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7. Februar 2017 2 07 /02 /Februar /2017 10:29

Das Wetter mag einen Anfang Februar vielleicht noch nicht so ganz in sonnige Stimmung versetzen. Aber umso erfreulicher ist, dass sich in meinem SuB ein paar erste Veröffentlichungen mit Reggae-Einflüssen für dieses Jahr sammeln.

Cover von PantasonicsWas ein SuB überhaupt ist? Siehe hier: Buchblogger haben ja oft auf einer Seite so ihren Stapel ungelesener Bücher angegeben. Eine gute Idee, wie ich finde. Bloß geht es bei mir ja auch um unter anderem Musik, Filme und Hörspiele. Deswegen definiere ich mal SuB als „Stapel unveröffentlichter Besprechungen“.

Und hier ist deshalb kurz die Liste, auf welche Rezensionen zu kommenden Themen ihr euch demnächst schon jetzt freuen könnt. Sortiert ist das Ganze einfach nach dem offiziellen Veröffentlichungsdatum:

  • 3. März 2017: 'Forever Judah' von Jah Ova Evil
  • 17. März 2017: 'Rayos x Centellas' von Pantasonics

Das gab's hier schon dieses Jahr im SuB:

Das gab's hier im SuB 2016:

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25. Januar 2017 3 25 /01 /Januar /2017 17:58

Gut ein Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung Deutschlands kam Roger Willemsen auf die Idee, sich ein eigenes Bild von Land und Leuten zu machen. Dabei entwirft er keine allgemeingültige Beschreibung, sondern fing 2001 auf seiner ’Deutschlandreise’ eher Momentaufnahmen ein.

Cover von DeutschlandreiseBeginnen tut der Reisebericht in Rostock, führt weiter über Städte wie Lichtenhagen, Eisleben, Heidelberg und Oberstdorf bis sich schließlich der letzte Track auf der zweiten CD Wilhelmshaven widmet. Unter anderem besucht er auch Kap Arkona, den „nördlichsten Punkt Deutschlands“ – wie er fälschlicherweise angibt. Der so genannte Ellenbogen auf Sylt liegt nämlich fast einen halben Breitengrad nördlicher. Selbst Berlin bekommt nur eine wenige Minuten langen Track, bei dem es vor allem um das angebliche Verhalten von Japanern im Hotel geht.

Der unnachgiebige Blick aufs Alltägliche und die Versuche, diesem etwas Besseres abzugewinnen, kann lustig sein. Aber unter Umständen bleibt das Lachen auch aufgrund der etwas deprimierenden Wirklichkeit im Halse stecken. Das Erschreckende ist, dass sich seit der Erstveröffentlichung der ’Deutschlandreise’ in gut anderthalb Jahrzehnten kaum etwas verändert hat, wie mir zuweilen scheint.

Musik liegt in der Luft

Interessant ist, dass Roger Willemsen schon vor der ’Zukunftsrede’ (siehe Kritik zu 'Wer wir waren') und seinen Gedanken zur Moderne insbesondere eine bestimmte Band einfach nicht leiden konnte – die von Thomas Anders und Dieter Bohlen: „An dem Kiosk ’Der scharfe Imbiss’ lockt der Fruchtlutscher, bekannt aus der TV-Werbung. Doch weil die nächsten Musiker, die in Rostock Auftritte ankündigen, DJ BoBo heißen und Modern Talking, entscheide ich mich aus Gründen der Wiedergutmachung für den guten Dorati-Butterkeks.“

Doch es gibt natürlich auch moderne Künstlerinnen, die zumindest einen passenden Soundtrack zum gerade Erlebten liefern und somit eine halbwegs positive Erwähnung abgreifen können. Mit einer zeitweiligen Reisebegleitung überquert er unglücklich einen Singvogel. Die Situation beschreibt der Autor mit Bezug auf die Band Glashaus so, wobei er sich selbst neue Lyrics zur Melodie des Top-50-Hits ausdenkt: „Es gibt kein Geräusch. Und wir drehen uns auch nicht um. Aber während wir Cassandra Steen singen hören ’Was immer es ist’, stellen wir uns den Blutmatsch auf dem Asphalt vor. ’Was immer es ist, ich verzeihe dir’."

Bei dem Hörbuch handelt es sich um eine vom Autor selbst bearbeitete Lesefassung. Einer der wenigen Hinweise darauf, dass es sich bei der Veröffentlichung nun um eine überarbeitete Version handelt, zeigt vor allem der traurige Satz am Ende der Biografie im Booklet: „Er starb am 7. Februar 2016 in Wentorf bei Hamburg.“

’Deutschlandreise’ ab 26. Januar 2017 in neuer Auflage erhältlich. Mehr Infos und Hörprobe unter: http://roofmusic.de/produktkatalog/produkt/1064-deutschlandreise

Das könnte dazu passen:

Heinz Strunk – Der goldene Handschuh (Hörbuch gelesen vom Autor)
Auch das ist Deutschland: Der vom Leben gezeichnete Fritz Honka (1935-1998) ermordet mehrere Frauen in Hamburg, bis er schließlich gestellt wird. Heinz Strunk, sonst eher absurd-lustig unterwegs, blickt hier in menschliche Abgründe.

