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28. September 2017 4 28 /09 /September /2017 16:32

Nachdem Howard Phillips Lovecraft schon die Ehre zuteil wurde, dass seine 'Träume im Hexenhaus' als 100. Folge von den 'Gruselkabinett'-Machern vertont wurde, ist er nun nach der Doppelfolge 'Der Ruf des Cthulhu' (114 + 115) bereits wieder mit 'Kalte Luft' der auserkorene Lieferant für gruselige Schauer.

Cover von Kalte Luft

James Russell leidet schon beinahe sein „ganzes Leben an gelegentlich auftretenden Herzanfällen“. Zum Glück im Unglück wohnt über ihm der exzentrische Doktor Munoz, der ihm sofort helfen kann. Zwar ist er etwas merkwürdig und lebt quasi in einer Kühlkammer, aber trotzdem entwickelt sich nach dieser schicksalhaften ersten Begegnung ein freund(schaft)liches Miteinander. Schließlich hat es der Arzt selbst nicht leicht.

„Ich selbst leide unter einer seltenen Krankheit, die mir eine äußerst strikte Lebensführung aufnötigt. Diese bedingt auch die ungewöhnliche Raumtemperatur von zwölf bis 13 Grad Celsius“, erklärt der Doc bei einem Gespräch die für James „grauenhafte Kälte“ in seiner Wohnung. Mit dieser Maßnahme versucht er im Grunde sogar dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Aber wehe dem, der erlebt, was passiert, wenn es warm wird...

Weis, Peter Weis … hier weiß wie der Tod

Etwas ungewöhnlich, aber insgesamt aus meiner Sicht ziemlich hörerfreundlich, ist die Aufteilung des ganzen Hörspiels in 30 Tracks bei etwa 60 Minuten Spieldauer. So kann nach einer Pause schnell der beste Einstieg gefunden werden. Während die Einfachheit also maximal ist, ist die Besetzung minimal gehalten. Die Schauspielriege beschränkt sich diesmal bei 'Kalte Luft' auf ein gut aufgelegtes Quartett, nachdem für 'Der Ruf des Cthulhu' über 20 Mitwirkende aktiviert wurden.

Hier sind es nun „nur“ Timmo Niesner als James Russell, Monica Bielenstein als seine Vermieterin, Tom Raczko als deren Sohn und Peter Weis als Dr. Munoz, die der Geschichte Leben einhauchen. Die beiden Zuletztgenannten sind übrigens auch in Folge 127, 'Die Fakten im Fall Valdemar' nach Edgar Allan Poe, zu hören. Und Peter Weis sprach davor außerdem Prof. Webb in 'Der Ruf des Cthulhu'. Sein neunter Auftritt im 'Gruselkabinett' ist schon für Folge 129 angekündigt – in 'Manor' nach Karl Heinrich Ulrichs.

Bekannt ist Peter Weis unter anderem als Synchronstimme des Pauli 'Walnuts' Gualtieri aus der Mafia-TV-Serie 'Die Sopranos'. Und bei 'Kalte Luft' zeigt er hervorragend, welche Spannbreite er zu bieten hat. Wut, Überheblichkeit und Verzweifelung gehen bei ihm Hand in Hand und lassen die Hörer aufhorchen. Dieses Hörspiel sorgt also passend zum Titel für ein Schauern.

'Kalte Luft' ist voraussichtlich ab 29. September 2017 erhältlich. Mehr Infos: http://www.titania-medien.de/cms/hoerspiele/gruselkabinett.html

Das könnte dazu passen:

Stephen King – Basar der bösen Träume (Hörbuch gelesen von David Nathan)
Der 'König des Horrors' bietet bei seinem 'Basar der bösen Träume' seine ganze Bandbreite feilsch – mal mysteriös, mal melancholisch und immer unterhaltsam. Mit 'Ur' ist zudem eine Geschichte enthalten, der auf das Universum von 'Der dunkle Turm' verweist, der gerade verfilmt wurde.

Gruselkabinett – 100: Träume im Hexenhaus (mit u.a. Hasso Zorn und Dagmar von Kurmin)
Neben der Schauergeschichte nach Lovecraft bietet die Jubiläumsfolge auf einer Bonus-DVD eine über 50-minütige Film-Dokumentation, die einen umfassenden Einblick in die Produktionsarbeit der 'Titania Medien' gewährt. Diverse Schauspieler und Schauspielerinnen kommen dort zu Wort wie Joachim Tennstedt, Patrick Bach, Lutz Mackensy und Dagmar von Kurmin.

