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7. Januar 2016 4 07 /01 /Januar /2016 17:47

Da sind sie wieder: Äl Jawala veröffentlichten Anfang 2016 neue Musik. Jedenfalls fast, denn auf der CD 'Hypnophonic' werden auch bereits auf diversen EPs veröffentlichte Tracks nun gesammelt mit bisher unveröffentlichtem Material raus gebracht. Sobald es neue Infos zur Band und den Lyrics gibt, folgt hier mehr.

Der Tracklist liest sich wie folgt:
1. Wake up
2. Al Bint El Chalabia (Feat. Bayan Faroun)
3. Road to Eldorado (Feat. Rukie)
4. Voodoo Rag (Feat. Rukie)
5. Heart Overload
6. Satellite (Feat. Rukie)
7. Dancefloor Dervish
8. What do you care?
9. Intergalactic Medusa (Feat. Flo Mega)
10. Djanto (Feat. Mamoudou Doumbouya)
11. Be Anybody
12. Circle

Cover zu HyphnpphonicWie schon in der Kritik zur 'Road To Eldorado'-EP (siehe hier) geschrieben, verbirgt sich übrigens hinter dem Pseudonym Rukie die Künstlerin Franziska Grohmann, die als Delhia de France unter anderem schon Clueso und den Pentatones ihre Stimme lieh. Auf der EP gibt es übrigens noch das Stück 'Unzer Toirele', das es jetzt anscheinend nicht auf 'Hypnophonic' geschafft hat.

Bei 'Intergalactic Medusa' ist übrigens noch ein alter Bekannter dabei, der auch schon vor ein paar Jahren auf der 'Live'-CD von Äl Jawala (Kritik hier) zu hören war: Flo Mega. Damals wirkte er bei 'Backstabbers' mit.

Apropos, live! Für die kommenden Tage sind schon einige Termine angekündgt für eine Tour zur Record Release:

21.01.2016 Köln - Club Bahnhof Ehrenfeld

23.01.2016 Lübeck - Treibsand

25.01.2016 Hannover - Pavilion

30.01.2015 München - Ampere

31.01.2016 Karlsruhe - Tollhaus (Kulturzentrum e.V.)

Tour wird fortgesetzt. Mehr Termine folgen!

Hier ist zur Einstimmung noch das neueste Video, gedreht zu 'Be Anybody' mit dem eher einfach gehaltenen Lyrics. Hauptsächlich singt die Gruppe: "You can be anybody, be anybody."

 

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10. Dezember 2015 4 10 /12 /Dezember /2015 12:18

Gerade wurde von Amazon bekannt gegeben, welche Songs die meistverkauften des Jahres sind. Demnach führt bei Amazon in Deutschland Omi mit 'Cheerleader' die Hitliste an. Drei Titel aus der Top Ten sind übrigens auch auf der 'Kuschelrock'-3CD-Box Nummer 29 zu finden: 'Wolke 4' von Philipp Dittberner & Marv, 'Are You With Me' von Lost Frequencies und 'Firestone' von Kygo. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs an romantischen Liedern fürs Herz.

Cover zu Kuschelrock 29Apropos, Herz. Das Ganze gibt es auch als Geschenkedition in einer roten Herzbox. Seit September ist die neue Ausgabe der 'Kuschelrock'-Reihe übrigens schon erhältlich. Aber jetzt, wo es langsam da draußen immer ungemütlicher wird und Weihnachten naht, es ist schön, dass sie mit Lyrics fürs Herz etwas Wärme zu den Zuhörern bringt.

Mit dabei auf den drei CDs der 29. Ausgabe sind unter anderem Stars wie Sarah Connor, Adel Tawil als Gast bei SDP, Revolverheld, Andreas Bourani und Alicia Keys, die sowohl mit 'We Are Here' als auch einem Duett mit Pharrell Williams zu hören ist. Bei 'Know Who You Are' singen die beiden in den Lyrics: "I know who you are, and I know what you're feelin'."

Ich weiß zwar nicht, wer du bist. Aber wenn du mehr über die 'Kuschelrock 29' wissen willst, lies hier noch etwas weiter oder besuche jetzt direkt: https://www.kuschelrock.de/kuschelrock-vol-29/

Ein paar Stücke seien hier wenigstens noch kurz aufgelistet. Zur Tracklist gehören unter anderem:

  • 'Heartbeat Song (Skrux Remix)' von Kelly Clarkson
  • 'You & I (Nobody In The World)' von John Legend
  • 'You Make Me Wanna…' von Usher

Hier ist noch der Trailer dazu:

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10. Dezember 2015 4 10 /12 /Dezember /2015 10:08

Was tut sich eigentlich bei Flexis? Einigen Posts unter https://www.facebook.com/flexis.tv/ nach scheint er zumindest an neuer Musik zu arbeiten. Sein eigener Kommentar dazu: "Weniger labern, mehr produzieren."

cover-flexis.jpgWie damals im Januar 2013 in der Kritik hier erstmals aufgezeigt, bevor sie jetzt aktualisiert wurde, stellt Flexis sein Ego nämlich hinten an und denkt lieber an andere ... wie zum Beispiel seine Fans. Denn wenn Flexis auf seinem gleichnamigen Album nach ’Egotrips’ schiebt, geht es dem Berliner Rapper nicht um egozentrische Beweihräucherung. Viel mehr soll der Titel seine Vielfältigkeit aufzeigen, mit der er in verschiedene Egos und Rollen schlüpft. Und das macht er wirklich gut und sehr unterhaltsam.

Obwohl Flexis mit ’Egotrips’ gerade sein Debütalbum ins Rennen um die Rap-Krone schickt, ist er kein absoluter Frischling mehr. 2002 gründete er zusammen mit Phylo die Rap-Crew Da Flexiblez, mit der er zuletzt 2009 das Album ’Maulhelden’ veröffentlichte. Danach war er u.a. auf ’Rap Aus Berlin’ von Mach One und auf ’Urlaub Fürs Gehirn’ von K.I.Z. zu hören, die sich jetzt im Gegenzug dafür an ’Egotrips’ beteiligen.

Mach One ist sogar bei gleich zwei Stücken zu hören. Bei ’Selbst Schuld’ zählen sie zum Xylophon-Beat auf, dass sie ja nun wirklich nichts dafür können, wenn andere ihnen alles nachmachen wollen und dabei auf die Fresse fallen. Und obwohl der andere Track ’Love, Peace & Harmony’ heißt, machen sie auch darin hauptsächlich die Konkurrenz und andere unliebsame Mitmenschen zur Schnecke.

Ego Fresh

K.I.Z. wirken sogar – wenigstens in Teilen – bei drei der insgesamt 15 Songs mit. Als 'Strahlemann & Söhne' feiern sie mit Flexis und Mo über einen Beat von OMB, wie toll es ihnen geht. In den Lyrics erinnern sie anfangs ein bisschen an die herrlichen Angebereien von Eko Fresh: „Ich bin der Gangsta-Don./ Hab' für jeden hier 'n Getränke-Bon./ Mir ist die Scheiße egal./ Ich trink eine Molle aus dem Heiligen Gral.“

Aber es geht auch anders in dieser Kombi, denn später beim sozialkritischen 'Teenage Riot' über eine alleinerziehende Mutter ohne Perspektive hat DJ Craft noch die Scratches übernommen. Zudem hat Nico von K.I.Z. den elektrisch verspielten Beat für ’Leierkastenmann’ gebaut, zu dessen drogengeschwängerten Songtext ein völlig verstrahltes Video gedreht wurde.

