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6. Mai 2016 5 06 /05 /Mai /2016 16:45

„Wohl hundertmal schlägt das Wetter um, das ist des Aprils Privilegium“, lautet eine Bauernweisheit. Da passt es doch, wenn die vorgestellten Platten hier im Sammelsurium ähnlich breit gefächert sind und unter anderem Rock von Childrenn, Reggae von Elijah und Rap von Texta enthalten.

Childrenn – Animale

Cover zu Animale von ChildrennChildrenn aus Dänemark sind in ihrer Heimat so eine Art Rock-Supergruppe. Gitarrist Jakob Brixen von Hymns from Nineveh übernimmt den Gesang, der Bassist Jakob Jorgensen stammt von Psyched Up Janis, Gitarrist und Keyboarder Manoj Ramdas kommt von The Good The Bad und The Raveonettes und Rune Nugge Kristensen beziehungsweise Anders Gron sitzt am Schlagzeug, das er sonst wohl auch schon mal für Powersolo bearbeitet (hat).

Eröffnet wird das Ganze gleich mit einer Bildsprache in den Lyrics zu ’Handcuffed’, die böses ahnen lässt: Waffe in der Hand, Feinde im Schulterblick zu sehen, aneinander gekettet mit Handschellen. Im Video dazu wird auch direkt ein Loch geschaufelt. Was mag das bedeuten? Mit fast vier Minuten Spielzeit ist das übrigens der kürzeste Song, denn sonst lassen sich die Herren gerne Zeit für ausgedehnte Solos. Dass der cool groovende Titeltrack allerdings über acht Minuten läuft, liegt daran, dass er etwa nach drei Vierteln direkt in die elektronisch flirrenden ’Neural Oscillations’ übergeht. Am Ende wird dann noch bei ’Dancing On The Ashes’ dazu eingeladen, ums Feuer zu tanzen. Macht euch also darauf gefasst, dass Childrenn diesen Sommer alles niederfackeln!

Album seit 8. April 2016 erhältlich. Mehr Infos: facebook.com/CHILDRENNtheband/

Elijah – Eat Ripe Fruit

Cover zu Eat Ripe Fruit

Bei seinem 2007 veröffentlichten Debütalbum ’Beweg Di’ war der Schweizer Reggae-Sänger Elijah erst 21 Jahre alt, gewann damit aber gleich im folgenden Jahr den ’European Reggae Contest’ in Italien. 2010 folgte die Single ’Do Good In Life’. Doch der dazugehörende Zweitling ließ ein paar Jahre auf sich warten. In dieser Zeit reifte und reiste Elijah fleißig weiter auf den Spuren der jamaikanischen Musik. Erst im März 2013 wurde ein Video zur Single gedreht und ein neues Album zusammengestellt. Nachdem dann ’Eat Ripe Fruit’ schließlich 2014 auf seinem eigenen Label ’One Camp’ das Licht der Welt erblickte und es in seiner Heimat bis auf Platz 21 schaffte, wird das Ganze nun noch einmal größer in Kombination mit einer Dub-Version des Albums als Special Edition unters Volk gebracht. Wer sich einen ersten Eindruck davon verschaffen will, kann sich einen etwa achtminütigen Megamix unter https://soundcloud.com/elijahch/eat-ripe-fruit-special-edition-megamix als Free Download besorgen.

Auch zu ’Gun Cry’ mit der wunderbaren Terry Lynn wurde bereits im Juni 2014 ein (Live-)Video raus gebracht. im August 2015 folgte zu ’Love Is In Danger’ mit den westafrikanischen Künstlern Big Zay und Baye Bass aus dem Senegal ein weiterer Clip. Ein weiteres Schmankerl ist ’Granit’, bei dem Elijah ungewöhnlich hoch singt und das noch mal als Dub-Track mit Raging Fyah aufgenommen wurde. Der Schweizer Songtext wurde dabei fürs Booklet übersetzt und wie auch alle anderen Lyrics abgedruckt. Bei soviel Herzblut bleibt nur zu wünschen, dass das nächste Album nicht wieder so lange bis zur Veröffentlichung braucht.

Album seit 8. April 2016 erhältlich. Mehr Infos: www.elijah.ch

Tue Track vz. PowerSolo – The Unreal Zound

Cover zu The Unreal ZoundSchon vor Jahren hatte die dänische Rockband PowerSolo die Idee, mal mit einem HipHopper zusammenzuarbeiten. Dass sie für alle möglichen Experimente zu haben sind, zeigte sich unter anderem schon in dem Nebenprojekt Kim & The Cinders (Kritik dazu hier). Als sie 2014 ihr sechstes Studioalbum ’The Real Sound’ veröffentlichten, kam nun endlich Bewegung in die angedachte Remix-Sache. Tue Track von der dänischen HipHop-Crew Malk de Koijn (die 2011 einen Nummer-1-Hit in ihrer Heimat hatte) wurde verpflichtet, das Ganze durch den Fleischwolf zu drehen. Einzige Bedingung: Die Samples für seine Produktionen sollten natürlich ausschließlich von Powersolo kommen. Das Ergebnis überraschte dann aber auch seine Auftraggeber, die nicht damit gerechnet hatten, dass Tue Track damit zum Teil völlig neue Sachen erschaffen würde.

’Zalty Lick’ lädt zum Beispiel plötzlich zum Breakdancing ein, während ’Dez Filles’ weiterhin mit französischen Lyrics und verführerischen Sound auf Schmusekurs geht. Spannend ist dabei natürlich noch, wie sich alle nach der Produktion das erste Mal trafen, um über den für beide Parteien ungewöhnlichen Arbeitsprozess zu reden (siehe ’The Official Movie’ weiter unten). Nicht zu allen Liedern hat Tue Track neue Interpretationen geschaffen. Dafür beruhen zwei Stücke auf Originalen, die vom Vorgängeralbum ’Buzz Human’ stammen. Neben ’Teachz You Fun’ ist das noch ’Azid Orchid’, bei dem Celina Ozymandias singt. Herausgekommen ist dabei laut eigener Aussage auf dem Cover „the hippest Hop Rock record ever minced“. Word!