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14. Oktober 2014 2 14 /10 /Oktober /2014 17:46

„Das Ende hat begonnen“, lässt Autor John Beckmann den alten Martin Prey in ’Zeichen des Zerfalls’ voraussagen, dem 16. der insgesamt 18. Teile der Mystery-Serie ’Porterville’ von Regisseur Ivar Leon Menger über das dunkle Geheimnis einer Stadt. Doch bis zum Ende geschieht noch so Einiges.

cover-porterville3.jpgAlles steuert im Jahre 0048 nach der neuen Zeitrechnung auf den Big Bang zu. Bei ’Die Ausgestoßenen’ darf nun Timmo Niesner (Synchronstimme von Elijah Wood und als Dorgan Fink bei ’Gabriel Burns’ zu hören) in die Rolle von Jonathan Sato schlüpfen. Er erzählt, wie es ihm und Emily Prey ergangen ist, nachdem sie vor dem bleichen Mann ins „Draußen“ geflohen sind.

Dabei wird die Welt hinter den Mauern der abgeschotteten Stadt Porterville zum Teil paradiesisch beschrieben – inklusive einem nackten Pärchen und fiesem Getier (’Im Garten der Schlangen’). Dass eine Person Lilith heißt, passt auch dazu, dass das Ganze fast schon biblische Ausmaße annimmt. Schließlich gibt es Erzählungen mit dieser feministischen Symbolfigur, in der sie als erste Frau Adams beschrieben wird.

Could you please hold the ’timeline’, ’old boy’?

Zudem wird der Bogen mal wieder auch zeitlich weit gespannt. In den Geschichten geht es unter anderem um Ereignisse, die 1987 in Ecuador, 1241 in Frankreich und während des 1. Weltkriegs in Deutschland (’Die Akte Richthofen’) spielen.

Hendrik Buchna hat die zuletzt erwähnte Folge über den roten Baron, seine mysteriöse Geschichte und die Nachforschungen dazu geschrieben. Zur Vorgänger-Serie ’Darkside Park’ steuerte dieser Autor vier der 18 Folgen bei – unter anderem auch die letzte, die ja mit dem Cliffhanger zu ’Porterville’ endete. Diesmal dominiert Raimon Weber mit gleich sechs Folgen die Gesamtausgabe inklusive dem Finale ’Versuchung’.

Doch es gibt nicht nur neue Orte, sondern auch alte Bekannte. Martin Prey wird bei ’Zeichen des Zerfalls’ von den Sicherheitskräften der IFIS in Isolationshaft genommen. Sie wollen mehr darüber erfahren, was seine Enkelin Emily mit dem Enkel des Bürgermeisters angestellt hat.

The Voice of Germany ... no... Porterville

Takumi Sato hat dagegen in ’Der Turm’ ganz andere Sorgen, als diese zwei ausgebüxten Jugendlichen zu finden. Gesprochen wird er von Oliver Rohrbeck, der seine Sache wahnsinnig gut macht. An einigen Stellen klingt  er tatsächlich wie Jürgen Thormann, wenn Sato mit dessen Figur Angus Hudson aneinander gerät.

Darüber hinaus gibt es ein Wiederhören mit Gerrit Schmidt-Foß in der Rolle Martin Preys. Auch er überzeugt mit seiner Darbietung, denn immerhin ist seine Figur inzwischen fast ein halbes Jahrhundert älter geworden. Bei der inszenierten Lesung mit über acht Stunden Laufzeit wird aber noch viel geboten: Es gibt im Hintergrund auch schon mal Explosionen, Baby-Geschrei, Dschungelgeräusche, MG-Salven und mehr zu hören.

Fazit: Absolut faszinierend an dieser Serie ist, wie es gleich mehrere Autoren über inzwischen im Grunde schon 36 Folgen immer wieder den Faden aufnehmen, um einmal angestoßene Geheimnisse nach und nach aufzuklären. Aber – soviel sei verraten – offene Fragen gibt es auch nach dem Staffel-Ende noch mehr als genug.

mp3-CD-Box seit 26. September 2014 im Handel erhältlich.

Mehr Infos unter: http://www.universal-music.de/porterville/home

Das könnte dazu passen:
Porterville – Staffel 2 (Hörbuch-Box mit Folge 7-12)
Übersicht zu den hier besprochenen ’Gabriel Burns’-Folgen

P.S.: Kleiner Tipp am Rande – unter http://www.psychothriller.club/ stehen zur Feier des 5-jährigen Verlagsjubiläums bis zum 31. Oktober 2014 alle Texte von ’Darkside Park’ sowie die ersten sechs Folgen von ’Porterville’ gratis zum Lesen online zur Verfügung.

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