Dein Song 2014 (mit u.a. DJ BoBo, Cassandra Steen und Bosse)
Roger Willemsen findet den Schweizer Popmusiker zwar nicht so dolle, aber sein Schützling bei ’Dein Song 2014’ dürfte ihm dankbar sein. Mit seiner Hilfe konnte er sich gegen die Konkurrenz durchsetzen, die unter anderem Hilfe von Bosse und Cassandra Steen bekam.

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28. Dezember 2016 3 28 /12 /Dezember /2016 17:15

Als er von seiner Krebserkrankung erfuhr, arbeitete Roger Willemsen gerade an einem neuen Buch. 'Wer wir waren' sollte es heißen und unsere jetzige Gesellschaft rückblickend aus der Zukunft betrachten. Ein spannendes Unterfangen, denn schließlich verändert sich der Blick und die Bewertungen durch den Lauf der Zeit. Leider konnte der Autor die Arbeit daran aber nie beenden.

Cover zu Wer wir warenWas Roger Willemsen allerdings als seinen letzten Text vor seinem Tod am 7. Februar 2016 hinterließ, war eine Rede, die auf dem bis dahin schon erarbeiteten Material beruht. Er hielt sie bei seinem letzten öffentlichen Auftritt. Die so genannte „Zukunftsrede“ liegt in drei Fassungen vor: einer langen, einer für die Rede gekürzten und einer – wie jetzt im Booklet zu lesen ist – „... kurzen Fassung mit zusätzlichen handschriftlichen Änderungen und eingeklammerten Passagen“.

Aus diesen drei Vorlagen wurde für das (Hör-)Buch 'Wer wir waren'. Gelesen wird es nun von Christian Brückner, den die meisten Hörerinnen und Hörern wahrscheinlich als deutsche Synchronstimme von Robert de Niro (er-)kennen werden.

Mit Life Crisis

Als Thema, dessen er sich vor allem anfangs recht humorvoll annimmt, hat sich Roger Willemsen nichts Geringeres als der „Krise der ganzen Welt“ angenommen. Die Einschätzung, die er dazu widergibt, lautet einfach, dass alles immer schlechter geworden ist: „Luft und Wasser sowieso, dann die Manieren, die politischen Persönlichkeiten, der Zusammenhalt unter den Menschen, das Herrentennis und das Aroma der Tomaten. Ja, der Globus hat Homo sapiens, und dessen einzige sichere Zukunft ist die Krise ...“

Witzig ist, dass er einmal sogar Dieter Bohlen als eines der größten Übel unserer Zeit benennt. Bei seinen Gedanken über die 'Moderne' sagt er auch, dass dieser Begriff Bedeutung hatte, als sich unter anderem „... Zeitungsressorts 'Modernes Leben' nannten und die dümmste Musik 'Modern Talking' hieß. Inzwischen hat sich der Begriff zurückgezogen und dem Eintritt in die Beliebigkeit der Postmoderne Platz gemacht.“

Doch keine Angst. Die Literaturkritikerin Insa Wilke schreibt im Booklet dazu, dass auch dieser Text hoffnungsvoll ist, „... fordert er doch überdeutlich zum Handeln und Umdenken auf. Die 'Zukunftsrede' ist Roger Willemsens Vermächtnis.“

Hörbuch voraussichtlich ab 29. Dezember 2016 erhältlich. Mehr dazu: http://roofmusic.de/produktkatalog/produkt/1063-wer-wir-waren

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8. Februar 2016 1 08 /02 /Februar /2016 15:47

Dass es ihm nicht gut ging, machte sich schon 2015 bemerkbar: Roger Willemsen hatte alle Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag wurde damals Krebs bei ihm festgestellt. Am 7. Februar 2016 ist er daran gestorben. Wahrscheinlich ist damit 'Habe Häuschen. Da würden wir leben.' das letzte Werk, das wir von ihm in Kombi mit Anke Engelke zu hören bekommen.

Cover zu Habe Häuschen'Mir kocht die Blut!', ließen uns Roger Willemsen und Anke Engelke 2012 auf ihrem gleichnamigen Hörbuch über "die wunderbare Welt der Querulanten und Sonderlinge" wissen. In ihrem neuen Hörbuch 'Habe Häuschen. Da würden wir leben.', das im Herbst 2015 bei 'Roof Music' erschienen ist, nehmen sich die beiden Interpreten diesmal "die wunderbare Welt der Kontaktanzeigen" vor. So steht es im Untertitel. Und so ist es auch.

Was die beiden da in den verschiedensten Anzeigenblättern gefunden haben, lässt einen mal fassungslos, mal belustigt zurück. Auf jeden Fall lässt es einen nicht kalt, mit welchen verbalen Mitteln andere Menschen um ein kleines bisschen Glück buhlen.

Mehr Infos hier: http://www.roofmusic.de/de/index.php?area=de&content=productdetail&id=1020

Hier gibt es einen Trailer dazu:

 

Wer Willemsens Co-Autorin Anke Engelke live erleben will, kann ihrer Lesung von "Wenn die Möpse Schnäpse trinken" auf dem Literaturschiff am 12. März 2016 um 15 Uhr während der lit.cologne lauschen. Vielleicht signiert sie da ja auch eine CD von "Habe Häuschen"?

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