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27. August 2008 3 27 /08 /August /2008 21:33

Zwar überbrückte Roots Manuva die Zeit seit seinem letzten Album mit einer Remix-CD, aber auf richtig neues Material mussten die Fans des englischen MCs ganze dreieinhalb Jahre warten. Die gute Nachricht: Mit 'Slime & Reason' knüpft er nun an alte Erfolge an, denn es klingt typisch nach Roots Manuva!

Wobei schon die beiden Singles 'Buff Nuff' und 'Again & Again' zeigen, dass da gehörig der Spielraum von Reggae, Elektro und HipHop in der ganzen Bandbreite ausgenutzt wird, wobei dem Rapper herzlich egal ist, ob das nun Grime, Dubstep oder doch einfach eine Variante der altbewährten Black Music ist.

'Again & Again' eröffnet das Album dabei noch relativ relaxed, obwohl der mit bürgerlichen Namen als Rodney Smith bekannte Rapper durchaus Grund hat, aus der Haut zu fahren. Kein Schwein kennt ihn mehr, HipHop hat seiner Meinung nach zuwenig Seele und das verdammte System ist immer noch nicht besiegt: „A lot of people don’t know about Smith. How I came to the scene and came to uplift./ The raggatary statures of righteousness. Pentecostal son, coming from the hard left./ With every breath and every noun – we dare not stop burning Babylon down.“


Das klingt jetzt allerdings ernster, als es ist. Im Video zeigt Roots Manuva jedenfalls, dass er alles gelassen und mit Humor sieht – selbst wenn er beim Ballspiel ausgeknockt wird. Auch zu 'Buff Nuff' gibt es ein durchgeknalltes Video, in dem er als farbenfroher Eisverkäufer die Damenwelt verzaubert. Dazu rappt er über einen Beat, den Produzent Toddla T aus Sheffield deutlich flotter für die Party-Leute gebaut hat. Thematisch geht es in den Lyrics darum, wie er eine heiße Lady wohl im wahrsten Sinne des Wortes zum Schmelzen bringt: „Please Baby please, let me squeeze and taste ya./ I'll let you pop first and never overtake ya./ Whiny whiny, worky worky, having a big time./ All that we leave is just some grease and big slime.“

Sind wir nicht alle nur ein bisschen Ursuppe? Wenn das alle so sehen würden, könnte diese Welt vielleicht ein besserer Ort werden. Zumindest im blubbernden 'C.R.U.F.F.' erklärt Roots Manuva, dass er sich ein Leben ohne Kriege wünscht – allerdings selbst nicht dran glaubt: „Now, we don’t want no war things, let’s explore things./ With the peace and the reasoning, we could get more things./ It’s so simple but we just can’t work this./ Way too much hurt and too much conflict.“

Eine Hoffnung sieht er allerdings in einer höheren Macht, die er allen in 'Let The Spirit' ans Herz legt. Den tropfenden Elektro-Sound hat Metronomy dazu beigesteuert, der mich ein bisschen an melancholische Pop-Songs aus den Achtzigerjahren erinnert. Im Songtext erklärt Roots Manuva, dass er keine Lust auf politische Spielchen hat und er davon überzeugt ist, dass allein der Glaube Berge versetzen kann: „Stick to my own I ain’t one to mix./ With the hoopla, ra-ra or the poli-tricks./ Trends come and go but we hip unto the causes./ We’s in the stacks my definition of the Lord is./ The strength that break the shackle and chain./ The strength that break the shackle and the bane.“

Fazit: Roots Manuva meldet sich nach einer relativ langen Auszeit mit einem durchaus guten Album zurück. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass er damit zwar weitaus origineller als der Durchschnitt ist, allerdings sich selber mit 'Slime & Reason' wohl kaum toppen kann.

Mehr Infos: http://www.rootsmanuva.co.uk

CD voraussichtlich ab 29. August 2008 im Handel erhältlich.

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