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11. März 2014 2 11 /03 /März /2014 20:26

Mit „Swing Tech made in Berlin“ preisen die Dirty Honkers ihre Electro Freakshow gerne selbst in der Beschreibung ihrer Website an. Passt schon. Und weil es sich bekanntlich mit ein paar Freunden besser feiern lässt, haben sie für 'Superskrunk Remixed' einfach mal ein paar Kollegen eingeladen, um ein paar Nummern ihres letzten Albums noch mal durch den Mixer zu jagen.

cover-dirty-honkers.jpgSpannend ist es natürlich, wenn gleich zwei neue Versionen von ein und dem selben Lied quasi gegeneinander antreten. Erst hat nämlich Tinush 'Party People' geremixed, dann JFTH aus Paris. Während bei dem Franzosen zumindest ein paar der Lyrics von der kanadischen Sängerin Screechy 2 Shoes, dem isrealischen D.J. Neckbreaka und dem französischen Mitglied Flap Jack Malone übrig geblieben sind, hat sich Tinush voll und ganz auf das Saxophon-Spiel des Trios konzentriert. Was natürlich beides was für sich hat.

Danach folgt 'Back To The Jungle', das im Vergleich zu den beiden Remixen davor sehr viel ruhiger daher kommt. Jedenfalls anfangs, denn Smokey Joe & The Kid aus Bordeaux erhöhen das groovige Tempo stetig, bis am Ende kein Halten mehr ist.

Knusper, Knusper, Knäuschen...

Bei 'Deadly Lovers' hatte Neckbreaka selbst noch mal Lust, dem Lied einen anderen Twist zu geben. Wobei ihm die Jungs von Segment aus der 'Etage Noir'-Schmiede von Parov Stelar mit ihrer verspielteren Version eindeutig die Show stehlen. Das muss der DJ aber natürlich nicht auf sich sitzen lassen, denn mit dem fröhlich pumpenden Riddim von 'Oh Doctor' fährt er dann noch einen Heimsieg ein.

Wer übrigens vorab mal ein paar Originale der Dirty Honkers hören möchte, wird unter https://soundcloud.com/dirty-honkers/ fündig, wo es auch ein paar Free Downloads zu finden gibt. Die Saison ist zwar vorbei, aber das Weihnachtslied 'Jingle My Bells' kann ja schon mal für den nächsten Winter gesichert werden. Dazu passt auch der in 'Gingerbread Man' besungene „Lebkuchen-Mann“, mit dem in den Lyrics ein freches Katz-und-Maus-Spiel getrieben wird, bevor es ans Vernaschen geht: „Come, come and get me./ Catch me if you can, Gingerbread man.“

Fazit: „3 is ne Party“, meinten letztes Jahr Fettes Brot. Im Falle des Trios aus Berlin stimmt das auf jeden Fall. Die Dirty Honkers wissen, wie gefeiert wird. Die Remixe liefern dabei ordentlich Nachschub für die Clubs, in denen fröhlich geswingt werden sollte.

EP seit 7. März 2014 erhältlich.

Mehr Informationen unter: http://www.dirtyhonkers.com/

Das könnte dazu passen:
Parov Stelar – The Art Of Sampling
Lilja Bloom – More And More

Dirty Honkers live und in Farbe 2014: 14.03. Berlin – Badehaus Szimpla Musiksalon *** 26.04. Leipzig – Tresor Keller *** 09.05. Lausanne (CH) – Festival Balelèc *** 23.05. Erlangen – Unter einem Dach Festival *** 31.05. Berlin – Astra *** 06.06. Straubing – Pfingst Open Air *** 20.06. Würzburg – Umsonst & Draussen *** Pau (F) – Fete de la Musique *** 25.07. Chemnitz – MS Beat *** 26.07. Bremen - Breminale

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2. März 2014 7 02 /03 /März /2014 23:13

Lilja Bloom – schon mal gehört? Fans von Parov Stelar bestimmt, denn die österreichische Sängerin ist auf den Alben ihres Mannes ein gern gesehener Gast. Auf 'The Princess' lieh sie 2012 bei drei Stücken ihre Stimme. Beim Best-Of-Werk 'The Art Of Sampling' war sie letztes Jahr mit 'Shine' zu hören, dass sie bereits 2007 aufgenommen hatten. Mit ihrer neuen CD erfüllt sie nun den Wunsch nach 'More And More' von ihr.

cover-lilja-bloom.jpgDer Titeltrack ist dabei eine eingängige ElektroPop-Nummer geworden, die schon auf der Deluxe Edition zu 'The Art Of Sampling' zu finden war. Das sich daran anschließende 'Golden Arrow' ist zwar etwas langsamer, klingt aber dennoch dem Opener sehr ähnlich.

Umso interessanter ist es aber, was La Rochelle Band bei ihrem Remix daraus gemacht hat. Mit einem deutlich kräftigeren Beat wird hier das Stück clubtauglich vorangetrieben. Zudem durfte das A.G. Trio, das ebenfalls beim Parov-Stelar-Label 'Etage Noir' unter Vertrag steht und aus Linz stammt, Hand an das Lied legen. Ihr Eighties-Sound kommt dabei noch besser, weil ungewöhnlicher.

