Overblog Folge diesem Blog
Administration Create my blog
16. Oktober 2008 4 16 /10 /Oktober /2008 21:21

Der erste Teil der ’John Bello Story’ war für Kool Savas 2005 ein voller Erfolg. Es wurde kurzerhand das erfolgreichste Mixtape der deutschen Rap-Szene. Wobei es eigentlich fast eine Mogelpackung war, denn über die Geschichte von Bello wurde kaum ein Wort verloren. Nun kommt die Fortsetzung in die Läden – und bringt ein klein bisschen mehr Licht ins Dunkel.

Jedenfalls gibt es einen Titel namens ’Bellomann’, der zumindest zeigt, was ’Bello’ ist: „Wir sind anders als diese Typen – wir sind ’Bello’./ Jede Zeile ist – ’Bello’, jedes Album ist ’Bello’./ Nur labern, haten und nichts schaffen ist nicht – ’Bello’.“

Gut, wäre schon mal das geklärt. Auch bei der Frage, ob Savas noch der ’King Of Rap’ ist, fällt die Antwort eindeutig aus. Wie Moe Mitchell im Refrain zur bombastisch untermalten Single ’Krone’ bemerkt, versuchen zwar viele, Savas das Zepter streitig zu machen. Geschafft hat es aber bisher keiner: „Sie werfen Steine auf meinen Thron – bis ein Zacken aus der Krone bricht./ Sie hoffen und sie beten, dass ich fall, doch ich bleibe auf meinem Thron – und sie kriegen diese Krone nicht!“

Auffälig bei der ’John Bello Story 2’ ist, dass es sich dabei eigentlich gar nicht um ein reguläres Mixtape handelt. Statt wieder einfach skizzenartig unzählige Tracks raus zu hauen, wurden diesmal richtige Songs ausgearbeitet. Auf das übliche Vorgehen, beliebte Ami-Beats zur musikalischen Untermalung zu nutzen, wurde diesmal auch verzichtet. Zitiert wird aber trotzdem gerne – zum Beispiel ’Umbrella’ von Rihanna in ’Bellomann’.

Ein anderer Bezug, den Savas noch herstellt, ist der zu ’Harry Potter’. Das Stück ’Voldemort’ von der Bonus-CD wagt das Undenkbare im Songtext und ruft ’Du weißt schon wen’ bei dem Namen, der nicht genannt werden darf. Mal schauen, ob das ähnliche Reaktionen hervorruft, wie der Song ’Der Halbblutprinz’ von seinem kleinen Bruder Sinan.

Neben den ansonst eher üblichen Battletexten gibt es aber auch noch den Konzeptsong ’Holiday Hoe’. In den Lyrics lassen Savas und Franky Kubrick Ferienstimmung aufkommen – Big Pun lässt grüßen, wenn der Bellomann am Ballermann feiert: „Frühstück um 16 Uhr – ficken mit 16 Huren./ Mütter, die dir kurz einen rütteln im Hotelflur./ Nur manche Bräute verlieren sich schnell und fucken ab./ ’Oh Babygirl, I ain’t a player, I just fuck a lot’./ Sie ist eine Urlaubsschlampe, eine Holiday Hoe./ Sie stellt sich am Strand zur Schau.“

Fazit: Savas hat sich nach seinem eigenen Album ’Tot Oder Lebendig’ locker gemacht und noch einmal die Optik Army zusammengetrommelt. Tiefsinniges darf da natürlich nicht erwartet werden, aber Spaß macht’s schon. Dass dies offiziell die letzte Scheibe von ’Optik Records’ ist, kann somit auch mit einem lachenden und nicht nur mit einem weinenden Auge gefeiert werden.

Mehr Infos: http://www.optikrecords.de

CD voraussichtlich ab 17. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Curse – Freiheit
Blaze – Schocktherapie

Live und in Farbe 2009: 5.1. Osnabrück – Rosenhof *** 6.1. Frankfurt – Batschkapp *** 7.1. Mannheim – Feuerwacheh *** 8.1. Saarbrücken – Garage *** 9.1.09 Lindau – Club Vaudeville *** 10.1. Würzburg – Soundpark Ost *** 11.1. Bochum – Zeche *** 13.1. Leipzig – Moritzbastei *** 14.1. Hamburg – Fabrik *** 15.1.
Bremen – Modernes *** 16.1. Hannover – Capitol *** 17.1. Dresden – Alter Schlachthof *** 18.1. Wien (A) – Planet Music *** 20.1. Nürnberg – Hirsch *** 21.1. Stuttgart – LKA Longhorn *** 22.1. Freiburg – Jazzhaus *** 23.1. Basel (CH) – Kaserne *** 24.1. Zürich (CH) – Dynamo *** 25.1. München – Backstage *** 27.1. Kassel – Nachthallen *** 28.1. Fulda – Kreuz *** 29.1. Köln – Essigfabrik *** 30.1. Münster – Skater's Palace *** 31.1. Berlin – Huxley's

 

 

Repost 0
16. Oktober 2008 4 16 /10 /Oktober /2008 21:19

In seinem Blog unter Motor.de freut sich Tim Renner, Chef der ’Motor Entertainment GmbH’, dass nach den durchaus guten CDs von Rainer von Vielen, Herrenmagazin und PeterLicht nun wieder mal ein echter Knaller bei ’Motor’ erscheint. ’The Colour Of Snow’ hat nämlich das Potenzial, deutlich höhere Chartspositionen zu erreichen: „Bei Polarkreis 18 sind wir bei ’Motor’ schon fast verunsichert, wie gut und schnell alles läuft.“

