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14. Januar 2016 4 14 /01 /Januar /2016 18:07

„Stellt im August sich Regen ein, so regnet’s Honig und guten Wein“, heißt es in einer Bauernregel. Und es ist ja im August 2015 wirklich sowohl der eine oder andere Tropfen mehr vom Himmel gefallen als auch eine Latte Werke veröffentlicht worden, die scheinbar alle erst über einen längeren Zeitraum gereift sind. Zwischen den aktuellen und vorherigen Alben von MoTrip, Chefket, Method Man, Dr. Dre und Alina Bronsky mit Sophie Rois liegen nämlich mindestens drei Jahre.

MoTrip – So wie du bist (Single-CD feat. Lary)

Cover zu MoTrip2012 konnte MoTrip mit seinem Album ’Embryo’ gleich die Top Ten knacken. Doch dann ließ das Nachfolgewerk ’Mama’ etwas auf sich warten. Dafür startet er jetzt wieder erfolgreich durch. Mit ’So wie du bist’ landete er schon im Juli seinen bisher größten Single-Hit. Geholfen hat dabei wohl vor allem die Verwendung in einem Werbespot für die Kopfhörer von ’Beats by Dre’ mit Fußballstar Bastian Schweinsteiger und das Musikvideo mit Lena Meyer-Landrut als Tänzerin im ’Tollhaus’. Aber weil sich so ein schönes Liebeslied als physischer Tonträger viel schöner an geliebte Personen verschenken lässt als so eine runtergeladene Datei, hat ’Universal’ nun noch eine Single-CD davon nachgelegt.

Produziert wurde das Ganze von den Beatgees, die davor unter anderem für D-Flame und SpongeBob gearbeitet haben (Kritiken dazu hier). Für das aktuelle Album ’Mama’ von MoTrip bauten sie außerdem noch die sanft dahin flirrende Kopf-hoch-Hymne ’Selbstlos’ für eine bessere Welt, bei der Chima ein paar Backing Vocals beisteuert und gegen Schluss noch ein Kinderchor aufgefahren wird. Bei so viel musikalischem Einsatz an anderer Stelle ist es daher schon ein wenig schade, dass die Single-CD jetzt nur zusätzlich das Instrumental von ’So wie du bist’ enthält. Aber dann kann wenigstens jede(r) selbst dem geliebten Herzblatt ein Ständchen dazu bringen.

Single-CD seit 14. August 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://motrip.de/

Chefket – Nachtmensch

Cover von Chefket1981 geboren, 2010 Gewinner bei einem Talentwettbewerb von Berliner Radiosender Fritz, 2015 mit ’Nachtmensch’ Platz 9 der Charts erreicht. Dass der Erfolg solange auf sich warten ließ, verwundert schon ein bisschen bei Chefket. Aber nun hat es ja geklappt mit dem ’Fliegen’. In dem gleichnamigen Stück heißt es in den Lyrics: „Immer nur nach vorn seit dem ersten Schritt./ Ohne Flügel geboren, doch wir sterben mit./ Es dauert eben lang, bis ein Flügel wächst.“

Videos wurden – abgesehen von den Klavier-Session-Versionen einiger Tracks – allerdings erst einmal zu ’Rap & Soul’ und ’Glücklichster Rapper’ gedreht. Bei dem zuletzt genannten wird im Splitscreen gezeigt, wie alles astrein beim ihm läuft. Oder eben auch nicht, wobei das Ende mit einem tollen Looping-Effekt endet. Produziert hat das Ganze Farhot, der auch für den Rest des Albums die musikalische Leitung übernommen hat. Zudem hat er übrigens den Beat für ’Hype’ von MoTrip gebaut, bei dem Chefket die Backing Vocals übernommen hat. Die Bandbreite der Instrumentierung ist dabei wirklich beeindruckend. Während ’Lass gehn’ fröhlich swingt, ist ’Träume’ wirklich schön relaxed mit melancholischem Sound und einem warmklingenden Sample von Melody Gardot. Da passt der letzte Vers bei ’Immer Mehr’ ganz am Ende des Albums wie die Faust aufs Auge: „Doch wenn wir ankommen, wollen wir noch immer ein bisschen mehr.“

Album seit 14. August 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.chefket.com/

Alina Bronsky – Baba Dunjas letzte Liebe (Hörbuch gelesen von Sophie Rois)

Cover zu Baba DunjaBeim Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 war Baba Dunja „... noch sehr jung, fünfzig irgendwas“. Inzwischen wurde Obama Präsident, sie ein bisschen älter und bekannt als die erste Frau, die in ihr Dorf zurückgekehrt ist. Es liegt in der so genannten „Todeszone“. Aber das macht Dunja nichts, denn wer will schon „... glauben, dass die Todeszone sich an die Grenzen hält, die Menschen auf Landkarten einzeichnen.“ Das Leben dort mit Nachbarn wie dem sterbenskranken Petrov und dem fast hundertjährigen Sidorow plätschert im Grunde einfach vor sich hin. Doch als ein Fremder mit seiner Tochter nach Tschernowo kommt und kurz darauf mit einer Axt erschlagen wird, gerät der Alltag dort völlig aus den Fugen ...

Alina Bronsky erzählt unaufgeregt wie ihre Hauptfigur aus dem Leben einer Frau, die schon so Einiges erlebt hat und mit ganz einfachen Dingen zufrieden ist. Letztendlich geht es um Glück, Freundschaft und den Glauben an das Gute. Sophie Rois – mit 54 Jahren noch lange nicht so alt wie die Figur, der sie im Hörbuch auf drei CDs ihre Stimme leiht – erweckt Baba Dunja sehr überzeugend zu Leben. Dabei hat die Dame auch ihre Eigenarten. Und wenn die bodenständige Russin findet, dass ihr Präsident ein guter Mann ist, kann ihr das kaum verübelt werden. Schließlich zählt am Ende vor allem eines: Das zu verteidigen, das man lebt!

