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29. Januar 2012 7 29 /01 /Januar /2012 23:29

Mit 'Die Perlen Der Kali' wird ein neues Kapitel im Leben des selbst ernannten „Hobbykriminologen“ Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen aufgeschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes, denn erstmals beruht die Geschichte nicht mehr auf einer Originalvorlage von Krimiautor Jacques Futrelle, ist aber mindestens genauso gelungen.

van-dusen-06-cover.jpgMichael Koser, der die Drehbücher für die Radio-Hörspiele über den gerne auch als „Die Denkmaschine“ betitelten Professor schrieb, schickt ihn diesmal mit seinem Journalisten-Freund Hutchinson Hatch auf eine Reise mit dem Kreuzfahrtschiff S.S. Columbia.

Fingerspitzengefühl erforderlich

Die üblichen Vergnügungen einer solchen Fahrt interessieren ihn dabei überhaupt nicht und so bleibt er auch dem Kostümball fern. Zu dieser Gelegenheit trägt Lady Wildermere allerdings die Perlen der Kali, die den Maharadscha von Krischnapur zu einer Geschichte über die Herkunft der Perlen inspiriert: „Die Statue der Kali, geformt aus blutrot leuchtendem Kupfer, trägt im Gegensatz zu anderen Götterbildern meiner Heimat keinen Schmuck – mit einer Ausnahme. An ihren 35 Fingerspitzen – Sie müssen nämlich wissen, Kali hat sieben Arme, um möglichst schnell möglichst viele Menschen ins Jenseits befördern zu können – an ihren Fingerspitzen schimmerten also 35 schwarze Perlen.“

Doch dann klaute ein englischer Offizier die Perlen und ließ sie auf einer Kette aufziehen. Laut des Maharadschas starben danach alle Trägerinnen eines jehen, unnatürlichen Todes. Nur eines kann den Fluch brechen: Die Perlen müssen zurück zur siebenarmigen Kali (Das Wende-Cover im Comic-Stil ist daher ein wenig fehlerhaft, denn da hat sie nur sechs Arme).

Weiter darüber nachdenken kann aber keiner, denn während des Fests erlischt plötzlich das Licht – und die Perlen sind verschwunden. Da der Schiffsdetektiv Prendergast mit dem Fall eher überfordert ist, muss der Professor ran. Doch statt der Perlen findet er bei seiner Suche eine Leiche...

Hochkarätig besetzt

Wie immer spannend und mit überraschenden Wendungen gespickt, bietet auch die sechste Folge beste Unterhaltung. Viele der Nebenrollen sind mit Sprechern besetzt, die bei der später folgenden Hörspiel-Generation ziemlich bekannt sein dürften.

Den Kapitän Harris übernahm zum Beispiel Heinz Giese, heutzutage vor allem bekannt aus 'Benjamin Blümchen' und 'Bibi Blocksberg' als der Bürgermeister von Neustadt. Außerdem sprach er den General Forbett in der Hörspielserie 'Jan Tenner'. Da gehörte auch Klaus Miedel als der böse Professor Zweistein zur Stammbesetzung, der hier dem Maharadscha seine Stimme leiht. Und Helga Lehner, die hier als Mrs. Doberman mitwirkt, kennen die Menschen in Berlin vom Busfahren: Von ihr stammen die automatischen Ansagen der Haltestellen.

Besonders interessant ist für Musikfans aber bestimmt noch, was im aktuellen Interview auf der CD von Regiesseur Rainer Clute über die Songauswahl (hier von Vivaldi über Charles Ives bis Scott Joplin) gesagt wird: „Spätestens mit dieser Folge habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, vermehrt angefangen, jetzt nach spezieller Musik, die zu Land und Leuten passte, zu suchen.“

Fazit: Michael Koser schafft es problemlos, die Serie in neue Höhen zu heben. Die Grundideen Futrelles greift er auf, erweitert sie aber so geschickt, dass viele kleine Details den Hörer zusätzlich unterhalten. Mit 'Die Perlen Der Kali' wird eine Basis geschaffen, die einfach nur Lust auf mehr macht.

Mehr Informationen unter: http://www.profvandusen.com

CD seit 13. Januar 2012 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Berni Meyer – Mandels Büro
Point Whitmark – 24: Am Tag der großen Flut

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