Toll ist bei Tim Renner und Motor.de aber auch, dass auf der eigenen Seite trotzdem eine Pro- und Kontra-Debatte angestoßen wird, was die musikalische Entwicklung der Dresdner Band angeht. Zuletzt spalteten nur The Aim Of Design Is To Define Space die Redaktion in ähnlicher Weise. Autorin Jennifer Beck treibt es bei Polarkreis 18 zwar wieder die Tränen in die Augen – allerdings nicht vor Begeisterung: „Vielmehr weil man lachen muss. Über den neuesten Treppenwitz namens Synthie-Pop, den Polarkreis 18 in zehn völlig blassen Songs auf die Spitze treiben.“

Aha! Zeit, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Sänger Felix Räuber, Gitarrist Philipp Makolies, Keyboarder Silvester Wenzel, Bassist Uwe Pasora, Schlagzeuger Christian Grochau und Trompetenspieler Ludwig Bauer gehen diesmal fokussierter vor. Verglichen mit Stücken wie ’Look’ oder ’Dreamdancer’ von ihrer letztjährigen Debütscheibe, bei der die Ideen noch nicht ausgefeilt genug erschienen, um wirklich im Gedächtnis hängen zu bleiben, fabriziert das Sextett nun echte Ohrwürmer. Allen voran natürlich ’Allein Allein’.

Der Einfall, einen deutschen Satz in den Refrain zu packen, teilt aber entschieden die Meinungen. Einige denken, damit soll das eigene Land stärker bedient werden, andere fühlen sich aus dem Takt gebracht. Aber vielleicht ist genau dieser Kunstgriff das Geheimnis des Erfolges. Schließlich hat es auch Blur bei ’Girls And Boys’ nicht geschadet, die eigenen deutschen Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis zu stellen („Du bist sehr schön“). Spannend ist auch, dass die Aussage bei Polarkreis 18 durchaus etwas paradox ist: „We look into faces – wait for a sign./ Wir sind allein. Allein, allein.“

Aufgegriffen wird diese Technik noch einmal in ’Tourist’, das mit einem rhythmischen Schienentackern beginnt. Der schöne Popsong erinnert mich dabei etwas an den Achtzigerjahre-Hit ’Smalltown Boy’ von Bronski Beat. Das Video passt ja auch zum Thema: „The tourists are on a train – so far away./ […]./ Wir kommen nirgendwo an.“

Dritter im Bunde ist dann das beatlastige ’Prisoner’, das es übrigens derzeit unter Myspace.com/polarkreis18 für diejenigen zum Free Download gibt, die sich für den Newsletter eintragen. Lustigerweise fragt Felix Räuber darin: „Wann hört das auf?“ Also meinetwegen gar nicht. Es könnte stattdessen sogar ruhig mal ein ganzer Song in der eigenen Muttersprache verfasst werden. Fände ich spannend.

Genauso spannend fände ich einen Remix von Seeed-Sänger Peter Fox. Anknüpfungspunkte sind ja durchaus vorhanden. So wie er für seine Solo-CD nutzen zum Beispiel auch Polarkreis 18 das Filmorchester Babelsberg für die Umsetzung ihrer musikalischen Vision. Zudem werden unzählige Chöre eingesetzt, um epische Stimmungen zu erzeugen – selbst wenn wenig Zeit bleibt, weil das Instrumentalstück ’Untitled Picture’ gerade mal zwei Minuten lang ist.

Fazit: ‘The Colour Of Snow’ lädt zum Tanzen und Träumen ein. Widersprüche werden verwischt: Schnee – schwarz! Kälte – Zärtlichkeit! Wir – allein! Der Sound erzeugt Bilder für das Kino im Kopf. Film ab!

Mehr Infos: http://www.polarkreis18.com

CD voraussichtlich ab 17. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:

Travis – Ode To J. Smith
Peter Fox – Stadtaffe

Live und in Farbe 2008: 27.10. London (UK) – Blow Up Metro *** 25.11. Potsdam – Waschhaus *** 26.11. Hamburg – Übel & Gefährlich *** 27.11. Den Bosch (NL) – W2 *** 28.11. Amsterdam (NL) – Paradiso *** 29.11. Köln – Gebäude 9 *** 1.12. Leipzig – Werk 2 *** 2.12. München – Ampere *** 3.12. Innsbruck (A) – Weekender *** 5.12. Wien (A) – Flex *** 10.12. Kopenhagen (DK) – Loppen *** 11.12. Arhus (DK) – Voxhall

 

Repost 0
16. Oktober 2008 4 16 /10 /Oktober /2008 15:14

2004 debütierte die in Hamburg lebende Sängerin mit dem Album ’Boheme’, gelangte damit bis auf Platz 3 der deutschen Charts – und überholte damit sogar noch die dazugehörige Single ’Das Spiel’, die es auf Platz 5 schaffte. Zwar blieben alle darauf folgenden Singles weit hinter dieser Leistung zurück, aber dafür waren die nächsten zwei Alben mindestens genauso erfolgreich. Die Messlatte für ’Teilzeithippie’ liegt also verdammt hoch!

