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29. Juli 2008 2 29 /07 /Juli /2008 20:50
Fast ein halbes Jahr ist vergangen, seit das Online-Label ’Motor Digital’ das Debütalbum ’Along The Way’ für die Jungs von Sickboy aus Köln auf allen möglichen Download-Plattformen platziert hat. Wer die Band trotzdem noch nicht kennt, bekommt nun eine zweite Chance: Ab 1. August kommt das Ganze auch als CD in die Läden!

Hier soll einfach gerockt werden, so dass auf jeglichen Schnickschnack gerne verzichtet wird. Die Band setzt sich daher klassisch aus Sänger Ralf „Keke“ Kerkeling, Gitarrist Markus Spiller, Bassgitarrist Christian Baack und Schlagzeuger Anthony Jaus zusammen.

Entsprechend schnörkellos wird beim Opener ’Wide Awake’ auch direkt mit vollem Druck los gebrettert. Inhaltlich geht es bei diesem Weckruf darum, dass eine Frau Keke sozusagen die Augen geöffnet hat – was er allerdings anscheinend eher als belastend empfindet: Right now I`m wide awake. Yesterday I saw you./ And I appreciate how I adore you./ I don`t wanna to be waken. Gonna be taken./ Gotta go nowhere for a while.“

Diese Reduktion auf das Wesentliche ist dabei anfangs durchaus erfrischend, die Idee verliert sich allerdings im Verlaufe der Platte etwas. Klar, die Jungs wollen nicht die zweiten Franz Ferdinand sein, aber das eine oder andere Gimmick würde bestimmt nicht schaden. Interessant wäre zum Beispiel, Keke auf deutsch singen zu hören. Das dürfte auf jeden Fall einen ganz guten Kick versprechen.

Auch thematisch sind die Stücke ähnlich verortet, wie Keke selber in einem kurzen Statement erklärt: „Die ganze Platte handelt von allen möglichen Beziehungen, die Menschen zu einander haben können. Sie handelt davon, wie Menschen miteinander umgehen, sich verstehen. Das sind Beobachtungen sehr persönlicher Natur und als Aussenstehender: Enttäuschung; Liebe - halt das, was das Leben ausmacht.“

Am Ende gibt es mit ’Otherside’ fast noch so eine Art Rockballade zu hören, die erst nahezu akustisch anfängt, um im Mittelteil in ein fast schon an der Schmerzgrenze kratzenden Gitarrengewitter zu münden, bevor dann der Gang erst in den letzten 15 Sekunden völlig runtergeschaltet wird. Nach gut einer Stunde Durchpowern ist ja auch etwas Entspannung angebracht.

Hier kommt auch der einzige Gastmusiker endlich zum Einsatz – Keyboarder Marcel v. d. Weiden, der 2006 einen gehörigen Anteil zur CD ’Aerial View’ von Blackmail beigetragen hat. Wahrscheinlich kam die Zusammenarbeit durch Kurt Ebelhäuser zustande, der 'Along The Way' für Sickboy produziert hat und ansonsten als Gitarrist bei Blackmail für den richtigen Sound sorgt. Vielleicht war es aber auch genau umgekehrt? Egal!

Fazit: Sickboy beweisen auf ’Along The Way’, dass Rock auch mal gut ohne Elektro oder sonstige Zugaben auskommt. Um aber auf Albumlänge zu überzeugen, würde die eine oder andere Überraschung jedoch auch nicht gerade schaden. Bei dem Nachfolger sollten Sickboy also noch etwas nachlegen, um die Konkurrenz eindeutig hinter sich zu lassen.

Mehr Infos: http://www.sickrock.de/

CD voraussichtlich ab 1. August 2008 im Handel erhältlich.

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