Das spannendste Originalstück von Lilja Bloom dürfte aber das düster-aggressive 'Lovers Game' sein, während 'Escape' sehr sphärisch daher kommt. Auch 'Lovers Game' hat sich das A.G. Trio noch zur Brust genommen und einen sehr gelungenen Electro-Housetrack daraus gebastelt.

Home is where the art is

Und natürlich darf der Meister selbst nicht fehlen. Zwar hat Parov Stelar ohnehin die vier Stücke dieses Mini-Albums produziert, aber für 'More And More' hat er trotzdem noch einen eigenen Remix abgeliefert. Übrigens gibt es unter https://soundcloud.com/etagenoir/parov-stelar-lilja-bloom-coco-remixed noch einen Free Download vom 'Coco'-Remix aus dem Jahr 2010. Darin singt Lilja Bloom die Lyrics: „I try to find myself, I try to move on./ Don't know where I am, please carry me home.“

Sorgen um Lilja Bloom musste sich aber auch damals niemand um sie machen. Wie 'More And More' nämlich jetzt anschaulich zeigt, hat sie längst ihr Zuhause gefunden – musikalisch und privat mit Parov Stelar und der österreichischen Elektro-Szene.

Fazit: Mit 'More And More' beweist Lilja Bloom, dass sie auch als eigenständige Künstlerin überzeugen kann. Und so dürfen alle schon gespannt sein, was als nächstes aus dieser Richtung kommen wird.

CD voraussichtlich ab 7. März 2014 im Handel erhältlich.

Mehr Informationen unter: http://liljabloom.com/

Das könnte dazu passen:
Parov Stelar – The Art Of Sampling
Stromae – Konzertbericht (Berlin, 2014)
Animal Trainer – Wide

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1. März 2014 6 01 /03 /März /2014 17:33

Nachdem ich im Dezember und Januar kein Plattensammelsurium geschrieben habe, soll es jetzt aber wieder eines für den Februar geben. Schließlich habe ich beim Durchschauen der Veröffentlichungen des letzten Monats entdeckt, dass da durchaus noch ein paar erwähnenswerte Sachen zu finden sind. Und weil ich ja hier selbst die Regeln dehnen kann, wie ich will, gibt es zum Auftakt noch ein Thema von Ende Januar.

Pewee – Her(t)z gegen Kommerz

Peewee Plusdick, Gründer der Hamburger SML Gang, setzt sein 'Her(t)z gegen Kommerz' in Szene. Das 'Intro' legt dabei mit Scratching und amerikanischen Vocal-Samples einen mehr als soliden Grundstein, der gleich Lust auf mehr macht. Überhaupt klingt alles bei den zehn Stücken auf der Free Download EP sehr überzeugend nach Golden Era Style. Zum Titeltrack, 'Rap ist heute Karneval' und 'Stress' wurden sogar Videos gedreht. Beim zuletzt genannten Song mit dabei Mio Mao und der englisch rappende Wyn Davis, der auf jeden Fall schon mit eigenen Sachen und im Vorprogramm bei Herr von Grau punkten konnte. Also einfach alle mal im Auge behalten.

Free-EP erhältlich seit 31. Januar 2014. Mehr Infos: https://www.facebook.com/PeweePlusdick/

Miwata – Neumood (EP)

cover-miwata.jpgDer Reggae-Sänger eröffnet seine 'Neumond'-EP mit so sympathischen Lyrics, dass er mich sofort für sich gewonnen hat: „Besuche deine Stadt, um zu musizieren./ Weil man die Sounds auf Offbeats nicht mehr so oft sieht, bin ich nun hier.“ Zum Glück, denn die Produktionen von Supersonic-Mitglied Jr. Blender, der unter anderem auch schon Tracks für Luciano, Ronny Trettmann und Phenomden aus der Schweiz gebaut hat, gehen gut ins Ohr und die Beine. Beim entspannten 'Reggae Dancehall aus Deutschland' unterstützen ihn dann noch Nikitaman und Uwe Kaa. Wem das noch nicht als Referenz reicht, findet zum Antesten bei http://www.jugglerz.de/category/downloads/ auch ein paar Free Downloads von ihm – inklusive eines Remixes zu 'Widerstand' von Gentleman. Großartig!

EP erhältlich seit 14. Februar 2014. Mehr Infos: http://www.miwata.de

ScHoolboy Q – Oxymoron

Ein Oxymoron ist ein Wortgebilde, das sich aus scheinbar Gegensätzlichem zusammensetzt: Hassliebe zum Beispiel. Oder alter Knabe. Oder eben hier im Fall von ScHoolboy Q der gute Gangster, der in der Schreibweise seines Namens schon Schulbildung und Hooligan vereint. Dealer, Vater, Rapper – und mit ’Oxymoron’ jetzt Bewerber für den Titel ’Man Of The Year’. Immerhin konnte er unter anderem auch 2 Chainz, Kurupt und Reakwon als Gäste gewinnen. Bei der Deluxe Edition kommen noch Suga Free und SZA hinzu. Und während Pharrell Williams ihm für 'Los Awesome' einen verspielten Party-Track gebaut hat, liefert The Alchemist hier, nachdem er sich beim Projekt Step Brothers ausgetobt hat, bei ’Break The Bank’ eine eher klassisch-düstere Produktion ab. Da dürfen wir echt gespannt sein, was Q mit seiner Black Hippy Crew dieses Jahr noch nachlegen wird.

