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19. Januar 2017 4 19 /01 /Januar /2017 17:59

2005 war es, als Snaga & Pillath ihr erstes gemeinsames Mixtape ’Die linke & die rechte Hand Gottes’ veröffentlichten. Bis 2009 folgten zwei reguläre Alben. Doch dann wurde es recht still um die beiden. Nachdem ’Onkel Pillo’ mit seinem gleichnamigen Solo-Album aber letztes Jahr Platz 17 in den deutschen Charts holte, will er es noch einmal wissen und lässt nun kein ganzes Jahr danach schon ’Onkel der Nation’ folgen.

Cover von PillathDer Titeltrack ist gleichzeitig das Intro zu seinem neuen Werk. Auf nicht mal drei Minuten zeichnet Oliver Pillath kurz seine Karriere nach: Erst beim Label von Moses Pelham unterschrieben, dann bei Samy Deluxe. Nun ist er bei ’Bassukah’, wo zuvor unter anderem Olli Banjo und Lumaraa veröffentlicht haben. Und laut seinen eigenen Lyrics machen sich da bei Kritikern die Zweifel breit, ob er überhaupt noch Gehör finden wird: „Kann er einwandfrei herausstechen aus dem Einheitsbrei?/ Kann er als Solo-Act heute noch so ein Highlight sein?/ Zwischen Yolo, Swag und Autotune – ist das noch seine Zeit?“

Die Antwort lautet: JA! Die mit Videos versehenen Stücke ’Ich bleibe’, ’Wie ein Onkel’, ’Kein bisschen reifer (Feat. Sido)’ und ’Wer ist es’, das zuletzt im Rahmen der ’Halt die Fresse’-Reihe veröffentlicht wurde, zeigen Pillath selbstbewusst genug, es mit allen Konkurrenten aufzunehmen.

Bang Bums Banger Musik

Für 'Wie ein Onkel' schlüpft übrigens Schauspieler Ralf Richter noch einmal in seine Rolle namens Kalle Grabowski aus dem Film 'Bang Boom Bang'. Und Daniel Sluga, der Fader Gladiator von Die Firma, ist als sein Manager zu sehen. Was er allerdings wohl auch wirklich ist. Fans der ersten Stunde werden sich aber bestimmt vor allem darüber freuen, dass Snaga bei 'Richtig korrekt' mitwirkt. Weitere Gäste sind dann noch Manuellsen und R.E.

Doch Pillath kann auch anders. ’Sie schämen sich nicht’ mit PA Sports ist recht gesellschaftskritisch und zählt auf, was alles gar nicht klar geht. Und eine der überraschendsten Nummern ist wahrscheinlich ’Stummer Schrei’, weil Pillath hier das Thema ’Sprachlosigkeit’ behandelt, wobei erst am Ende mit einer kaum vorhersehbaren Wendung alles aufgeklärt wird.

’Onkel der Nation’ voraussichtlich ab 20. Januar 2017 erhältlich. Mehr Infos: http://bassukah.de/pillath-onkel-der-nation-voe-20-01-2017/

Das könnte dazu passen:

Pedaz – Schwermetall (mit u.a. Sido, Sinan-G und Raf Camora)
Mit Pedaz hat Pillath früher auch schon was aufgenommen. Der Pott gibt sich die Ehre, gilt es schließlich zu beweisen. Und auch Pedaz holte sich Sido aufs Album ... für den Remix zu ’Wie ein Mann’ mit weiteren Gästen wie Sinan-G und Raf Camora.

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17. Mai 2016 2 17 /05 /Mai /2016 16:13

Wenn einer aus dem Ruhrpott kommt, dann steht das schnell für ein Arbeiter-Image. Pedaz aus Essen erfüllt diese Vorstellung zu 100%. Er sieht nicht nur so aus, als würde er locker was wegschaffen, sondern arbeitet tatsächlich in der Baubranche. Kein Wunder also, dass er sein Album nun ’Schwermetall’ genannt und mit einem ordentlichen Bumms versehen hat.

1987 geboren, stand der junge Mann schon 2006 in seiner Heimatstadt auf der Bühne. Zumindest ist das mit einem Video belegt. Spätestens seitdem war er fleißig am Malochen, wie die Diskografie zeigt:

  • 2007: Asozialer Kerl (Album)
  • 2010: Knockout (EP mit Phillayoe)
  • 2012: Pott für immer (EP)
  • 2013: 100% Original’ (Album)
  • 2014: 100% Macher (Album mit Blut & Kasse)

Davor gab es übrigens noch 2005 und 2006 jeweils zu Silvester die 'P-Böller'-Mixtapes, wie Pedaz selbst noch via Twitter klargestellt hat (mit u.a. Favorite, AmmO von der Sektor West Büdchen Gang, Manuellsen, SAW und PA-Sports!). Und die harte Arbeit zahlt sich nun bei ’Schwermetall’ aus. Nachdem es schon ’100% Macher’ auf Platz 75 in den deutschen Charts schaffte, konnte Pedaz den Erfolg nun mit Platz 47 toppen.

