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4. September 2008 4 04 /09 /September /2008 18:04

Ja, ist denn heut schon Weihnachten? Nicht ganz, aber die ersten Lebkuchen wurden schon im Supermarkt gesichtet – und ein neues Best-Of-Album kommt auch in die Läden. Wobei beides ja heutzutage nicht unbedingt als Vorbote für das Heilige Fest gewertet werden muss. Vielleicht wollen The Fiery Furnaces mit ’Remember’ wirklich einfach nur mal ihr bisheriges Schaffen Revue passieren lassen.

So richtig vorweihnachtlicht klingt es ja auch nicht, was uns die amerikanischen Indie-Rocker da auf zwei CDs präsentieren. Von der Debütscheibe ’Gallowbird’s Bark’ aus dem Jahre 2003 wurden weniger als die Hälfte aller Stücke für gut genug befunden, hier noch einmal veröffentlicht zu werden. Geschafft hat es aber unter anderem die freundliche Ermahnung ’Don’t Dance Her Down’. In den Lyrics wird darauf hingewiesen, dass die Mäuse nicht immer auf dem Tisch tanzen müssen – vor allem, wenn die Katze nicht mal aus dem Haus ist: „Don't dance her down, boys! Her man's in town./ My Mom told me a long time ago to quit all my rowdy ways and drink no more./ Don't dance her down, boys!“

Wer die Entwicklung der Band danach von ’Blueberry Boat’ über ’EP’, ’Rehearsing My Choir’ und ’Bitter Tea’ bis zu ’Widow City’ aus dem letzten Jahr komprimiert verfolgen will, ist mit ’Remember’ gut bedient. Der Titeltrack der letzten Scheibe fehlt zwar, aber dafür ist auch hier gut die Hälfte des Werks „recycled“ worden. Ausgewählt wurde dabei auch ’Ex-Guru’, bei dem Sängerin Eleanor Friedberger offensichtlich wieder einmal einen Songtext ihres Bruders Matthew interpretiert. Es sei denn, sie steht auf Frauen: „One of those blonde ladies had a certain hold on me./ I went to all her seminars by the Airport in the Double Tree./ I even let her use nephew's sea plane in the Bahamas for free./ But she means nothing to me now./ I tell myself that everyday: She means nothing to me now.”

Fazit: Für ihre Greatest-Hits-Compilation haben The Fiery Furnaces auf jeden Fall eine beachtliche Menge an 51 Stücken (inklusive Intros und Reprises) zusammengetragen. Da ihr experimenteller Indierock-Sound allerdings schnell anstrengend wird, wäre vielleicht hier doch weniger mehr gewesen. Wer sich aber einmal umfassend über den Backkatalog des Geschwister-Duos informieren will, sollte bei ’Remember’ zugreifen.

Mehr Infos: http://www.thefieryfurnaces.com

Doppel-CD voraussichtlich ab 5. September 2008 im Handel erhältlich.

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3. September 2008 3 03 /09 /September /2008 22:09

Mit dem Titel ihres neuen Albums machen es Mia. einem eigentlich ganz leicht, die geeigneten Worte für die Einleitung zu finden: Es darf wieder getanzt werden. Willkommen im Club!

Schon die Vorab-Single ’Mein Freund’ knüpfte genial da an, wo ’Tanz der Moleküle’ aufhörte. Stampfender Beat, treibende Piano-Klänge, Hall-Effekte im Gesang – und von Walzer bis Chanson genug skurrile Einfälle, um was total Eigenständiges zu schaffen. Dazu gibt es einen Songtext, der zwischen Zuneigung und Schelte hin und her pendelt: „Mein lieber Freund und Kupferstecher, du hast ja recht./ Vielleicht auch nicht – ich weiß es nicht./ Ich weiß nur eines – ich kenn’ dich doch gar nicht anders./ Wie wäre das… du legst deine Hand gekonnt in meine Hand – und mir gehört der letzte Tanz!“

Dass der letzte Tanz aber noch lange nicht getanzt ist, zeigen schnell weitere Gassenhauer wie das elektronisch angehauchte ’Kapitän’, das minimalistisch beatlastige ’Deinetwegen’, das recht aggressive, etwas an Deichkind erinnernde Instrumentalstück ’Verfolger’ oder das poppig schwebende ’Du’, bei dem ich auch wegen der Lyrics immer an ’Als Es Passierte’ von Paula denken muss. Wobei diese Vergleiche kein Vorwurf sind, sondern nur die Bandbreite der Berliner Kapelle aufzeigen sollen. Denn letztendlich klingt alles wirklich irgendwie nach dem ganz eigenen Sound von Mia.