Album seit 15. April 2016 erhältlich. Mehr Infos: www.powersolo.dk/

Texta – Nichts dagegen, aber

Cover zu Texta 2016Texta sind zurück! Und auch wenn ’Grotesk’ schon fünf Jahre alt ist, waren Laima, Huckey, Flip und DJ Dan nicht untätig: Best-Of-Album ’XX’ 2013, zudem zwei Theater-Produktionen und dann letztes Jahr das Kollabo-Album ’#hmlr’ mit dem Topf als TNT (Kritik hier). Die Kollegen von Blumentopf werden auf ’Nichts dagegen, aber’ auch in ’Alpenraps’ und 'Dieser Track' erwähnt (Berlusconi, Bunga Bunga./ Visionen sind verschwunden wie der Zopf von Holunder). Ansonsten steht alles im Zeichen Österreichs, wobei sich die Gruppe durchaus ziemlich kritisch mit ihrer Heimat auseinander setzt. Das Cover wurde vom Karikaturisten Gerhard Haderer in Szene gesetzt. Bis auf ’Nix aus Prinzip’, das Konstantin Diggn produziert hat, stammen alle anderen Instrumentals von Flip. Einzige Gäste sind die Indie-Rock-Band Kreisky aus Wien, die bei ’Austrian Psychos’ mitwirkt, sowie der Bassist Stephan Kondert, mit dem Flip bei der Jazz-Band SK Invitational arbeitete, bei ’Butter vom Brot’ und ’Ois Ok Mama’. Zu diesem Stück, bei dem mir ein bisschen 'Halt dein Kind hoch' von Roger Rekless in den Sinn kommt, gibt es auch ein Video.

Als Bonus gibt es noch die Doku-DVD ’Texta In & Out’, bei der unter anderem auch Skero über seinen Ausstieg spricht. Es gibt zudem Live-Mitschnitte, Einblicke in die Gefühlswelten der einzelnen Mitglieder und einige Lyrics in ungewohnter Weise zu hören, da sie quasi wie Gedichte vorgelesen werden. Das Zitat aus ’Morgengrauen’ lautet am Schluss: „Die Party ist aus, wenn der DJ die Platten verstaut./ Die Sonne geht auf. Schon bald folgt der Kater dem Rausch.“

Nichts dagegen, aber auch schön zu sehen, dass die Party für Texta noch lange nicht vorbei ist und sie berauscht weitermachen. Und wer Lust hat, noch tiefer in ihre Welt einzutauchen, bekommt hier noch ein paar Tipps.

Wusstest du schon, dass …

  • … DJ Rabauke 1999 für die Compilation 'Deiner Tracks' das Instrumental zu 'Fragestunde' von Texta mit 'Kabeljau Inferno' von Deichkind in einem Mash-Up zusammenbrachte?
  • … Texta im Jahr 2000 mit 'Toi, toi, toi' auf der Track-Selection 'Dancehallfieber' vertreten waren?
  • … das Berliner HipHop-Duo Dejavue 2001 einen Remix zu ihrem Stück 'Film ab' auf dem Sampler 'Decks'n'Mics 2' veröffentlichte, bei dem Huckey über den Beat von Krutsch mitrappte?

Album seit 29. April 2016 erhältlich. Mehr Infos: www.texta.at

 

Als kleiner Bonus wie oben angekündigt ist hier die Doku über 'The Unreal Zound'!

Wenn ein HipHopper ein paar Rocker trifft, ist das hier nicht nur im Platten-Sammelsurium das normalste der Welt. Hier ist 'The Official Movie' darüber, wie Tue Track den Herren von PowerSolo zeigt, was er mit ihrem Input für einen Output fabriziert hat:

 

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2. Mai 2016 1 02 /05 /Mai /2016 15:21

„Während ich im Bett wach liege, mein neues Album abspiele, frag mich: hab ich alle Kriterien erfüllt? Es sind verdammt viele“, rappt Samy Deluxe beim Song ’Countdown’. Meine Kriterien für ein gutes Album, auch wenn nicht jeder Track überragend ist, erfüllt ’Berühmte letzte Worte’ auf jeden Fall: guter Sound, gute Lyrics, gute Ideen!

Cover zu Berühmte letzte Worte’Vorwort’ eröffnet das Ganze mehr als souverän. Zur Produktion von Benny ’Bazzazian’ Blanco präsentiert sich Samy Deluxe in Bestform, der allen zeigt, wer der King ist. Dazu gesellen sich die Scratches von DJ Mirko Machine, der seit fast drei Jahrzehnten in der deutschen HipHop-Szene aktiv ist, und Derek von Korgh am Piano. Seit 1994 spielt er in der Band von Nena als Keyboarder. Er ist jetzt nicht nur bei sieben weiteren Stücken zu hören, sondern hat zudem alle Songs auf ’Berühmte letzte Worte’ gemixt.