Lachen ist die beste Medizin

Was das Album sehr gelungen macht, ist die musikalische und inhaltliche Vielfalt. Der Titeltrack hört sich mit Saxophonist Howard Sie ein bisschen nach Elektro-Swing an, wobei sich Flexis nicht zu schade ist, sich selbst von seiner Sängerin Tatjana dabei als „Schwuchtel“ dissen zu lassen.

Ähnlich wird auch beim hibbeligen 'Schönsaufen' am Ende der Spieß umgedreht, wenn Sängerin Mehira Cruz den vorher immer von Mo eingesungenen Refrain anstimmt: „Dich sauf ich mir schön./ Kein Bock, allein nach Hause zu gehen./ Ich sauf, bist du schön bist./ Noch ein Drink und du bist der Schönste./ Dich sauf ich mir schön.“

Lustig ist auch der Remix zu ’Internetjunkie’, bei dem Flexis wie Sido mit typisch Berliner Schnauze alle Klischees über Computernerds durch den Kakao zieht. Das Original kann übrigens noch unter http://soundcloud.com/flexis-tv neben weiteren Tracks als Free Download kostenlos runtergeladen werden.

Ernster ist dann wiederum die 'Todes-To-Do-Liste', bei der neben Flexis noch Amewu und Chefket darüber nachdenken, was sie alles erledigen müssten, bevor es irgendwann zu spät ist. Im Refrain heißt es: „Schau auf das, was du hast, denn bald wird dir alles genommen./ Streich deine Liste und schreib sie von vorn."


Fazit: Flexis hat auf 'Egotrips' im Grunde alles richtig gemacht. Gute, abwechselungsreiche Instrumentale gewählt, seine Inhalte von (kampf-)lustig bis nachdenklich breit gestreut und bekannte Mitstreiter gewonnen, die den Rahmen abstecken, ohne ihm selbst die Show zu stehlen. Mit etwas Glück werden wir da bestimmt noch mehr von ihm zu hören bekommen.

Mehr Informationen unter: http://www.flexis.tv

CD voraussichtlich ab 25. Januar 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Marteria, Yasha & Miss Platnum – Lila Wolken EP
Childish Gambino – Camp

Flexis live und in Farbe 2013 (Aussen Draussen Tour mit Mach One): 31.01. Dortmund – FZW *** 01.02. Köln – Underground *** 02.02. Münster – Skater´s Palace *** 22.02. Saarbrücken – kl. Garage *** 23.02.13 Würzburg – B-Hof *** 09.03. Berlin – Festsaal Kreuzberg

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9. Dezember 2015 3 09 /12 /Dezember /2015 10:37

Schon bei Erscheinen des Albums 'To Pimp A Butterfly' und der Kritik hier damals im März 2015 dazu war überall zu hören, dass Kendrick Lamar da was Großes abgeliefert hat. Entsprechend wurde er nun für ganze 11 Grammys nominiert. Im Februar 2016 wird sich dann zeigen, ob er sich gegen die Konkurrenz durchsetzen kann und auch gut ein Jahr nach der Veröffentlichung damit präsent bleibt.

 

Cover zu Kendrick Lamar2012 gelang Kendrick Lamar aus dem L.A.-Vorort Compton mit ’Good Kid, M.a.a.d. City’ der internationale Durchbruch. Drei Jahre später sind die Erwartungen an das Nachfolgewerk entsprechend hoch. Statt aber auf Nummer Sicher zu gehen, überrascht der US-Rapper mit unerwarteten Sounds und Inhalten.

Eröffnet wird das Album mit ’Wesley’s Theory’, bei dem erst die Titelzeile aus ’Every Nigga Is A Star’ von Boris Gardiner eingespielt wird. Danach weist Funk-Übervater Georg Clinton darauf hin, dass nach Verlassen des Kokons der Schmetterling einen tiefen Blick in sein Inneres werfen sollte. Und so macht es Kendrick Lamar auch und fragt sich, woher er kommt, wohin er will und was auf dem Weg an sein Ziel alles passiert ist und noch kommen könnte.

In der Mitte des Songs meldet sich entsprechend sein Executive Producer Dr. Dre zu Wort und teilt ihm mit, dass er alles erreichen kann. Schwieriger sei es allerdings, das dann auch zu behalten: „You said you wanted a spot like mine./ But remember, anybody can get it./ The hard part is keeping it, motherfucker.“

Auch Snoop Dogg stellt in ’Institutionalized’ klar, dass überall Gefahren lauern. Selbst wer den Aufstieg vom kleinen Jungen zum großen Star geschafft hat, wird seiner Vergangenheit und damit den Kniffen aus seiner ehemaligen Nachbarschaft laut Übersetzung der Lyrics nicht entkommen können: „And once upon a time in a city so divine – called West Side Compton, there stood a little nigga./ He was 5 foot something, dazed and confused – Talented but still under the neighborhood ruse.“

P.I.M.P. My Butterfly Effect

Produziert wurde das entspannt vor sich hingroovende ’Institutionalized’ von Rahki, der davor unter anderem schon mit 50 Cent, Eminem und Aloe Blacc zusammengearbeitet hat. Ganz anders klingt dagegen seine Produktion für ’i’, das vor schon gut einem halben Jahr als erste Single vorausgeschickt wurde. Die Gänsehaut erzeugende Hymne, die dazu aufruft, sich als Erstes einmal selbst zu lieben, wurde für ihre mitreißende Botschaft und stimmungsvolle Instrumentalisierung gerade mit zwei Grammys ausgezeichnet.

Weitere Helfer auf ’TPAB’ sind übrigens unter anderem die Soul-Sänger Ronald Isley und Bilal, die Rapperin Rapsody und Pharrell Williams, der das etwas poppigere ’Alright’ mit Terrace Martin am Saxophon produziert hat. Fehlen tun eigentlich nur ScHoolboy Q, Jay Rock und Ab-Soul von Kendrick Lamars Crew Black Hippy. Hinzu kommt dafür noch Boi-1da, der auch gerade an ’Dark Sky Paradise’ von Big Sean beteiligt war (Kritik dazu hier). Auf sein Konto geht die zweite Single ’The Blacker The Berry’, bei der sich Kendrick Lamar mit ordentlich Biss und gemeinsam mit dem Dancehall-Sänger Assassin gegen Rassismus wehrt.

Im letzten Stück ’Mortal Man’ erklärt Kendrick Lamar noch ausführlich in einem fiktiven Interview mit Tupac Shakur, wie der Vergleich mit dem Schmetterling gemeint ist. Etwas unklar ist schließlich am Albumtitel, ob das Verb „to pimp“ im Sinne von Aufmotzen gemeint ist oder ob es das Ausnutzen durch eine Art Zuhälter beschreibt. Ist der Schmetterling nicht das positive Ende einer Entwicklung, bei der er schließlich aus seinem begrenzenden Kokon ausbricht? Geht es darum, auf die Entwicklung zum Schmetterling hinzuwirken oder ihn nachträglich zu beeinflussen? Und kann der Flügelschlag eines Schmetterlings nicht einen Sturm auslösen?