Das absolut stärkste Stück – vielleicht sogar aller Songs von Mia. – ist aber ’Mausen’. Der Song rockt ohne Ende und hat dabei auch noch eine hoch motivierende Botschaft zu bieten: „Du sagst zu mir: ’Puppe, lass das Denken sein.’/ Du hast gut reden. Du kamst vielleicht schon klug zur Welt./ Du lässt nichts aus, du kennst dich aus – und sieh mal einer an./ Du gönnst dir gerad’ nur ’ne kurze Pause./ Doch die Katze lässt das Mausen nicht./[…]./ Nein, der Kopf lässt seine Flausen nicht./ Und das Herz, das lässt das Fühlen nicht – sein!“

Fazit: Mia. setzen mit ’Willkommen Im Club’ ihren Weg vom provokanten Insidertipp zum Stadion füllenden Pop-Überflieger mehr als gekonnt fort. Die exzentrische Live-Darbietung dazu – und die Erkenntnis, dass Sängerin Mieze ähnlich wie Gwen Stefani noch viel mehr zu bieten hat als „nur“ Gesang, wird zur Gewissheit.

Mehr Infos: http://www.miarockt.de

CD voraussichtlich ab 5. September 2008 im Handel erhältlich.

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Published by Holger Muster - in Musik Mia. Mieze Lyrics
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27. August 2008 3 27 /08 /August /2008 21:33

Zwar überbrückte Roots Manuva die Zeit seit seinem letzten Album mit einer Remix-CD, aber auf richtig neues Material mussten die Fans des englischen MCs ganze dreieinhalb Jahre warten. Die gute Nachricht: Mit 'Slime & Reason' knüpft er nun an alte Erfolge an, denn es klingt typisch nach Roots Manuva!

Wobei schon die beiden Singles 'Buff Nuff' und 'Again & Again' zeigen, dass da gehörig der Spielraum von Reggae, Elektro und HipHop in der ganzen Bandbreite ausgenutzt wird, wobei dem Rapper herzlich egal ist, ob das nun Grime, Dubstep oder doch einfach eine Variante der altbewährten Black Music ist.

'Again & Again' eröffnet das Album dabei noch relativ relaxed, obwohl der mit bürgerlichen Namen als Rodney Smith bekannte Rapper durchaus Grund hat, aus der Haut zu fahren. Kein Schwein kennt ihn mehr, HipHop hat seiner Meinung nach zuwenig Seele und das verdammte System ist immer noch nicht besiegt: „A lot of people don’t know about Smith. How I came to the scene and came to uplift./ The raggatary statures of righteousness. Pentecostal son, coming from the hard left./ With every breath and every noun – we dare not stop burning Babylon down.“


Das klingt jetzt allerdings ernster, als es ist. Im Video zeigt Roots Manuva jedenfalls, dass er alles gelassen und mit Humor sieht – selbst wenn er beim Ballspiel ausgeknockt wird. Auch zu 'Buff Nuff' gibt es ein durchgeknalltes Video, in dem er als farbenfroher Eisverkäufer die Damenwelt verzaubert. Dazu rappt er über einen Beat, den Produzent Toddla T aus Sheffield deutlich flotter für die Party-Leute gebaut hat. Thematisch geht es in den Lyrics darum, wie er eine heiße Lady wohl im wahrsten Sinne des Wortes zum Schmelzen bringt: „Please Baby please, let me squeeze and taste ya./ I'll let you pop first and never overtake ya./ Whiny whiny, worky worky, having a big time./ All that we leave is just some grease and big slime.“