Wer es etwas gesellschaftskritischer mag, wird bestimmt mit ’Klopapier’ zufrieden sein. Die Original-Produktion dazu stammt von Boris Ekambi, der als Don Doug E.D. 1994 sein erstes Rap-Album ’Encyclopedia’ mit der Gruppe Easy Business veröffentlichte. In eine ähnliche Richtung geht auch ’MiMiMi’, das für „Mitbürger mit Migrationshintergrund“ steht. Mit Afrob, Eko Fresh und MoTrip wurde dazu noch ein Remix aufgenommen, mit dem er noch einmal deutlich gegen rechte Tendenzen in diesem Land angeht. Vor allem soll damit zum Nachdenken angeregt werden, so wie es Samy Deluxe in dem heute veröffentlichten One-Take-Wonder-Video ’Neue Saison’ (hier unter dem Artikel eingefügt) selbst sagt: „Auf dem Cover zwar Zeigefinger, aber richtungsweisend./ Nicht belehrend, hör mal bitte her und sei bitte leise.“

Liebling, ich habe das Lliebeslied gefühlt

Der Lieblingsbeat seiner Schweizer Freundin ist übrigens der zu ’Was ich fühl’. Trotzdem stellt Samy Deluxe direkt im Songtext klar, dass er darauf kein Liebeslied schreiben wollte. Das macht er dann lieber mit ’Bisschen mein Ding’, das Farhot sehr schön produziert hat. Wobei dessen Komposition für ’Sogood’ noch mal ein bisschen fetter klingt. Dafür sind bei ’Was ich fühl’ noch Julian ’J-Luv’ Williams mit Gesang und die Rapperin Brixx mit Ad Lips zu hören.

Insgesamt haben übrigens an ’Berühmte letzte Worte’ über drei Dutzend Gäste mitgewirkt. Als "echtes" Feature wird allerdings nur Megaloh bei 'Epochaliät' genannt, wobei sein Part gar nicht im Booklet abgedruckt wurde. Da ergeht es Chefket und MoTrip besser, die für Samy Deluxe zwei Skits eingerappt haben, auf denen der Gastgeber selbst nicht am Mic mitwirkt. Bleibt eigentlich nur noch die Frage offen, was er selbst zuletzt zu sagen hat: "Keinen Frieden, ein echter Künstler lernt das Leiden lieben./ Würde mich nicht mal mehr wundern, wenn mich jemand auf der Bühne jetzt ermordet – Berühmte letzte Worte!"

Fazit: Mit 'Berühmte letzte Worte' setzt Samy Deluxe problemlos seinen Erfolgslauf fort. Der nächste Top-Ten-Hit sollte damit locker vorprogrammiert sein. YO!

Hier ist noch die Tracklist zu ’Berühmte letzte Worte’:

  1. Vorwort
  2. Haus am Mehr (Feat. Nena)
  3. Countdown (Feat. Afrob als Host)
  4. Klopapier (mit Boris Rogowski, sonst Live-Gitarrist bei der Band KLEE)
  5. Epochalität (Feat. Megaloh)
  6. Tellerrand (inkl. Samples von Afrob und MoTrip)
  7. Himmel (Skit gesungen von Chefket)
  8. Mittendrin (mit poetischer Unterstützung durch Ali As)
  9. So Good (Feat. Lary)
  10. Bisschen Mein Ding (Feat. Julian Williams)
  11. MiMiMi
  12. Letzte Überlieferung (Skit gerappt von MoTrip mit poetischer Unterstützung von Joka)
  13. Was Ich Fühl (Feat. Max Herre und FloMega an der Moog)
  14. Papa wint nicht
  15. Von Dir Mama
  16. Berühmte letzte Worte

'Berühmte letzte Worte' ist seit 29. April 2016 erhältlich. Weitere Infos unter: http://www.samy-deluxe.de/

P.S.: Habt Ihr Fragen zu Samy Deluxe? Vielleicht kann ich sie beantworten. Gerne (mit einem Kommentar) melden!

Samy Deluxe live und in Farbe 2016: Oktober-Dates und mehr News hier!

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28. April 2016 4 28 /04 /April /2016 16:47

DJ Supermarkt hat es wieder getan: Er hat tief in den Plattenkisten gewühlt und ein paar schöne Perlen zu Tage gefördert. Anders als bei den ersten beiden Teilen seiner 'Too Slow To Disco'-Reihe hat er für den neuen Sampler allerdings nur Beispiele aus der Damenwelt ausgewählt.

Cover zu Ladies of TSTDDas grundlegende Konzept ist dabei aber gleich geblieben: Es sollen mit den ausgewählten Beiträgen auch Geschichten erzählt werden – die in den Siebziger Jahren an der amerikanischen Westküste begannen, zum Teil spektakuläre Verläufe nahmen und deren Protagonistinnen dennoch zum Teil nie dem großen Publikum bekannt wurden.

Dabei ist die Musik – und das ist natürlich der Hauptantrieb hinter diesem Projekt – äußerst hörenswert. Nehmen wir zum Beispiel gleich das groovy-jazzy-funky-coole Eröffnungsstück ’You Can Do It’ von Evie Sands. Nachdem ihre ersten eigenen Schritte im Musikgeschäft durch den Diebstahl ihrer Ideen, den anschließenden Rechtsstreit und andere Pleiten, Pech und Pannen behindert wurden, konnte sie insbesondere als Songwriterin für andere Künstler ansehnliche Erfolge einfahren. Vielleicht dienten ihr dabei die hier vorgestellten Lyrics selbst als Motivation, dass sie es schaffen könnte: „You can do it./ Take it easy, you gotta believe./ If you want it you can have it./ You can do it in real life.“

#Girlsday

Dagegen ist das etwas rockigere ’Chuck E.’s In Love’ von Rickie Lee Jones gleich ihr größter Hit gewesen. 1979 schaffte sie es damit auf Platz 4 der ’Billboard U.S. Hot 100’-Charts. Seitdem konnte sie ihren Output konstant aufrecht erhalten und veröffentlichte in den letzten drei Jahrzehnten über ein Dutzend Platten.