Hörbuch erhältlich seit 20. August 2015. Mehr Infos: https://www.roofmusic.de/de/index.php?area=de&content=productdetail&id=1022

Method Man – The Meth Lab

Cover zu The Meth LabMr. Mef is back – nachdem es in den letzten Jahren sehr ruhig um ihn geworden war. Zwar gab es Kollabos wie ’Blackout 2’ (2009) mit Redman, ’Wu-Block’ mit The Lox (2012, Kritik hier) und natürlich ’A Better Tomorrow’ (2014) mit dem Wu-Tang Clan, aber sein letztes Solowerk ist auch schon neun Jahre alt. Dass er jedoch nichts verlernt hat, zeigt er nun mit ’The Meth Lab’. Das Cover erinnert an eine blaufarbene Variante der Droge Crystal Meth, wie sie auch in der Fernsehserie ’Breaking Bad’ thematisiert wurde. Überhaupt nimmt Method Man recht deutlich Bezug auf diese TV-Geschichte – sei es in den Lyrics, aber auch in den Videos. Alles rund soweit und ein großer Wurf für das mit ’Tommy Boy’ kooperierende Label von Hanz On, der bei mehr als der Hälfte der Tracks mitwirken darf. Immerhin neunmal dabei ist Streetlife, mit dem er seit 1994 zusammenarbeitet. Ihr zusammen 2003 aufgenommenes ’Even If’ ist sogar noch als Free Download unter http://www.wutang-corp.com/media/downloads.php erhältlich.

Vom Wu-Tang Clan sind übrigens nur Masta Killa bei ’Intelligent Meth’ sowie Raekwon und Inspectah Deck dabei. Ihr vereint eingespieltes ’The Purple Tape’ ist allerdings mit dem Beat von J57 nicht allzu spannend geraten. Dafür wird im Refrain der legendäre Ausspruch Wu-Tang is for the children von Ol' Dirty Bastard bei der Grammy-Vergabe zitiert, was im Ohr hängen bleibt. Mit dem 45-jährigen Redman hat Meth dann noch fürs flott pumpende ’Straight Gutta’ einen weiteren Veteran zurück ans Mic geholt, mit dem er in der Vergangenheit schon einige große Kollabos abgeliefert hat. Kein Wunder also, dass dazu auch ein Video gedreht wurde. Das Stück selbst ist fast schon etwas albern, macht aber Laune, wobei ’50 Shots’ leichtfüßiger für Spaß sorgt. Noch besser sind aber sowieso die düstereren Sachen wie zum Beispiel das großartige ’Water’, ’Symphony’, das mit Rockgitarre flirrende ’Soundcheck’, ’Bang Zoom’, das von einem Piano-Sound angetriebene ’Rain All Day’ und ’Lifestyles’. Eine gute Nachricht ist zudem, dass er die Fans nicht noch mal so lange warten lassen will, denn im ’Outro’ kündigt er schon die nächste, lange verschobene Veröffentlichung an: „’The Meth Lab’ is closed. ’Crystal Meth’ coming real soon.“

Album seit 21. August 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://hanzonmusic.com/method-man-the-meth-lab/

Dr. Dre – Compton

Cover zu ComptonMit unzähligen Ideen und Hits hat Dr. Dre in der Vergangenheit HipHop-, wenn nicht sogar Musik-Geschichte, geschrieben. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, wenn Neues von ihm kommt. Das ’Intro’ erklärt wie in einer Dokumentation die Geschichte Comptons, einem Vorort von Los Angeles und der Geburtsstätte von Dre. Danach geht ’Talk About It’ direkt in die Vollen, bevor ’Genocide’ einen funky Gangsta-Sound mit Ragga-Gesang von Candice Pillay kombiniert. Mit einer ordentlichen Portion Soul fährt schließlich ’It’s All On Me’ auf, stiehlt aber dem anschließenden ’All In A Day’s Work’ damit schon etwas die Schau. Wer lieber seine Rock-Einflüsse bedient haben möchte, sollte einfach auf ’Issues’ mit Ice Cube zurückgreifen.

Natürlich ist Dres alter NWA-Kumpan nicht der einzige Wegbegleiter, der ihm hier die Ehre erweist. Von Snoop Dogg über Eminem, Xzibit und The Game bis Kendrick Lamar bei gleich drei Tracks sind fast alle dabei, deren Karrieren er entscheidend geprägt hat. Seine neue Entdeckung nennt sich Anderson .Paak (Ja, der schreibt sich mit einem Punkt vor dem zweiten Teil seines Künstlernamens). Zumindest hat der gute Doktor ihn gleich für ganze sechs Tracks verpflichtet.

Eazy-E, der mit ihm ebenfalls bei NWA war und mit dem er sich vor dessen Tod zerstritten hatte, lässt er bei 'Darkside/Gone' noch einmal mit einem Sample zu Wort kommen. Davor erwähnt er schon an einer frühereren Stelle, dass er ihm in schweren Zeiten geholfen hat, auch wenn es ihm selbst schwer fiel (New apartment, no fridge, no mattress, no table, no cable./ And all I hear is my girl in my ear./ And this nigga Eazy asking for his car back, homie./ I would've never saw this happening from that far back, homie“). Die Zeit heilt alle Wunden und sie wird auch zeigen, ob 'Compton' das Zeug zu einem Klassiker wie 'The Chronic' hat. Denn obwohl nicht alle Stücke zwingend Granaten sind, gleitet es geschmeidig ins Gehör und wird sich alles in allem zurecht einen der vorderen Plätze in den Jahresrückblicken sichern können.

Album seit 21. August 2015 erhältlich. Mehr Infos: https://www.drdre.com/

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12. Januar 2016 2 12 /01 /Januar /2016 18:40

Letztes Jahr durfte sich der Wu-Tang Clan über einen Wahnsinns-Erfolg freuen. Für die einzige Pressung des Albums 'Once Upon A Time In Shaolin' soll ein Käufer etwa 1,8 Millionen Euro gezahlt haben.

Cover zu Rubble KingsAber damit auch "normale" Fans was von ihnen zu hören bekommen, legen die Clan-Mitglieder ja stetig neues Material nach. Ghostface Killah ist jetzt zum Beispiel auf 'Rubble Kings: The Album' zu hören - mit 'Same Damn Thang (Featuring Boldy James & eXquire)'.

Produziert hat diese Platte zur gleichnamigen Film-Doku der Beatbauer Little Shalimar. Die ersten Singles dazu liefern aber Run The Jewels und Roxiny & Tunde Adebimpe. Und das Beste: Das Ganze gibt es ab heute (12. Januar 2016) unter http://www.adultswim.com/music/rubble-kings/ als Free Download.

Cover zu Film von RZAMehr Infos und noch ein weiteres Mixtape dazu als Free Download gibt es unter: http://rubblekings.com/

Ansonsten war ja auch 2015 wieder einmal gut geprägt vom legendären Wu-Tang Clan. So waren in dem Jahr Ghostface Killah, Raekwon und Method Man schon Thema hier bei Popshot mit ihren jeweiligen Solo-Alben. Dabei unterstützen sie sich auch gegenseitig. Rae war bei den beiden Kollegen zu hören und Ghost bei Mr. Mef, der zudem noch Inspectah Deck und Masta Killa zu sich ins Studio holte.