Sind wir nicht alle nur ein bisschen Ursuppe? Wenn das alle so sehen würden, könnte diese Welt vielleicht ein besserer Ort werden. Zumindest im blubbernden 'C.R.U.F.F.' erklärt Roots Manuva, dass er sich ein Leben ohne Kriege wünscht – allerdings selbst nicht dran glaubt: „Now, we don’t want no war things, let’s explore things./ With the peace and the reasoning, we could get more things./ It’s so simple but we just can’t work this./ Way too much hurt and too much conflict.“

Eine Hoffnung sieht er allerdings in einer höheren Macht, die er allen in 'Let The Spirit' ans Herz legt. Den tropfenden Elektro-Sound hat Metronomy dazu beigesteuert, der mich ein bisschen an melancholische Pop-Songs aus den Achtzigerjahren erinnert. Im Songtext erklärt Roots Manuva, dass er keine Lust auf politische Spielchen hat und er davon überzeugt ist, dass allein der Glaube Berge versetzen kann: „Stick to my own I ain’t one to mix./ With the hoopla, ra-ra or the poli-tricks./ Trends come and go but we hip unto the causes./ We’s in the stacks my definition of the Lord is./ The strength that break the shackle and chain./ The strength that break the shackle and the bane.“

Fazit: Roots Manuva meldet sich nach einer relativ langen Auszeit mit einem durchaus guten Album zurück. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass er damit zwar weitaus origineller als der Durchschnitt ist, allerdings sich selber mit 'Slime & Reason' wohl kaum toppen kann.

Mehr Infos: http://www.rootsmanuva.co.uk

CD voraussichtlich ab 29. August 2008 im Handel erhältlich.

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24. August 2008 7 24 /08 /August /2008 13:25

Mit Philipp Poisel schickt Herbert Grönemeyer die neueste Entdeckung für sein ’Grönland’-Label ins Rennen um die höchsten Chartpositionen. Mit dem Debütalbum ’Wo Fängt Dein Himmel An?’ könnte der 25-jährige Sänger aus Ludwigsburg dabei schnell das beste Pferd im Stall werden.

Immerhin kommt, nachdem der Titeltrack bereits als Single veröffentlicht wurde, nun schon die zweite Auskopplung in die Läden. ’Ich Und Du’ ist dabei deutlich flotter als die gefühlvolle, vor allem auf Philipps sanftes Gitarrenspiel gestützte Ballade ’Wo Fängt Dein Himmel An?’. Trotzdem enthält auch ’Ich Und Du’ die wohl für Philipp Poisel typischen Elemente: die etwas brüchige Betonung im Gesang, den Gitarrensound und das spannende Gefühl zwischen Heim- und Fernweh.

So begibt er sich hier im Songtext von ’Ich Und Du’ mit einem schönen Mädchen auf große Tour: „Wir fahren mit dem Fahrrad hinaus aufs Erdbeerfeld./ Gleich hinter dem alten Bauernhof beginnt die große weite Welt./ Wir liegen auf der Wiese, uns scheint die Sonne auf den Pelz./ Schnell, hol mir 'n Pistazien-Eis, bevor ich hier noch schmelz’.“

Viele seiner Lieder handeln davon, unterwegs zu sein. Besonders interessant ist dabei, dass er nicht nur wie bei ’Ich Und Du’ aufs Fahrrad setzt, sondern zum Beispiel in ’Halt Mich’ auch auf die Bahn: „Die Eisenbahn fährt durch unbekanntes Land./ Vorbei an goldenen Feldern, tiefen Flüssen und zum Strand./ Der Vorhang vor dem Fenster flattert durchs Abteil./ Und ich vermisse dich, weil…/ du Heimat und Zuhause bist./ Weil bei dir mein Bauchweh aufhört./ Halt mich – halt mich fest.“

Ist das die Entdeckung der Langsamkeit, weil das Reisen so mehr Spaß macht? Teil eines entspannten Lebensgefühls? Gar ein ökologisches Bewusstsein? Oder einfach aus der Not heraus, weil vielleicht günstiger? Egal, solange die Botschaft stimmt, weil die Lyrics überzeugen.