CD erhältlich seit 25. Februar 2014. Mehr Infos: http://www.schoolboyq.com

Animal Trainer – Wide

cover-animal-trainer.jpeg„Jedem Tierchen sein Pläsierchen“, scheint sich das Schweizer Duo Animal Trainer gedacht zu haben. Erst startet das Debütalbum mit dem verträumten 'Come Along', um danach direkt die groovende Elektropop-Nummer 'How Does It Feel' mit Sängerin Natasha Waters nachzulegen. So bedienen sich Adrian Flavor und Samy Jackson aus Zürich bei allen möglischen Electro-Spielarten, liefern aber immer gute Ware ab. Das Ganze erscheint übrigens auf 'Stil vor Talent', dem Label von Oliver Koletzki. Da passt es natürlich, dass er auch gleich noch einen Remix zu 'The Walk' gemacht hat, der auf der treibenden House-Single 'Shane' zu finden ist. Macht auf alle Fälle Laune.

CD erhältlich seit 28. Februar 2014. Mehr Infos: https://www.facebook.com/AnimalTrainerMusic

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19. Februar 2014 3 19 /02 /Februar /2014 21:54

Mit 'Alors On Danse' landete der belgische Musiker Stromae vor gut vier Jahren einen Riesenhit und kletterte nicht nur in seiner Heimat und in Deutschland auf Platz 1. Inzwischen hat er das zweite Album sowie einige erfolgreiche Singles im Gepäck und ist immer wieder gern gesehener Gast in Berlin. Gestern spielte er erneut in der Hauptstadt – und überzeugte durchweg mit seiner gelungenen Show im Astra Kulturhaus!

stromae-cover.jpgEröffnet wurde das Konzert – genau wie das neue Album 'Racine Carrée' – mit dem bereits dem Namen nach feierwütigen 'Ta Fete'. Den spaßigen Dancebeat, den der in Berlin lebende Thomas Azier ('Hylas') mitproduziert hat, haben Stromaes Landsmänner Shameboy ('Heartcore') noch mit Gitarre und Bass aufgepumpt.

Den Party-Vibe führte der Maestro gleich mit 'Batard' weiter – unterstützt mit einer großartigen Licht-Show, die fast schon eine optische Täuschung durch Stroboskop-artige Hell-Dunkel-Wechsel bewirkte. In den Lyrics zum Electro-Sound erklärte er dazu quasi passend, dass er weder das eine noch das andere sei. Er ist, war und bleibt der Übersetzung nach er selbst: „Ni l'un ni l'autre, je suis, j'étais et resterai moi.“

Und dazu gehört, dass er viele Späße macht, aber durchaus auch ernste Themen anspricht. Dazu gehört auch, dass er sich selbstironisch eher uncool mit Pullunder und schlaksigem Tanzstil präsentiert, dabei aber die Konkurrenz locker in den Schatten stellt. Genauso hat er seine Rap-Wurzeln zwar weit hinter sich gelassen, kann diese aber auch bei Bedarf wieder ausgraben.

Danke heißt „Merci“

Ältere Stücke wie 'Peace Or Violence' und 'Te Quiero' durften natürlich nicht fehlen, bevor er zur aktuellen Single 'Tous Les Memes' live eine seiner Lektionen abhielt, in der er wie in unzähligen Videos auf Youtube erklärte, wie sich das Ganze musikalisch aus einzelnen Elementen wie Beat und Bläser-Sektion zusammensetzt, bei der auch Jazztrompeter Bart Maris zu hören ist.

Und wieder ist das Lichtkonzept hervorragend, das wie im offiziellen Clip zu 'Tous Les Memes' männliche und weibliche Facetten in Blau und Rosa ausleuchtet, während sich Stromae dazu ein neues Jackett übergeworfen hat. Das ganze Konzert wird so zu einem Gesamtkunstwerk, bei dem er sich zu den einzelnen Stücken Kostümierung, Videoprojektionen und Choreographien ausgedacht hat. Das muss man gesehen haben.

Für die Liebeskummernummer 'Formidable' entledigte er sich dann der schicken Fliege und gab den trauernden Ex, um sich anschließend für das auf der gleichnamigen Oper von Georges Bizet basierende 'Carmen' in Anzug und Melone zu schmeißen. Seinen zweitgrößten Hit hierzulande, 'Papaoutai', hob er sich dann noch für die Zugabe auf, die mit dem sphärischen Instrumentaltrack 'Merci' beendet wurde.

Fazit: Im ersten Moment scheint es verwunderlich, dass ein Künstler mit französischsprachigen Liedern Erfolg über Landesgrenzen hinaus hat. Aber Stromae schafft es auch, ohne dass er (vollständig) verstanden wird, zu begeistern. Wer jetzt noch keine Karte für eines der Konzerte im Mai hat, sollte schleunigst schauen, noch eine zu bekommen. Lohnt sich allemal!