 

Vielleicht knüpft deshalb der Songtext des ersten Stücks ’Das Schlechte Gewissen’ bei ’Das Spiel’ an. Eine feste Beziehung ist noch immer nicht das Ziel. Annett Louisan will doch nur spielen, wie dieser sanfte Popsong betont: „Ein nüchterner Morgen erwacht./ Dein schlechtes Gewissen ruft Stress auf den Plan, und rächt die durchtriebene Nacht./ Aber niemand konnte es sehen, niemand konnte es hören./ Wenn es keiner weiß, dann wird es auch keinen stören.“

 

Auch bei ’Sexy Loverboy’ geht es darum, dass Monogamie nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Dabei erinnert das Lied mit der swingenden Musik etwas an ’I’ll Be There For You’ von The Rembrandts, das als Titelmelodie der Sitcom-Serie ’Friends’ bekannt ist. Inhaltlich geht es in den Lyrics darum, dass sich Partner und Liebhaber doch ruhig mal treffen könnten: „Dass Liebe eine Primzahl ist und völlig linear.../ Dass man sie nicht teilen und nicht streuen kann hier und da.../ Zeig mir, wo das steht.“

 

Der von ihrem langjährigen Komponisten Hardy Kayser geschriebene Shuffle-Song ’Die Siezgelegenheit’ dreht sich im Grunde ebenfalls nur um das Eine: „Er sagt Sie’ zu mir, das mach ich mit – das ist brisant wie Dynamit./ Denn das erlaubt zwischen den Zeilen – pikante Dinge mitzuteilen./ Leicht transportiert man auf dem ’Sie’ – Erotik und Diplomatie./ Das ist die Siezgelegenheit – und ich bin heute sehr siez-bereit.“

 

Dass sich Annett Louisan als erste Single jedoch für ’Drück die 1’ entschieden hat, ist da fast schon verwunderlich. Schließlich geht es darin um das Ende einer Beziehung. Den ehemaligen Freund schickt sie dabei spaßiger Weise wie bei einer Service-Hotline in die Warteschleife. Das Video dazu setzt diese Idee schick um und präsentiert die Sängerin als Telefonistin mit braunem Bob-Haarschnitt, enger Bluse und Minirock: „Wenn du Probleme hast mit deiner neuen Frau. Ist deine Kohle weg, sind deine Haare grau./ Ist es die Einsamkeit, die dir zu schaffen macht – drück die 8./ Brauchst du Hilfe bei der Frage, wie´s mir geht in meiner Lage, ob ich Gefühle für dich hege oder Groll./ Wieviel ich dir glauben sollte, was ich jetzt noch von dir halte und wie oft mir so was noch passieren soll – drück die 0!“

 

In Balladen wie ’Wir Nicht’ wird das Thema noch einmal in anderer Art aufgegriffen. Hier reagiert Annett Louisan nicht trotzig, sondern traurig auf die gescheiterte Partnerschaft. Mit ’Gekommen Um Zu Sagen’ klingt sie sogar etwas nach Silbermond und Co. Der Titelsong ’Teilzeithippie’ bringt die Leichtigkeit aber wieder zurück und fordert augenzwinkernd dazu auf, eine Revolution zu starten, einfach aus dem System auszusteigen und die freie Liebe zu feiern.

 

Fazit: Wie in der ’Bravo’ dreht sich bei Annett Louisan (fast) alles um Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Bei der charmanten und abwechslungsreichen Darbietung auf ’Teilzeithippie’ ist das Ganze aber so unverkrampft, dass niemand ein schlechtes Gewissen nach dem Genuss dieser Platte haben muss.

 

Mehr Infos: http://www.annettlouisan.de

 

CD voraussichtlich ab 17. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:

Jacques Palminger And The Kings Of Dub Rock – Mondo Cherry

Chapeau Claque – Fabelweiss

 

Live und in Farbe 2009: 28.1. Haslach i.K. – Stadthalle *** 29.1. Augsburg – Stadthalle Gersthofen *** 30.1. Frankfurt – Alte Oper *** 1.2. Braunschweig – Stadthalle *** 2.2. Bremen – Congress Center *** 3.2. Stade – Stadeum *** 4.2. Halle/Salle – Händelhalle *** 6.2. Gera – Kultur- und Kongresszentrum *** 7.2. Erfurt – Messe *** 8.2. Hannover – AWD Hall *** 9.2. Chemnitz – Stadthalle *** 11./12.2. Berlin –Tempodrom *** 15.2. Rostock – Stadthalle *** 16.2. Lübeck – MuK *** 17.2. Bielefeld – Stadthalle *** 18.2. Cottbus – Stadthalle *** 28.2. München – Deutsches Theater (Tour wird fortgesetzt)

 

Repost 0
15. Oktober 2008 3 15 /10 /Oktober /2008 11:57

Die 'Electric Super Dance Band' ist zurück – und macht weiterhin, was ihr Spaß macht. Deichkind arbeiten aber gleichzeitig daran, aus der Band ein Wirtschaftsunternehmen wie die deutsche Blue Man Group zu erschaffen. Die CD 'Arbeit Nervt' ist dabei nur die Visitenkarte, um die Leute auf sich aufmerksam zu machen!

„Es ist so, dass wir da auch einen neuen Wirtschaftszweig anstreben. Eine Art Franchise-Unternehmen, bei dem wir neue Gruppen bilden wie 'Deichkind Junior' oder 'Deichkind International'. Dann können wir andere Leute in unserem Korsett auf die Bühne schicken – wie bei der Blue Man Group“, erklärt Philepp die Entwicklung Deichkinds. „Wir definieren uns nicht mehr als Band, sondern als Unterhaltungsgruppe. Zum Beispiel überlegen wir auch, ob wir großen Betrieben anbieten sollen, dass ihre Mitarbeiter als Team mit einem eigenen Auftritt bei einer Deichkind-Tour gestärkt werden. Sonst machen sie ja so Sachen wie Bungeejumping und Wildwasserfahrten. Der Sinn dieser ganzen Verkleidung war natürlich auch aus der Angst heraus geboren, auf die Bühne zu gehen mit Techno-Beats, die eigentlich in unseren Ohren erstmal schrecklich klangen.“

Schrecklich klingt größtenteils auch, was auf ’Arbeit Nervt’ zu hören ist. Dabei wurde die „Technoisierung“ der Band relativ schleichend vorangetrieben. ’Limit’ ging 2002 schon in diese Richtung und auf dem St.-Pauli-Sampler 'Heimvorteil' präsentierten sie dann 2004 'Lady G-String'. Aber erst beim dritten Album ’Aufstand im Schlaraffenland’ wurde der Elektro-Ausflug auf die Spitze getrieben – und wird nun mit ’Arbeit Nervt’ noch einmal verstärkt.