Interessant ist zudem, wie Philipp Poisel seine Hörer auch mit der Wahl seiner Songtitel gerne etwas aufs Glatteis führt. In ’Seerosenteich’ singt er über den Winter, bei ’Schweigen Ist Silber’ darüber, dass manchmal auch nicht geredet werden muss. Noch eine Frage, die wohl unbeantwortet bleiben muss: Wer ist dieser geheimnisvolle Interpret, der ihn laut ’Wie Du’ so verzaubert? „Wenn ich deine Lieder hör’, gibt mein Herz keine Ruh’./ Bis ich bei dir sein kann. Ich fühle wie du.“

Fazit: Philipp Poisel versteht es, mit einfachen Mitteln spannende Bilder im Kopf zu erzeugen. Das füllt natürlich nur schwerlich Tanzflächen, aber bestimmt einige Herzen. Dadurch, dass sowohl sein Gesang als auch seine Ideen nicht immer ganz klar geschliffen sind, behält er sich zudem genug Geheimnis auf, um den Hörer auch für längere Zeit zu fesseln.


Mehr Infos: http://www.philipp-poisel.de

CD voraussichtlich ab 29. August 2008 im Handel erhältlich.

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21. August 2008 4 21 /08 /August /2008 20:50

2001 formierte Adé Bantu die Brothers Keepers, um mit dem Stück ’Adriano (Letzte Warnung)’ gegen rechte Gewalt zu demonstrieren. Als es danach an die Aufnahme des Albums ’Lightkultur’ ging, kamen noch die Sisters Keepers hinzu. Nun, sieben Jahre später und mit gekürztem Bandnamen, folgt das erste eigene Album und garantiert gebündelten Frauenpower!

Mit dem Titeltrack startet die CD gleich funky durch. An dem Allstar-Track haben gleich sechs der sieben Damen mitgewirkt – lediglich Tamika fehlt. Dafür feiern Namusoke, Onejiru, Mamadee, Noah Sow, Meli und Nicole Hadfield auf dem Disco-Beat richtig ab. Schließlich muss die Revolution tanzbar sein. Dazu rappt Meli, die schon mit ihren Crews Skills En Masse und Ischen Impossible Platten veröffentlicht hat, zum Beispiel Folgendes: „Gender riots – sag deinen Namen, denn es geht um Befreiung./ Wir sind noch da und ready./ M-E zu dem L-I rocksteady, boy./ Gender riots über Hi-Hats nonstop – yes y’all!“

Alle sieben Sisters sind dann aber schließlich beim ebenfalls sehr tanzbaren ’Unite’ zu hören. Mit dem Stück nahmen sie im Frühjahr auch am Bundesvision Song Contest teil, um anderen Frauen mit den selbstbewussten Lyrics Mut zu machen: „Wir sind schon so nah, Land in Sicht./ Alles so klar – und du bemerkst es nicht./ Der Weg war so weit – und ich kann jetzt sehen./ Millionen Schwestern sind hier, um mit mir aufzustehen.“

In so großer Besetzung treten die Sisters auf den restlichen zehn Stücken zwar nicht mehr auf, aber auch die kleineren Kollaborationen und Solosongs können sich hören lassen. Musikalisch wurde das Ganze von Executive Producer Matthias Arfmann breit gefächert – vom asiatisch angehauchten Intro zu ’Same Voices’ über die Soulballade ’Everytime’ bis hin zum dubbigen Reggaetrack ’Play With Fire’. Hinzu kommen weitere Gastsängerinnen wie Lisa Cash und Sonia Singh, wobei besonders das jazzige ’Grey Cats’ von Angela Chinyere Ordu sehr cool geworden ist.

Fazit: An den Erfolg und die Wirkung von ’Adriano’ konnten schon die Brothers Keepers kaum anknüpfen – aber das ist ja auch nicht unbedingt das Ziel. Auch bei den Sisters dient das Album vor allem dazu, auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen – nämlich mit dem Verein „Sisters e.V.“ wirklich real was zu verändern. Und wenn die Musik so schön wie hier ist, unterstützt man(n) das natürlich gerne!

