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20. Dezember 2016 2 20 /12 /Dezember /2016 13:26

Letzte Woche ist das 'Hamilton Mixtape' mit 187.000 verkauften Einheiten auf Platz 1 der US Billboard Charts eingestiegen. Bei der bisherigen Erfolgsgeschichte des gleichnamigen Musicals und der Gästeliste der beteiligten Künstler bei diesem Werk überrascht das zwar wenig, toll ist das Ganze aber auf jeden Fall.

Cover zum Hamilton MixtapeBevor der amerikanische Maler John Trumbull auf einem Gemälde festhielt, wie die Unabhängigkeitserklärung dem Kontinentalkongress am 4. Juli 1776 vorgelegt wurde, mussten die so genannten Gründungsväter der Vereinigten Staaten lange darum ringen. Später arbeiteten sie die amerikanische Verfassung aus. Einer von ihnen war Alexander Hamilton.

Heute ziert sein Porträt den 10-Dollar-Schein. Obwohl auf der Insel Nevis in der Karibik geboren als unehelicher Sohn eines britischen Adligen und der Tochter eines hugenottischen Auswanderers aus dem protestantischen Frankreich, wuchs er unter äußerst widrigen Umständen auf. Der Vater ließ die Familie sitzen, die Mutter starb früh.

Dass er es quasi als Immigrant dennoch zu so einer beachtlichen politischen Karriere brachte, inspirierte den Autoren Lin-Manuel Miranda dazu, seine Biografie als ein von HipHop und R'n'B getragenes Musical umzusetzen. Lustiger klingt natürlich HipHopera. Das Stück war und ist so erfolgreich, dass es nicht nur diverse Preise abräumte, sondern nun auch die Songs mit einer Art Who-is-Who der Black Music als 'Hamilton Mixtape' aufgenommen wurde.

Über zum Beispiel 'Helpless' sagte Miranda, dass er bei dem Duett zwischen Hamilton und seiner späteren Ehefrau Elizabeth Schuyler an eine typische Nummer von Ja Rule und Ashanti dachte. Zwischen 2001 und 2004 gab es etwa ein Dutzend gemeinsamer Songs von ihnen von 'Always On Time' über 'Mesmerize' bis hin zu 'Wonderful'. Was lag also jetzt beim Mixtape näher, als dass die beiden Executive Producer Questlove und Black Thought von The Roots sie fragten, ob sie sich dafür noch einmal zusammentun würden?

Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte

The Roots selbst übernahmen die sehr gelungenen Nummern 'No John Trumbull', 'My Shot (Rise Up Remix Feat. Busta Rhymes, Joell Ortiz & Nate Ruess)', 'You'll Be Back (Feat. Jimmy Fallon)' und 'Who Tells Your Story'. Das zuletzt genannte Stück mit Common und Ingrid Michaelson klingt dabei etwas nach G-Funk und ist eher düster geraten. Darin heißt es in den Lyrics, dass er nie die Anerkennung bekam, die ihm für seine Leistungen als unter anderem erster Finanzminister der Vereinigten Staaten gebühren würde: „He took our country from bankruptcy to prosperity./ I hate to admit it, but he doesn’t get enough credit for all the credit he gave us./ Who lives? Who dies? Who tells your story?“

Das hat sich nun dank Miranda deutlich geändert. Seine Geschichte wird unter anderem auch von Nas, Alicia Keys, Aloe Blacc, Usher, Kelly Clarkson, Wiz Khalifa, Ben Folds, Jill Scott und John Legend erzählt. Bei seinem Song taucht ebenfalls die Frage auf, wie/wessen Geschichte erzählt wird: „Who lives, who dies, who tells your story?/ I know that we can win./ I know that greatness lies in you./ But remember from here on in … History, history, … history has its eyes on you.“

Bei einer Art Release Party wurden auch einige der Stücke von zum Beipsiel The Roots, Ja Rule & Ashanti sowie Sängerin Regina Spektor live im New Yorker Musical Theater präsentiert. Das Video davon findet ihr weiter unten. Unter dem Hashtag #Ham4Ham findet sich wohl iImmer wieder Neues dazu. Und mit etwas Glück werdet ihr das Ganze auch mal in echt sehen können. Hört sich auf jeden Fall so an, als würde es sich lohnen.

'The Hamilton Mixtape' ist seit 9. Dezember 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://www.hamiltonbroadway.com/

Das könnte dazu passen:

Common – Black America Again (mit u.a. John Legend, Bilal und BJ the Chicago Kid)
Der Titel des neuen Albums von Common klingt wie eine Zusammenführung der beiden Sprüche "Black lives matter!" und "Make America great again!". Folgklich wundert es nicht, dass der Rapper aus Chicago noch kurz vor der US-Präsidentschaftswahl gemeinsam mit unter anderem John Legend, Bilal und BJ the Chicago Kid eher politische Töne angeschlagen hat.