Die Arbeitsweise dahinter erklärt DJ Phono folgendermaßen: „Du kannst dir das so vorstellen, dass die Musik wie Farbe beim Action Painting an die Leinwand geworfen wird. Die Forderung ist dabei aber, dass nicht nur naiv gearbeitet wird. Es soll nicht nur spontan wirken, sondern auch Substanz gewinnen. Wobei es schon faszinierend ist, diese Kraft der unmittelbaren Eruption zu erleben. Wir machen damit auch gar nicht unbedingt was ganz Neues. Wir haben damit bestimmt nicht das Rad neu erfunden. Aber für jeden Einzelnen von uns geht es darum, seine persönliche Grenze zu erreichen. Das ist wie eine Gruppentherapie.“

Wahrscheinlich wird deshalb aus gruppentherapeutischen Gründen im Video zum Titeltrack auch eine riesige Bierschlacht veranstaltet. Einfach mal die Sau raus lassen. Will doch jeder. Siehe den Songtext dazu: „Priester, Putzfrauen, Pizzabäcker, Proktologen – wollen lieber popeln, pöpeln, prügeln, pogen./ Lehrer, Kellner, Gärtner, Bänker, Broker, Richter – sehnen sich nach Druckbetankung durch den Trichter.“

Therapeutisch sind auch die Lyrics von '23 Dohlen’ zu verstehen. Vögel krähen, die Gedanken fangen an zu kreisen. Warum 23? Was steckt dahinter? Die Lösung: Es geht genau darum, Zahlenmystiker auf die falsche Fährte zu führen. Bitte nicht drüber nachdenken!

Aber es darf auch mal wie mit dem poppig-süßen ’Luftbahn’ gekuschelt werden: „Das Stück 'Luftbahn' ist ein sehr wichtiger Track, weil er als erstes ziemlich cheesy wirkt, aber auf seine Art sehr ehrlich ist. Viele Ideen entstehen sehr schnell. Wir gucken oft erst später, ob das was ist oder nicht. Bei 'Luftbahn' dachten wir, dass die Nummer Energie hat und auf jeden Fall aufs Album muss. Mit diesem Stück sind wir ja fast schon radiotauglich.“

Den Vorwurf, mit 'Travelpussi' den Kontakt zur Porno-Industrie zu suchen und richtig Schotter zu machen („Sex sells“!), wird aber vehement von sich gewiesen. Werbung für Sextoys wollen sie nicht machen. Auch hier geht es eher um einen therapeutischen Ansatz. Lasst uns doch einfach mal darüber reden: „Es war eher die Faszination dieses Phänomens, da wir viel auf Autobahnen unterwegs sind. Wir haben uns einfach gefragt, ob sich die Leute das als Gag aus dem Automaten ziehen oder tatsächlich zum Gebrauch. Die Skurrilität dieses Dings hat unsere Phantasie angeregt. Wobei gesagt werden muss, dass ein Thema wie Sexualität bei Deichkind diskutiert wird, weil dieser Bereich unglaublich tabuisiert ist – selbst im Jahre 2008. Ich würde 'Travelpussi' als Impuls sehen, überhaupt über Sexualität reden zu können.“

Fazit: Operation geglückt, Patient tot! Deichkind reduzieren sich musikalisch auf das Minimum – um Raum für was Größeres zu schaffen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand das ganze Werk am Stück durchhört, wenn er nicht dazu gezwungen wird. Allerdings geht es hier auch eher um die Live-Performance, zu der ’Arbeit Nervt’ eben den durchgeknallten Soundtrack liefert. Also Bauarbeiterweste anziehen, Wasserpistole betanken und abraven – zackizacki!

Mehr Infos
: http://www.deichkind.de

CD voraussichtlich ab 17. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Jacques Palminger And The Kings Of Dub Rock – Mondo Cherry
Märtini Brös – The MB Factor

Live und in Farbe 2008: 1.11. Schwerin – Sport- und Kongresshalle (Pioneer Alpha Festival) *** 26.11. Hamburg – Kampnagel (Öffentliche Generalprobe) *** 27.11. Kiel – Max *** 28.11. Hannover – Capitol *** Bremen – Aladin Music Hall *** 30.11. Osnabrück – Rosenhof *** 2.12. Mannheim – Capitol *** 3.12. Düsseldorf – Stahlwerk *** 5.12. Bielefeld – Ringlokschuppen *** 6.12. Dortmund – Westfalenhalle *** 8.12. Wiesbaden – Schlachthof *** 9.12. Zürich – Xtra Limmathaus *** 10.12. Ulm – Roxy *** 11.12. München – Muffathalle *** 13.12. Salzburg – Gusswerk *** 14.12. Lahr – Universal DOG *** 15.12. Saarbrücken – Garage *** 16.12. Stuttgart – Theaterhaus *** 18.12. Berlin – Postbahnhof *** 19.12. Leipzig – Werk 2 *** 2012. Hamburg – Docks

 

Repost 0
9. Oktober 2008 4 09 /10 /Oktober /2008 16:57

Die meisten Leute dürften das erste Mal von Chapeau Claque gehört haben, als deren Sängerin beim Bundesvision Song Contest 2007 auftrat. Zusammen mit Northern Lite sang sie die deutsche Strophe zu deren Stück ’Enemy’ und kam damit bis auf Platz 6.