Mehr Informationen unter: http://www.stromae.net

Das könnte dazu passen:
Parov Stelar – The Art Of Sampling
Herr Sorge – Konzertbericht zum 17.08.13 in Berlin

Stromae live und in Farbe 2014: 14.05. Karlsruhe – Tollhaus *** 15.05. Freiburg – Zäpfle Club in der Rothaus Arena *** 16.05. Münster – Jovel Music Hall *** 19.05. Nürnberg – Löwensaal *** 20.05. Dresden – Alter Schlachthof *** 21.05. Hannover – Capitol

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23. Januar 2014 4 23 /01 /Januar /2014 17:39

Die HipHop-Veteranen Evidence und Alchemist veröffentlichen ihr erstes Kollabo-Album als dynamisches Duo namens Step Brothers. Inspiriert zum Gruppennamen wurden sie durch den gleichnamigen Spielfilm mit Comedy-Star Will Ferrell. Und das ist bestimmt nicht der ungewöhnlichste Punkt, den es dabei hervorzuheben gilt.

step-brothers-cover.jpg’Lord Steppington’ ist für die zwei Brüder im Geiste ein riesiges Spaßprojekt. Immerhin hängen sie schon seit Ewigkeiten gemeinsam in Kalifornien ab und liegen auch musikalisch auf einer Wellenlänge. Eine der ersten offiziellen Zusammenarbeiten war 1997 das Stück ’Third Degree’, das Al für Evs Gruppe Dilated Peoples produziert hat.

Seitdem haben sie immer wieder einmal kollaboriert, wobei anscheinend einige ihrer verrückteren Ideen nie das Licht der Welt erblickten. Das ändert sich nun – und zwar zum Teil radikal. Das an sich schöne Sample bei ’See The Rich Man Play’ wird zum Beispiel nicht im Refrain eingesetzt, sondern konstant unter den schier endlosen Reimketten der MCs wiederholt. Da heißt es Nerven behalten.

Guest – who’s back?

Ähnlich ist auch ’Byron G’ aufgebaut. Ständig wird der böse ätzende Gitarrensound durch ein Vocal-Sample vorangetrieben, während das Duo mit Domo Genesis und The Whooliganz um die Wette rappt. Weitere Gäste sind übrigens Styles P vom Wu-Block, Rakaa von den Dilated Peoples und Roc Marciano.

Zwischen den Stücken gibt es außerdem abstruse Interludes darüber, dass ein gewisser Paul die perfekte Schlittenglöckchen für seine Musikproduktion sucht oder ein Typ über die Schwanenjagd philosophiert.

Bowling for Battle Cats

Die erste offizielle Single ’Step Masters’ ist dagegen schon relativ gradlinig und erinnert an die guten, alten Zeiten mit hartem Beat und HipHop-Ansagen à la Grandmaster Flash. In den Lyrics bezieht sich Alchemist übrigens erneut auf eine Film-Komödie ihres Namensgebers: „This is straight dummy rap, not Easter bunny rap./ Don’t sleep on the paper or take money naps./ I race on the track like ’Ricky Bobby’, spit it sloppy."

Im Video dazu liefern sich die beiden Hiphopper einen Battle bis fast aufs Blut. Im Zweikampf treten sie gegeneinander in insgesamt vierzehn Disziplinen wie Bowlen, Eier schaukeln, Wetttrinken und Fischen an.

Wer sich erst einmal auf ’Lord Steppington’ eingrooven will, kann zuerst den Free Download unter https://soundcloud.com/rhymesayers/01-ron-carter checken. Das Stück ist übrigens genauso wenig auf dem Album enthalten wie der unter https://soundcloud.com/rhymesayers/nothing-to-see-hear erhältliche Instrumentaltrack. Das fast 13-minütige Werk wurde dafür aber in der Werbekampagne eines Klamottenherstellers eingesetzt.

Fazit: ’Lord Steppington’ ist keine leichte Kost. Mit ihrem Background hätten es sich Alchemist und Evidence einfacher machen können. Aber darum geht es ihnen nicht. Hauptsache, sie haben Spaß zusammen. Und wer ihren Humor teilt und teilweise ruppige Klangästhetik mag, kommt hier ebenfalls gut auf seine Kosten.

CD voraussichtlich ab 24. Januar 2014 im Handel erhältlich.

Mehr Infos: http://www.rhymesayers.com/stepbrothers

Das könnte dazu passen:
Evidence – The Layover EP
Wu-Block – Wu Block 2012
Roc Marciano – Loaded

Step Brothers live und in Farbe 2014: 23.1. Frankfurt/Main – Zoom *** 25.1. Zürich (CH) – Komplex *** 26.1. Genf (CH) - Usine

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14. Januar 2014 2 14 /01 /Januar /2014 18:58

Obwohl er seit gut einem Jahrzehnt HipHop macht, hat der Durchbruch auf sich warten lassen. Das soll sich jetzt für Mortis ändern und so bereitet er mit der EP ’Der goldene Käfig’ seinem kommenden Album bei ’Showdown Records’ schon mal sehr gelungen den Weg.

cover-mortis.jpgBereits Ende 2010 gewährte der heute anscheinend leider nicht mehr als Free Download verfügbare Mix ’Immer wieder gern: Songs & Features 2004-2010’ einen Rückblick auf das bisherige Schaffen des Künstlers. Damals hieß es noch, dass danach ein Album namens ’Goldener Käfig’ geplant sei.

