denn bei ihren Ermittlungen entfachen die beiden ehemaligen Musikjournalisten „...ihrerseits ein nicht unbeträchtliches Chaos“.

Mehr Infos unter: http://www.randomhouse.de/Autor/Berni__Mayer/p405885.rhd

Buch seit 9. Januar 2012 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Heinz Strunk – Die Zunge Europas
Sven Regener – Der kleine Bruder

 

 

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