Wobei gleich gesagt werden muss, dass Chapeau Claque vom Sound her so gut wie gar nicht mit Northern Lite zu vergleichen sind. Stattdessen machen Maria Antonia Schmidt, Bassist Tim Schäfer, Gitarrist Timo Klöckner, Keyboarder Peer Kleinschmidt und Schlagzeuger Jörg Wähner nach eigener Angabe „Elektro-Chanson-Pop-Romantik“-Musik. Was das sein soll, zeigte vor einiger Zeit schon die erste Single ’Pandora (Kiss Miss Tragedy)’.

Der Songtext bezieht sich auf die griechische Mythologie, nach der die schöne Pandora aus Neugier eine Büchse öffnet und damit alles Unheil in die Welt entlässt. Nur die Hoffnung bleibt im Behältnis zurück, als es wieder geschlossen wird. „Pandora, kauf dir einen Kater. Dann fühlst du dich vielleicht nicht mehr so allein./ Was soll schon dabei sein, wenn du dir ein Herz aus Papier unter deinen Pullover schiebst – nur, dass du dich ganz offensichtlich selbst belügst./ Pandora, schau mal aus dem Fenster als immer nur in dein Spiegelbild hinein./ Vielleicht wirst du finden, was du einst in jener Dose zurück gelassen hast.“

Mystisch ist auch das Video dazu geraten. Hinter Tiermasken versteckt wartet ein Theaterpublikum darauf, dass die Show losgeht. Doch der Vorhang öffnet sich nicht – bis schließlich der erste Gast aus Neugierde hinter die Kulissen schauen will. Ganz anders ist dagegen das Video zu ’Metamor’, der fast schon akustischen B-Seite der Single. Darin werden vor allem Kinder aus Nepal gezeigt, wo sich Maria Antonia Schmidt zwei Monate lang als Sozialarbeiterin um Waisen aus Phokara und Kathmandu kümmerte.

Viel besser gefällt mir aber das flotte Liebeslied 'Vagabund'. Die Idee, 'Mikesch & Milou' vom Akkordeon begleiten zu lassen, ist ebenfalls witzig und passt zum pfiffigen Text. Bei 'Karusell' könnte ich mir jedoch noch sehr gut einen Remix für die Dancefloors vorstellen. Vor allem, da die Originalinstrumentierung irgendwie gewöhnungsbedürftig ist. Mit '25 Grad im November' gibt es zudem noch ein etwas rockigeres Stück mit guter Umweltschutz-Botschaft.

Toll ist aber auf jeden Fall auch die etwa 23 Sekunden lange 'Fabel', wie sie eigentlich wirklich nur eine Oma vortragen kann. Der Text ist quasi das Intro zu 'Froschtod' und lautet folgendermassen: „Sass ein kleiner, grüner Frosch auf seinem Rosenblatt im Teich und quakte fröhlich vor sich hin, als plötzlich ein Reiher vom Himmel auf ihn schoss und diesen noch im selben Moment bei lebendigen Leibe auffrass.“

Fazit: ’Fabelweiss’ wird wahrscheinlich wie beim 'Contest' auch nicht alle überzeugen, aber bestimmt einige neue Fans für die Band gewinnen. Schließlich gibt es hier doch nicht nur elektronische Chansons mit poppig-romantischen Lyrics zu hören.
Wer Chapeau Claque in die fabelhafte Welt der Maria Antonia folgt, trifft stattdessen auf eine bunte Mischung mit vielen kleinen Ideen, die alle zusammen ein stimmiges Bild zeichnen.

 


Mehr Infos: http://www.chapeauclaque.net

CD voraussichtlich ab 10. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Travis - Ode to J. Smith

Mia. - Willkommen im Club

 

Repost 0
9. Oktober 2008 4 09 /10 /Oktober /2008 14:49

Obwohl Jacques Palminger seit gut 20 Jahren Musik macht, erscheint erst jetzt das erste Album unter seinem eigenen (Künstler-)Namen. Dass er mal mit den Punkrockern Dackelblut musiziert hat, ist dabei nicht rauszuhören. Dass er allerdings mit Studio Braun seinen Spaß hatte, schon!

„Heute Nacht werden wir uns neu erfinden, Cherie“, kündigt der alte Charmeur gleich vollmundig im ersten Stück ’Worte Nur Worte’ an. Der dafür gewählte Musikstil, mit denen er seine Songtexte zwischen Genie und Wahnsinn untermalt, steht dabei ja schon direkt auf dem Cover. Entspannt groovt der Dub Rock aus den Boxen. Allerdings ist seine Gesangspartnerin Rica Blunck eher skeptisch, dass er sie damit wirklich rumkriegt: „Immer nur Worte. Nichts als das. Das alte Lied!“

Doch Jac gibt nicht auf. Zum entspannten Reggae-Beat von Viktor Marek legt er sich richtig ins Zeug und verführt die Dame mit den unglaublichsten Ideen: „Drehe deine Leber zur Sonne – und du bist ein Star. Ein leuchtender Stern. Und ich bin eine Sonde.“ Aha!

Danach geht es weiter mit ’Marieanna’, das vermutlich nicht ohne Grund nach Marihuana riecht. Stolz sind Jac, Vic und Ric, die hier die Lyrics hauptsächlich alleine singt, auf den Pseudo-Tuba-Break. Der ist aber auch wirklich schön geworden. Musikalisches Highlight beim Titeltrack ist dagegen die von Heinz Strunk gespielte Querflöte. Auch wirklich schön geworden. ’Ich Mag Chopin’ ist schließlich eine fast wortwörtliche Übersetzung des schon 25 Jahre alten ’I Like Chopin’ von Gazebo, das damals sogar auf Platz 1 der deutschen Charts landete.