Hier die Links zu den Kritiken dazu:

  • Vor gut einem halben Jahr ging Raekwon im April 2015 mit 'F.I.L.A.' an den Start.
  • Mehr von Ghostface Killah gab es dann im Juli 2015, als er die Fortsetzung zu 'Twelve Reasons To Die' mit Adrian Younge mit dem bezeichnenden Zusatz 'II' nachlegte.
  • Im August 2015 veröffentlichte Method Man sein Album 'The Meth Lab'.
  • Auch RZA war nicht untätig. Die Kritik zu seinem Video- beziehungsweise Spielfilm 'The Man With The Iron Fists II' folgt hier schnellstmöglich. Mehr Infos dazu gibt es aber schon jetzt hier: http://www.uphe.de/movies/film/man_with_iron_fists_n02

 

Hier ist der englischsprachige Trailer von 'Universal Pictures' zu 'The Man With The Iron Fists 2':

 

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7. Januar 2016 4 07 /01 /Januar /2016 18:52

Doomtree-Mitglied P.O.S kommt 2016 für einen Gig nach Deutschland. Am 15. Januar spielt er im Berliner Badehaus Szimpla. Mit 'We Don't Even Live Here' veröffentlicht er im Oktober 2012 sein mittlerweile viertes Album seit 2004 beim HipHop-Indielabel 'Rhymesayers Entertainment'. Der richtig große Durchbruch scheint dem hierzulande nahezu unbekannten Rapper damit wahrscheinlich wieder nicht gelungen zu sein. Aber wer auf Ecken und Kanten im HipHop steht, wird bei dem Punk-Philosophen bestimmt sowohl in den Sounds als auch den Songtexten fündig werden. Also ruhig mal live auschecken und vorab hier informieren.

cover-posNehmen wir einfach mal 'Fuck Your Stuff'. Klingt grundsätzlich erst mal danach, dass Rapper P.O.S aus Minneapolis  die Veröffentlichungen der Konkurrenz als Müll abtut. Wer genauer hinschaut, merkt aber schnell, dass es hier sehr viel gesellschaftskritischer zugeht.

Mal bezieht sich P.O.S über dem treibenden Beat, den Doomtree-Produzent Lazerbeak mit rockenden Gitarren-Schnipseln anreichert, auf ein berühmtes Foto des Bürgerrechtlers Malcolm X, mal auf den religionskritischen Journalisten Christopher Hitchens. In den Lyrics des Refrains wird explizit gegen eine Schuhmarke und Peitsche – wahrscheinlich als Symbol der Unterdrückung – gewettert: „Fuck your stuff, understand my whole crew’s on some shit./ Scuffin up your Nikes, spittin on your whip.“

Im Video dazu wird außerdem gezeigt, dass sich P.O.S und seine Crew nicht von Statussymbolen wie einem Cabrio beeindrucken lassen. „Fuck your stuff“ heißt in dem Fall konkret, dass der Wagen hemmungslos mit Parolen beschmiert wird.

Nu dirty bastards

Auch zu 'Get Down' wurde jetzt ein Video veröffentlicht. Darin geht es passend zum elektronisch verspieltem Beat von Patric Russel etwas Party-mäßiger ab. Wobei auch schon mal Blut gespuckt wird. In den Lyrics wird zwar unter anderem US-Autor Jack Kerouac erwähnt, dessen ''Sex, Dugs'n'Jazz“-Roman 'On The Road' gerade mit Kirsten Steward verfilmt wurde.

Aber ansonsten wurden anscheinend von P.O.S und seinem Doomtree-Kollegen Mike Mictlan auch einige Verweise zu erfolgreichen Mainstream-Rappern wie Dr. Dre, J-Kwon und Ol' Dirty Bastard eingebaut. Da wird aus „It ain't nuthin but a 'G' thang“ ein „Doomtree goon thang“, die Leute im Club sollen nicht „tipsy“, sondern „risky“ werden und aus „Shimmy shimmy ya“ wird „Gimme gimme wah“.

Hey, Folk(s)!

Ganz so bekannt sind die Leute, mit denen P.O.S diesmal tatsächlich zusammengearbeitet hat, eher nicht. Trotzdem seien hier ein paar erwähnt. Den elektronisch rockenden Titeltrack 'We Don't Even Live Here' haben Housemeister und Boys Noize aus Berlin produziert.

Andrew Dawson, der immerhin durch seine Arbeit für Kanye West bereits einige Grammys gewonnen hat, kümmerte sich dagegen als Co-Produzent von P.O.S um 'How We Land'. Bei dem Stück singt übrigens Justin Vernon von der Folk-Band Bon Iver mit.

Vielleicht ist es deswegen das musikalisch sanfteste Lied des Albums geworden. Wobei es thematisch trotzdem darum geht, weiter den Mund aufzumachen, auch wenn kein Ende in Sicht ist: „We’re dealing with oceans, big fish, bigger hooks./ No coast, row! But just don’t go quiet, keep them alarms loud.“

Fazit: Mit 'We Don't Even Live Here' verfolgt P.O.S konsequent seinen Weg weiter, dass die Revolution tanzbar sein muss. Inhaltlich und musikalisch geht er dabei wenig Kompromisse ein. Charthits wird er so wahrscheinlich nicht landen. Aber als Abwechslung zu rein auf leichte Unterhaltung angelegte Rap-Tracks funktioniert das hier bestens.

Mehr Informationen unter: http://www.rhymesayers.com/pos

CD voraussichtlich ab 26. Oktober 2012 im Handel erhältlich.

Und hier ist eine Playlist für Videos von ihm:


Das könnte dazu passen:
Childish Gambino – Camp
Various – 58 Beats Presents: Wor(l)d Connects Vol. 1

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7. Januar 2016 4 07 /01 /Januar /2016 17:47

Da sind sie wieder: Äl Jawala veröffentlichten Anfang 2016 neue Musik. Jedenfalls fast, denn auf der CD 'Hypnophonic' werden auch bereits auf diversen EPs veröffentlichte Tracks nun gesammelt mit bisher unveröffentlichtem Material raus gebracht. Sobald es neue Infos zur Band und den Lyrics gibt, folgt hier mehr.