Mehr Infos: www.sisters-music.com

CD voraussichtlich ab 22. August 2008 im Handel erhältlich.

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20. August 2008 3 20 /08 /August /2008 16:46

Dem ein oder anderen könnte Blaze schon auf den Alben von Brothers Keepers über die von D-Flame und Dean Dawson bis zu Jonesmann aufgefallen sein. Nun kommt sein erstes Solo-Album mit dem Titel’Schocktherapie’ raus – und er verspricht auf ’Hier Und Hustle’, dass das „die erste Sekunde von etwas Großem“ ist.

 

Leider kann ich nicht ganz nachvollziehen, was er jetzt so viel besser macht als die Konkurrenz. Vielleicht sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber die meisten Stücke sind thematisch eher Durchschnittsware. Er erzählt über seinen schwierigen Weg (’Kennst Du Das Auch’, ’Mein Leben’), übers Geld verdienen (’Mach Money’) und ausgeben (’Christina’), macht ein Liebeslied (’Flieg Mit Mir’) und immer wieder Tracks darüber, wie toll er ist und wie schlecht die anderen (’Rock’n’Roll’, ’Hand Aufs Herz’).

 

Auch in ’Lass Ihn Raushängen’ kündigt er an, dass er die Szene bereichert: „Wir pumpen Gewichte, glaub mir, und ich rede nicht von einer Hantelbank./ Harte Rapper hier haben die Statur von ’nem Hampelmann – krankes Land./ Ich bringe neue Farbe ins Spiel./ Die Position, an der ich bin, habe ich seit Jahren verdient.“

 

Meiner Meinung nach kocht er aber auch nur mit Wasser. Doch es gibt durchaus ein paar Tracks, die einen aufhorchen lassen. Für ’Moderne Frau’ hat er sich zum Beispiel die Unterstützung von C.J. Taylor (Rapsoul) gesichert, um auch selbstbewussten Mädels sexuelle Freiheit zuzugestehen, ohne sie als Bitches abzustempeln: „Sie hat Affären – weiß, was sie will und lebt es aus./ Sie ist kein Freak, sie ist eine moderne Frau.“

 

Schön ist auch das ruhigere Stück ’Danke’, mit dem der Frankfurter in den Lyrics Gott für die Geburt seines Sohnes dankt. Den Refrain singt dabei Jonesmann für ihn: „Ich dank dir für das Leben, das ich in meinen Armen halt’./ Der Grund, warum ich meine Hände falt’./ Ich seh mich selbst in seinem Augen, so wie ich bin./ Ich dank dir für alles.“

 

Fazit: Vielleicht hätte Blaze einen etwas dezenteren Titel für sein Debütwerk aussuchen sollen, denn eine ’Schocktherapie’ ist das wahrlich nicht. Trotzdem zeigt er mit einigen Ideen, dass da durchaus einer an den Start geht, der so schnell nicht wieder in der Versenkung verschwinden wird – wenn er es schafft, sich tatsächlich von der breiten Masse abzuheben.

 

Mehr Infos: http://www.donblaze.de

 

CD voraussichtlich ab 22. August 2008 im Handel erhältlich.

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19. August 2008 2 19 /08 /August /2008 17:20

Nachdem The Game 2005 mit ’The Documentary’ der Durchbruch gelang, folgte bereits ein Jahr später ’Doctor’s Advocate’. Doch dass sich seine Förderer Dr. Dre und 50 Cent nicht an den Aufnahmen beteiligten, sorgte für Spannungen – oder umgekehrt. Auch für die neue CD konnte er die Wogen nicht glätten. Aber dafür hat The Game unzählige andere Helfer gefunden, die ’LAX’ wirklich bereichern.

