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4. Dezember 2008 4 04 /12 /Dezember /2008 20:48

 

 

Im Booklet wird schnell klar, worum es hier geht: Im Jahr 2004 hat ThyssenKrupp die Inititiative 'Zukunft Technik entdecken' ins Leben gerufen, um junge Menschen bei der Berufsauswahl zu unterstützen. Der 'IdeenPark' ist eine Massnahme dabei – und dieses Jahr wurde dort erstmals 'IdeenSounds' live präsentiert.Bei dem Projekt 'IdeenSounds' übernahmen prominente Musiker und Produzenten „Patenschaften“ und unterstützen fünf Nachwuchskünstler aktiv dabei, ihre eigenen Songs im Studio zu entwickeln und professionell zu produzieren“, heißt es weiter im CD-Text. Sasha und Henning Wehland von den H-Blockx waren die Schirmherren dieser Aktion. Als Paten wurden diesmal Silbermond, ATB, Andreas 'Boogieman' Herbig (Produzent von zum Beispiel Culcha Candela, Juli und Deichkind), Rea Garvey von Reamonn und die Söhne Mannheims gewonnen.

Die CD enthält nun zwölf Tracks: die so entstandenen Stücke der fünf unterstützten Newcomer, fünf der beteiligten Stars, eine zusätzliche Kollabo von Rae Garvey mit seinem „Patensohn“ SJ McArdle und 'Musik' von Pohlmann. Wahrscheinlich, weil dessen Songtext die Motivation hinter dem Ganzen gut transportiert: „Es war Musik, die mir half, mich aus dem Gefängnis der Gedanken zu befreien./ Es war Musik, die mir ein tiefes Verständnis davon gab, ich selbst zu sein.“

In eine ähnliche Richtung gehen die Lyrics von Silbermond, die sie in 'Kartenhaus' verwenden (wobei die anfängliche Euphorie zum Ende des Songs kippt). Das Lied ist hier in einer Live-Version zu finden: „Du hast mein Leben neu gemacht, steckst mich an mit deiner Kraft./ Du machst alles so lebenswert, ich will mich nicht dagegen wehren./ Du hast eine Kerze aufgestellt, und bringst das Licht in meine Welt./ Machst mein Leben zum Kartenhaus, auf dir aufgebaut.“

Die H-Blockx und die Söhne Mannheims haben zudem Stücke beigesteuert, die zwar davor auch schon veröffentlicht wurden, allerdings nicht auf ihren Alben enthalten und daher schwerer zu bekommen waren. Die Rap-Version zu 'Die Legende' gab es zum Beispiel nur als Bonus auf der Single von 'Und wenn ein Lied'. Xavier Naidoo und Marlon B thematisieren in den Lyrics die Unterdrückung anderer Menschen durch finstere Machtinhaber: „Schaut euch ihre Hände an, manchmal klebt Blut daran./ Schaut euch ihre Zäune an, manchmal klebt Blut daran./ Schaut euch ihre Feste an. Manch einer glaubt fest daran, er hat die weiße Weste an und hält sich für den besten Mann.“

Der „Patensohn Mannheims“ ist übrigens Daniel Stoyanov, der direkt von Xavier Naidoos Label 'Beats around the Busch' unter Vertrag genommen wurde. Da der Songtext von 'Lass mein' Mond in Dein' Tag aufgehen' wohl am besten wiedergibt, worum es Daniel Stoyanov in seiner Musik geht, wurde er zum Teil im Booklet abgedruckt: „Da ist ein Liebesvakuum, das mein Herz umgibt./ Da ist ein Radio, das niemals einen Reggae spielt.“

Interessant ist auch der Dancefloor-Track 'Wrong Medication' von Jades, der von ATB betreut wurde. Dahinter steckt der Multinstrumentalist Rudi Dittmann, der für den Gesang Jan Löchel gewinnen konnte, der seit den Neunziger Jahren unter anderem an einigen Hits von ATB und H-Blockx beteiligt war. Inhaltlich geht es um eine Art schlechten Trip, was ja vielleicht der eine oder andere Hörer (besonders aus der Elektro-Szene, siehe zum Beispiel den Film 'Berlin Calling') leicht nachvollziehen kann: „Barely breathing – don’t you count on me./ From station to station, still on the wrong medication./ I’m lying awaking – due to the wrong medication./ It goes on and on and on, on and on.“

Aber auch Tadday und Jenix machen ihre Sache gut, so dass wir vermutlich wirklich demnächst mehr von diesen fünf Entdeckungen hören werden.

Fazit: Trotz des etwas abschreckenden Covers, das eher auf eine Werbe-CD von ThyssenKrupp denn auf eine spannende Compilation hindeutet, ist das Projekt durchaus dazu geeignet, auf einige tolle Titel aufmerksam zu machen. Also auf eine 'IdeenSounds 2009' dürfen wir schon gespannt sein. Hoffentlich dann auch mit einem Rap-Rookie, der von Sido oder so gecoacht wird!