Der Tracklist liest sich wie folgt:
1. Wake up
2. Al Bint El Chalabia (Feat. Bayan Faroun)
3. Road to Eldorado (Feat. Rukie)
4. Voodoo Rag (Feat. Rukie)
5. Heart Overload
6. Satellite (Feat. Rukie)
7. Dancefloor Dervish
8. What do you care?
9. Intergalactic Medusa (Feat. Flo Mega)
10. Djanto (Feat. Mamoudou Doumbouya)
11. Be Anybody
12. Circle

Cover zu HyphnpphonicWie schon in der Kritik zur 'Road To Eldorado'-EP (siehe hier) geschrieben, verbirgt sich übrigens hinter dem Pseudonym Rukie die Künstlerin Franziska Grohmann, die als Delhia de France unter anderem schon Clueso und den Pentatones ihre Stimme lieh. Auf der EP gibt es übrigens noch das Stück 'Unzer Toirele', das es jetzt anscheinend nicht auf 'Hypnophonic' geschafft hat.

Bei 'Intergalactic Medusa' ist übrigens noch ein alter Bekannter dabei, der auch schon vor ein paar Jahren auf der 'Live'-CD von Äl Jawala (Kritik hier) zu hören war: Flo Mega. Damals wirkte er bei 'Backstabbers' mit.

Apropos, live! Für die kommenden Tage sind schon einige Termine angekündgt für eine Tour zur Record Release:

21.01.2016 Köln - Club Bahnhof Ehrenfeld

23.01.2016 Lübeck - Treibsand

25.01.2016 Hannover - Pavilion

30.01.2015 München - Ampere

31.01.2016 Karlsruhe - Tollhaus (Kulturzentrum e.V.)

Tour wird fortgesetzt. Mehr Termine folgen!

Hier ist zur Einstimmung noch das neueste Video, gedreht zu 'Be Anybody' mit dem eher einfach gehaltenen Lyrics. Hauptsächlich singt die Gruppe: "You can be anybody, be anybody."

 

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10. Dezember 2015 4 10 /12 /Dezember /2015 12:18

Gerade wurde von Amazon bekannt gegeben, welche Songs die meistverkauften des Jahres sind. Demnach führt bei Amazon in Deutschland Omi mit 'Cheerleader' die Hitliste an. Drei Titel aus der Top Ten sind übrigens auch auf der 'Kuschelrock'-3CD-Box Nummer 29 zu finden: 'Wolke 4' von Philipp Dittberner & Marv, 'Are You With Me' von Lost Frequencies und 'Firestone' von Kygo. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs an romantischen Liedern fürs Herz.

Cover zu Kuschelrock 29Apropos, Herz. Das Ganze gibt es auch als Geschenkedition in einer roten Herzbox. Seit September ist die neue Ausgabe der 'Kuschelrock'-Reihe übrigens schon erhältlich. Aber jetzt, wo es langsam da draußen immer ungemütlicher wird und Weihnachten naht, es ist schön, dass sie mit Lyrics fürs Herz etwas Wärme zu den Zuhörern bringt.

Mit dabei auf den drei CDs der 29. Ausgabe sind unter anderem Stars wie Sarah Connor, Adel Tawil als Gast bei SDP, Revolverheld, Andreas Bourani und Alicia Keys, die sowohl mit 'We Are Here' als auch einem Duett mit Pharrell Williams zu hören ist. Bei 'Know Who You Are' singen die beiden in den Lyrics: "I know who you are, and I know what you're feelin'."

Ich weiß zwar nicht, wer du bist. Aber wenn du mehr über die 'Kuschelrock 29' wissen willst, lies hier noch etwas weiter oder besuche jetzt direkt: https://www.kuschelrock.de/kuschelrock-vol-29/

Ein paar Stücke seien hier wenigstens noch kurz aufgelistet. Zur Tracklist gehören unter anderem:

  • 'Heartbeat Song (Skrux Remix)' von Kelly Clarkson
  • 'You & I (Nobody In The World)' von John Legend
  • 'You Make Me Wanna…' von Usher

Hier ist noch der Trailer dazu:

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10. Dezember 2015 4 10 /12 /Dezember /2015 10:08

Was tut sich eigentlich bei Flexis? Einigen Posts unter https://www.facebook.com/flexis.tv/ nach scheint er zumindest an neuer Musik zu arbeiten. Sein eigener Kommentar dazu: "Weniger labern, mehr produzieren."

cover-flexis.jpgWie damals im Januar 2013 in der Kritik hier erstmals aufgezeigt, bevor sie jetzt aktualisiert wurde, stellt Flexis sein Ego nämlich hinten an und denkt lieber an andere ... wie zum Beispiel seine Fans. Denn wenn Flexis auf seinem gleichnamigen Album nach ’Egotrips’ schiebt, geht es dem Berliner Rapper nicht um egozentrische Beweihräucherung. Viel mehr soll der Titel seine Vielfältigkeit aufzeigen, mit der er in verschiedene Egos und Rollen schlüpft. Und das macht er wirklich gut und sehr unterhaltsam.

Obwohl Flexis mit ’Egotrips’ gerade sein Debütalbum ins Rennen um die Rap-Krone schickt, ist er kein absoluter Frischling mehr. 2002 gründete er zusammen mit Phylo die Rap-Crew Da Flexiblez, mit der er zuletzt 2009 das Album ’Maulhelden’ veröffentlichte. Danach war er u.a. auf ’Rap Aus Berlin’ von Mach One und auf ’Urlaub Fürs Gehirn’ von K.I.Z. zu hören, die sich jetzt im Gegenzug dafür an ’Egotrips’ beteiligen.

Mach One ist sogar bei gleich zwei Stücken zu hören. Bei ’Selbst Schuld’ zählen sie zum Xylophon-Beat auf, dass sie ja nun wirklich nichts dafür können, wenn andere ihnen alles nachmachen wollen und dabei auf die Fresse fallen. Und obwohl der andere Track ’Love, Peace & Harmony’ heißt, machen sie auch darin hauptsächlich die Konkurrenz und andere unliebsame Mitmenschen zur Schnecke.

Ego Fresh

K.I.Z. wirken sogar – wenigstens in Teilen – bei drei der insgesamt 15 Songs mit. Als 'Strahlemann & Söhne' feiern sie mit Flexis und Mo über einen Beat von OMB, wie toll es ihnen geht. In den Lyrics erinnern sie anfangs ein bisschen an die herrlichen Angebereien von Eko Fresh: „Ich bin der Gangsta-Don./ Hab' für jeden hier 'n Getränke-Bon./ Mir ist die Scheiße egal./ Ich trink eine Molle aus dem Heiligen Gral.“

Aber es geht auch anders in dieser Kombi, denn später beim sozialkritischen 'Teenage Riot' über eine alleinerziehende Mutter ohne Perspektive hat DJ Craft noch die Scratches übernommen. Zudem hat Nico von K.I.Z. den elektrisch verspielten Beat für ’Leierkastenmann’ gebaut, zu dessen drogengeschwängerten Songtext ein völlig verstrahltes Video gedreht wurde.