Doch es gibt auch einige bekanntere Namen bei den insgesamt 19 Stücken zu entdecken allen voran die Grammy-Gewinnerin Carole King und Carly Simon, die mit 'You're So Vain' hierzulande einen Top-Ten-Hit hatte. Hier ist die Tracklist, um selbst mal zu schauen:

  1. EVIE SANDS You can do it
  2. RICKIE LEE JONES Chuck E’s in love
  3. LAURA ALLAN Opening up to you
  4. MELISSA MANCHESTER Shine like you should
  5. FRANNE GOLDE Isn’t it something
  6. VALERIE CARTER Crazy
  7. TERI DE SARIO Baby I don’t want your love
  8. CAROLE BAYER SAGER It’s the falling in love
  9. CARLY SIMON Tranquillo (melt my heart)
  10. JAYE P. MORGAN Let’s get together
  11. LAUREN WOOD Gotta lotta
  12. RENÉE GEYER Be there in the morning (Australian Single Version)
  13. MARIA MULDAUR Midnight at the oasis
  14. BRENDA RUSSELL New York bars
  15. LEAH KUNKEL Temptation
  16. AMY HOLLAND Strengthen my love
  17. CAROLE KING Disco Tech
  18. DORIS ABRAHAMS Dance the night away
  19. LYN CHRISTOPHER Take me with you

Fazit: Geschmackssicher hat DJ Supermarkt hier bereits zum dritten Mal einen Sampler zusammengestellt, der alle Hörer bestimmt mit einem Lächeln zum sunny Sound mitschwingen lässt.

Album voraussichtlich ab 29. April 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://tooslowtodisco.com/

The Ladies of Too Slow to Disco Release Shows:
30.04. Berlin, Monarch
06.05. Hamburg, Nachtasyl (mit Mr. Mellow, Legere Recordings)
20.05. Berlin, Monarch (mit Young Gun Silver Fox live)
21.05  Köln, Zum Scheuen Reh
15.07. Graefenhainichen, Melt Festival

The Ladies of Too Slow To Disco - Minimix by Dj Supermarkt from too slow to disco on Vimeo.

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28. April 2016 4 28 /04 /April /2016 13:53

Das letzte Tauschkonzert der aktuellen ’Sing meinen Song’-Show hat noch gar nicht stattgefunden, da kommt schon das Album dazu raus. Ob bei den 14 ausgewählten Stücken die persönlichen Favoriten dabei sind, müssen alle für sich selbst entscheiden. Aber gute Nummern sind auf jeden Fall dort zu finden.

Cover zu Sing meinen Song 3Eröffnen darf das Ganze Annett Louisan mit der Interpretation zu ’Nur Geträumt’ von Nena. Mit ihrer schönen Darbietung gewann sie am 12. April 2016 auch in der ersten Sendung den Titel ’Song des Abends’. Dagegen ist das Gewinnerstück aus der nachfolgenden Woche – ’Go Slow’ von Seven, das Xavier Naidoo mit Samy Deluxe neu eingesungen hat – leider nicht in der Tracklist zu finden.

Am 26. April gewannen dann sowohl Nena als auch Annett Louisan mit ihren Song-Ideen zu den Originalen von The BossHoss, aber nur ’Don’t Gimme That’ schafft es auf die CD. Gesanglich unterstützt wird Nena dabei übrigens von ihrer Tochter Larissa, die auch bei ’Mon Dernier Jour (What If)’ im Background mitsingt. Hier war die Überraschung für Seven, dass sein Track in eine französische Version verwandelt wurde. Die ersten paar Lyrics sind dabei fast eins zu eins übersetzt: „Si ce jour était mon dernier jour s'il me fallait vous dire adieu?/ Je me demande qui serait triste qui serait radieux?“

„What if today is my very last – and it’s time to say goodbye?/ Who would be sad and who wouldn’t care? Could I really go with a smile?“, singt Seven ursprünglich auf Englisch im Refrain. Die Fragen, die beide beschäftigen, sind unter anderem diese: bleibt Zeit zum „Auf Wiedersehen“-Sagen und wer wird wohl traurig sein.

Von Power-Frauen zu Superhelden

Am 3. Mai wird dann als nächstes die Diskografie von Samy Deluxe nach den Hits durchsucht, die von den anderen Künstlern für dieses Tauschkonzert bearbeitet werden. Interessanterweise ist sogar ’Herz gebrochen’ dabei, das er als Herr Sorge veröffentlicht hat. Auf der CD sind aber ’Bis die Sonne rauskommt’ in der Variante von Wolfgang Niedecken und ’Superheld’ gelandet.

Bei diesem Song haben sich The BossHoss für ein paar Lyrics entschieden, die Samy für seinen Sohn geschrieben hat, der sich ausgegrenzt fühlte: „Ich hab’s am eigenen Leib erlebt, aber hab mit der Zeit gelernt, dass die Zweifel und der Schmerz mit den Jahr‘n vergeh’n./ Und du erkennst deinen eigenen Wert, aber bis dahin wär’ ich so gern dein Superheld, dein Superheld mit brauner Haut./ Aber ich kann nicht durch die Lüfte fliegen, kann aus den Händen keine Blitze schießen./ Aber was ich kann, ist für dich da zu sein und dir versprechen, dich zu lieben.“

Von Samy Deluxe ist dafür ’Stell dir vor, dass unten oben ist’ von Annett Louisan für die Compilation ausgewählt worden. Außerdem fiel noch die Entscheidung auf die hochdeutsche Version zu ’Kristallnaach’ von 1982, die Wolfgang Niedecken mit seiner Band BAP als Single aus ’Von Drinne Noh Drusse’ ausgekoppelt hatte.

Fazit: Klar, der eine oder andere hätte wahrscheinlich andere Favoriten gewählt. Immerhin stehen ja am Ende von ’Sing meinen Song – Das Tauschkonzert Volume 3’ mehrere Dutzend Coversongs zur Verfügung. Aber einige Highlights sind definitiv auf der CD zu finden. Und wer mehr will, sollte zur Deluxe-Edition mit gut doppelt so vielen Titeln greifen.

Album voraussichtlich ab 29. April 2016 erhältlich.
Mehr Infos:
www.vox.de/cms/sendungen/sing-meinen-song-das-tauschkonzert.html

Ihr habt Fragen zu 'Sing meinen Song'? Dann einfach (in den Kommentaren) melden!