Zwar folgt jetzt nur eine EP mit dem entsprechenden Titel, aber diese soll wiederum der Vorbote für noch mehr in diesem Jahr sein. Im Titeltrack ’Der goldene Käfig’ wirft Mortis einen sehr nachdenklichen Blick auf die Gesellschaft. Doch ab und zu blitzt Hoffnung in den Lyrics durch: „Gott ist groß, die Welt ist krank./ Alles fällt zusammen, das Karussell hält nicht an./ Kein Fels in der Brandung, keine helfende Hand./ Alle werfen das Handtuch. Ich helfe, wo ich kann.“

Stadt der Bengel

Ähnlich zwiegespalten – oder vielleicht auch eher realistisch – klingen viele der Ansagen in den restlichen Tracks. Angefangen beim von Pianoklängen eingeleiteten 'Gutmensch Intro', bei dem Mortis sich fragt, wie er ein guter Mensch wird bei all den Versuchungen. Aber einfach sein Ding durchziehen ist schon mal ein guter Anfang.

Das sich daran anschließende 'Engelsstaub', bei dem Peet noch einen Part singt und Kid Simius Gitarren-Sounds beigesteuert hat, geht nahtlos den Weg des Intros weiter. Beschrieben wird aus der Sicht des Wahl-Berliners das Großstadtleben zwischen Frustration und Begeisterung: „Die Stadt ist so dreckig./ Mein Bezirk ist so schön, aber hässlich./ Nimm einen Zug – halt den Rauch in der Brust./ Engelsstaub in der Luft.“

Einblicke in das Leben in der Provinz gewährt dagegen der Songtext und das Video zu ’Zuhause’, wobei sich auch hier Freud und Leid die Waage halten. Rocken tut das Ding auf jeden Fall, nicht zuletzt durch Unterstützung von Damion Davis und Peet im Hintergrund und William „Woody“ Veder an der Gitarre. Weitere Helfer bei der EP waren übrigens Marteria, Wanja, Da Kid und Shizoe sowie Produzent Nobodys Face. Alles in allem bewirkt das ein eher alternativeres HipHop-Klangbild, das Rap sehr musikalisch in Szene setzt.

Fazit: 'Der Goldene Käfig' ist in sich sehr rund geworden. Hier geht es nicht um Eier schaukeln oder Party machen, sondern die Vermittlung einer ganz bestimmten, eher melancholischen Gefühlswelt. Das Coverbild gibt das passend wieder: Mortis sitzt alleine an der Bar, aber was am Ende zählt, ist doch, dass alles im Grunde ganz gut ist.

EP voraussichtlich ab 17. Januar 2014 im Handel erhältlich.

Mehr Infos: http://www.showdown.de/Mortis

Das könnte dazu passen:
Damion Davis – Querfeldein
Marteria, Yasha & Miss Platnum – Lila Wolken EP

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4. Dezember 2013 3 04 /12 /Dezember /2013 23:17

Weihnachten nährt sich in großen Schritten. Da lohnt es sich doch zu schauen, was im letzten Monat noch für Platten veröffentlicht wurden. Vielleicht findet sich ja die eine oder andere darunter, die ein schönes Geschenk abgibt.

Sebastian Sturm & Exile Airline – A Grand Day Out

cover-sebastian-sturm.jpgIn Aachen 1980 geboren, aber im Herzen ein Sohn des Roots Reggae – so präsentiert Sebastian Sturm auf seiner vierten Platte unter eigenem Namen wieder einmal den eher klassischen Sound Jamaikas. Sowohl musikalisch als auch inhaltlich setzt er mit seiner Band Exile Airline bei ’A Grand Day Out’ auf die bewährten Zutaten. Mal gesellschaftskritisch wie mit Harrison Stafford von der kalifornischen Reggae-Band Groundation in ’Right To Remain Silent’, mal voller Lebensfreude wie mit Mento-Sänger Albert Minott von den Jolly Boys aus Jamaika. Ihr gemeinsam aufgenommenes ’More Music’ ist auch die Single zum Album, das an kalten Winterabenden mit entspannten Klängen die Stimmung heben dürfte.

CD erhältlich seit 8. November 2013. Mehr Infos: http://www.sebastian-sturm.com/

Veedel Kaztro – Büdchen EP

cover-veedel-kaztro.jpgMit der ’Büdchen EP’ ist gerade der erste offizielle Tonträger des Kölner Rappers Veedel Kaztro erschienen. Wobei dafür jeweils vier Tracks von seinem ’Büdchen Tape’ und der ’Nachlegen EP’ neu aufgenommen wurden. Das Tape in einem Stück gibt es übrigens unter https://soundcloud.com/olski/veedel-kaztro-b-dchen-tape als Free Download. Und dem Kölschen Jungen zuzuhören lohnt sich, wenn er zum Beispiel in ’Rapperleben’ nicht seinen persönlichen Werdegang rekapituliert, sondern sich einfach ein paar Stationen aus den Bios von Massiv und Eko Fresh andichtet. Bei ’Halb Mensch, halb Kater’ sampelt Produzent Spexo dafür am Ende Doppelkopf, während Veedel Kaztro in seinen Lyrics herrliche Tiervergleiche bringt, um die Konkurrenz zu dissen: „Füchse sind so Nineties, dieser Sound ist nicht ausgefuchst, sondern ausgelutscht.“ Junge Hörer können sich also über Flow und Sprachwitz freuen, während ältere Semester ihr Ohr auf die Schiene der Geschichte legen und dabei unzählige Querverweise entdecken können. Spaß macht das allemal!