Fazit: Mit ’To Pimp A Butterfly’ hat Kendrick Lamar ein Album geschaffen, mit dem er die Welt zum Besseren verändern will. Die zur Untermalung gewählte Mischung aus Jazz, Funk, Soul, Rap und mehr geht dabei gut ins Ohr, auch wenn nicht alles als Ohrwurm hängenbleibt und teilweise etwas schwere Kost ist. Vor allem auch inhaltlich, denn die philosophischen Ansätze heben das Werk weit über die rein musikalische Interpretation hinaus. Aber am Ende zählt, dass die Revolution tanzbar ist.

Album seit 16 März 2015 erhältlich.

Mehr Informationen unter: http://www.kendricklamar.com/

Das könnte dazu passen:
ScHoolboy Q – Oxymoron (inkl. Track mit Kendrick Lamar)
YG – My Krazy Life (inkl. Track mit Kendrick Lamar)
The Game – Jesus Piece (inkl. Track mit Kendrick Lamar)
Lupe Fiasco – Tetsuo & Youth (inkl. Track mit Ab-Soul)

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8. Dezember 2015 2 08 /12 /Dezember /2015 16:53

Gut ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von 'Glück ohne Scherben' im Mai 2015 kann Ferris MC auf eine bewegende Zeit in den letzten Monaten zurückblicken. Und sich auf 2016 freuen, dass ihn dank des kommenden Tatorts mit Til Schweiger weitere Aufmerksamkeit sichert.  

 

Cover zu Ferris MCÜber zu wenig Action konnte sich der Rapper zuletzt nicht beschweren. Sein Album erreichte immerhin die Nummer 21 in den deutschen Charts. Zudem trat er beim Bundesvision Song mit 'Monstertruck' an, landete aber leider nur auf Platz 13 von 16. Zusammen mit Mark Forster, gegen den er dabei haushoch verlor, saß er dafür anschliessend in der Jury des Eurovision Song Contests (ESC). Die TV-Präsenz war also gesichert.

Nun steht der nächste Coup an. Bei 'Der große Schmerz' mit Til Schweiger wirkt er mal wieder in einem Tatort mit, nachdem er bereits 2012 bei 'Hochzeitsnacht' mit Kriminalhauptkommissarin Inga Lürsen dabei war. Der Titelsong seines Albums wird außerdem bei der darauf folgenden Episode 'Fegefeuer' verwendet werden. Das neue Video dazu enthält entsprechend schon Szenen aus der Doppelfolge.

 

„Scherben bringen Glück“, heißt es. Doch Ferris MC möchte was Schönes schaffen, ohne vorher was zu zerbrechen. Zwei Jahrzehnte nach seinem Debütalbum ’Freaks’ als F.A.B mit Flowin Immo und 11 Jahre nach dem letzten offiziellen Solowerk als Ferris MC will es der 41-jährige Rapper noch einmal wissen.

Richtig weg war Ferris MC nie. 2006 wurde die bisherige Musikkarriere noch mal Revue passieren gelassen und dafür die Best-Of-Zusammenstellung 'Düstere Legenden' veröffentlicht, 2008 stieg er als festes Mitglied bei Deichkind ein. Nebenbei nahm er noch mit anderen Künstlern Musik auf, legte als DJ auf und arbeitete als Schauspieler. Doch der Rap-Virus ließ ihn nicht los.

Wobei ihm Swen Meyer, der unter anderem Olli Schulz, Kid Kopphausen und Tim Bendzko produziert hat, einen breit angelegtes Musikspektrum unter seine Lyrics gelegt hat. Allein die ersten beiden Singles 'All die schönen Dinge' und 'Roter Teppich' gehen in völlig unterschiedliche Richtungen. Während die zuerst genannte Nummer auf Elektro-Pop setzt, klingt das andere Stück nach Rap-Rock-Crossover. Passend zum aggressiveren Sound werden unter anderem Promis wie Olli Pocher, Boris Becker und die Bundeskanzlerin beleidigt: „Merkel beschwert sich, Gewalt sei nicht gut./ Sie beschwert sich? Die Alte ist doch schwer genug.“

Offen für völlig unterschiedliche Sounds war Ferris dabei ja übrigens schon immer. Für die Single ’Flash for Ferris MC’ bediente er sich zum Beispiel 2001 bei Billy Idol, 2004 unterstützte er dagegen das Elektro-Duo Moonbootica bei deren Single ’We 1,2 Rock’ und gut fünf Jahre später nahm er mit dem HipHop-„Punkah“ Swiss ’Weltuntergang’ für dessen ’Wixxxtäpe #1’ auf, das es unter http://www.missglueckte-welt.de/audio/wixxxtape-1/ als Free Download gibt.

Im Zeichen des Blockbustaz

Als einziger Gast auf seinem Album ist nun aber nur Eko Fresh bei 'Kill, Kill, Kill' zu hören. Dabei bedankt sich der Don mit einigen Anspielungen auf Songtitel von Ferris vor dem älteren Kollegen: „Eko Fresh, Ghettochef, mit dem Reimemonster./ Und ich schleich auf dem Beat, im Zeichen des Freaks./ Der scheiß Unterschied: Ich bin reich, du bist weak./ Du rauchst backstage Weed, rappst auf Flatrate-Beats./ Aber das hier ist das beste Ding seit F.A.B!“

Gemeinsam spielen die beiden auch als Sol und Hardy Seite an Seite in der TV-Serie ’Blockbustaz’, die letztes Jahr die Abstimmung im ’TVLab 2014’ von ZDF Neo gewonnen hat und nun produziert wird. Seine Vielseitigkeit beweist Ferris auch mit den Songideen auf 'Glück ohne Scherben'. So sind zum Beispiel 'Kater' und 'Spieler' Themensongs, bei denen er rund um die Titel Wortspiele zu Alkoholkonsum und Spielsucht macht.

Fazit: Klar, auch Ferris MC ist älter geworden. Folglich sind auf 'Glück ohne Scherben' auch nachdenklichere Töne zu hören. Aber keine Angst, denn er lässt immer noch die Kettensägen kreischen und überrollt bei Bedarf alles mit dem 'Monstertruck'. Denn trotz der nachvollziehbaren Weiterentwicklung gilt noch immer: „Einmal Freak, immer Freak“!

Album voraussichtlich ab 29. Mai 2015 erhältlich. Mehr Informationen unter: http://ferris-mc.de/

Das könnte dazu passen:
Übersicht zu den Artikeln über Deichkind
Swiss & Die Andern – Große Freiheit
Olli Schulz – Feelings aus der Asche

Ferris MC live und in Farbe 2015: 30.05. Hamburg – Uebel und Gefährlich *** 27.06. Hannover – Han“g“over Jam (mit u.a. Samy Deluxe, Afrob und Megaloh)

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13. Oktober 2015 2 13 /10 /Oktober /2015 20:14

„The day is my enemy, the night is my friend“, lautet die Zeile, die sich The Prodigy für den Titeltrack ihres im März erschienenen Albums von Cole Porter geliehen haben. Da ist es nur konsequent, die vor ein paar Wochen nachgereichte EP passend dazu zu benennen. Und die fünf Stücke darauf werden dem Titel auch mehr als gerecht: Hier kann die Nacht gefeiert werden.