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23. April 2016 6 23 /04 /April /2016 08:08

Die Herren von Blumentopf gehen seit letztem Jahr getrennte Wege. Aber der Output bleibt – und auf ihrer Facebook-Seite wird der 22. Oktober 2016 als ein Datum angepriesen, auf das mit Spannung gewartet werden kann!

Aufruf zum Buchprojekt für BlumentopfAber bevor es soweit ist und das Geheinmis gelüftet wird, was dann passieren soll, werden bestimmt noch einige Sachen kommen. So wird noch eine Abschiedstour stattfinden und ein Buch zusammengestellt. Wer sich daran beteiligen will, soll sein Material einschicken.

Mit neuer Musik werden die Fans jedoch ebenfalls noch versorgt. So wie jetzt von Roger & Schu. Das Video zu 'Wir wollen nicht viel, wir wollen alles' seht ihr hier weiter unten. Die Lyrics im Refraun lauten: "Wir wollen nicht viel, wir wollen alles./ Und dann alles nochmal./ Wir wollen nicht viel, wir wollen alles./ Mit doppelt Käse und scharf."

Und Sepalot hat gerade einen neuen Free Download am 22. April 2016 veröffentlicht. 'Ströme' wurde mit Frizzo, Choukri und DJ Hell aufgenommen: https://soundcloud.com/sepalot/volthree-sepalot-choukri-frizzo-dj-hell-strome

Blumentopf live und in Farbe 2016:

  • 21. August: Bochum, Zeltfestival Ruhr
  • 13. Oktober: Wien, Arena
  • 14. Oktober: Zürich, Volkshaus

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15. April 2016 5 15 /04 /April /2016 11:57

Ramona Nicklaus hat hier unter ihrem Kielfeder-Blog eine Aktion gestartet: "Am 16. April möchte ich den Hashtag #ichlese mit dir in die Trends twittern – und ihn dort möglichst lange halten."

ichlese-AktionsbannerDa das ja eine unterstützenswerte Sache ist, gibt es hier den Artikel dazu. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, Song mit den dazu passenden Lyrics rauszusuchen. Viele werden es wahrscheinlich gar nicht glauben, dass zum Beispiel auf den Werken des Berliner Rappers Bushido des Öfteren die Worte „Ich lese“ zu finden sind. Bei ’Kein Fenster’ rappt er zum Beispiel auf dem Album ’V.D.S.Z.B.Z.’ darüber, wie es ihm im Bau erging: Ich lese kaum, denn man hat mir meinen Willen geraubt./ Ich will nur hier raus, einfach wieder chillen zuhaus’.“

Dagegen lässt er Nyze im Song ’Die Träne fällt’ Folgendes zu dem Thema auf dem Album ’Heavy Metal Payback’ sagen: „Ja, sie erzählen uns, dir geht es gut./ Und ich lese schon sechsmal dasselbe Buch, schlag es zu, und verfluch's.“

Bei ’Double Dragon’ von Bushido (aus dem Album ’Sonny Black’) rappt schließlich Eko Fresh mit, der auch betont, dass er gerne liest. Allerdings lieber leichte Kost, die er mit schwerem Tobak würzt: „Double Dragon, ich lese Boulevard-Presse, bevor ich dir meinen P**** in den A**** presse.“

Von Weissensee bis zur Platte

Hier ist noch was ganz anderes für die TV-Fraktion. Katrin Sass sang in der ARD-Serie 'Weissensee' einige Lieder, die sie 2013 auf dem Album 'Königskinder' veröffentlichte. Zu finden ist darauf auch folgender Songtext: „Da steht: Was rettet die Welt?/ Die Gleichheit im Gleichschritt der Sozialisten, Imperialisten marschieren, marschieren, produzieren./ Ich lese: Was rettet die Welt?“

Fazit als kleiner Nachtrag am 18. April 2016: Die Aktion schaffte es, den Hashtag #ichlese tatsächlich kurzzeitig in die Trends zu katapultieren.

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13. April 2016 3 13 /04 /April /2016 10:03

Popshot Top-Tweet 2016„Ich weiß noch genau, wie das alles begann“, rappte Torch 1993 beim Song ’Kapitel 1’ auf dem HipHop-Sampler ’Alte Schule’. Aber wenn ich selbst zurückblicke, muss ich eher an DCS denken und mit ihrer Single von 1996 sagen: „Wie war das nochmal?“

Bei Twitter gibt es zum Glück noch die Möglichkeit, in der Timeline bis ganz zum Anfang zurückzugehen. Und siehe da, mein erster Tweet war am 14. Juli 2012 zum Album ’Stille’ von Chima. Seitdem ist viel passiert. Zum Beispiel hat die Sängerin Lary ihren Account von @LarissaSirah zu @larypoppins geändert, siehe: http://larysays.com/blog/rip-larissasirah

Mein bisher erfolgreichster Tweet dieses Jahr war übrigens der über den amerikanischen Rapper P.O.S – wer weiß, ob das noch zu toppen geht?

Wer Lust hat, mir zu folgen, findet mich dagegen nach wie vor unter: https://twitter.com/PopshotOverBlog/

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11. April 2016 1 11 /04 /April /2016 14:18

2016 feiern die Hammer-Rocker ENORM aus Berlin ihr zehnjähriges Band-Jubiläum. Natürlich gerne auch live – im Mai beim Spreewald Rock Festival und dann im Juli beim G.O.N.D. Und weitere Termine sind auch geplant (siehe hier weiter unten auf der Seite).

Logo von EnormAuch 2015 war kein schlechtes Jahr für die Crew. Nach der Single-Veröffentlichung 'Lass mich dein Held sein' (Lyrics des Refrains: "Lass mich dein Held sein, lass mich dich schützen in der Nacht./ Lass mich dein Held sein, ich halte für dich Wacht.") ging es erst einmal wieder ordentlich quer durchs Land, um die Fans live mit ordentlich Gitarren-Sound zu versorgen.