Mehr Infos: http://www.ideensounds.de

CD voraussichtlich ab 5. Dezember 2008 im Handel erhältlich.

 

 

 


Das könnte dazu passen:
Curse – Freiheit
Deichkind – Arbeit nervt

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23. September 2008 2 23 /09 /September /2008 14:02

Zweimal fast den Echo gewonnen, zweimal fast den Comet, einmal die 1Live-Krone! So zieht Curse im Stück ’Fantastisch’ vom neuen Album ’Freiheit’ eine kleine Bilanz. In ’Gold’ bringt er dann noch einmal auf sehr lustige Art und Weise auf den Punkt, was er mit seinem nächsten Wurf zu erreichen hofft: „Gold, Gold, ich riech Gold./ Rap’s Albert Einstein, das Schwein geht Gold./ Hey – ich weiß, dass ihr mich Gold sehen wollt./ Also ehrt mich mit ’nem kleinen bisschen mehr Erfolg.“

Die Chancen, mit ’Freiheit’ richtig durchzustarten, stehen dabei nicht schlecht. Neben fast schon den üblichen Verdächtigen wie Xavier Naidoo, Patrice und Clueso hat er nämlich auch Künstler für eine Zusammenarbeit gewonnen, die die Tür in den Pop-Mainstream noch besser für ihn aufstoßen könnten.

Auf der gleichnamigen Single ’Freiheit’ – und im dazugehörigen Video – ist Marius Müller-Westernhagen dabei, bei ’Bis Zum Schluss’ Sängerin Stefanie von der Popband Silbermond: „Wir waren beide bei einem Festival gebucht, kamen dabei ins Gespräch und konnten uns gut vorstellen, gemeinsam was aufzunehmen. Ich bin aber gar nicht so sicher, ob das wirklich das Rezept für einen größeren Erfolg ist. Vielleicht erreiche ich jetzt Leute, die vorher noch nie von mir gehört haben. Vielleicht verliere ich aber auch diejenigen, die Silbermond nicht leiden können. Aber wie auch immer – ich mache einfach, was mir gefällt.“

Inhaltlich geht es in dem Songtext von ’Bis Zum Schluss’ darum, dass ein Pärchen um die erloschene Liebe kämpft: „Vielleicht haben wir uns überschätzt. Gehofft, dass aus der Differenz Liebe wächst./ Doch ich weiß nicht, ob das reicht. Wie viel Zeit uns noch bleibt./ Es kommt, wie’s kommen muss. Doch wenn es sein muss, kämpf ich bis zum Schluss.“

Interessant ist auf ’Freiheit’ bei vielen Lyrics aber auch, dass Curse das Thema „Kinder kriegen“ anscheinend zusehends beschäftigt. Eine Strophe von ’Willkommen Zurück’ handelt von einer Frau, die nach einer Fehlgeburt doch noch Mutter wird. ’Lila’ ist dagegen die tragische Geschichte einer verzweifelten Mutter, die ihr Heil erst im Alkohol sucht und dann ihre Kinder ermordet.

Am Offensichtlichsten ist sein Interesse für möglichen Nachwuchs beim schon fast eindeutig betitelten ’Baby’. Darin denkt er darüber nach, was wäre, wenn er Vater würde: „Auch wenn sie sagen: ‚Dreh dich um, wenn du ihn siehst’./ Oder du nicht schauen willst, weil du den Grund dafür nicht siehst./ Ich schreib dir dieses Lied für jeden einzelnen Moment – damit du weißt, dass dein Vater dich liebt.“

Curse kommt halt auch langsam in ein Alter, wo Kinder eine immer wichtige Rolle spielen. Ein eigenes Kind hat er aber noch nicht – und auch die Problematiken, die er in ’Baby’ skizziert, sind rein fiktiv. „Es gibt keine enttäuschte Liebe, die ein Kind von mir fern hält. Jedenfalls weiß ich nichts davon. Aber das Kinder-Thema wird natürlich auch für mich immer interessanter. Ich sehe es ja im Freundeskreis, wie schön es ist, die nächste Generation wachsen zu sehen.“

Fazit: Ohne sich irgendwie absurd zu verbiegen, zielt Curse mit ’Freiheit’ diesmal deutlich auf die Charts. Erwachsene Themen, ausgereifte Songtexte und eine Gästeliste, die für ihn wie der Ritterschlag der deutschen Popszene ist, sollten den Weg zu mehr Erfolg locker ebenen. Und wenn sich das nicht in entsprechenden Auszeichnungen niederschlägt, ist ihm das laut ’Fantastisch’ auch egal: „Auch ohne Gold oder Platin kenne ich meinen Wert!“

 

Mehr Infos: http://www.curse.de

 

CD voraussichtlich ab 26. September 2008 im Handel erhältlich.

 

Das könnte dazu passen:

Kimoe – Streben Nach Glück

Thomas D – Kennzeichen D

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