Various Artists – Kuschelrock 29 (mit u.a. Kelly Clarkson, Usher, Alicia Keys und John Legend)
Einige der Namen, die bei 'The Hamilton Mixtape' auftauchen, sind auch hier in der Tracklist zu finden. Allen voran sei Alicia Keys erwähnt, die dank des Duetts 'Know Who You Are' mit Pharrell Williams gleich zweimal dabei ist.

 

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22. Juli 2008 2 22 /07 /Juli /2008 21:48

Der erste Artikel im neuen Blog – warum habe ich mich da ausgerechnet für ein Mixtape von einer Modefirma entschieden? Weil HipHop immer noch mein Lieblingsstil ist und ich es spannend fand, dass mit dieser CD Brücken geschlagen werden – von Amerika über Südeuropa nach Deutschland, weiter nach Russland und wieder zurück!

Schon beim 'Intro' wird klar, dass diese Entscheidung nicht die schlechteste war.  Ein lustiges Sprachsample weist darauf hin, dass bei schwachem Output unbedingt mal der Verstärker gecheckt werden sollte. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht, denn nach 33 Sekunden startet schon der erste Track.

In 'Hoelle & Erde' denkt Abroo darüber nach, welche Sünden er begangen hat. Das Gute ist, dass er bei dem nachdenklichen Text Einiges ehrlich bereut: „Seht ihr, ich gehe durch Himmel und Hölle./ Egal, ob gut oder schlecht./ Das Blut hier ist echt./ Bitte vergebt mir./ Ich stehe für alles gerade, das ich getan hab./ Ich verstehe gerade, was ich getan hab./ Seht ihr, ich gehe durch Himmel und Hölle.“ Gänsehautmoment!

Danach geht es mit A+R und Chaundon ab in die USA, wobei die Jungs eindrucksvoll beweisen, dass es immer noch ein paar Hiphopper gibt, die die Fahne für erdig-jazzige und gleichzeitig funkige Sounds gegen Crunk, Dirty South und anderes Rumgeschreie ohne Tiefgang hochhalten. Anschließend darf E-Rock mit 'Estaban' (auf deutsch: „Sie waren...“?) zeigen, dass er seine spanischen Wurzeln nie vergessen hat, obwohl er quasi schon sein ganzes Leben lang in der Schweiz wohnt.

Um kurz darauf hinzuweisen, was den Hörer sonst noch erwartet, erwähne ich hier nur mal The Roots, Kitty Kat von 'Aggro Berlin', Rakim, The Game, Stat Quo, Bubba Sparxxx und Seryoga, den beliebtesten Rapper in Russland. Positiv überrascht war ich auch von Soulsänger Leon Taylor, der mit Hilfe von 'Ecko Unltd.' schon vor ein paar Monaten seine 4-Track-EP 'Wir Ziehen Los' in die Läden gebracht hat.

Bei so hohem Niveau können aber auch sonst gern gehörte Kollegen wie zum Beispiel Sido mal eher hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Idee von Produzent Shuko, unzählige Klassiker im Instrumental unterzubringen, geht im etwas nervenden NuMetal-Sound fast unter. Auch Franky Kubrick liegt mit dem Stück 'Komm Seh Sieg' etwas daneben. Darin erzählt er eher durchschnittlich, wie er alle anderen in den Schatten stellen will. Allerdings klingt es so, als ob sein Plan dabei ist, einfach mal einige der besten MCs Deutschlands zu kopieren. Was er dann sogar selbst im Songtext zugibt: „Ich geh nie mehr weg, ich bleib für immer da./ Ich bin ein bißchen Torch, ein bißchen S, ein bißchen A.“ Leider etwas enttäuschend!

Fazit: Alles in allem haben Shuko & DJ Concept ein goldenes Händchen dabei bewiesen, sehr gute Songs mit angenehmen Scratch-Einlagen in eine flüssige Tracklist zu gießen, die locker am Stück durchgehört werden kann. Gemessen an dieser Scheibe werden es die hier demnächst folgenden CDs also echt schwer haben, ähnlich positive Kritiken zu ernten.


P.S.: Neben der "German Edition" soll es noch weitere Versionen in Dänemark und Holland geben. Also Augen aufhalten für originelle Souvenirs!

Mehr Infos: www.ecko-unlimited.de

CD voraussichtlich ab 1. August 2008 im Handel erhältlich.

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