Cover zu The Prodigy25 Jahre nach Bandgründung sind The Prodigy mit ihren Dance-Produktionen noch immer ganz vorne dabei. In ihrer Heimat Großbritannien landeten Liam Howlett, Keith „Keef“ Flint und Keith „Maxim“ Palmer erneut einen Nummer-1-Hit. In Deutschland reichte es immerhin für einen durchaus beachtlichen Platz 6.

Obwohl alle drei Mitglieder inzwischen Anfang bis Ende 40 sind, wissen sie noch genau, was die Leute zum Abgehen bewegt. Harte Beats, wilde Geräuscheffekte und parolenhafte Ansagen sorgen auf jeden Fall für ordentlich Druck. 'Beyond The Deathray' geht zum Beispiel gleich in die Vollen mit klirrendem Sound, bevor die Piano-Töne den Takt vorgeben. Kurze Verschnaufpause mit atmosphärischen Hall, schon bricht das Flirren wieder herein. Insgesamt ist das aber eher eines der fast schon ruhigeren Stücke auf dem neuen Album.

Der Anfang von 'Destroy' klingt dagegen nach Computerspiele-Soundtrack aus den Achtzigern, überlässt dann aber treibenden Rave-Klängen den Raum. Doch der Blick geht nicht nur zurück. Um am Puls der Zeit zu bleiben, haben sie auch etwas jüngere Gäste ins Boot geholt. Unterstützt wurden sie unter anderem bei 'Ibiza' vom HipHop-Duo Sleaford Mods, das vor acht Jahren gegründet wurde, und bei 'Rhythm Bomb' von Flux Pavilion, der 2015 gerade mal sein Debütalbum veröffentlicht hat.

Auf der 5-Track-EP, die als Limited Edition auf milchig-farbenen Heavyweight Clear Vinyl gepresst wurde, wird die funky klingende 'Rhythm Bomb' noch einmal in einer leicht gekürzten Edit-Version gezündet. Auch 'Get Your Fight On' wird hier noch einmal in einer Re-Eq-Variante präsentiert, die getreu den Lyrics für einen ordentlichen Energieschub sorgt: „Build up to critical mass./ Let loose the energy flash.“

Remix Rebels & Riot Starters

Cover zur Night EPNeben den eigenen Modifikationen haben The Prodigy noch zwei Kollegen gebeten, Hand an ihre Tracks zu legen. Zum einen dabei ist der kanadische Produzent René LaVice, der unter anderem auch schon 'Climax' vom US-amerikanischen R'n'B-Sänger Usher geremixt hat und das Stück unter https://soundcloud.com/renelavice als Free Download zur Verfügung stellt. Seine Bearbeitung von 'Rebel Radio' klingt auf jeden Fall ziemlich frisch, irgendwie etwas punk-rockiger und klarer auf den Punkt. Da ist gut vorstellbar, dass der Titel seines Remixes direkt in die Tat umgesetzt wird: „Start a fucking riot!“

Der Dubstepper Caspa aus London hat sich dagegen den Titeltrack des Albums vorgenommen. 'The Day Is My Enemy' klingt bei ihm passend zu seiner Genre-Vorliebe viel mehr nach einer Mischung aus Sägen, Sirenen, stotternden Beats und schrillen Schreien. Als besonderer Bonus ist außerdem das bisher unveröffentlichte und ziemlich bedrohlich klingende 'AWOL (Strike One)' enthalten. Die Abkürzung steht für 'absent without leave'. Dieser militärische Ausdruck beschreibt, wenn ein Soldat unerlaubt seinen Posten verlässt, also schlimmstenfalls desertiert. Dagegen wird bei The Prodigy wohl eher derjenige verurteilt, der einfach nur stramm steht. Es darf – beziehungsweise muss – wild getanzt werden.

Fazit: Wer 'The Day Is My Enemy' mochte, kommt bei 'The Night Is My Friend' garantiert auf seine Kosten. Zum Teil sind die neuen Versionen sogar einen Tick besser als die Originale. Zumindest betonen sie noch ein paar interessante Aspekte so anders, dass sie ordentlich Spaß machen. Da ist es fast schon schade, wenn sie weniger Gehör finden sollten als das ursprüngliche Material von The Prodigy. Und mit dem schönen Vinyl hat das Ganze definitiv einen Vorzeige-Charakter.

EP seit 11. September 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.theprodigy.com/

The Prodigy live und in Farbe 2015: 6.11. Oberhausen – König-Pilsener-Arena *** 7.11. Hamburg – Sporthalle *** 9.11. München – Zenith *** 10.11. Frankfurt – Festhalle (Tour wird in anderen Ländern fortgesetzt)

Das könnte dazu passen:
Sepalot – These Tears (Download-Single)
Der Produzent der bayrischen HipHop-Crew Blumentopf setzte Anfang des Jahres mit elektronischen Spielereien sowie diversen Breaks in Sound und Stil ein Lebenszeichen. Weitere Nummern folgten, die hoffentlich noch 2015 in einem neuen Album kummulieren.
Omar Souleyman – Bahdeni Nami
Das Berliner Produzenten-Duos Modeselektor bietet dem syrischen Sänger auf seinem Label 'Monkeytown' eine Plattform, um international zu punkten. Weitere Unterstützung erhält er dabei auf 'Bahdeni Nami' von unter anderem Gilles Peterson und Four Tet.

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9. Oktober 2015 5 09 /10 /Oktober /2015 17:09

Das Jahr hat letzten Monat seinen Herbst erreicht. Während es draußen langsam etwas ungemütlicher wurde, lieferten Gerard, die Rapper Roger & Schu von Blumentopf und das Gruselkabinett im September neues Material, um für gute Unterhaltung zu sorgen.

Gerard – Neue Welt

Cover zu GerardGut zwei Jahre, nachdem dem österreichischen Rapper Gerard mit dem Album ’Blausicht’ sein erster größerer Erfolg in Deutschland gelungen ist, meldete er sich jetzt mit ’Neue Welt’ zurück. Mit Platz 30 statt wie damals 27 bewegt er sich charts-technisch in ähnlichen Höhen. Eine andere Konstante ist, dass wieder OK Kid aus Köln dabei sind und bei den Lyrics zu ’Panorama’ erzählen, dass sie da sind, „... wo sich der Horizont zur Liebe im Detail verbindet“. Auch Patrick Pulsinger ist erneut dabei und hat fünf der 12 Tracks produziert. Darunter das im Titel nach Oxymoron, also gegensätzlich klingende ’Höhe fallen’ und ’Umso leerer der Laden’, bei dem Gerard mit der Wiener Sängerin Mimu Merz um die Definition ihrer Beziehung ringt.