CD ebenfalls schon erhältlich seit 8. November 2013. Mehr Infos:
https://www.facebook.com/pages/Veedel-Kaztro/165147566971867

Shawn The Savage Kid – Kennen wir uns? EP

shawn-cover.jpg„Kennen wir uns?“, fragt Shawn The Savage Kid mit dem Titel seiner neuen EP. Und die Antwort lautet wahrscheinlich „Eher nicht“, denn die wenigsten Leser werden wohl davor schon mal was von dem Regensburger Rapper gehört haben. Was schade ist, denn die Geschichten, die er erzählt, sind sehr ausgefeilt: Mal geht es zum Beispiel um einen Herrn 'Polizist', der sich nach Liebe sehnt, mal um ein 'Goamädchen', das Shawn den Kopf verdreht. Passend dazu hat Melik von der Wiener Beatcrew Dusty Crates ebenso ungewöhnliche, zum Teil eher triphoppige Instrumentals gebaut. Die Vinyl-Version ist übrigens in Arbeit und soll dann ab 20. Dezember erhältlich sein. Und wer Shawn noch besser kennenlernen will, kann sich unter https://soundcloud.com/showdownrec/shawn-the-savage-kid-tagtraeumer einen zusätzlichen Free Track downloaden: „Es geht nur um Musik./ Shawn ist am Rappen, Melik pumpt die Beats.“

Digital EP erhältlich seit 22. November 2013. Mehr Infos: https://www.facebook.com/ShawnTheSavageKid

Dorian Hunter – 23: Tod eines Freundes (Hörspiel)

cover-dorian-hunter23.jpgAuch nach der Doppelfolge über die tragische Liebe zur schönen Esmeralda kämpft Dorian Hunter in seiner früheren Inkarnation als Juan Garcia de Tabera weiter gegen die Mächte der Finsternis. Vielleicht sogar noch engagierter als zuvor, gilt es doch im Spanien zu Zeiten der Inquisition die wirklichen Dämonen zu vernichten. Doch da das leichter gesagt als getan ist, muss sich der Dämonen-Killer auch gut 500 Jahre später mit einem Gegner beschäftigen, für den er erst einmal die geeignete Waffe finden muss: den goldenen Drudenfuß. Ausgerechnet sein Gegenspieler Olivaro gibt ihm bei der Suche danach einen wertvollen Tipp. Oder ist das Ganze eine Falle, die er mit dem Tod eines Freundes bezahlen muss?

CD erhältlich seit 29. November 2013. Mehr Infos: http://www.universal-music.de/dorian-hunter/

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20. November 2013 3 20 /11 /November /2013 20:58

Sieben Jahre ist es her, dass Captain Gips mit 'Transformer' sein erstes offizielles Solo-Album veröffentlichte. Kurz danach brachte Regisseur Michael Bay die Story um die wandlungsfähigen Roboter in seiner Hollywood-Version in die Kinos. Trotzdem benannte Gips 2009 sein Zweitwerk nach dem Anführer der Autobots 'Optimus Prime'. Doch für den dritten Wurf bedient sich der Captain nun lieber bei Jules Verne und transformiert einen seiner Buchtitel um zu '20.000 Meilen unter dem Yeah'. Dabei gibt es gar keinen Grund, gleich so tief zu stapeln.

cover-captain-gips.jpgDer Titeltrack gibt ganz gut das Lebensgefühl des Captains wider. Arbeit im herkömmlichen Sinn ist nicht so sein Ding. Er lebt lieber für seine Ideale und die Musik. Aber das sich diese Leidenschaft nicht so ganz materiell auszahlt, beschreibt er in den Lyrics. Wobei die Strophen dann doch eine positivere Bilanz über die brotlose Kunst ziehen als der Refrain andeutet: „Ich steh jeden Tag 'ne Stunde am Herd./ Der Magen knurrt, ich hab Hunger auf mehr./ Ja verdammt, ein Wunder muss her./ 20.000 Meilen unter dem Yeah.“

Als Single wurde aber jetzt erst einmal 'Faust in der Tasche' ins Rennen geschickt. Neben diversen Remixen ist zudem 'Pennen' enthalten, das allerdings von Gips auch als Free Download unter http://captaingips.com/wordpress/?page_id=29 verschenkt wird.

Thematisch geht die Single in eine ähnliche Richtung wie der Titeltrack. Auch hier ärgert sich Gips über die gesellschaftlichen Zwänge. Mit der Meinung, dass es auch anders gehen müsste, steht er dabei nicht alleine da und zollt deshalb seinen Mitstreitern mit ein paar Zeilen Respekt: „Ulliversal baut mir den Beat./ Ich schreibe für euch, bin genauso wie die./ Das ist Audiolith. Euer Gott ist nicht da./ Ich guck auf die Welt und kotze im Strahl.“

Zicken zucken, wenn Zecken zocken

Eingeordnet wir sein Stil auch schon mal gerne unter dem Begriff Zecken-Rap. Mit einigen anderen Vertretern dieses Subgenres wie Sookee, Kobito und Pyro One spielt er auch ab und zu Shows unter dem Banner 'Tick Tick Boom'.

