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15. April 2012 7 15 /04 /April /2012 20:15

Am 15. April 1912, also vor genau 100 Jahren, versank die Titanic im Atlantik. Doch war es tatsächlich ein Unfall, der das riesige Passagierschiff und seine Besatzung dem Tode weihte? Autor Gerhard Wisnewski sieht das nach seiner Recherche etwas anders. Wie genau, beschreibt er in ’Das Titanic-Attentat’.

cover-titanic.jpgWas Gerhard Wisnewski für sein Sachbuch an Informationen zusammengetragen hat, liest sich spannend wie ein Krimi. Vieles rund um den Untergang der Titanic erscheint wirklich mysteriös: Warum wurden zum Beispiel die eintreffenden und zum Teil bestätigten Eiswarnungen ignoriert? War es Fehlverhalten, Fahrlässigkeit, Übermut oder doch gerade das Ziel dieser Reise, eine glaubwürdige Kulisse für einen inszenierten Unfall zu finden?

Final Destination: Meeresgrund

Für Gerhard Wisnewski steht fest, dass es dem Eigentümer J.P. Morgan darum ging, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen: „Tatsächlich zeigt die Geschichte der großen Attentate, dass diese immer multifunktional waren. Meistens ging es um drei Dinge: Geld, Politik und Personen.“

Im Fall der Titanic führte das in Bezug auf den ersten Punkt dazu, dass die Versicherung höher ausfiel als die Investition ihres Eigentümers J.P. Morgan, dem einflussreichsten Bankier seiner Zeit. Wert soll das Schiff 1,5 Millionen Pfund gewesen sein, versichert war es aber anscheinend mit 2,5 Millionen Pfund.

Get rich and die tryin’ to leave

Zum Punkt ’Personen’ stellt Gerhard Wisnewski Folgendes fest: „Bis auf Morgan selbst und einige seiner Freunde schien sich die gesamte finanzielle Elite der USA an Bord versammelt zu haben. Die Titanic-Katastrophe schien tatsächlich die oberste Gesellschaftsschicht der USA ’auszulöschen’.“

Neben Berühmtheiten wie Schriftsteller Jaques Futrelle, der den Hobbykriminologen Prof. van Dusen erfand, und Präsidentenberater Major Archibald Butt starben, sondern unter anderem auch Colonel John Jacob Astor, Benjamin Guggenheim, Isador Straus und Georg Widener.

Die vier Herren waren nicht nur die reichsten Passagiere an Bord, deren Vermögen zusammen auf 70 Millionen Pfund geschätzt wird, sondern sie hätten wohl auch alle die Möglichkeit gehabt, in die nie vollbesetzen Rettungsboote zu steigen.

Allerdings wurden sie durch die Besatzung mit der Begründung am Einstieg gehindert, dass Frauen und Kinder Vorrang hätten. (Ausgewählte) Männer durften nicht einsteigen, obwohl dadurch Plätze unbesetzt blieben. Und diese „schaurige Selektion“ sowie die Versicherungsgeschichte sind nur zwei Ungereimtheiten, die den Autoren aufhorchen liessen...

Fazit: Natürlich fischt Gerhard Wisnewski oftmals wie alle anderen Titanic-Forscher im Trüben. Ganz neu sind seine Annahmen ebenfalls nicht. So bezieht er sich unter anderem auf ’Die Titanic-Verschwörung: Die Geschichte eines gigantischen Versicherungsbetrugs’ von Robin Gardiner und ’Titanic: Mythos und Wahrheit’ von Susanne Störmer. Das von ihm entwickelte Bild ist allerdings wirklich spannend und fordert die Leser heraus, sich eine eigene Meinung zu bilden. Nie sollten sie alles blind glauben, was ihnen (nicht nur in Bezug auf die Titanic) erzählt wird.

Mehr Informationen unter: http://www.wisnewski.de

Buch seit 1. März 2012 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:

Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen – 06: Die Perlen Der Kali
Berni Mayer – Mandels Büro

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