Als weitere Produzenten konnte Gerard noch Claud, Stickle und die Beatgees für sich gewinnen, die für ’Gelb’ den Beat gebaut haben. Zusammen mit Maeckes von Die Orsons wurde dazu ein Video gedreht. Weitere gibt es zum chilligen ’Hallo’ mit der französisch-sprachigen Sängerin Alize Oswald von Aliose aus Genf, ’Durch die Nacht’ mit Sänger LOT aus Leipzig und ’Höhe fallen’, das (seiner Angabe zufolge als erster Musik-Clip weltweit) mit ’Google Deep Dream’ geschaffen wurde. Sieht ziemlich wimmelig aus, passt aber dafür recht gut zum flirrend-elektronischen Sound des Stücks. Also dann frei nach Pippi Langstrumpf auf in eine 'Neue Welt', „... widewide wie sie mir gefällt.

Album seit 4. September 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://gerardmc.at/

Gruselkabinett – 102: Mrs. Amworth (nach E.F. Benson)

Cover zu Gruselkabinett 103Die Macher der ’Gruselkabinett’-Hörspielreihe von Titania Medien haben den englischen Autor Edward Frederic Benson (1867-1940) für sich entdeckt. Obwohl er eher für seine Schauergeschichte ’Die Turmstube’ bekannt ist, entschieden sie sich hier erst einmal für die 1923 veröffentliche Story über ’Mrs Amworth’ (in der britischen Schreibweise der Abkürzung für eine unverheiratete Misses ohne Punkt). In der Rolle der namensgebenden Dame ist Anita Lochner zu hören, die vor allem als deutsche Synchronstimme von Isabelle Adjani bekannt sein dürfte. Was ja gut zu einer Femme fatale passt, die Männer nicht nur verführen, sondern auch möglicherweise Schlimmeres antun kann.

Entsprechend misstrauisch ist Prof. Francis Urcombe (gesprochen von Eckart Dux) auch, als besagte Mrs. Amworth 1932 im Örtchen Maxley im ländlichen Sussex auftaucht. Zuvor lebte sie lange in Peschawar, bevor sie Pakistan nach dem Tod ihres Mannes den Rücken kehrte. Während Urcombes Nachbar und Freund Emmet Foster (gesprochen von Sven Dahlem) sich sehr über die neue Einwohnerin freut, ahnt der Professor von Anfang an Böses. Immerhin findet er heraus, dass es rund um Peschawar eine – wie er es nennt – „Vampir-Epidemie“ gab. Seinen Recherchen zufolge fiel dieser auch Mr. Amworth zum Opfer, aber seine Witwe will davon nichts wissen. Dafür ereignen sich plötzlich in Maxley immer mehr unerklärliche Dinge ...

Hörspiel seit 10. September 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.titania-medien.de/cms/hoerspiele/gruselkabinett.html

Roger & Schu – Clap Your Fingers

Cover zu Roger und SchuWährend Sepalot in den ersten Monaten des Jahres einige Singles veröffentlicht und unter anderem am Album von Jesper Munk (Kurzkritk hier) mitgearbeitet hat, waren auch zwei andere Mitglieder vom Blumentopf nicht untätig. Als dynamisches Duo feilten Roger und Schu gemeinsam mit den Produzenten Maniac, Dexter, Bubu Styles und I.L.L. Will an ’Clap Your Fingers’. Nach großen Experimenten klingt das natürlich eher nicht. Das macht aber ja nichts beziehungsweise ist für Fans der Beiden eher erfreulich. So bleiben zumindest die Überraschungen eher aus, was Schu in den Lyrics zu ’TaktTaktTakt’ scheinbar selbst thematisiert: „Es sorgt für ein müdes Lächeln bei der Rhythm Section./ Aber TaktTaktTakt ist der Shit zum drüber rappen./ Das war vor 20 Jahren so und ist heute nicht anders./ Denn mein Flow ist so flexibel wie ein Deutscher Beamter.“

Solch eine tiefstapelnde Aussage ist natürlich übertrieben, denn das Ganze rollt doch sehr gut, auch wenn hier bei ’Clap Your Fingers’ das Rad so gut wie gar nicht neu erfunden wird. Aber wie die zwei in ’Deine Jungs / Meine Jungs’ sehr anschaulich und spaßig beschreiben, sind sie ja auch keine Zwanzig mehr. Da geht es eben nicht mehr um ’DPM’, also Drugs, Pussies, Money. Stattdessen erklären sie im Stück mit den drei Buchstaben clever, was sie heutzutage Weltpolitisches bewegt. Zurück in die Pubertät wird dafür in ’Gettin Busy’ gesprungen. Das Video dazu hat übrigens Janna Ji Wonders gedreht, die mit Schu in der Band Ya-Ha! gespielt hat (Kritik dazu hier). Dass so ein gemeinsames Projekt überhaupt in der Mache war, hätte vor acht Monaten wahrscheinlich keine(r) gedacht. Da hat Flo „Schu“ Schuster nämlich noch andere Töne angeschlagen und unter https://soundcloud.com/floschuster ein Cover zu ’Kokain’ von Extrabreit als Free Download veröffentlicht. Ob das auch auf der kommenden Tour gespielt wird oder tatsächlich die Konzentration auf ’Clap Your Fingers’ erfolgt, wird sich zeigen. Spaß verspricht dieses Doppel allemal.

Album seit 18. September 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://rogerundschu.de/

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6. August 2015 4 06 /08 /August /2015 23:26

1991 hieß es im Stück 'Winter in July' von Bomb the Bass: „Don't just let life pass you by/ Like winter in July“. Seitdem ist tatsächlich viel Zeit vergangen. Und auch der letzte Monat ist nur so dahingerauscht, wird aber lange als tolle Zeit in Erinnerung bleiben. Im Familienurlaub meistgefeiertes Lied dürfte dabei 'Deine Mudder' von Deine Freunde gewesen sein.

Sträflicherweise wurde die 'Radio Teddy Hits 13' hier gar nicht vorgestellt, auf der das enthalten ist. Also bitte diese CD vom September 2014 mal checken, auf der zudem unter anderem noch Andreas Bourani, Cro, Bosse und Willi Astor mit Otto Waalkes zu hören sind. Aber weil ja jetzt auch viel neue Musik im Juli raus gekommen ist und das Leben eben weitergeht, gibt es hier noch eine Handvoll Kurzkritiken zu aktuellen Veröffentlichungen.

Absztrakkt & Cr7z – Waage & Fische

Cover zu Waage und FischeSeit fünf Jahren steht Cr7z schon beim Lüdenscheider Label '58 Muzik' von Absztrakkt unter Vertrag. Folglich gab es in der Vergangenheit immer wieder Kollabos wie zum Beispiel 2012 auf 'An7ma' von Cr7z oder Ende letzten Jahres auf 'Bodhiguard' von Absztrakkt (Kurzkritik hier). Dass diese Kombination funktioniert, wurde also schon öfters ausgetestet. Nun aber ist die Zeit reif, sich auf einer ganzen Platte gemeinsam zu präsentieren. In ’Blitt & Staft’ erklären sie dabei gerne noch mal, warum sie sich als dynamisches Duo perfekt ergänzen: „Ich kann auch allein rhymen, aber ich mach es mit Cr7z./ Denn verlier’ ich die Inspiration, zieht er mich immer wieder mit./ Wir beide sind die illuminierten Spucker./ Die sich in diesem Rapgame leuchtend manifestieren wie Buddha.“

Zuerst wurde jedoch ein Video zu 'Der Einzigste' aufgenommen, das Choplin produziert hat. Während der Beat eher reduziert klingt, sprudeln die Lyrics der Zwei vor Ideen und Anspielungen nur so über. Anfang Juli folgte dann noch ein weiterer Clip zu 'Anahata', das ähnlich viele kryptische Botschaften enthält. Wer die beiden Rapper kennt, ahnt wahrscheinlich, dass das mehr oder weniger für alle Beiträge auf 'Waage & Fische' gilt. Gelobt sei daher der, der alles decodieren kann. Einen weiteren gemeinsamen Track des Doppelpacks gibt es übrigens noch unter http://58muzik.bandcamp.com/track/zirkel mit zusätzlicher Unterstützung von 2Seiten, Jinx, DJ S.R., R.U.F.F.K.I.D.D. und DJ Eule als Download zum selbst festgelegten Preis. Also alles in Buddha bei die 'Waage & Fische', würde ich sagen.