Alle Mann stehen zusammen wie ein Mann

Cover zu PedazGeholfen haben dürfte dabei der ’Prachtkerle Remix’ zum Track ’Wie ein Mann’, der inzwischen die Millionen-Grenze bei den Youtube-Aufrufen geknackt hat. Für diese Version hat Pedaz nicht nur eine neue Lyrics geschrieben, sondern gleich eine ganze Reihe prominenter Kollegen ins Studio geholt. Sie alle definieren über den Beat von Joshimixu und den Stereoids das Mannsein auf ihre ganz eigene Weise. MoTrip erwähnt zum Beispiel noch mal, dass er sein Album ’Mama’ genannt hat. Sido nennt sich „eklig und böse“, betont dagegen jedoch noch, dass er auch kochen kann.

Während Silla, Joka, Raf Camora, Sinan-G, Blut & Kasse und Joshi Mizu eher auf starkes Geschlecht machen, zeigt sich der Gastgeber durchaus auch als Frauenversteher: „Ich schneid’ die Hecke wie ein Mann./ Wärm’ die Füße meiner Frau unter der Decke wie ein Mann, yeah./ Und für sie mach’ ich Einmachgläser auf./ Mach’ ich ein Kind wie ein Mann, dann kommt ein kleiner Pedaz raus.“

#ErIstPedazUndDuNicht

Auf den ersten Blick vielleicht überraschend, konnte sich bereits bei ’Asozialer Kerl’ die Liste der Helfer sehen lassen. Joshimixu war schon damals mit dabei. Hinzu kamen unter anderem noch Snaga, Abroo, die Goofiesmackerz und Psaiko.Dino. Unter https://www.facebook.com/Pedaz45/posts/464752253635795 stellt Pedaz das Ergebnis übrigens noch als Free Download zur Verfügung. Weitere Instrumentals für 'Schwermetall' kommen diesmal von Rooq ('Läuft beim Langen' und 'Hauptsache scheppert'), Abaz ('Auf die Fresse, fertig, los!'), Bad Educated sowie Johnny Illstrument & Joznez.

Auf 'Schwermetall' sind dann noch Haudegen bei 'Tränen deiner Mutter' zu hören, das Raf Camora und die Stereoids genau wie 'Presslufthammer' für Pedaz produziert haben. Hier wird der Rapper deutlich persönlicher und erzählt die Geschichte, wie sein Bruder auf die schiefe Bahn geraten ist: Fuck, was war mit dir los? Ich hab’ das nie verstanden!/ Wie konntest du Mutter nur so für ihre Liebe danken?/ Auf einmal warst du in der Spielo unter Drogen./ Du warst auf Alkohol und hast sie nur belogen.

Auch bei 'Kopfsache' gibt Pedaz viel von sich preis und berichtet über einen Gehirntumor. 'Vakuum' ist dagegen sogar eine Art Liebeslied, wie es wohl nur er schreiben kann. Er ist eben Pedaz und du nicht. Im Track '#IchBinPedazUndDuNicht' macht er deswegen mit unzähligen Vergleichen klar, was ihn auszeichnet. Dafür nennt er auch einige berühmte Kollegen gerne beim Namen: „Du denkst, du bist Kool so wie Savas, Fresh so wie Eko, Deluxe so wie Samy, doch du hängst* wie Bass Sultan./ Du kannst sein, wie du willst, reim’ wie du willst, doch ich bin Pedaz und du nicht!“ * richtige Schreibweise: Hengzt

Fazit: Der Name ist bei ’Schwermetall’ schon eher Programm. Da wird geklotzt, nicht gekleckert. Dass Pedaz aber auch anders kann, zeigt er gelegentlich aber genauso. Allzu viel Tiefgang darf zwar nicht erwartet werden, den pumpenden Sound für die Straße liefert der Lange jedoch grundsolide ab.