Lachen ist die beste Medizin

Was das Album sehr gelungen macht, ist die musikalische und inhaltliche Vielfalt. Der Titeltrack hört sich mit Saxophonist Howard Sie ein bisschen nach Elektro-Swing an, wobei sich Flexis nicht zu schade ist, sich selbst von seiner Sängerin Tatjana dabei als „Schwuchtel“ dissen zu lassen.

Ähnlich wird auch beim hibbeligen 'Schönsaufen' am Ende der Spieß umgedreht, wenn Sängerin Mehira Cruz den vorher immer von Mo eingesungenen Refrain anstimmt: „Dich sauf ich mir schön./ Kein Bock, allein nach Hause zu gehen./ Ich sauf, bist du schön bist./ Noch ein Drink und du bist der Schönste./ Dich sauf ich mir schön.“

Lustig ist auch der Remix zu ’Internetjunkie’, bei dem Flexis wie Sido mit typisch Berliner Schnauze alle Klischees über Computernerds durch den Kakao zieht. Das Original kann übrigens noch unter http://soundcloud.com/flexis-tv neben weiteren Tracks als Free Download kostenlos runtergeladen werden.

Ernster ist dann wiederum die 'Todes-To-Do-Liste', bei der neben Flexis noch Amewu und Chefket darüber nachdenken, was sie alles erledigen müssten, bevor es irgendwann zu spät ist. Im Refrain heißt es: „Schau auf das, was du hast, denn bald wird dir alles genommen./ Streich deine Liste und schreib sie von vorn."


Fazit: Flexis hat auf 'Egotrips' im Grunde alles richtig gemacht. Gute, abwechselungsreiche Instrumentale gewählt, seine Inhalte von (kampf-)lustig bis nachdenklich breit gestreut und bekannte Mitstreiter gewonnen, die den Rahmen abstecken, ohne ihm selbst die Show zu stehlen. Mit etwas Glück werden wir da bestimmt noch mehr von ihm zu hören bekommen.

Mehr Informationen unter: http://www.flexis.tv

CD voraussichtlich ab 25. Januar 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Marteria, Yasha & Miss Platnum – Lila Wolken EP
Childish Gambino – Camp

Flexis live und in Farbe 2013 (Aussen Draussen Tour mit Mach One): 31.01. Dortmund – FZW *** 01.02. Köln – Underground *** 02.02. Münster – Skater´s Palace *** 22.02. Saarbrücken – kl. Garage *** 23.02.13 Würzburg – B-Hof *** 09.03. Berlin – Festsaal Kreuzberg

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9. Dezember 2015 3 09 /12 /Dezember /2015 10:37

Schon bei Erscheinen des Albums 'To Pimp A Butterfly' und der Kritik hier damals im März 2015 dazu war überall zu hören, dass Kendrick Lamar da was Großes abgeliefert hat. Entsprechend wurde er nun für ganze 11 Grammys nominiert. Im Februar 2016 wird sich dann zeigen, ob er sich gegen die Konkurrenz durchsetzen kann und auch gut ein Jahr nach der Veröffentlichung damit präsent bleibt.

 

Cover zu Kendrick Lamar2012 gelang Kendrick Lamar aus dem L.A.-Vorort Compton mit ’Good Kid, M.a.a.d. City’ der internationale Durchbruch. Drei Jahre später sind die Erwartungen an das Nachfolgewerk entsprechend hoch. Statt aber auf Nummer Sicher zu gehen, überrascht der US-Rapper mit unerwarteten Sounds und Inhalten.

Eröffnet wird das Album mit ’Wesley’s Theory’, bei dem erst die Titelzeile aus ’Every Nigga Is A Star’ von Boris Gardiner eingespielt wird. Danach weist Funk-Übervater Georg Clinton darauf hin, dass nach Verlassen des Kokons der Schmetterling einen tiefen Blick in sein Inneres werfen sollte. Und so macht es Kendrick Lamar auch und fragt sich, woher er kommt, wohin er will und was auf dem Weg an sein Ziel alles passiert ist und noch kommen könnte.

In der Mitte des Songs meldet sich entsprechend sein Executive Producer Dr. Dre zu Wort und teilt ihm mit, dass er alles erreichen kann. Schwieriger sei es allerdings, das dann auch zu behalten: „You said you wanted a spot like mine./ But remember, anybody can get it./ The hard part is keeping it, motherfucker.“

Auch Snoop Dogg stellt in ’Institutionalized’ klar, dass überall Gefahren lauern. Selbst wer den Aufstieg vom kleinen Jungen zum großen Star geschafft hat, wird seiner Vergangenheit und damit den Kniffen aus seiner ehemaligen Nachbarschaft laut Übersetzung der Lyrics nicht entkommen können: „And once upon a time in a city so divine – called West Side Compton, there stood a little nigga./ He was 5 foot something, dazed and confused – Talented but still under the neighborhood ruse.“

P.I.M.P. My Butterfly Effect

Produziert wurde das entspannt vor sich hingroovende ’Institutionalized’ von Rahki, der davor unter anderem schon mit 50 Cent, Eminem und Aloe Blacc zusammengearbeitet hat. Ganz anders klingt dagegen seine Produktion für ’i’, das vor schon gut einem halben Jahr als erste Single vorausgeschickt wurde. Die Gänsehaut erzeugende Hymne, die dazu aufruft, sich als Erstes einmal selbst zu lieben, wurde für ihre mitreißende Botschaft und stimmungsvolle Instrumentalisierung gerade mit zwei Grammys ausgezeichnet.

Weitere Helfer auf ’TPAB’ sind übrigens unter anderem die Soul-Sänger Ronald Isley und Bilal, die Rapperin Rapsody und Pharrell Williams, der das etwas poppigere ’Alright’ mit Terrace Martin am Saxophon produziert hat. Fehlen tun eigentlich nur ScHoolboy Q, Jay Rock und Ab-Soul von Kendrick Lamars Crew Black Hippy. Hinzu kommt dafür noch Boi-1da, der auch gerade an ’Dark Sky Paradise’ von Big Sean beteiligt war (Kritik dazu hier). Auf sein Konto geht die zweite Single ’The Blacker The Berry’, bei der sich Kendrick Lamar mit ordentlich Biss und gemeinsam mit dem Dancehall-Sänger Assassin gegen Rassismus wehrt.