Album seit 3. Juli 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://58muzik.com/

Vince Staples – Summertime ’06

Cover zu Vince StaplesVince Staples aus der kalifornischen Hafenstadt Long Beach hat gerade einen Lauf. Dabei ist er am 2. Juli erst 22 Jahre alt geworden. Doch nachdem er nun schon seit gut fünf Jahren Musik veröffentlicht und eben erst an der Seite von Ghostface Killah bei ’Twelve Reasons To Die II’ (Kritik hier) zu hören war, legt er nun sein eigenes Debütalbum ’Summertime ’06’ nach. Konzeptionell soll es darum gehen, was er damals als 13-Jähriger erlebt hat: Erste große Liebe, aber auch erste kriminelle Aktivitäten. In den Lyrics des Refrains zu ’Norf, Norf’ behauptet er ja noch stolz, dass er vor nichts außer der Polizei davonlaufen würde. Hätte er mal besser machen sollen. Im Video dazu wird nämlich gleich mal gezeigt, wie er verknackt wird.

Unterstützt wird Vince Staples auf ’Summertime ’06’ von unter anderem den Produzenten No I.D. und DJ Dahi, den Sängerinnen Jhené Aiko beim sexy groovenden Duett ’Lemme Know’ und Kilo Kish bei gleich zwei Titeln sowie Joey Fatts und Aston Matthews, mit denen er gemeinsam als Cutthroat Boyz unterwegs ist. Für das aggressiv treibende, als Single veröffentlichte ’Senorita’ wird Future gesampled. Der bekannteste Name auf der Gästeliste dürfte dagegen Earl Sweatshirt von der Odd Future Wolf Gang sein, der jedoch nur beim nicht einmal anderthalb Minuten langen ’Ramona Park Legend (Part 2)’ mitwirkt. Überhaupt sind viele der Tracks recht kurz geraten, so dass schon etwas unklar ist, warum das Ganze bei gerade mal gut einer Stunde Spieldauer auf zwei CDs gepackt wurde. Das Ergebnis klingt dennoch recht spannend. Der Sound schleicht sich meist eher düster vor sich hinbrummend durch die Lautsprecher. Muss wirklich ein heißer Sommer gewesen sein.

Album seit 3. Juli 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://vincestaples.com/

MoTrip – Alien (Digital EP)

Cover zur Alien EPSchon mit seinem Debütalbum 'Embryo' landete MoTrip 2012 einen Top-Ten-Hit. Vor ein paar Wochen gelang es dem in Aachen lebenden Rapper mit libanesischen Wurzeln mit dem Nachfolgewerk 'Mama' dann sogar, noch ein Stückchen höher auf Platz 5 zu klettern. Wer davon die limitierte Deluxe-Edition gekauft hatte, erhielt zudem die 'Alien EP' gleich im Paket dazu. Doch weil es natürlich schade wäre, den restlichen Fans diese Songs zu enthalten, wurde das Ganze jetzt wenigstens noch digital veröffentlicht. Und die Investition lohnt sich, denn schon der Titelsong eröffnet das Ganze großartig. Zu ruhigen Tönen spendet MoTrip Kraft und Hoffnung mit seinen Lyrics. Dass er auch anders kann, beweist er direkt im Anschluss mit 'Universal Universe', bei dem er sich als der Größte darstellt. Seine Plattenfirma wird’s freuen, dass er mit ihr nach oben durchstartet, dabei aber bodenständig bleibt, wie er im Refrain betont: „Heb´ die Hände hoch, wenn du das hörst: Universal – Universe./ Ich seh’ die ganze Erde wie bei Google Earth./ Ich könnte, wenn ich will, dazugehören – Doch ich scheiß´ drauf.“

Bei dem Stück wird er übrigens von Joka und Silla unterstützt, während bei 'Muhammed Ali' noch Ali As dabei ist. Zur Kopf-hoch-Hymne ’Angst’ gesellt sich dagegen Fabian Römer, der sich früher kurz F.R. nannte. Beim leichtfüßigen Liebeslied ’Zuhause ist Wir’ steuert dann Sängerin Lito den Refrain bei. Die Bandbreite der EP ist auf jeden Fall so groß, dass für jede(n) was dabei sein sollte, zumal neben den bereits erwähnten fünf Tracks noch vier weitere hinzukommen. Also wenn das der Stoff ist, der es mehr oder weniger nicht aufs Album geschafft hat und sozusagen erst aussortiert wurde, sollte dem weiteren Erfolg von MoTrip nichts im Wege stehen.

EP seit 24. Juli 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.universal-music.de/motrip/

Omar Souleyman – Bahdeni Nami

Cover zu Omar SouleymanBei Syrien denken die meisten Leute wahrscheinlich zuerst an den dortigen Bürgerkrieg, der das Land seit 2011 erschüttert. Ein Künstler aus diesem Land könnte es aber schaffen, neue Assoziationen dazu zu wecken. Omar Souleyman wurde in seiner Heimat dadurch bekannt, dass er auf Hochzeiten nicht nur den orientalischen Folkloretanz Dabke mit seinem Gesang unterstützte, sondern die entsprechenden Aufnahmen als Geschenke überreichte. Inzwischen hat er sich aber auch eine Fangemeinde außerhalb der Landesgrenzen aufgebaut, so dass sein neues Album auf dem Label 'Monkeytown' des Berliner Produzenten-Duos Modeselektor erscheint.

Zwei der insgesamt gerade mal sieben Lieder haben die Beiden auch produziert. Bei teilweise allerdings fast zehn Minuten Spieldauer kommt da fast schon eine Stunde Musik zusammen. Der Sound zu 'Tawwalt El Gheba' stammt dabei von Gilles Peterson. Der Titelsong wurde dagegen von Four Tet produziert, der schon beim Vorgänger-Album 'Wenu Wenu' seine Hände an die Regler gelegt hatte. Außerdem gibt es noch einen Remix von Legowelt zu dem Stück, der deutlich elektronischer daherkommt. Als Single soll Mitte August noch 'Darb El Hawa' folgen, die zudem von Cole Alexander remixt wird. Das Album erscheint übrigens nicht nur auf CD, Vinyl und Digital, sondern auch im Kassettenformat. Wr den Mann gerne mal live erleben will, hat unter anderem am 29.8. beim 'By the Lake Festival' in Berlin Gelegenheit dazu, wo außerdem Wildbirds & Peacedrums, Burnt Friedman + Jaki Liebezeit, Lonnie Holley und Liima auftreten werden.