Aber der Captain kann auch anders, was er vor allem mit seinen Gästen unter Beweis stellt. Bei 'Dance in the Rain' beschreibt er mit Ira Atari Wege aus Depression, Unsicherheit, Angst und Selbstzweifeln, während er mit B-Low von Digger Dance in 'Komm zu mir' vor allem seine Heimatstadt Hamburg feiert.

Zusammen mit Marie Curry lebt er sein 'Fernweh' aus und träumt davon, einfach seine Koffer zu packen. Das lustigste Stück unterstützt allerdings Kolya. Bei 'Sandkastenbusiness' schlüpfen sie in die Rollen zweier Kids, die die Allergrößten sind: „Das ist Sandkastenbusiness – und die Krabbelgruppe bounced zu meinem Rasselsound./ Das ist Sandkastenbusiness – heb die Schaufel in die Luft, wer hat die größte?/ Das ist Sandkastenbusiness – und wirklich jeder guckt auf meinen Schneeanzug./ Das ist Sandkastenbusiness – wer hat schon Haare auf dem Kopf, wer ist der Schönste?“

Fazit: Captain Gips zieht mit '20.000 Meilen unter dem Yeah' sein Ding konsequent durch. Er will rappen und damit die Welt verändern. Und damit das nicht zu verbissen rüber kommt, gibt es zwischendurch auch mal für die Leichtmatrosen ein bisschen einfachere Kost. Verdient hat er damit auf jeden Fall immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

CD voraussichtlich ab 15. November 2013 im Handel erhältlich.

Mehr Informationen unter: http://captaingips.com/

Das könnte dazu passen:
Blumentopf – Nieder mit der GbR
Prinz Pi – Kompass ohne Norden
Herr Sorge – Konzertbericht zum 17.08.13 in Berlin

Captain Gips live und in Farbe 2013: 22.11. Leverkusen – KAW (mit Tick Tick Boom) *** 23.11. Bielefeld – AJZ (mit Tick Tick Boom) *** 6.12. Berlin – Cassiopeia *** 20.12. Husum – Speicher

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3. Oktober 2013 4 03 /10 /Oktober /2013 20:20

Letztes Jahr gelang Parov Stelar mit dem Doppelalbum 'The Princess' der Sprung in die deutschen Charts bis auf Platz 35. Da macht es durchaus Sinn, mit 'The Art Of Sampling' nun zurück zu blicken, welchen Weg der österreichische Produzent bis dahin zurückgelegt hat.

cover-parov-stelar-2013.jpgMit bürgerlichen Namen heißt der fast 39-jährige Musiker Marcus Füreder, veröffentlicht seit mehr als einem Jahrzehnt eigene Platten und schaffte es schon 2009 mit dem Vorgängeralbum 'Coco' in die Hitparade seines Heimatlandes.

Inzwischen ist sein gerne Elektroswing genannter Stil auch hierzulande über die Grenzen der eigenen Szene hinaus bekannter und beliebter geworden. Passend zu der Genre-Bezeichnung sind die Stücke häufig geprägt von hohem Tempo und dem Einsatz von Bläsern.

Gute Beispiele dafür sind unter anderem das vier Jahre alte 'Catgroove' und 'All Night' vom letzten Album, die auch auf 'The Art Of Sampling' zu finden sind. Interessanterweise sind allerdings die ältesten Stücke, 'Faith' mit Odettte Di Maio von 2005 und 'Shine' mit Marcus Füreders Frau Lilja Bloom von 2007, eher düstere Downbeat-Songs.

LL Cool Gaye

Die aktuelle Nummer 'Keep On Dancing' geht hingegen wieder in eine ganz andere Richtung und klingt eher nach einem klassischeren Pop-House-Mix. Dafür ist es Parov Stelar geglückt, die Vocals aus der Disco-Nummer 'Got To Give It Up' zu samplen, mit der Marvin Gaye 1977 einen Nummer-1-Hit in den USA landete. Darin singt er davon, wie er durchs Tanzen die Damenwelt beeindrucken würde.

Parov Stelar hat den Songtext allerdings etwas umgestellt und verkürzt, wodurch die etwas expliziteren Passagen wie „wanna make romance“ oder „step into your erotic zone“ entfallen. So heißt es jetzt unter anderem so: „Long as you're groovin', there's always a chance./ I got up on the floor, somebody could choose me.“

Wolf im Lammfell

Im Video dazu wird ein Boxer gezeigt, der den Höhepunkt seiner Sportkarriere gerade überschritten hat. Noch ist er der Werbestar für ein Küchengerät, aber Lust hat er nicht mehr. Und jeder nächste Kampf kann die Wende bringen. Gedreht wurde der Clip von Wolf & Lamm. Hinter diesem Namen stecken Joffrey Jans und Kai „Kurve“ Voelpel aus Berlin, die unter anderem schon Regie bei 'Love is a Killer' von Madsen und 'Stadt ohne Meer' von Ok Kid geführt haben.

Hinzu kommen dann noch drei neue Stücke. Das mit Y'akoto etwas schwermütig vorwärts treibende 'Heavens Radio' nutzt Lyrics von der 1989 verstorbenen Gospelsängerin Bessie Griffin, bei 'She ain't got no Money' ist der Däne Lukas Graham zu hören und Anduze aus Los Angeles besingt 'Josephine', die ihm den Kopf verdreht hat.