Und auch 2016 gelang der Start grandios - gleich mit einem Support-Slot bei Unantastbar zur Record Release in Trockau am 15. Januar von 'Hand aufs Herz'. Mit diesem neuem Album feiert die Punkrock-Band aus Südtirol auch gleich ihren größten Erfolg und stieg direkt in der ersten Woche auf Platz 5 in die Deutschen Album-Charts ein.

Aber seht selbst, was ENORM-Sänger Marcus Hammer und seine Band von ihrem ersten Auftritt im Jubiläumsjahr der zehnjährigen Bandgründung zu berichten haben:

Mehr Infos zu ENORM unter: http://hammer-rock.de

ENORM live und in Farbe 2016:

  • 12.-15. Mai (genauer Tag noch nicht bekannt gegeben): Drachhausen, Spreewald Rock Festival
  • 14. Juli: Rieden-Kreuth, G.O.N.D. Festival (mit u.a. Unantastbar und Pro-Pain)
  • 13. August: Goslar, Roxxberg Festival (mit Platzverweis und Herzlos)
  • 1.-2. Oktober (Tag noch nicht bekannt): Geiselwind, F.E.K. 9 Monster Festival (mit u.a. Unantastbar)
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5. April 2016 2 05 /04 /April /2016 11:25

Seit 10. März erhält das deutsche Kinopublikum ’Grüße aus Fukushima’. Warum also in diesem Monat nicht gleich noch ein paar weitere musikalische Souvenirs aus anderen Teilen einsammeln? Die Veröffentlichungen im März 2016 boten auf jeden Fall eine gute Gelegenheit dafür mit Grüßen aus Compton, Almaciga/Teneriffa, Belgrad, Bozen und von der Detroit-Köln-Connection.

Ulrike Haage – Grüsse aus Fukushima (Filmmusik)

Cover zu Grüsse aus FukushimaFür ihren aktuellen Film 'Grüsse aus Fukushima' hat Regisseurin Doris Dörrie die Pianistin Ulrike Haage verpflichtet, den passenden Soundtrack dazu aufzunehmen. Unterstützt wird sie dabei von Johanna Helm am Cello, Brigitte Haas fürs Glockenspiel und Eric Schaefer bei der Percussion. Wenn im ersten, etwa ein-minütigen Stück der 'Train to Fukushima' bestiegen wird, klingt das schön nachdenklich. Fröhlicher ist da zum Beispiel 'Broken Buddhas', wohingegen 'Leaving Minamisoma' elektronisch treibend klingt. Sehr düster und minimalistisch ist dafür 'Ghosts' geraten, das wie 'Back in Tokyo' ein Outtake ist, der demnach wohl nicht im Film verwendet wurde.

Enthalten ist übrigens auch 'Asa Nisi Masa', das Haage bereits letztes Jahr auf ihrem Werk 'Maelstrom' veröffentlicht hat. Was allerdings spannend zu hören sein dürfte, ist der Einfall, das fast 14-miütige Stück noch in den zwei viel kürzeren Vatiationen 'The Zone' und 'Full Moon' wiederzugeben. Wenn es dann am Ende fröhlich 'Good Bye Fukushima' heißt, ist das eine Einladung auf ein Wiedersehen beziehungsweise -hören, die viele Zuhörer strahlen lassen wird.

Album seit 11. März 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://gruesseausfukushima.de

Dactah Chando – Ansestral

Cover zu AnsestrelSchon mit seinem Debütalbum ’Clara’ konnte der Reggae-Sänger Dactah Chando 2011 hierzulande für Aufmerksamkeit sorgen. Dass er von den kanarischen Inseln stammt, brachte ihm dabei vielleicht einen Exoten-Bonus ein. Doch diesen braucht er gar nicht (mehr). ’Ansestral’ ist nämlich nunmehr bereits sein drittes Album nach ’Sabiduria’ aus dem Jahr 2013. Darüber hinaus erhält er – wieder einmal – prominente Unterstützung: Produziert wurde das Ganze von Umberto Echo aus München und bei den Musikern wirken unter anderem Morry ’Da Baron’ von Korff und Gregory ’Zigo’ Mavridorikis von der französischen Gruppe Dub Inc sowie die Jamaram-Bläser Hannes Beblo und Daniel Noske mit. Im Background singt hier und da Sara Lugo und Barney McAll aus Melbourne spielt das Rhodes-Piano beim roots-orientierten ’Yo Para Ti’.

Als erste Single wurde aber erst einmal ’Positivo’ mit einem schön anzusehenden Video ins Rennen geschickt. Das Teil hat auf jeden Fall trotz recht klassischer Umsetzung das Potenzial zum Sommerhit. ’Alto Grado’ klingt dagegen etwas elektronischer, während ’Vive’ orientalisch angehaucht scheint. Alles in allem geht ’Ansestral’ geschmeidig in die Gehörgänge und zeigt, dass Reggae auch mit spanischen Lyrics international verständlich ist. Fazit: Positivo!

Album seit 7. März 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://www.dactahchando.com

Kendrick Lamar – Untitled Unmastered. (mit u.a. Cee-Lo Green und Bilal)

Cover zu Untitled UnmasteredMitte Februar gewann der Rapper Kendrick Lamar aus Compton gleich fünf Grammys für sein Album ’To Pimp A Butterfly’ (Kritik hier). Die Gunst der Stunde nutzend wurde nun direkt ’Untitled Unmastered’ nachgelegt. Wie der Name schon andeutet, ist das Ganze er schlicht gehalten, was die Aufmachung angeht. Nicht aber die Umsetzung. So wurden für die acht Songs nicht einmal Titel ausgewählt und sie stattdessen einfach durchnummeriert und mit je einem Datum dazu versehen. Auf ein „richtiges“ Cover und Booklet wurde ebenfalls verzichtet. Im Gegensatz zu dieser Schlichtheit ist allerdings die Liste der beteiligten Künstler sehenswert, die hier und da im Internet genannt werden. Und noch wichtiger: Das Ergebnis ist durchaus hörenswert.