Im letzten Stück ’Mortal Man’ erklärt Kendrick Lamar noch ausführlich in einem fiktiven Interview mit Tupac Shakur, wie der Vergleich mit dem Schmetterling gemeint ist. Etwas unklar ist schließlich am Albumtitel, ob das Verb „to pimp“ im Sinne von Aufmotzen gemeint ist oder ob es das Ausnutzen durch eine Art Zuhälter beschreibt. Ist der Schmetterling nicht das positive Ende einer Entwicklung, bei der er schließlich aus seinem begrenzenden Kokon ausbricht? Geht es darum, auf die Entwicklung zum Schmetterling hinzuwirken oder ihn nachträglich zu beeinflussen? Und kann der Flügelschlag eines Schmetterlings nicht einen Sturm auslösen?

Fazit: Mit ’To Pimp A Butterfly’ hat Kendrick Lamar ein Album geschaffen, mit dem er die Welt zum Besseren verändern will. Die zur Untermalung gewählte Mischung aus Jazz, Funk, Soul, Rap und mehr geht dabei gut ins Ohr, auch wenn nicht alles als Ohrwurm hängenbleibt und teilweise etwas schwere Kost ist. Vor allem auch inhaltlich, denn die philosophischen Ansätze heben das Werk weit über die rein musikalische Interpretation hinaus. Aber am Ende zählt, dass die Revolution tanzbar ist.

Album seit 16 März 2015 erhältlich.

Mehr Informationen unter: http://www.kendricklamar.com/

Das könnte dazu passen:
ScHoolboy Q – Oxymoron (inkl. Track mit Kendrick Lamar)
YG – My Krazy Life (inkl. Track mit Kendrick Lamar)
The Game – Jesus Piece (inkl. Track mit Kendrick Lamar)
Lupe Fiasco – Tetsuo & Youth (inkl. Track mit Ab-Soul)

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8. Dezember 2015 2 08 /12 /Dezember /2015 16:53

Gut ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von 'Glück ohne Scherben' im Mai 2015 kann Ferris MC auf eine bewegende Zeit in den letzten Monaten zurückblicken. Und sich auf 2016 freuen, dass ihn dank des kommenden Tatorts mit Til Schweiger weitere Aufmerksamkeit sichert.  

 

Cover zu Ferris MCÜber zu wenig Action konnte sich der Rapper zuletzt nicht beschweren. Sein Album erreichte immerhin die Nummer 21 in den deutschen Charts. Zudem trat er beim Bundesvision Song mit 'Monstertruck' an, landete aber leider nur auf Platz 13 von 16. Zusammen mit Mark Forster, gegen den er dabei haushoch verlor, saß er dafür anschliessend in der Jury des Eurovision Song Contests (ESC). Die TV-Präsenz war also gesichert.

Nun steht der nächste Coup an. Bei 'Der große Schmerz' mit Til Schweiger wirkt er mal wieder in einem Tatort mit, nachdem er bereits 2012 bei 'Hochzeitsnacht' mit Kriminalhauptkommissarin Inga Lürsen dabei war. Der Titelsong seines Albums wird außerdem bei der darauf folgenden Episode 'Fegefeuer' verwendet werden. Das neue Video dazu enthält entsprechend schon Szenen aus der Doppelfolge.

 

„Scherben bringen Glück“, heißt es. Doch Ferris MC möchte was Schönes schaffen, ohne vorher was zu zerbrechen. Zwei Jahrzehnte nach seinem Debütalbum ’Freaks’ als F.A.B mit Flowin Immo und 11 Jahre nach dem letzten offiziellen Solowerk als Ferris MC will es der 41-jährige Rapper noch einmal wissen.

Richtig weg war Ferris MC nie. 2006 wurde die bisherige Musikkarriere noch mal Revue passieren gelassen und dafür die Best-Of-Zusammenstellung 'Düstere Legenden' veröffentlicht, 2008 stieg er als festes Mitglied bei Deichkind ein. Nebenbei nahm er noch mit anderen Künstlern Musik auf, legte als DJ auf und arbeitete als Schauspieler. Doch der Rap-Virus ließ ihn nicht los.

Wobei ihm Swen Meyer, der unter anderem Olli Schulz, Kid Kopphausen und Tim Bendzko produziert hat, einen breit angelegtes Musikspektrum unter seine Lyrics gelegt hat. Allein die ersten beiden Singles 'All die schönen Dinge' und 'Roter Teppich' gehen in völlig unterschiedliche Richtungen. Während die zuerst genannte Nummer auf Elektro-Pop setzt, klingt das andere Stück nach Rap-Rock-Crossover. Passend zum aggressiveren Sound werden unter anderem Promis wie Olli Pocher, Boris Becker und die Bundeskanzlerin beleidigt: „Merkel beschwert sich, Gewalt sei nicht gut./ Sie beschwert sich? Die Alte ist doch schwer genug.“

Offen für völlig unterschiedliche Sounds war Ferris dabei ja übrigens schon immer. Für die Single ’Flash for Ferris MC’ bediente er sich zum Beispiel 2001 bei Billy Idol, 2004 unterstützte er dagegen das Elektro-Duo Moonbootica bei deren Single ’We 1,2 Rock’ und gut fünf Jahre später nahm er mit dem HipHop-„Punkah“ Swiss ’Weltuntergang’ für dessen ’Wixxxtäpe #1’ auf, das es unter http://www.missglueckte-welt.de/audio/wixxxtape-1/ als Free Download gibt.

Im Zeichen des Blockbustaz

Als einziger Gast auf seinem Album ist nun aber nur Eko Fresh bei 'Kill, Kill, Kill' zu hören. Dabei bedankt sich der Don mit einigen Anspielungen auf Songtitel von Ferris vor dem älteren Kollegen: „Eko Fresh, Ghettochef, mit dem Reimemonster./ Und ich schleich auf dem Beat, im Zeichen des Freaks./ Der scheiß Unterschied: Ich bin reich, du bist weak./ Du rauchst backstage Weed, rappst auf Flatrate-Beats./ Aber das hier ist das beste Ding seit F.A.B!“

Gemeinsam spielen die beiden auch als Sol und Hardy Seite an Seite in der TV-Serie ’Blockbustaz’, die letztes Jahr die Abstimmung im ’TVLab 2014’ von ZDF Neo gewonnen hat und nun produziert wird. Seine Vielseitigkeit beweist Ferris auch mit den Songideen auf 'Glück ohne Scherben'. So sind zum Beispiel 'Kater' und 'Spieler' Themensongs, bei denen er rund um die Titel Wortspiele zu Alkoholkonsum und Spielsucht macht.

Fazit: Klar, auch Ferris MC ist älter geworden. Folglich sind auf 'Glück ohne Scherben' auch nachdenklichere Töne zu hören. Aber keine Angst, denn er lässt immer noch die Kettensägen kreischen und überrollt bei Bedarf alles mit dem 'Monstertruck'. Denn trotz der nachvollziehbaren Weiterentwicklung gilt noch immer: „Einmal Freak, immer Freak“!