 

Schon für das ’Intro’ konnte er DMX gewinnen, der eines seiner „Gebete“ zum Himmel schickt. Für die Single ’Dope Boys’ hat er sich dagegen die Hilfe von Travis Barker gesichert, dem Drummer von Blink-182 und +44. Entsprechend rockt der Track auch gehörig, während The Game in seinen Lyrics „Grüße“ an Curtis „50 Cent“ Jackson und Dr. Dre rausschickt: „Yeah, it's the new king of everything, and bitches don't say no to me, I'm like a wedding ring./ Maybe it's how I pour that Patron, maybe it's how I smell a pair of Silver Cologne./ Maybe it's how I write shit when I'm in the zone, and I'm sick of blow jobs, bitch leave me alone./ And tell Dr. Dre to pick up the phone, before I climb through his window like ‘Nigga, I'm home’.”

Dabei kann der kalifornische Rapper auch anders, wie er im Songtext zur ruhigeren Single ’Game’s Pain’ zeigt. Darin zollt er mit Hilfe von Sängerin Keyshia Cole über einen Beat von Knobody & Dahoud allen möglichen Kollegen den Respekt, den sie sich durchaus verdient haben: „It’s summertime – shout out to Will Smith ’cause who didn’t wanna be the Fresh Prince. Flat top, gold chain and some fresh kicks?/ My nigga Nas told me money make the world go round. And Uncle Luke showed me how to make my girl go down./ I’ve been around HipHop since ’85. She had her ups and downs but she stayed alive.”

Apropos, Nas! Der New Yorker MC gibt sich auf ’Letter To The King’ die Ehre. Noch besser gefällt mit allerdings das von Scott Storch produzierte ’Let Us Live’, das ich mir auch sehr gut als ein Duett von Nas mit Erykah Badu vorstellen könnte. Sind das wirklich The Game und Chrisette Michelle?

Lediglich im Mittelteil fällt das Album leider für meinen Geschmack etwas ab. Die Kollabos mit Bilal, Lil’ Wayne, Nottz, DJ Toomp, Ludacris und Ne-Yo klingen einfach zu beliebig und/oder anstrengend.

Dafür ist die Zusammenarbeit mit Common und Kanye West bei ’Angel’ ziemlich gelungen. Aber wer weiß, wie lange diese ganzen neuen Bündnisse halten. Immerhin haut The Game bei ’Ya Heard’ ein paar Zeilen raus, die immerhin auch falsch verstanden werden könnten: „Than I bought me some brains, but I ain’t buying that the best rappers is Kanye and Wayne./ See both of them niggas spit but y’all act like y’all don’t hear me spit – like selling seven million records ain’t shit.”

Fazit: Gangstarap lebt, wenn sich auch dein Arsch zu dem Scheiß bewegt. Hundertprozentig treffsicher ist The Game dabei zwar nicht, aber eine ganze beachtliche Dichte an Hits kann er auf jeden Fall landen. Denn die große Klappe hat er noch - und es macht definitiv Spaß, ihn den einen oder anderen kleinen Seitenhieb austeilen zu hören.

Mehr Infos: http://www.thisizgame.com

CD voraussichtlich ab 22. August 2008 im Handel erhältlich.

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18. August 2008 1 18 /08 /August /2008 18:01

Nachdem sich Regisseur Leander Haußmann schon für diverse Projekte und Filme immer wieder bei der Musik von Element Of Crime bedient hat, ist es fast logisch, dass er die Band auch um Beiträge für den Soundtrack zu ’Robert Zimmermann Wundert Sich Über Die Liebe’ gebeten hat. Eine gute Wahl, wie die insgesamt sieben neuen Songs zeigen!

 

Drei Stücke davon sind reine Instrumentale geworden, aber der Rest behandelt laut Sänger Sven Regener alles, was „…in dem Film wichtig ist: Liebe, Drama, Wahnsinn und der Mond über Altona, außerdem Fleischmühlen, lesbische Schwestern, grünes Blut, Eppendorf, der Dalai Lama, Panzerfäuste, Sonntagsessen, Biker, Popos, Harrschnitte und Landungsbrücken.“ Aha, das macht auf jeden Fall Lust auf den Film!