Album seit 22. April 2016 erhältlich. Mehr Infos: facebook.com/Pedaz45/

Das könnte dazu passen:

Samy Deluxe – Berühmte letzte Wort (mit u.a. MoTrip und Afrob)
Gut drei Dutzend Helfer haben ihren Input zu 'Berühmte letzte Worte' beigesteuert. Gäste am Mic sind zum Beispiel Chefket und Afrob, der gleich bei mehreren Tracks zu hören ist.
MoTrip rappt den Skit 'Letzte Überlieferung', zu dem Joka poetische Unterstützung geliefert hat, sogar völlig alleine. Wer groß ist wie Samy, macht sich eben auch mal klein fürs beste Ergebnis.

News zu Tami von der Sektor West Büdchen Gang
Wie AmmO gehört auch Tami aus Köln zur Sektor West Büdchen Gang. Anfang 2016 stellten sie sich mit dem Free-Download-Sampler 'Dat Mixtape' genauer vor. Unterstützung gab es dabei unter anderem auch von Tatwaffe (Die Firma). Inzwischen hat auch Eko Fresh seinen Kollegen Tami auf dem Schirm und unterstützt ihn mit Kollabos.

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25. Januar 2012 3 25 /01 /Januar /2012 20:00

In den Neunzigerjahren gehörten Die Coolen Säue, kurz DCS, zu den Rap-Pionieren in Deutschland, die irgendwo zwischen der alten Schule von Advanced Chemistry und dem Pop-Entwurf der Fantastischen Vier ihren Platz suchten. 1999 erschien dann das dritte und letzte Album der Kölner. 13 Jahre später folgt nun 'Silber' – und knüpft an die Vergangenheit an, als wenn nichts gewesen wäre.

dcs-coverMit 'Guten Morgen' startet der Hörer erst einmal ganz sanft ins neue Album. Das Instrumental von Crada aus dem bayrischen Marktleuthen, dessen größter Hit übrigens 'Fireworks' für Drake sein dürfte, wabbert entspannt vor sich hin. Dazu rappen Schiiv und Ro Kallis voller Tatendrang über die bei ihnen herrschende Aufbruchsstimmung.

Schulterblick zurück auf die Straße

Danach geben sie mit der Single 'Was Du Siehst' auch tatsächlich gleich richtig Gas. Der elektronischere Sound von Noisy-Stylus-Mitglied Adlib treibt das Team schön kräftig vorwärts. Zeit für einen Blick zurück bleibt in den Lyrics trotzdem: „Und Schiiv hat’s in den Nineties schon gesagt: ’Wir hören nicht auf!’/ Zuviele Crews fuhren Bleifuß und zu dicht auf./ Zuviel Straßenverkehr, die Wagen quer, zuviel Blechschaden./ Jetzt bleibt der Laden leider leer – und das ist echt schade.“

Mit 'Wie War Das Nochmal 2012' wird dann zum Beat von Roe Beardie und mit Sido am Mic sowie einem Vocal-Sample aus 'Back In The Days' von Ahmad noch mal zurück in die Zukunft geschaut. Im Original hieß es damals unter anderem: „Wie war das nochmal, als es so war, dass alles leicht war?/ Das Leben seicht war, kein Meer, sondern ein Teich war./ Aha klar! Das waren die guten Zeiten./ Bereiten mir die Erinnerungen Freude, lass ich mich dazu verleiten,/ beizeiten die rosarote Brille aufzusetzen./ Alles war gut, meine Kindheit in Fetzen.“

Sido bedient sich dieser Vorlage, baut aber seine eigenen Erinnerungen darin ein: „Wie war das nochmal, als es so war, dass alles schwer war?/ Das Leben leer war, kein Teich, sondern ein Meer war./ Aha klar! Das waren die miesen Zeiten./ Bereiten mir die Erinnerungen Abturn, lass ich mich dazu verleiten,/ beizeiten die silberchrome Maske aufzusetzen./ Alles war schlecht, meine Kindheit in Fetzen.“

Beifahrer gesucht und gefunden

Etwa eine Hälfte der insgesamt 17 Tracks geht auf die Kappe der drei genannten Produzenten, die andere stammt von den DCS-Mitgliedern Peer Formance und DJ Lifeforce. Das Ganze ist also familiär gehalten – auch was die stimmlichen Beiträge angeht. Rapperin Brixx steuert bei 'Bis Ich Dich Finde', einem ruhigen Liebeslied und Tributsong an den 2010 verstorbenen Gang-Starr-Rapper Guru, lediglich ein paar Ad Lips bei. Dafür darf sie bei 'Was Du Siehst' durchs Video cruisen.

Ansonsten sind als richtige Gäste nur noch Olli Banjo bei der Schlemmerorgie 'Sex Im Alter' und John Brown, der „King of Burbs Life“ aus Kalifornien, dabei. Lustigerweise bestreitet Letzterer den Titeltrack 'Silber' völlig allein auf englisch. Und damit klingt das Album so entspannt aus, wie es begonnen hat.