Herzstück des Albums dürfte aber das herrliche ’Playboy’ sein, bei dem ich immer an ’Telefonterror’ von Freundeskreis denken muss. Darin fühlt sich Jac von Ric ertappt: „Wer hat dir das gesagt – dass ich ein Playboy bin? Erstens ist es unverantwortlich, so was über irgendjemand zu behaupten. Und zweitens ist es wahr. Ja, ich bin ein Filou der alten Schule und ich sag dir eines: Du kannst einem Känguru das Hüpfen nicht verbieten.“ Haha!

Fazit: Originell ist Ansatz von Jacques Palminger auf jeden Fall. Einige Songs haben dabei tatsächlich das Potenzial zum Kulthit. Bei zwölf solcher Stücke, die zum Teil über sechs Minuten lang sind, bleibt einem aber ab und zu auch das Lachen im Halse stecken. Weniger wäre hier vielleicht doch mehr gewesen.

Mehr Infos: http://www.myspace.com/palminger

CD voraussichtlich ab 10. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:

Heinz Strunk – Die Zunge Europas
Kim And The Cinders – Kim And The Cinders

Repost 0
8. Oktober 2008 3 08 /10 /Oktober /2008 16:15

Laut Michael Patrick King, dem Produzenten von 'Sex And The City', war der diesjährige Film einfach mit soviel guter Musik erfüllt, dass dafür eine Soundtrack-CD einfach nicht ausreichen konnte. Folglich kommt nun 'Volume 2' in die Läden – und bietet tatsächlich noch einmal eine ganze Reihe an alten und neuen Hits!

Die Bandbreite von 'Volume 1' reichte ja schon von dem Crossover-Klassiker 'Walk This Way' aus dem Jahre 1986 bis zum exklusiven Stück 'Labels Or Love', für das Produzent Salaam Remi die bekannte TV-Titelmelodie in einen schönen Track für Fergie von den Black Eyed Peas einbaute. Des Weiteren gab es unter anderem 'Mercy' von Duffy und 'The Heart Of The Matter' von India.Arie zu hören – plus einen groovigen Remix zum über vier Jahrzehnte alten Soul-Klassiker 'The Look Of Love' von der 2003 im Alter von 70 Jahren verstorbenen Nina Simone.

Trotzdem muss sich 'Volume 2' dahinter nicht verstecken. Michael Patrick King bat Salaam Remi – der in den letzten 20 Jahren bereits Sachen für die Fugees, Nas, Leona Lewis und Amy Winehouse produziert hat – auch für diese Fortsetzung noch ein exklusives Stück bereitzustellen. Diesmal wählte er Ciara als Interpretin aus, die nun im Songtext zum sexy groovenden 'Click Flash' über das aufregende Leben im Rampenlicht singt: „I know you probably think a girl like me is 'oh so vain'./ Because I love it when the camera man screams out my name./ He says: 'Hey girl, look here, turn left, right, up, down, pose!'/ And I feel so beautiful while I'm wearing these designer clothes.“

Auch auf 'Volume 2' gibt es außerdem einige schon bekannte Songs zu hören. 'Beautiful' von Glodfrapp ist bereits drei Jahre alt und mit 'Real Girl', das ein Sample von Lenny Kravitz enthält, enterte Mutya Buena nach der Trennung von den Sugababes letztes Jahr die Top 40 in Deutschland. Richtig frisch ist dagegen noch 'Pretty Please (Love Me)' von Estelle. Das Video zu dem Lied hatte erst vor wenigen Wochen Premiere.

Die britische Soulsängerin soll übrigens zu den Black Jays um den kanadischen Rapper Kardinal Offishall gehören. Zumindest haben sie schon des Öfteren zusammengearbeitet. Für 'Pretty Please (Love Me)' hat sie sich aber lieber ein paar Zeilen von Cee-Lo Green einsingen lassen. Im Video spielt er allerdings nicht mit, das die Lyrics über eine sich schlecht behandelt fühlende Frau in einer kleinen Geschichte optisch umsetzt: „Why, tell me why you wanna treat me so bad – when you know I love you?/ Darlin', don't you know I'm giving you the best lovin' you've ever had. There's no one else for you.“

Fazit: 15 weitere Wohlfühlsongs, die laut Michael Patrick King ein sexy Bett aus Musik bereiten, in das sich die Leute legen und zuhören können – oder eben das machen, was so ihm Bett gemacht wird. Schließlich geht es ja hier um 'Sex and the City'!

Mehr Infos: http://www.sexandthecitymovie.com

CD voraussichtlich ab 10. Oktober 2008 im Handel erhältlich.


Das könnte dazu passen:
Kardinall Offishall – Not 4 Sale
Various – Calypsoul 70

Repost 0
7. Oktober 2008 2 07 /10 /Oktober /2008 11:49

Da sind sie wieder! Drei Jahre nach ’2’ folgt nun ’Auf Zum Atem’. Auf die Charts schielen Zoe Meißner und Tobias Asche aber immer noch nicht. Dafür eckt ihr Power-Pop mit Kritik gegenüber gesellschaftlichen Trends wie LOHAS-Hype und Überwachungsstaat einfach zu stark an. Das Herz schlägt schließlich links!