 

Gleich im ersten Songtext empfiehlt Sven Regener in ’Death Kills’, sich von seiner Bazooka fernzuhalten. Ähnlich schwer bewaffnet stromert er anschließend durch die Gegend, um sich ’Ein Hotdog Unten Am Hafen’ zu holen: „Ein Hotdog unten am Hafen, und vor’m Einschlafen schnell noch ein Bier./ Dem Feind einen Tritt in die Rippen und ein paar Kippen für hinterher./ Ein Date mit dem Dalai Lama und ein Apfelsaft morgens um zwei./ Und eine halbautomatische Waffe ist immer dabei.“

 

Zu den sieben Liedern von Element of Crime gesellen sich zudem noch acht weitere Tracks, wie sie unterschiedlicher wohl nicht sein könnten. Während Tiefschwarz, Lexy & K-Paul und Amos ein paar ältere ihrer Electro-Housetracks beisteuern, gibt es auch ein paar Stücke von Donovan und dem russischen Sänger Vladimir Vissotski aus dem letzten Jahrhundert zu hören. Des Weiteren sind noch zwei neue Stücke von Ed Csupkay und Roland Heinrich enthalten.

 

Die Ehre, den Titelsong zu singen, gebührt aber natürlich Element of Crime. Enger mit dem Film verwoben ist allerdings ’Robert Zimmermann’, da in den Lyrics dazu viele Elemente der Handlung aufgegriffen werden: „Deine Schwester liebt einen Freak vor dem Herren. Das soll eine Frau sein – das hörst du nicht gern!/ Und Vaters Neue ist jünger als ihr alle je wart./ Verschlungen und dunkel sind die Wege des Herren. Vater und Mutter haben dich gern./ Aber du weißt, dass man nicht einfach dreist – und ungestraft Robert Zimmermann heißt.“

 

Wer sich fragt, was das bedeutet, muss wohl den Film anschauen. Bloß kurz hier der Hinweis, dass Bob Dylan mit bürgerlichen Namen Robert Zimmermann heißt, so dass die Hauptfigur wohl des Öfteren Hinweise auf ’Blowing In The Wind’ ertragen muss.

 

Fazit: Ähnlich skurril wie die Filmkomödie ist auch der Soundtrack geraten, aber vor allem Fans der melancholischen Stimmung von Element of Crime werden sich trotzdem über das neue Material freuen. Immerhin ist das letzte Album ja auch schon wieder drei Jahre alt. Doch auch alle anderen, die sich auf dieses Abenteuer einlassen, dürften die eine oder andere Überraschung entdecken.

 

Mehr Infos: http://www.element-of-crime.de

 

CD voraussichtlich ab 15. August 2008 im Handel erhältlich.

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14. August 2008 4 14 /08 /August /2008 16:13

Obwohl der Titel dieses Samplers schon ganz gut wiedergibt, worum es geht, sei hier noch die erklärende Zusatzzeile erwähnt: „Caribbean Soul & Calypso Crossover 1969-1979“. Wenn das nicht vielversprechend klingt, weiß ich auch nicht!

 

Eröffnet wird die CD ziemlich funky von The Revolution of St. Vincent mit dem Stück ’The Little You Say’, in dem sich der Sänger über das Gequatsche seines Mädchens beschwert: „The little you say is too much for me, girl!“

 

Danach geht es gut gelaunt weiter, wobei auch kritische Töne angeschlagen werden. Denn viele der Karibikinseln, auf denen diese Songs vor über drei Jahrzehnten entstanden, waren zu der Zeit noch Kolonien von Groß Britannien oder gerade erst als unabhängige Staaten anerkannt worden.

 

Der Song ’Independent Bahamas’ soll zum Beispiel im Juli 1973 während der Feierlichkeiten entstanden sein, als die Bahamas als eine der letzten britischen Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen wurden. Folglich ruft der Songtext dazu auf, dieses Ereignis freudig willkommen zu heißen: „People, listen to me./ Folks, where ever you may be let’s get ready to be free./ Independent nation – it is true./ No matter what we may say or do!/ Sing it high, sing it low./ Sing it where ever you may go.”