Album voraussichtlich ab 29. Mai 2015 erhältlich. Mehr Informationen unter: http://ferris-mc.de/

Das könnte dazu passen:
Übersicht zu den Artikeln über Deichkind
Swiss & Die Andern – Große Freiheit
Olli Schulz – Feelings aus der Asche

Ferris MC live und in Farbe 2015: 30.05. Hamburg – Uebel und Gefährlich *** 27.06. Hannover – Han“g“over Jam (mit u.a. Samy Deluxe, Afrob und Megaloh)

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13. Oktober 2015 2 13 /10 /Oktober /2015 20:14

„The day is my enemy, the night is my friend“, lautet die Zeile, die sich The Prodigy für den Titeltrack ihres im März erschienenen Albums von Cole Porter geliehen haben. Da ist es nur konsequent, die vor ein paar Wochen nachgereichte EP passend dazu zu benennen. Und die fünf Stücke darauf werden dem Titel auch mehr als gerecht: Hier kann die Nacht gefeiert werden.

Cover zu The Prodigy25 Jahre nach Bandgründung sind The Prodigy mit ihren Dance-Produktionen noch immer ganz vorne dabei. In ihrer Heimat Großbritannien landeten Liam Howlett, Keith „Keef“ Flint und Keith „Maxim“ Palmer erneut einen Nummer-1-Hit. In Deutschland reichte es immerhin für einen durchaus beachtlichen Platz 6.

Obwohl alle drei Mitglieder inzwischen Anfang bis Ende 40 sind, wissen sie noch genau, was die Leute zum Abgehen bewegt. Harte Beats, wilde Geräuscheffekte und parolenhafte Ansagen sorgen auf jeden Fall für ordentlich Druck. 'Beyond The Deathray' geht zum Beispiel gleich in die Vollen mit klirrendem Sound, bevor die Piano-Töne den Takt vorgeben. Kurze Verschnaufpause mit atmosphärischen Hall, schon bricht das Flirren wieder herein. Insgesamt ist das aber eher eines der fast schon ruhigeren Stücke auf dem neuen Album.

Der Anfang von 'Destroy' klingt dagegen nach Computerspiele-Soundtrack aus den Achtzigern, überlässt dann aber treibenden Rave-Klängen den Raum. Doch der Blick geht nicht nur zurück. Um am Puls der Zeit zu bleiben, haben sie auch etwas jüngere Gäste ins Boot geholt. Unterstützt wurden sie unter anderem bei 'Ibiza' vom HipHop-Duo Sleaford Mods, das vor acht Jahren gegründet wurde, und bei 'Rhythm Bomb' von Flux Pavilion, der 2015 gerade mal sein Debütalbum veröffentlicht hat.

Auf der 5-Track-EP, die als Limited Edition auf milchig-farbenen Heavyweight Clear Vinyl gepresst wurde, wird die funky klingende 'Rhythm Bomb' noch einmal in einer leicht gekürzten Edit-Version gezündet. Auch 'Get Your Fight On' wird hier noch einmal in einer Re-Eq-Variante präsentiert, die getreu den Lyrics für einen ordentlichen Energieschub sorgt: „Build up to critical mass./ Let loose the energy flash.“

Remix Rebels & Riot Starters

Cover zur Night EPNeben den eigenen Modifikationen haben The Prodigy noch zwei Kollegen gebeten, Hand an ihre Tracks zu legen. Zum einen dabei ist der kanadische Produzent René LaVice, der unter anderem auch schon 'Climax' vom US-amerikanischen R'n'B-Sänger Usher geremixt hat und das Stück unter https://soundcloud.com/renelavice als Free Download zur Verfügung stellt. Seine Bearbeitung von 'Rebel Radio' klingt auf jeden Fall ziemlich frisch, irgendwie etwas punk-rockiger und klarer auf den Punkt. Da ist gut vorstellbar, dass der Titel seines Remixes direkt in die Tat umgesetzt wird: „Start a fucking riot!“

Der Dubstepper Caspa aus London hat sich dagegen den Titeltrack des Albums vorgenommen. 'The Day Is My Enemy' klingt bei ihm passend zu seiner Genre-Vorliebe viel mehr nach einer Mischung aus Sägen, Sirenen, stotternden Beats und schrillen Schreien. Als besonderer Bonus ist außerdem das bisher unveröffentlichte und ziemlich bedrohlich klingende 'AWOL (Strike One)' enthalten. Die Abkürzung steht für 'absent without leave'. Dieser militärische Ausdruck beschreibt, wenn ein Soldat unerlaubt seinen Posten verlässt, also schlimmstenfalls desertiert. Dagegen wird bei The Prodigy wohl eher derjenige verurteilt, der einfach nur stramm steht. Es darf – beziehungsweise muss – wild getanzt werden.

Fazit: Wer 'The Day Is My Enemy' mochte, kommt bei 'The Night Is My Friend' garantiert auf seine Kosten. Zum Teil sind die neuen Versionen sogar einen Tick besser als die Originale. Zumindest betonen sie noch ein paar interessante Aspekte so anders, dass sie ordentlich Spaß machen. Da ist es fast schon schade, wenn sie weniger Gehör finden sollten als das ursprüngliche Material von The Prodigy. Und mit dem schönen Vinyl hat das Ganze definitiv einen Vorzeige-Charakter.

EP seit 11. September 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.theprodigy.com/

The Prodigy live und in Farbe 2015: 6.11. Oberhausen – König-Pilsener-Arena *** 7.11. Hamburg – Sporthalle *** 9.11. München – Zenith *** 10.11. Frankfurt – Festhalle (Tour wird in anderen Ländern fortgesetzt)

Das könnte dazu passen:
Sepalot – These Tears (Download-Single)
Der Produzent der bayrischen HipHop-Crew Blumentopf setzte Anfang des Jahres mit elektronischen Spielereien sowie diversen Breaks in Sound und Stil ein Lebenszeichen. Weitere Nummern folgten, die hoffentlich noch 2015 in einem neuen Album kummulieren.
Omar Souleyman – Bahdeni Nami
Das Berliner Produzenten-Duos Modeselektor bietet dem syrischen Sänger auf seinem Label 'Monkeytown' eine Plattform, um international zu punkten. Weitere Unterstützung erhält er dabei auf 'Bahdeni Nami' von unter anderem Gilles Peterson und Four Tet.

