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11. April 2013 4 11 /04 /April /2013 19:49

Für sein drittes Album hat sich Damion Davis sechs Jahre Zeit gelassen. Vielleicht hat es so lange gedauert, weil es sich bei den meisten Songs auf 'Querfeldein' um Konzeptstücke handelt. Mehr oder weniger wird immer zu einem Stichwort alles zusammengetragen, was an Wortspielen und so weiter dazu passt. Klingt vielleicht etwas verkopft, ist aber im Ergebnis schon interessant.

Damion-Davis-Querfeldein-Cover.jpgNehmen wir zum Beispiel 'Drehmoment'. Unter dem gleichen Titel hat Damion auch einen Kurzfilm veröffentlicht, der auf seiner DVD 'Lichtjahre' zu finden ist. Mit dieser 30-minütigen Berlin-Doku hat das jetzt aber nichts zu tun.

Stattdessen rappt er über einen etwas elektronischen Beat vom Mortis One in den Lyrics zum Beispiel Folgendes darüber, dass/was sich alles um dich dreht: „Das Musikgeschäft ist ein Rummelplatz, alles dreht sich um Superstars./ Egal, welches Gerücht gerade die Runde macht, es kommt zu dir zurück wie ein Bumerang./ Sirenen heulen, Leierkästen dudeln, im Jetset gerät man schnell ins Trudeln./ Jeder will ein Stück vom fetten Kuchen – oder wenigstens etwas Strudel.“

One Man Band an Bord

Noch fünf weitere der insgesamt 17 Stücke gehen auf das Konto von Mortis One. Ansonsten hat Damion alles mit Tobias Thiele eingespielt, der für den vielfältigen, rockenden Crossover-Sound selbst zu Gitarre, Schlagzeug, Keyboard und Bass gegriffen hat.

Das beste Stück ist meiner Meinung nach 'Man-über-Board'. Interessanterweise hat Damion auch den Track ausgewählt, um ihm beim Interview unter http://mixeryrawdeluxe.tv/video/damion-davis-mann-über-board zu präsentieren. Also ich bin kein Skater, aber wie das Lebensgefühl transportiert wird, ist unschlagbar: „Kein Strand im Kiez, nur ein Meer aus Beton./ Ich bin ein Asphalt-Surfer – Mann über Board.“

Take it personal

Andere Themen sind zum Beispiel bei 'Hellwach' seine Erlebnisse als Nachtschwärmer, in 'S.O.T.P.', dem Sound of the Police, dann die von ihm ungeliebten Gesetzeshüter und bei 'Das Portrait', bei dem Hannes Fischer Cello spielt, schließlich Gesichter: „Narben der Zeit graben sich ins Fleisch und hinterlassen Zeichen auf Visagen aus Stein./ Der Maskenball ist vorbei, sobald die Fassaden fallen und der Teufel seine wahre Fratze zeigt./ Wenn die Schminke verwischt, die Farbe verläuft und man aussieht, als hätte man tagelang geheult.“

Sehr persönlich wird er dann in den Liedern 'Ohne meinen Sohn' und 'An der Line', in dem er über die gescheiterte Beziehung zur Mutter seines Kindes reflektiert. Der absolute Gegensatz ist dazu das unterhaltsame 'Alter', bei dem er sich im Refrain auch über sich selbst lustig macht: „Ich sag immer – Alter./ Am Satzanfang – Alter./ Am Satzende – Alter./ Und dazwischen – Alter./ Ich bin in diesem – Alter./ Komm in dieses – Alter./ War in diesem – Alter./ Nenn mich einfach – Alter.“

Fazit: Der durchdachte Ansatz von Damion Davis ist definitiv gelungen, obwohl ihm vielleicht ein bisschen mehr Leichtigkeit durchaus nicht geschadet hätte. Aber 'Querfeldein' hält auf jeden Fall, was der Titel verspricht. Sowohl musikalisch auch als inhaltlich präsentiert sich der Rapper sehr vielseitig und dürfte damit auch Hörer ansprechen, die mit HipHop sonst eher weniger anfangen können.

Mehr Informationen unter: https://www.facebook.com/DamionDavisOfficial

CD voraussichtlich ab 12. April 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Prinz Pi – Kompass ohne Norden
Flexis – Egotrips

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