 

Auch Tyrone Taylor wollte mit dem deutlich ruhigeren Soul-Song ’Move Up Blackman’ seine Mitmenschen ermutigen, stolz durch die Straßen zu ziehen. Lancelot Layne beschäftigte sich in ’Yo Tink It Sorf?’ dagegen mit einem ganz anderen Problem: dem Ghetto. Wer in dieser ungemütlichen Umgebung bestehen will, muss sich auf seinen Überlebenswillen verlassen.

 

Hinzu kommen einige Coverversionen von Klassikern wie ’You Don’t Love Me’ oder ’Woman’, die zwar Spaß machen, aber eben nicht an die Interpretationen von Dawn Penn und Barrabas heranreichen. Mit der sehr schönen Soul-Gospel-Nummer ’Of My Hands’ wird diese Compilation dann gebührend abgeschlossen.

 

Fazit: Für ’Calypsoul 70’ hat Duncan Brooker auf jeden Fall ein paar schöne Perlen zusammengesammelt, mit denen der Sound der Karibikinseln jenseits der Tourismusklischees präsentiert wird.

 

Mehr Infos: http://www.strut-records.com/Calypsoul70/ 
 

CD voraussichtlich ab 15. August 2008 im Handel erhältlich.

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13. August 2008 3 13 /08 /August /2008 16:24

Ich hatte ja ein bisschen Angst, dass hier der Eindruck entstehen könnte, alle Alben würden unkritisch durchgewunken. Aber Hurricane Chris aus Louisiana gibt mir nun zum Glück die Gelegenheit, auch mal vom Kauf einer CD abzuraten!


Dabei fängt das Ganze doch recht viel versprechend an. Die ersten Zeilen auf ’51/50 Ratchet’ singt Nicole Wray, die mit ’Make It Hot’ dank Missy Elliott und Timbaland 1998 einen kleinen Hit hatte. Auch das vom jetzt 19-jährigen Hurricane Chris gesprochene Intro zu 'Getting Money' ist gut, aber wenn er anfängt zu rappen, rutscht seine Stimme leider ins Comichafte ab.

Als zweites Stück folgt ’A Bay Bay’, das es letztes Jahr komischerweise bis auf den siebten Platz der US-Hot100-Charts geschafft hat. Weder der an Crunk angelehnte Beat von Phunk Dawg noch das Gelaber über heiße Clubs und Girls ist besonders originell. Wenn ich das richtig verstanden habe, bedeutet der Titel soviel wie „Hey Baby“!

Schlimmer ist allerdings, dass danach keine Abwechslung in Sicht ist. Ob ’New Fashion’ oder ’Walk Like That’, ob ’The Hand Clap’ oder ’Touch Me’ – der kleine Kerl mit der großen Klappe und den kecken Zöpfchen macht die ganze Zeit nur auf dicke Hose!

Herrlich ist, wenn er auf dem ebenfalls als Single veröffentlichten ’Playas Rock’ erklärt, wie er mit seinen Mädels umspringt. Immerhin nutzt er das Instrumental von Mr. Colliepark (Ying Yang Twins), um auch eine Warnung vor ungeschützten Geschlechtsverkehr auszusprechen. Gummis helfen nämlich nicht nur vor gefährlichen Krankheiten, sondern auch vor ungewollten Schwangerschaften: „And then she told me that she want me to cut her./ But she ain't want me to use no rubber (no rubber)./ I'm feeling like u trying to get me caught up./ No disrespect, little mama, but that's just how I was brought up!"

Zum Schluss gibt es dann noch einen Remix von ’A Bay Bay’, auf dem The Game dem Gastgeber gehörig die Schau stiehlt: „I’m the king of this rap shit. What the fuck they talking ‘bout./ Niggas can’t sell records so they blame it on the South!“

Fazit: Ein Hurrikan sieht anders aus. Auf ’51/50 Ratchet’ weht leider nur ein laues Lüftchen, das sich schnell wieder verduften dürfte!

Mehr Infos: http://www.hurricanechrisonline.com/

CD voraussichtlich ab 15. August 2008 im Handel erhältlich.

 

 

 

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