Gleich mit dem ersten Stück ’Hubschrauber’ zeigt das Duo, dass es noch immer kein Blatt vor den Mund nimmt. Der Beat klopft elektronisch kalt los, Zoe singt mit irgendwie etwas trauriger Stimme dazu und erst spät setzt der krachende Gitarrensound ein. Die Stadt ist im Songtext nicht Heimat, sondern Gefängnis: „Hubschrauber über der Stadt. Hunde schnüffeln dich an./ Kameras glotzen träge, blinzeln nur dann und wann./ Hubschrauber über der Stadt. Staub wirbelt hoch hinauf./ Menschen suchen Deckung, laufen schnell nach Haus.“

Dass den Großteil bei ’Bitte Bitte Bitte’ dann Tobias singt, ist eher ungewöhnlich und auch für meinen Geschmack eher nicht so gelungen. Um ehrlich zu sein, ist mir seine Wiederholung der Zeile „Lass mich, lass mich und jaja – ich komm schon klar.“ im Refrain der Single ’Lass Mich’ fast schon zuviel.

Insgesamt gefällt mir die zweite Single ’Sturzflug’ aber sowieso besser. Die aufgeräumtere Instrumentalisierung und die Lyrics über das sozusagen wortwörtlich umgesetzte Spiel des Lebens machen deutlich mehr Spaß: „Meine eigene schlechte Laune und die Zivilisation – spielen Poker und Mau Mau um meine Karte für den Thron./ Warum spielst du immer wieder. Nur wenn ich es will, wirst du – auch tatsächlich einmal Sieger. Gib es auf, hör mir zu.“

’Mitten In Der Nacht’ erinnert mich dagegen ein bisschen an ’Nur Geträumt’ von Nena. Was nicht negativ gemeint ist, da Spillsbury eindeutig den spannenderen Songtext haben. Sehr schön ist auch ’Grau’ mit der Idee, einen alten Kinderreim melancholisch umzudeuten: „Grau, grau, grau – alles, was ich habe./ Grau, grau, grau – alles, was ich bin./ Grau, grau, grau – mein Herz./ Weil ich im Grau unsichtbar bin.“

Am besten gefällt mir aber ’Irrsinn’, das ordentlich Druck macht, um die Doppelmoral vieler Gutmenschen mit ihrem Lifestyle Of Health And Sustainability (kurz LOHAS) anzugreifen: „Mit dem SUV zum ’Life Earth’, mit dem Flieger nach Berlin./ Biosteaks aus Argentinien, Lebensmittel als Benzin./ Für den Frieden Kriege starten, vor der Wahl gegen die Welt./ Mit Jutetaschen voll Braunkohle, alles anders, danke Geld!“

Fazit: Punkattitüde und Popmelodie - hier kommt zusammen, was gleichzeitig zum Nachdenken und Tanzen einlädt. Hoffentlich feiern Spillsbury damit einen größeren Erfolg als mit '2', damit die Fans nicht noch einmal drei Jahre bis zum Nachschlag warten müssen.

Mehr Infos: http://www.spillsbury.de

CD voraussichtlich ab 10. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Luxuslärm – 1.000 km bis zum Meer
Mia. – Willkommen im Club

Repost 0
1. Oktober 2008 3 01 /10 /Oktober /2008 15:18

Wie lange musste der kanadische Rapper auf seinen großen Wurf warten? Vor über einem Jahrzehnt veröffentlichte Kardinal Offishall aus Toronto seine Debüt-CD. Seitdem war er gern gesehener Gast bei allen möglichen Produktionen. Nun zahlt sich alles aus. Obwohl ’Not 4 Sale’ genannt, wird ihm dieses Album die Kassen füllen – zu recht!

1997 erscheint sein erstes Album ’Eye & I’ und der Allstars-Track ’Northern Touch’, auf dem noch seine kanadischen Kollegen Rascalz, Choclair, Checkmate und Thrust zu hören sind. 1999 holen ihn die Rascalz noch einmal für das Stück ’Gunnfinga’ ins Studio, während Choclair mit ihm ’S.O.T.’ für seine Scheibe ’Ice Cold’ aufnimmt, für das Kardinal Offishall zudem vier Beats beisteuert.

Darauf folgen Features bei unter anderem Songs von Method Man (auf dem Album ’Tical 0: The Prequel’), Bounty Killer (’The Mystery’), Promoe (’White Man’s Burden’), DJ Whoo Kid (’Canadian Coke’), Pete Rock (’Soul Survivor II’) und Estelle (’Shine’).

Kein Wunder also, dass sich nun seine eigene Gästeliste auf ’Not 4 Sale’ wie ein Who-is-Who der aktuellen Urban Artists liest – von Akon über The Clipse, Rihanna und T-Pain bis hin zu Produktionen von Jake One und Nottz. Eröffnet wird die CD allerdings mit ’Burnt’, einer Kollabo mit Reggaesänger Lindo P von Kardinal Offishalls Crew The Black Jays.

Neben dem Video zu ’Burnt’ gibt es bereits zwei weitere. Das eine Video gehört zum Hit ’Dangerous’, bei dem Kardinal Offishall zusammen mit Akon über seine Traumfrau schwärmt: „I can see it and can’t stop myself from lookin’.
And noticin’ you noticin’ me./ Watch out I seen her type before. That girl is so dangerous.”

Das für ’Set It Off’ zeigt dagegen, wie Kardinal Offishall zusammen mit The Clipse jeden Club zum Brennen bringt. Zu wilden Dancehall-Riddims feiern sich die drei Jungs im Songtext selbst – und Lupe Fiasco: „Superstar Like Lupe.
See me in the Coupe. Hot damn, it's a new day./ I remove the roof as if it's a toupe – to shed light on the jewels, glue on blu-ray.”

Wem der Sound etwas zu aufregend ist, kann aber auch gerne zu ruhigeren Stücken tanzen. Das ’Nina’ enthält Auszüge aus ’My Conversation’ von Slim Smith & The Uniques, das auch schon die kanadische HipHop-Crew Dream Warriors 1990 für ihren Hit ’Ludi’ nutzte.

