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19. Januar 2012 4 19 /01 /Januar /2012 23:36

Gerade mal zwei „eigene“ Alben hat das Berliner Produzentenkollektiv Jazzanova seit seiner Gründung 1996 veröffentlicht. Material von ihnen gibt es dagegen unzähliges. Ihre Produktionen, Remixe und Compilations sind weltweit geschätzt. Für ’Upside Down’ wurde nun aber der Spieß umgedreht und ihre Stücke geremixt.


jazzanova-cover.jpgDabei zeigen zum Beispiel gleich zwei Überarbeitungen von ’I Can See’, wie ein funky groovendes Original völlig umgekrempelt werden kann. Beim Berliner Trio Ye:Solar wird das Ganze richtig jazzig, bei der doppelt so langen Version der Midnight Marauders wird es dagegen zum House-Track.

Neun Minuten lang lässt das Duo aus dem schottischen Glasgow den Club beben. Die Lyrics von Ben Westbeech aus Bristol haben sie dafür fast völlig getilgt. Bei ihnen bleiben nur die letzten zwei Worte übrig von dem, was er einst mit dem Refrain sagen wollte: „I can see, oh, in your eyes./ That what’s coming ain’t a big surprise./ Over time – people change./ Slowly their wealth will rearrange./ All the while I keep holding on.“

Als Beispiel, in welche Richtung die meisten Mixe gehen, ist das aber auf jeden Fall der bessere Wegweiser. Die inzwischen zehn Jahre alten Stücke 'Glow & Glare' sowie 'Dance The Dance' vom Debütalbum 'In Between' sind ähnlich im Tempo hochgeschraubt. Hinzu kommt ein Remix von Mr. Scruff zu 'Boom Clicky Boom Klack', der 2006 auf einer Maxi von Jazzanova zu finden war.

Der Großteil der Songs stammt aber vom zweiten Album 'Of All The Things' aus dem Jahr 2008. Als Gastsänger sind dabei unter anderem José James und Phonte von der amerikanischen Rap-Crew Little Brother zu hören.

Fehlen darf natürlich auch nicht Paul Randolph, der das Jazzanova-Team im Februar mit auf Tour begleiten wird und gleich zweimal gelistet ist. Wobei Henrik Schwarz dessen Zeilen von 'Let Me Show Ya' bei seinem House-Stampfer ziemlich eingedampft hat.

Und Neve Naive den Remix-Auftrag für 'Upside Down' so Ernst genommen haben, dass wirklich das Unterste nach oben gekehrt wurde – beziehungsweise natürlich andersrum das Oberste nach unten. Randolphs Gesang wurde völlig zerlegt, dafür hat Miss Flint den Songtext noch einmal aus ihrer Sicht aufgenommen und singt nun über den „lucky boy“, dessen „own special kind of swing“ überzeugt.

Fazit: Wer gepflegte Club-Tunes für die Strandbar oder sein Lieblingscafé sucht, liegt bei 'Upside Down' genau richtig. Das Ganze funktioniert bestimmt perfekt als angenehme Hintergrundmusik, lädt aber durchaus auch zum Tanzen ein. Perfekt zum Eingrooven für Nachschub: Denn mit 'I Human' ist schon die nächste, auf 'Upside Down' leider nicht enthaltene Single von Jazzanova angekündigt worden.

Mehr Informationen unter: http://www.jazzanova.com

CD voraussichtlich ab 23. Januar 2012 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Gomma All Stars & Peaches – Casablanca Reworks EP
Märtini Brös – The MB Factor

Jazzanova live und in Farbe 2012: 28.01. Berlin - Loftus Hall (Maybachufer 48, Record Release Party) *** 15.02. Karlsruhe – Tollhaus *** 16.02. Jena – Kassablanca *** 17.02. Berlin – Gretchen *** 22.02. Leipzig – Werk 2

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