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9. Oktober 2015 5 09 /10 /Oktober /2015 17:09

Das Jahr hat letzten Monat seinen Herbst erreicht. Während es draußen langsam etwas ungemütlicher wurde, lieferten Gerard, die Rapper Roger & Schu von Blumentopf und das Gruselkabinett im September neues Material, um für gute Unterhaltung zu sorgen.

Gerard – Neue Welt

Cover zu GerardGut zwei Jahre, nachdem dem österreichischen Rapper Gerard mit dem Album ’Blausicht’ sein erster größerer Erfolg in Deutschland gelungen ist, meldete er sich jetzt mit ’Neue Welt’ zurück. Mit Platz 30 statt wie damals 27 bewegt er sich charts-technisch in ähnlichen Höhen. Eine andere Konstante ist, dass wieder OK Kid aus Köln dabei sind und bei den Lyrics zu ’Panorama’ erzählen, dass sie da sind, „... wo sich der Horizont zur Liebe im Detail verbindet“. Auch Patrick Pulsinger ist erneut dabei und hat fünf der 12 Tracks produziert. Darunter das im Titel nach Oxymoron, also gegensätzlich klingende ’Höhe fallen’ und ’Umso leerer der Laden’, bei dem Gerard mit der Wiener Sängerin Mimu Merz um die Definition ihrer Beziehung ringt.

Als weitere Produzenten konnte Gerard noch Claud, Stickle und die Beatgees für sich gewinnen, die für ’Gelb’ den Beat gebaut haben. Zusammen mit Maeckes von Die Orsons wurde dazu ein Video gedreht. Weitere gibt es zum chilligen ’Hallo’ mit der französisch-sprachigen Sängerin Alize Oswald von Aliose aus Genf, ’Durch die Nacht’ mit Sänger LOT aus Leipzig und ’Höhe fallen’, das (seiner Angabe zufolge als erster Musik-Clip weltweit) mit ’Google Deep Dream’ geschaffen wurde. Sieht ziemlich wimmelig aus, passt aber dafür recht gut zum flirrend-elektronischen Sound des Stücks. Also dann frei nach Pippi Langstrumpf auf in eine 'Neue Welt', „... widewide wie sie mir gefällt.

Album seit 4. September 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://gerardmc.at/

Gruselkabinett – 102: Mrs. Amworth (nach E.F. Benson)

Cover zu Gruselkabinett 103Die Macher der ’Gruselkabinett’-Hörspielreihe von Titania Medien haben den englischen Autor Edward Frederic Benson (1867-1940) für sich entdeckt. Obwohl er eher für seine Schauergeschichte ’Die Turmstube’ bekannt ist, entschieden sie sich hier erst einmal für die 1923 veröffentliche Story über ’Mrs Amworth’ (in der britischen Schreibweise der Abkürzung für eine unverheiratete Misses ohne Punkt). In der Rolle der namensgebenden Dame ist Anita Lochner zu hören, die vor allem als deutsche Synchronstimme von Isabelle Adjani bekannt sein dürfte. Was ja gut zu einer Femme fatale passt, die Männer nicht nur verführen, sondern auch möglicherweise Schlimmeres antun kann.

Entsprechend misstrauisch ist Prof. Francis Urcombe (gesprochen von Eckart Dux) auch, als besagte Mrs. Amworth 1932 im Örtchen Maxley im ländlichen Sussex auftaucht. Zuvor lebte sie lange in Peschawar, bevor sie Pakistan nach dem Tod ihres Mannes den Rücken kehrte. Während Urcombes Nachbar und Freund Emmet Foster (gesprochen von Sven Dahlem) sich sehr über die neue Einwohnerin freut, ahnt der Professor von Anfang an Böses. Immerhin findet er heraus, dass es rund um Peschawar eine – wie er es nennt – „Vampir-Epidemie“ gab. Seinen Recherchen zufolge fiel dieser auch Mr. Amworth zum Opfer, aber seine Witwe will davon nichts wissen. Dafür ereignen sich plötzlich in Maxley immer mehr unerklärliche Dinge ...

Hörspiel seit 10. September 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.titania-medien.de/cms/hoerspiele/gruselkabinett.html

Roger & Schu – Clap Your Fingers

Cover zu Roger und SchuWährend Sepalot in den ersten Monaten des Jahres einige Singles veröffentlicht und unter anderem am Album von Jesper Munk (Kurzkritk hier) mitgearbeitet hat, waren auch zwei andere Mitglieder vom Blumentopf nicht untätig. Als dynamisches Duo feilten Roger und Schu gemeinsam mit den Produzenten Maniac, Dexter, Bubu Styles und I.L.L. Will an ’Clap Your Fingers’. Nach großen Experimenten klingt das natürlich eher nicht. Das macht aber ja nichts beziehungsweise ist für Fans der Beiden eher erfreulich. So bleiben zumindest die Überraschungen eher aus, was Schu in den Lyrics zu ’TaktTaktTakt’ scheinbar selbst thematisiert: „Es sorgt für ein müdes Lächeln bei der Rhythm Section./ Aber TaktTaktTakt ist der Shit zum drüber rappen./ Das war vor 20 Jahren so und ist heute nicht anders./ Denn mein Flow ist so flexibel wie ein Deutscher Beamter.“

Solch eine tiefstapelnde Aussage ist natürlich übertrieben, denn das Ganze rollt doch sehr gut, auch wenn hier bei ’Clap Your Fingers’ das Rad so gut wie gar nicht neu erfunden wird. Aber wie die zwei in ’Deine Jungs / Meine Jungs’ sehr anschaulich und spaßig beschreiben, sind sie ja auch keine Zwanzig mehr. Da geht es eben nicht mehr um ’DPM’, also Drugs, Pussies, Money. Stattdessen erklären sie im Stück mit den drei Buchstaben clever, was sie heutzutage Weltpolitisches bewegt. Zurück in die Pubertät wird dafür in ’Gettin Busy’ gesprungen. Das Video dazu hat übrigens Janna Ji Wonders gedreht, die mit Schu in der Band Ya-Ha! gespielt hat (Kritik dazu hier). Dass so ein gemeinsames Projekt überhaupt in der Mache war, hätte vor acht Monaten wahrscheinlich keine(r) gedacht. Da hat Flo „Schu“ Schuster nämlich noch andere Töne angeschlagen und unter https://soundcloud.com/floschuster ein Cover zu ’Kokain’ von Extrabreit als Free Download veröffentlicht. Ob das auch auf der kommenden Tour gespielt wird oder tatsächlich die Konzentration auf ’Clap Your Fingers’ erfolgt, wird sich zeigen. Spaß verspricht dieses Doppel allemal.

Album seit 18. September 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://rogerundschu.de/

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