Bei ’Ill Eagle Alien’ bedient sich der Rapper dann bei ’Englishman in New York’ von Sting, was ja auch schon 1992 bei Shinehead gut funktioniert hat. Für meinen Geschmack aber dann wirklich zu poppig ist das Liebeslied ’Numba 1 (Tide Is High)’ mit Rihanna geraten. Der Untertitel verrät bereits, welches Stück hierfür recycled wird. Dabei ist der altbekannte Refrain einfach ein bisschen zu zuckersüß: „The tide is high but I'm holding on./ I'm gonna be your number one.“

Welche Lyrics Kardinal Offishall aber wirklich wichtig sind, zeigt sich im Booklet. Dort hat er nur zwei Zitate platziert, die dafür aber auch etwas politischer ausgefallen sind: „Fist raised like the Panthers – I spit like my saliva might cure cancer.“
sowie „The ghetto youts are sufferin’. They needin’ a fun day – I’m bleedin’ to see you succedin’ one day.“ (aus ‘Digital Motown’).

Fazit: Kardinal Offishall ist nicht umsonst ein gefeierter HipHop-Star in seiner Heimat. Mit ’Not 4 Sale’ wird er sich nun bestimmt auch weltweit behaupten können. Sein Mix enthält zwar keine überraschenden Zutaten – aber reinknallen tut’s trotzdem!

Mehr Infos: http://www.kardinaloffishall.com

CD voraussichtlich ab 2. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Roots Manuva – Slime & Reason
The Game - LAX

Repost 0
26. September 2008 5 26 /09 /September /2008 09:48

Irgendwo zwischen Evanescence, Die Happy und den Guano Apes würden sich Luxuslärm selber einordnen. Nur mit deutschen Texten halt. Ob die Einschätzung stimmt, kann nun auf dem Debütalbum ’1.000 km bis zum Meer’ kontrolliert werden.

Die Rockballade ’Unsterblich’ wurde immerhin schon mit dem „Deutschen Rock- und Pop-Preis 2008“ als bester Song ausgezeichnet. Wobei dabei eher der Vergleich zu Silbermond in den Sinn kommt. Auch die Lyrics sind dicht an deren ’Endlich’ dran. Darin hieß es damals: „Ich weiß, dass alles irgendwann zerbricht./ Doch im Moment ist das so unwichtig, weil du es nie vergisst./ Weil der Moment es ist, der unsterblich ist.“

Sängerin Janine ’Jini’ Meyer hat allerdings eine rauere Stimme als Stefanie Kloß. Außerdem ist es vielleicht einfach so, dass bei einem Songtext über Unsterblichkeit auch über Geborgenheit und Gefahr gesungen werden muss: „Du kannst mich sehen, wie ich bin – ganz zerbrechlich./ Du siehst mich ungeschminkt. Nur bei dir fühl’ ich mich unsterblich.“

Für den nötigen Druck beim Rock-Sound sind nicht nur Bassist Eugen Urlacher, Gitarrist Henrik Oberbossel, Keyboarder David Rempel und Drummer Jan Zimmer verantwortlich gewesen, sondern auch Götz von Sydow. Als Produzent ist er ja kein Unbekannter, wenn es darum geht, deutschsprachige Künstler im Spannungsfeld zwischen Rock und Pop zu platzieren. Zu seinen bisherigen Kunden zählen unter anderem Laith Al-Deen, Yvonne Catterfeld, DSDS-Zweitplatzierter Mike Leon Grosch und Peter Maffay.

Ein paar schöne Ideen haben Luxuslärm auf jeden Fall auch im Gepäck. Für das Video zum Titeltrack haben sie ein paar Retro-Karren aufgetrieben und die leicht elektronischen Klänge bei ’Was Ist Mit Mir?’ bieten zumindest das Potenzial, um mit einem möglichen Remix mal ganz neue Gefilde zu erkunden. Textlich ist vor allem ’Ja Ja’ noch interessant. Zwar erinnert es vom Ansatz her etwas an ’Mausen’ von Mia, weil es auch um einen kleinen Besserwisser geht, aber witzig ist das Aufgreifen moderner Kommunikationsformen als Ausdruck der Selbstbestätigung: „Jetzt ist er bei MySpace, hat Freunde wie nie./ Doch es könnten noch mehr sein, gleich zeigt er dir wie./ Denn er weiß alles besser, ist unheimlich schlau./ Und irgendwie ist er ’ne ganz arme Sau.“

Fazit: Es ist ja vermutlich so, dass niemand wirklich auf die nächste deutsche Band mit Frontfrau gewartet hat. Und so ungewöhnlich, dass der Hörer erstaunt aufhorcht, sind die Ideen von Luxuslärm auch nicht. Aber davon abgesehen macht das Quintett alles richtig – und mit etwas Glück landen sie dann nächstes Jahr den „Abi-Hit 2009“, wenn die Abschlussfahrt ans Meer führt!

Mehr Infos: http://www.luxuslärm.de

CD voraussichtlich ab 2. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Mia. – Willkommen im Club
The Fiery Furnaces – Remember

Repost 0

Über Diesen Blog

  • : Popshot
  • Popshot
  • : Der Blog-Autor arbeitet seit 1995 als Musikjournalist. Hier veröffentlicht er seine Texte über Musik, Hörspiele, Bücher und mehr unabhängig von Redaktionsschlüssen, Seitenplanungen und anderen Einflüssen! Hier folgen: https://www.twitter.com/PopshotOverBlog und https://instagram.com/popshot.blog/ Impressum: http://popshot.over-blog.de/impressum-disclaimer.html
  • Kontakt

Suchen