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15. Januar 2016 5 15 /01 /Januar /2016 17:27

Seit Jahrhunderten – wenn nicht gar seit Jahrtausenden – gibt es Geschichten über Menschen, die sich in Wölfe verwandeln können. Die Faszination, die von dieser Mythologie der Werwölfe ausgeht, scheint ungebrochen. Denn 'Ascot Elite' widmet sich mit der Veröffentlichung gleich zweier neuer Filme innerhalb nur weniger Wochen dem Thema. Bleibt nur die Frage, ob 'Wer – Das Biest in dir' oder 'Wolfcop' mehr Biss hat.

Kurz vorweg ein Update im Januar 2016: Der zuletzt genannte Film heimste auf jeden Fall kurz nach Veröffentlichung der Kritik hier im November 2014 einen Preis ein. In einer News vom 17. Dezember 2014 teilte 'Fantasporto', das Oporto International Film Festival, unter http://fantasporto.com/news/166 die Gewinner der Fantasy Section beim 35. Jubiläum mit: 'WolfCop' bekam demnach den 'Jury's Special Award'.

cover-wer.jpgDoch nun erst einmal zur Story des anderen Films: Bei 'Wer – Das Biest in dir' wird in der Region Rhones-Alpes bei Credon in der Nähe Lyons eine amerikanische Familie brutal beim Camping angegriffen. Die einzige Überlebende beschreibt schwerverletzt den Täter als einen großen, stark behaarten Mann. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden: der Sohn einer rumänischen Einwandererfamilie. Verteidigt werden soll er von der amerikanisch-französischen Anwältin Kate Moore (gespielt von Andrea Joy Cook, die vor allem bekannt ist als eine der Hauptdarstellerinnen in der TV-Serie 'Criminal Minds').

Sie glaubt, dass ihr Mandant von der Polizei aufgrund seiner Herkunft und seines abnormalen Aussehens schikaniert wird. Entsprechend wenig kooperativ ist der Leiter der Ermittlungen Klaus Pistor (gespielt von Sebastian Roché, der gerade an der Seite von Liam Neeson im Kinofilm 'Ruhet in Frieden' zu sehen ist).

Dafür unterstützt der von Kate hinzugezogene (Veterinär-)Mediziner Dr. Gavin Flemyng aus England ihre Verteidigung mit seinen Analysen. Er vermutet bei Talan Gwynek eine Form der Stoffwechselerkrankung Porphyrie, bei der unter anderem auch starke Gesichtsbehaarung als Symptom auftreten kann. Zudem schließt er aufgrund der zugefügten Verstümmelungen, dass die Opfer eher von einem großen, kräftigen Tier angegriffen wurden. Nur Kates Assistent Eric Sarin (gespielt von Vik Sahay) entwickelt nach und nach eine andere Theorie: Was ist, wenn es ein Werwolf war?

Alles in allem ist das Ganze auf jeden Fall gruselig gemacht. In den ebenfalls auf der DVD enthaltenen Interviews mit Regisseur William Brent Bell ('The Devil Inside'), seinen Produzenten und Darstellern wird immer wieder betont, dass ihnen vor allem der etwas wissenschaftlichere Ansatz gefallen hat. Um den realen Anschein zu unterstreichen, wird auch „Found Footage“ eingesetzt, also zum Beispiel Filmmaterial, das scheinbar aus der Kamera der Camper stammt.


Wer hat Angst vor'm bösen Wolf und guten Cop?

cover-wolfcop.jpgGanz anders dagegen nährt sich 'Wolfcop' dem Werwolf-Mythos an. Wobei eine wohlbekannte Zutat natürlich nicht fehlen darf: Der Vollmond. Allerdings erwischt der Fluch den trinkfreudigen und dafür arbeitsunwilligen Polizisten Lou Garou (gespielt von Leo Farfard) nicht ganz auf die übliche Art. Bei einer nächtlichen Streife im Wald rund um sein Kaff Woodhaven wird er nämlich nicht von einem Werwolf angegriffen, sondern von drei vermummten Gestalten.

Das Ergebnis ist allerdings das gleiche: eine haarige Angelegenheit. Am nächsten Tag erwacht er zwar in seinem Bett, aber ihm wurde ein Pentagramm in den Oberkörper geritzt. Abends passiert dann das Unglaubliche. Erst wächst ihm ein Wolfsschwanz, dann mutiert er völlig zum Tier. Glücklicherweise nimmt er dabei nur zwei Handlanger vom örtlichen Obergauner (gespielt von Jesse Moss) in die Mangel, bevor er in den Wald flieht.

Dort findet ihn sein Kumpel Willie (gespielt von Jonathan Cherry, dessen wahrscheinlich bekanntester Auftritt in 'Final Destination 2' war – an der Seite von A.J. Cook). Nachdem er Lou die restliche Nacht über ruhig gestellt hat, wollen sie am nächsten Tag gemeinsam mehr über den Fluch herausfinden. Aber dann merkt Lou, dass ihn seine neuen Fähigkeiten im wahrsten Sinne des Wortes zu einem besseren Schnüffler machen. Endlich kann er seinem Chef (gespielt von Aidan Devine) zeigen, was ihn ihm steckt. Ab sofort markiert er sein Revier und nimmt das Gesetz in seine eigene Pranke...

Anders als 'Wer' steht hier beim kanadischen Regisseur Lowell Dean ('13 Eerie') eher der Spaß im Vordergrund. Das Blut spritzt übertrieben, abgerissene Gesichter werden für kleine Scherze benutzt und als musikalische Untermalung gibt es neben hauptsächlich rockigen Tönen der Shooting Guns, deren 'Barn Burner' unter https://soundcloud.com/wolfcop als Free Download bereitsteht, noch einen Titelsong von Rapper Evil Ebenezer & Factor. Wem jedoch nur rund 78 Minuten Spielzeit zu wenig ist, dem sei verraten: Am Ende des Films wird bereits 'Wolfcop II' angekündigt.

Fazit: 'Wolfcop' und 'Wer – Das Biest in dir' gegeneinander antreten zu lassen, hieße Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Beide Filme sind zugegebenermaßen nicht das ganz große Kino und erfinden nun auch nicht den Werwolf-Mythos völlig neu. Aber sie bieten ein paar tolle Einfälle und auf jeden Fall kurzweilige Unterhaltung.

Mehr Informationen unter: http://ascot-elite.de/

'Wer' seit 14. Oktober 2014 und 'Wolfcop' seit 18. November 2014 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Rigor Mortis – Leichenstarre (DVD)
Belle und Sebastian (DVD)

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