Beim jazzig-lässig-loungenden ’Untitled 06’ ist zum Beispiel Cee-Lo Green als Gast-Sänger zu hören. Produziert wurde das Stück zudem von Ali Shaheed Muhammad von A Tribe Called Quest und Adrian Younge, der vor allem für die Konzeptabum-Serie ’Twelve Reasons To Die’ mit Ghostface Killah bekannt ist (Kritik hier). Soul-Sänger Bilal spricht dagegen das sexy Intro zu ‚’Untitled 01’, als wäre er Barry White persönlich. Jay Rock, der mit Kendrick zur Rap-Crew Black Hippy gehört, ist ebenfalls an einigen Stellen zu hören. Weitere Produzenten sind dagegen unter anderem Swizz Beatz bei ’Untitled 07’, das sich aus drei unterschiedlichen Teilen zu über acht Minuten Spieldauer zusammensetzt, und DJ Khalil, der die Werkschau mit ’Untitled 08’ ziemlich funky ausklingen lässt: „Pimp, Pimp – Hooray“!

Album als CD seit 11. März 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://www.kendricklamar.com/

DJ Teddy-O – Touch From A Far (Free Download Single Feat. Mario Winans)

Cover zu Touch From A FarObwohl der Kölner DJ Teddy-O seine neune Single ’Touch From A Far’ wieder unter https://soundcloud.com/djteddyomusic als Free Download zur Verfügung stellt, braucht sie sich keineswegs hinter kostenpflichtigen Veröffentlichungen zu verstecken. Zusammen mit dem Soul-Sänger Mario Winans aus Detroit, der zum Beispiel 2004 mit ’I Don’t Wanna Know’ einen Nummer-1-Hit in Deutschland landen konnte, hat er eine schöne RnB-Nummer aufgenommen.

Teddy-O hat sich zudem nicht lumpen lassen und sogar noch ein Video beziehungsweise einen über 7-minütigen Kurzfilm dazu von Regisseur Michael ’!Bazz’ Jackson (Ich sehe schwarz/ISS) drehen lassen. Zudem existiert von dem Track übrigens noch ein Remix, bei dem Benzino, der Mitbesitzer des HipHop-Magazins ’The Source’ ist, einen kleinen Part rappt. Wie Teddy-O in seiner Facebook-Chronik außerdem schreibt, entstand das Ganze schon vor vier Jahren. Und nun endlich hat er der Nachfrage seiner Fans nach diesem feinen Song nachgegeben.

Free Download Single seit 13. März 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://www.djteddy-o.com/

Hornsman Coyote & Soulcraft – Safe Planet

Cover zu Safe PlanetHornsman Coyote & Soulcraft ist eine Rootsreggae-Band aus Belgrad, die ihr neues Album über 'Ammonite Records' vertreibt. Darauf präsentiert die achtköpfige Gruppe insgesamt zehn fein groovende Tracks. Meistens singt dabei Hornsman Coyote, überlässt aber bei 'I Pray' auch mal dem Keyboarder Vladimir Krkljus das Mikrofon.

'Jericho', das zusammen mit Steven "Ras Muffet" Johnson vom Roots Injection Sound System aus Bristol geschrieben wurde, ist allerdings ein Instrumental. Und 'Angry' stammt ursprünglich aus der Feder von dem bereits 1984 verstorbenen, jamaikanischen Reggae-Sänger Keith Hudson. Was ein bisschen fehlt, ist der zu erwartende Balkan-Bezug, aber all das klingt trotzdem oder gerade deshalb doch ziemlich rund. 

Album seit 21. März 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://ammonite.co.rs/records.html

Shanti Powa – Peaceful Warriors

Cover zu Peaceful WarriorsIst 13 wirklich eine Unglückszahl? Die „Big Band“ Shanti Powa aus Südtirol sieht das anders und setzt auf die Kraft von gleich vier Vokalisten und neun Musikern. Und wie dieses Kollektiv gemeinsam für ordentlich Action sorgt, ist aktuell im Video zum Titeltrack zu sehen. Eingeleitet wird das Stück und damit gleichzeitig das Album dabei schon mal recht ungewöhnlich vom Didgeridoo-Spieler Sir Gulliver Jonathan Klauser, der sich auch um das Artwork der neuen Platte gekümmert hat. Abgemischt wurde die CD dagegen von ... Umberto Echo. Läuft bei ihm!

Bei der Energie, die von der Gruppe in die meisten Stücke wie ’One Day’ oder ’Be Wise’ mit Bläsern, Scratching und allen möglichen weiteren Instrumenten gelegt wird, ist ’Solo Una Storia’ wahrscheinlich die nächste große Überraschung. Das italienisch vorgetragene Lied wird nämlich ziemlich ruhig im Singer/Songwriter-Stil mit Gitarre eingeleitet. Vielleicht ist das als „Verschnaufpause“ für die Live-Auftritte gedacht, die unter anderem für Ende Mai in Deutschland geplant sind. Wer will, kann sich unter https://shantipowa.bandcamp.com/ aber auch erst einmal das Debüt 'The Orchestra' (kostenlos) holen. In diesem Sinne: Powa To The People!

Album seit 25. März 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://www.shantipowa.com

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30. März 2016 3 30 /03 /März /2016 21:03

Was vielen Künstlern als einfallslos vorgeworfen wird, macht nun auch Xavier Naidoo. Er benennt sein neues Album einfach nach einem alten plus den Zusatz '2'. Für den nahezu gleichnamigen Nachfolger zu 'Nicht von dieser Welt' arbeitet er wieder über die volle Plattenlänge mit Moses Pelham zusammen. Und das Ergebnis kann sich hören lassen, auch wenn nicht alle Ideen an die gute, alte Zeit anknüpfen können.