Fazit: DCS sind sich treu geblieben. Sowohl sound- als auch raptechnisch, was insbesondere alte Fans erfreuen dürfte. Der Hörer muss sich allerdings auf ihre Welt einlassen und ein Faible für den eher erdigen Rap-Stil haben, sonst wird beim Durchhören wenig hängenbleiben.

Mehr Informationen unter: www.dcsweb.de

Das könnte dazu passen:
Deckard – For A Better Tomorrow
Straight P – Plan P

CD voraussichtlich ab 27. Januar 2012 im Handel erhältlich.

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22. Juli 2008 2 22 /07 /Juli /2008 21:48

Der erste Artikel im neuen Blog – warum habe ich mich da ausgerechnet für ein Mixtape von einer Modefirma entschieden? Weil HipHop immer noch mein Lieblingsstil ist und ich es spannend fand, dass mit dieser CD Brücken geschlagen werden – von Amerika über Südeuropa nach Deutschland, weiter nach Russland und wieder zurück!

Schon beim 'Intro' wird klar, dass diese Entscheidung nicht die schlechteste war.  Ein lustiges Sprachsample weist darauf hin, dass bei schwachem Output unbedingt mal der Verstärker gecheckt werden sollte. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht, denn nach 33 Sekunden startet schon der erste Track.

In 'Hoelle & Erde' denkt Abroo darüber nach, welche Sünden er begangen hat. Das Gute ist, dass er bei dem nachdenklichen Text Einiges ehrlich bereut: „Seht ihr, ich gehe durch Himmel und Hölle./ Egal, ob gut oder schlecht./ Das Blut hier ist echt./ Bitte vergebt mir./ Ich stehe für alles gerade, das ich getan hab./ Ich verstehe gerade, was ich getan hab./ Seht ihr, ich gehe durch Himmel und Hölle.“ Gänsehautmoment!

Danach geht es mit A+R und Chaundon ab in die USA, wobei die Jungs eindrucksvoll beweisen, dass es immer noch ein paar Hiphopper gibt, die die Fahne für erdig-jazzige und gleichzeitig funkige Sounds gegen Crunk, Dirty South und anderes Rumgeschreie ohne Tiefgang hochhalten. Anschließend darf E-Rock mit 'Estaban' (auf deutsch: „Sie waren...“?) zeigen, dass er seine spanischen Wurzeln nie vergessen hat, obwohl er quasi schon sein ganzes Leben lang in der Schweiz wohnt.

Um kurz darauf hinzuweisen, was den Hörer sonst noch erwartet, erwähne ich hier nur mal The Roots, Kitty Kat von 'Aggro Berlin', Rakim, The Game, Stat Quo, Bubba Sparxxx und Seryoga, den beliebtesten Rapper in Russland. Positiv überrascht war ich auch von Soulsänger Leon Taylor, der mit Hilfe von 'Ecko Unltd.' schon vor ein paar Monaten seine 4-Track-EP 'Wir Ziehen Los' in die Läden gebracht hat.

Bei so hohem Niveau können aber auch sonst gern gehörte Kollegen wie zum Beispiel Sido mal eher hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Idee von Produzent Shuko, unzählige Klassiker im Instrumental unterzubringen, geht im etwas nervenden NuMetal-Sound fast unter. Auch Franky Kubrick liegt mit dem Stück 'Komm Seh Sieg' etwas daneben. Darin erzählt er eher durchschnittlich, wie er alle anderen in den Schatten stellen will. Allerdings klingt es so, als ob sein Plan dabei ist, einfach mal einige der besten MCs Deutschlands zu kopieren. Was er dann sogar selbst im Songtext zugibt: „Ich geh nie mehr weg, ich bleib für immer da./ Ich bin ein bißchen Torch, ein bißchen S, ein bißchen A.“ Leider etwas enttäuschend!

Fazit: Alles in allem haben Shuko & DJ Concept ein goldenes Händchen dabei bewiesen, sehr gute Songs mit angenehmen Scratch-Einlagen in eine flüssige Tracklist zu gießen, die locker am Stück durchgehört werden kann. Gemessen an dieser Scheibe werden es die hier demnächst folgenden CDs also echt schwer haben, ähnlich positive Kritiken zu ernten.


P.S.: Neben der "German Edition" soll es noch weitere Versionen in Dänemark und Holland geben. Also Augen aufhalten für originelle Souvenirs!

Mehr Infos: www.ecko-unlimited.de

CD voraussichtlich ab 1. August 2008 im Handel erhältlich.

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