Album seit 24. Juli 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.monkeytownrecords.com/artists/view/38/omar-souleyman

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14. Juli 2015 2 14 /07 /Juli /2015 14:55

Vor zwei Jahren erzählte Ghostface Killah vom Wu-Tang Clan zusammen mit dem Produzenten Adrian Younge die Gangster-Grusel-Geschichte ’Twelve Reasons To Die’. Viele feierten das Konzept-Album als unterhaltsames Projekt. Daher war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Saga fortgesetzt würde.

Cover zu Twelve Reasons 2In den USA schaffte es der erste Teil damals immerhin bis auf Platz 27 in den Billboard Charts und verkaufte sich in den ersten drei Wochen ungefähr 23.000-mal. So gesehen sind wahrscheinlich nicht gerade viele Leute mit der bisherigen Story vertraut. Auch hierzulande konnte Ghostface Killah nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Sein erfolgreichstes Album war vor 15 Jahren ’Supreme Clientele’, das bis auf Platz 75 kam.

Von daher dürfte es erst einmal nötig sein, die Vorgeschichte zu diesem zweiten Teil, der beim eigenen ’Linear Labs’-Label von Adrian Younge veröffentlicht wurde, zumindest ganz kurz darzulegen. Darin legte sich Tony Starks mit dem DeLuca-Clan an, der ihm am Ende kalt machte und seine Asche in zwölf Schallplatten pressen ließ. Wer diese abspielt, kann ihn als Ghostface Killah wieder beschwören. Folglich wird direkt nach dem Intro namens ’Powerful One’ in den Lyrics von ’Return Of The Savage’ erklärt, das laut Übersetzung die Legende in Kapitel 2 großzügig weiterlebt und der Wildling zurückkehrt: „In the beginning, it's time for a new chapter./ Twelve more reasons to die, after the laughter./ It's relevant, the legacy lives on lavish./ Ghostface Killah, return of the savage.“

Spiel mir das Lied vom Ghost

Diesmal geht es darum, dass der von Raekwon verkörperte Lester Kane ’King Of New York’ werden will. Doch dafür muss er gegen den DeLuca-Clan antreten. Mit der richtigen Unterstützung sollte das aber kein Problem sein. Bei ’Death’s Invitation’ schlüpft zum Beispiel Chino XL in die Rolle von einem Handlanger Kanes, der die Einladung zum Tode überbringt. Weitere Hilfe bekommt er unter anderem von Vince Staples, der in ’Get The Money’ quasi den Klassiker von Grandmaster Flash als Soundtrack zu seinem mörderischen Treiben zitiert: „In the name of King Kane – ’New York, New York, the city of dreams’.“

Zwar läuft nicht alles nach Plan, dafür findet Lester Kane die Schallplatten, mit denen der Ghostface Killah erweckt werden kann. Und für die Rache am DeLuca-Clan ist ihm jedes Mittel recht. Selbst wenn es eine Art Pakt mit dem Teufel ist ...

Fazit: Mit knapp einer halben Stunde Spieldauer ist ’Twelve Reasons to Die II’ sogar noch mal etwas kürzer als der Vorgänger, führt die Geschichte aber gekonnt weiter. Die einzelnen Stücke funktionieren dabei natürlich mehr oder weniger gut außerhalb des Gesamtkunstwerks. Mit einer ansehnlichen Gästeliste inklusive RZA als Erzähler und Soul-Sänger Bilal bei ’Resurrection Morning’ ist das Ganze jedoch durchaus eine runde Sache geworden, bei der das Ende übrigens nur der Anfang für mehr ist.

Album seit 10. Juli 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://linearlabsmusic.com/ghostfacekillah/

Das könnte dazu passen:
Raekwon – Fly International Luxurious Art (mit u.a. Ghostface Killah)
Kendrick Lamar – To Pimp A Butterfly (mit u.a. Bilal)
Clifftop Vandalz The Bloody Chapter (mit u.a. Chino XL)

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6. Juli 2015 1 06 /07 /Juli /2015 19:21

Halbzeit für 2015 und auch im Juni sind wieder einige Platten (im weitesten Sinne, da zum Teil auch rein digital) erschienen, die zumindest kurz vorgestellt werden sollten, liefern sie doch vielleicht den Soundtrack zum Sommer mit tollem Reggae, Electro und HipHop aus allen möglichen Ecken der Welt.

Shawn The Savage Kid – Melange (Free Download EP)

Cover zu Melange von STSKLangsam aber sicher steuert Shawn The Savage Kid aus Regensburg auf die für den Herbst angekündigte Veröffentlichung seines Debütalbums ’Lowlife Schickimicki’ zu. Gespannt erwartet werden dürfte es nicht nur, weil das Rap-Label ’Showdown Records’ unter anderem schon Deichkind und Mortis den Weg geebnet hat. Auch die bisher veröffentlichten EPs von Shawn haben die Messlatte hochgelegt (Kritik zur ’Kennen wir uns?’-EP hier). Mit ’Melange’ setzt er jetzt noch einmal nach. Dabei zieht sich der elektronische Sounds seiner HipHop-Produktionen wie ein roter Faden durch das Ganze, das es kostenlos zum Runterladen unter https://soundcloud.com/shawnthesavagekid/sets/melange gibt. Allerdings wurde ausgerechnet zu ’Fame’ ein Video gedreht, zu dem die Musik nicht von ihm selbst, sondern von MEZ stammt. Aber macht ja nichts.

Zusätzlich hat er fünf Remixe für andere Künstler auf ’Melange’ zusammengestellt. Vom Hamburger Jung’ Disarstar ist ’Tor zur Welt’ dabei, dessen Hymne für seine Heimatstadt. Für den „König der Alpen“ Crack Ignaz den Track ’Mei Hawa’ und für Sängerin Mine ’Hinterher’ geremixt, bei dem der Gesang nun völlig anders als bei ihr klingt. Bei ’Mosquito’ von der Wiener Sängerin Mela hat er vom gesungenen Original aus ihren ’Moony Sessions’ sogar nahezu nichts beibehalten. Der Coup ist jedoch, dass er noch ’I Won’ von Future in seinem eigenen Stil überarbeitet hat, auf dem KanYe West als Gast-MC zu hören ist. Also das klingt doch eher nach Highlife, was da auf uns zukommt!

Free Download EP seit 9. Juni 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://showdown.de/ShawnTheSavageKid/

Parov Stelar – The Sun (Klingande Remix feat. Graham Candy)

Cover zu The Sun von Parov StelarDer österreichische Produzent Parov Stelar gilt als ein Wegbereiter des Electroswing, da er diese beiden Stile bei seinen Werken geschickt miteinander verwoben hat. Allerdings ist ihm damit zwar in Kennerkreisen Ehre und Ruhm sicher, der große Charterfolg blieb allerdings bisher aus. Anders sieht das bei Klingande aus. Das französische Projekt kann mit ’Jubel’ schon auf einen Nummer-1-Hit hierzulande verweisen. Also was liegt da näher, als das bereits 2014 als Single/EP veröffentlichte Stück ’The Sun’ nun in einem Klingande-Remix zu veröffentlichen?