Cover zu NVDW 2So machte zum Beispiel den Auftakt als erste Single das Stück 'Frei', dass es allerdings gerade mal auf Platz 64 schaffte. Dabei klingt alles nach dem Versuch, hiermit an frühere Erfolge zu erinnern. Viele Menschen hörten Xavier schließlich erstmals 1997 bewusst bei 'Freisein', das als Single aus dem Album 'Die neue S-Klasse' von Sabrina Setlur ausgekoppelt wurde. Vielleicht ist es aber auch tatsächlich als Kommentar dazu zu verstehen. Damals hieß es in den Lyrics: "Ich will freisein./ Frei wie ein Stern, der am Himmel steht."

Nun scheint Xavier dieses Ziel erreicht zu haben, wie er in der am 26. Februar 2016 veröffentlichten Single mitteilt: "Ich bin frei./ Frei wie ein Stern, der strahlend hell am Himmel steht."

Mit 'Dem Himmel noch näher' nimmt er dagegen einen Faden auf, den er mit seiner ersten eigenen Single '20.000 Meilen über dem Meer' legte: „Wo wir überall waren./ Wir waren schon 20.000 Meilen über dem Meer./ Und sind immer noch da, Mann./ Ist dir nicht klar, wir kommen dem Himmel noch näher.“

Wie es sich für einen Mann von Welt, der mit einer himmlischen Botschaft unterwegs ist, natürlich gehört, singt Xavier Naidoo aber nicht nur über die Liebe (zu und von Gott), sondern predigt auch gegen häusliche Gewalt ('Das lass ich nicht zu') und Tiertransporte. In 'Ich will leben' gibt er den armen Kreaturen eine Stimme: „Sag es allen, sag es jedem, den du kennst./ Solang mein Fleisch und Blut für euch ein Gut ist, sie uns essen, tragen, morden,/ Und du denkst, dass ich nicht fühle, werd‘ ich fühlen, wie es ist, dass du nicht denkst."

Was Xavier alleine nicht schaffen kann, das schaffen ...

Neben Moses Pelham helfen übrigens noch ein paar Leute mit, die alle aus Umfeld des dynamischen Duos stammen und schon in der Vergangenheit ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis gestellt haben.

Zum einen wären da Martin Haas und Cassandra Steen, die früher mit Pelham als Glashaus Hit um Hit ablieferten. Steen ist nun bei der Hälfte im Background zu hören, Haas hat für alle Stücke bis auf das traditionelle 'Amazing Grace' das Programming und Keyboards übernommen. Bayz Benzon von der HipHop-Gruppe Unter Wortverdacht und als jahrelanger Co-Moderator der Radio-Sendung 'Nachtschicht' von Pelham bekannt, hat 'Das Prinzip' mitproduziert. Auch mit Markus Onyuru, der an vier der 14 Produktionen beteiligt war, arbeitet Pelham seit über einem Jahrzehnt zusammen.

Zum anderen wurden mit dem Gitarristen Albrecht 'Ali' Neander von den Rodgau Monotones und dem Schweizer Cellisten Raphael Zweifel wieder einmal etablierte Musiker für den warmen Sound engagiert. Hinzu kommt noch beim Intro 'Nicht von dieser Welt - Die Rückkehr' DJ Billy Davis, der sonst bei Söhne Mannheims für die gut gesetzten Scratches an den Plattentellern sorgt.

Bei 'Das lass ich nicht zu' rappt Moses übrigens auch noch ein paar Lyrics aus 'The Message' von Grandmaster Flash. Sehr gut gelungen ist zudem 'Das Prinzip', das nach einem funky Drummer klingt. Bevor Xavier anfängt zu singen, darf Moses so gut rappen wie lange nicht mehr. Eingeleitet wird das Ganze zudem mit einem Filmzitat aus 'Man of Steel': "Es ist, mit anderen Worten, nicht von dieser Welt."

Fazit: Das Sequel reicht zwar nicht wirklich an das Original von 1998 heran, aber Xavier Naidoo ist mit seinem Latein noch lange nicht am Ende, wie der gleichnamige Song sagt. Große Überraschungen bleiben aus, doch ein paar mehr gute (Liebes-)Lieder hat er damit auf jeden Fall nun im Repertoire.

Das Album 'Nicht von dieser Welt 2' ist voraussichtlich ab 1. April (kein Scherz!) 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://www.xaviernaidoo.de/

Die gesamte Tracklist des neuen Werks in der Standard Version sieht so aus:

  1. Nicht Von Dieser Welt - Die Rückkehr
  2. Renaissance der Liebe (zusätzlicher Gesang: Cassandra Steen)
  3. In Meinen Armen
  4. Der Fels (zusätzlicher Gesang: Cassandra Steen)
  5. Das Lass' Ich Nicht Zu
  6. Dem Himmel Noch Näher (zusätzlicher Gesang: Cassandra Steen)
  7. Kopf (zusätzlicher Gesang: Cassandra Steen)
  8. Frei (zusätzlicher Gesang: Cassandra Steen)
  9. Wiedersehen
  10. Ich Will Leben (zusätzlicher Gesang: Cassandra Steen)
  11. Das Prinzip (Feat. Moses Pelham)
  12. Latein (zusätzlicher Gesang: Cassandra Steen)
  13. Nicht Von Dieser Welt - Epilog
  14. Amazing Grace

Habt ihr Fragen zu Xavier Naidoo? Vielleicht kann ich sie beantworten. Gerne einfach (mit einem Kommentar) melden!

Mehr News und Tour-Daten gibt es hier.

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