Dabei wurde das Tempo von Cédric Steinmyller deutlich erhöht und der Sound um eine ordentliche Portion Streicher ergänzt. Der ’Radio Edit’-Mix bringt es dabei auf ziemlich reguläre dreieinhalb Minuten. Wem das noch zu kurz ist, bekommt in der ’Club Version’ noch gut zwei Minuten dazu. Der Gesang von Graham Candy, der schon bei unter anderem ’She Moves (Far Away)’ von Alle Farben zu hören war, fügt sich dafür aber weiterhin gut in das Lied ein. Also als Kandidat für einen Sommerhit kann ’The Sun’ mit dieser gelungenen Kombination durchaus hoch gehandelt werden.

Single seit 12. Juni 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.parovstelar.com

Pimf – Memo

Cover zu Memo von PimfDas kleine, feine Rap-Label 'Heart Working Class' aus Berlin setzt dieses Jahr ordentlich auf Expansion. Gab es 2013 nur Gerard, stand 2014 im Zeichen von Dissythekid. Doch kaum ist 'Normaler Samt' von Audio 88 & Yassin gerade mal ein paar Monate alt (Kritik dazu hier), folgt sogleich nun der nächste und damit vierte Streich. 'Memo' ist das Debütalbum des gerade einmal 21-jährigen Pimf aus Hofgeismar, der (zumindest von ihm selbst so genannten) Reimmetropole in der Nähe von Kassel. Nach der Veröffentlichung gelang ihm damit sogar der Sprung in die Charts auf Platz 49.

Geholfen haben dabei unter anderem Mortis bei 'Schlaflos' und DJ Zwei50er beim 'Intro' sowie 'Silus & Jamal', bei dem Pimf die Geschichte dieses dynamischen HipHop-Duos erzählt. Zudem hat Lucas 'Creepa' Mewes das gut pumpende Instrumental zu 'Small City' mit Gast-Rapper Umse gebaut. Mit Ausnahme von 'Zeitlupe' mit Damion Davis, für das die Beats von Alex Austin stammen, hat ansonsten alles Marq Figuli produziert. Dabei setzt er auf eine zeitgemäße HipHop-Mischung mit oftmals elektronisch-sphärischen Sounds. So erinnert dann auch schon mal 'Horizont' nicht nur vom Titel her an das gleichnamige Stück von Tom Thaler & Basil (Kritik dazu hier). Aber das macht ja nichts. Neben dem Video dazu gibt es übrigens weitere Clips zu 'Papierflieger' und 'Philadelphia', womit nicht der Brotaufstrich, sondern die amerikanische Stadt gemeint ist. Alles in allem eher entspannt unterwegs, macht der junge Mann mit 'Memo' auf jeden Fall einen ersten guten Eindruck, der im Gedächtnis bleiben sollte.

Album seit 19. Juni 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://heartworkingclass.de/pimf-

The Expanders – Hustling Culture

Cover zu The Expanders„One dollar gone but the next soon come, we naw stop from hustling culture./ One dollar gone but the next soon come we naw go stop carry vibes all over“, betonen The Expanders aus Los Angeles gleich in den ersten Songtextzeilen ihres dritten Albums ’Hustling Culture’, das beim Reggae-Label ’Easy Star’ erschienen ist und es bis an die Spitze der Reggae Billboard Charts geschafft hat. Ein toller Erfolg, wobei sie ja mit den einleitenden Lyrics sagen, dass ihnen die Arbeit an ihrer Lieblingskultur wichtiger als die Kohle ist. Dabei setzen sie musikalisch auf den Klang Jamaikas aus den Siebzigern. Dabei sehen sie sich auch in der Tradition, mit Reggae wichtige gesellschaftliche Themen anzusprechen.

In ’Uptown Set’ geht es zum Beispiel um die unschuldigen Opfer des Drogenhandels. ’Iron Throne’ erinnert hingegen daran, dass eine starke Basis unverzichtbar und Gewalt keine Lösung ist. Wenn das doch die Streithähne bei ’Game of Thrones’ beachten würden. Dem lokal gefeierten Tänzer ’Reggae Pops’, der zum Beispiel die Hauptrolle im Video ’Age’ von Lianne La Havas spielte und letztes Jahr im Alter von 70 Jahren verstorben ist, zollen sie mit einem Instrumental-Track gleichen Namens Tribut. Zur Unterstützung dafür haben sich The Expanders noch den Keyboarder Dan Hastie der kalifornischen Funk-/Soul-Band Orgone ins Studio geholt. Sonst verschönern die Gitarristen John Butcher und Devin Morrison sowie Bassist Chiquis Lozoya und Schlagzeuger John Asher immer das Ganze mit mehrstimmigen Gesang, der geschmeidig ins Ohr geht. Wenn’s im Sommer noch mal richtig heiß wird, kann hierzu sanft gegroovt werden.

Album seit 19. Juni 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://TheExpanders.net

Raggabund – Buena Medicina

Cover zu Buena MedicinaDas erste Album von Raggabund aus München erschien 2006. Doch da hatten die beiden Brüder Don Caramelo und El Criminal schon gut ein Jahrzehnt Musikerfahrung mit diversen anderen Projekten hinter sich. Nun folgt nach ’Mehr Sound’ aus dem Jahr 2012 das dritte Werk – diesmal beim österreichischen Indie-Label ’Irievibration Records’. Unter https://soundcloud.com/raggabund gibt es übrigens die Möglichkeit, dank diverser Free Downloads inklusive ’Nacht’ mit DJ Vadim ein bisschen in die Vergangenheit abzutauchen. Schließlich lässt sich daraus auch was für die Zukunft ableiten, wie sie im Reggae-Tune ’Im Gestern’ betonen: „Bald könnt’ alles einmal anders sein. Beginn’ doch einfach, deinen Geist zu befreien./ Du wirst erkennen, wo wir heut’ schon stehen – so fern vom Gestern.“

Für diejenigen, die immer noch in der braunen Vergangenheit versumpft sind, geben sie mit ’Nazimann’ mit Lengualerta aus Mexiko den Tipp, den eigenen Hass zu überwinden. Neben solch politischen Themen singen sie aber auch gerne mal ein Liebeslied wie ’Rock’n’Roll Girl’. Bei ’Bad Mood’ hilft Sebastian Sturm beim Gesang, der Titeltrack ist ein Duett mit Maria Rui aus Portugal und De Luca aus Italien ist bei ’Chilling’ dabei. Als Band begleiten The Dubby Conquerors aus der Schweiz das Brüderpaar. Hinzu kommen alte Wegbegleiter wie Saxophonist Hannes Beplo sowie Trompeter Max Wittmann von Jamaram oder am Rhodes-Piano Lobstarr von Les Babacools, einem weiteren Projekt von Don Caramelo. Klanglich interessant, aber leider viel zu kurz ist übrigens der mit Western-Klängen unterlegte ’Patrol Skit’. Als Single beziehungsweise Video wurde aber zuerst ’Nada Sirve’ ausgewählt, das übersetzt so viel heißt wie: „Nutzt nichts!“ Der Nutzen der ’Buena Medicina’ ist hingegen ganz klar, denn die Laune hebt sich damit ziemlich schnell.

Album seit 26. Juni 2015 erhältlich. Mehr Infos: http://www.raggabund.de/

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