Wem das nicht reicht, der kann auch zur Deluxe-Version greifen, auf der noch unzählige Remixe enthalten sind. Übrigens nicht nur von eigenen Stücken, sondern es gibt auch Arbeiten für unter anderem Lana Del Rey und Bryan Ferry. Mit der Überarbeitung dessen Songs 'Love Is The Drug' schlägt Parov Stelar perfekt die Brücke zum Soundtrack von 'The Great Gatsby', was sehr gut passt.

Fazit: Wie so oft ist auch hier bei diesem Best-Of die Frage, wie ein solches Werk am Besten zusammengestellt wird. Bei 'The Art Of Sampling' ist die Mischung recht gut gelungen. Neben der (ja auch noch nicht so bekannten) Single 'Jimmy's Gang' vom letzten Jahr gibt es eine bunte Mischung von 2005 bis ganz neu. Besser kann sich ein Künstler auf dem Sprung zu einer größeren Hörerschaft wohl kaum präsentieren.

CD voraussichtlich ab 4. Oktober 2013 im Handel erhältlich.

Mehr Informationen unter: http://www.parovstelar.com

Das könnte dazu passen:
Parov Stelar – The Princess
Leslie Clio – Gladys
Roger Willemsen – My Favorite Things: Singers

Parov Stelar live und in Farbe 2013: 5.12. Leipzig – Haus Auensee *** 6.12. Würzburg – Posthalle *** 7.12. Bremen – Pier 2 *** 9.12. Kempten – Bigbox *** 10.12. Köln – Palladium *** 11.12. Berlin – Arena *** 12.12. Lingen – Emsland Arena *** 13.12. Stuttgart – Schleyer-Halle

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22. September 2013 7 22 /09 /September /2013 15:57

Am 20. September 2013 feierte Annette Kruhl im frisch renovierten Grünen Salon der Berliner Volks-Bühne ein Buch Release Event zu ihrem ersten Roman 'Tausche Ex gegen Sex'. Als Autorin für TV-Serien wie 'Weibsbilder', mit eigenen CDs wie 'Frauen sind auch nicht besser' und als Kabarettistin mit dem Programm 'Single-Sex und Sims-Blockaden' dürfte sie sich das Beste für ihr Buchdebüt jahrelang erarbeitet haben. Um jetzt all die kleinen Anekdoten unterhaltsam in einem Guss zu präsentieren.

cover-tausche-ex-gegen-sex.jpgSchon bei den ersten paar Sätzen aus 'Tausche Ex gegen Sex' zeigt sich, wie wie viele absurde Gedanken sich um das Thema Sex gemacht werden können. Nachdem Marlene nämlich ihrem Mann Albert gestanden hat, dass sie mit einem anderen geschlafen hat, ist seine erste Frage, ob sie einen Orgasmus hatte. Was sie verneint.

Danach quält ihn anscheinend die Überlegung, ob ihre Orgasmuslosigkeit als mildernde Umstände ausgelegt werden könnte, wie Annette Kruhl ihre Hauptfigur nun selbst nachdenken lässt: „Und da stellt sich natürlich die Frage, ob einem Orgasmus, der mit einem anderen Mann nicht stattgefunden hat, immer noch besser ist als ein Orgasmus, der mit ihm, Albert, nicht stattgefunden hat? Oder ist allein die Tatsache, dass ich überhaupt in der Situation gewesen bin, einen Orgasmus mit einem anderen Mann haben zu können, Grund genug, mich zum Teufel zu schicken?“

Der Soundtrack zum Single-Hit

Jedenfalls kommt es so, dass sich Marlene passend zum Buchtitel lieber in das Abenteuer stürzt, mal zu schauen, was es da draußen noch so für Männer gibt. Leider nicht nur Traumprinzen, wie sie unter anderem bei einer langweiligen Silvesterparty, einer eher abturnenden Erotik-Show oder im Bett mit untreuen Ehemännern und Möchtegern-Cassanovas feststellen muss. Aber wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Auch Autorin Annette Kruhl mag es abwechselungsreich – zumindest sprengt sie anscheinend gerne mal den Rahmen einer normalen Lesung und peppt ihr Programm mit kleinen Einlagen und selbst verfassten Songs zur Lese-Show auf. So präsentierte sie zum Beispiel in Berlin als grandiosen Abschluss ihre Parodie 'Du kriegst ja eh keinen hoch' auf Andrea Berg mit einer ausgefeilten Choreographie. Humor ist eben Trumpf!

Fazit: Warum ist das mit Liebe, Sex und Zärtlichkeit eigentlich immer so kompliziert? So steckt in der Geschichte auch Einiges drin, über das es sich nachzudenken lohnt. Aber natürlich lädt 'Tausche Ex gegen Sex' zuerst einmal zum Lachen ein. Und wer das alles nicht ganz so ernst nimmt, kommt bei der unterhaltsamen Darbietung von Annette Kruhl bestimmt auf seine Kosten.

Buch seit 1. August 2013 im Handel erhältlich.

Annette Kruhl live und in Farbe 2013: 24.09. Schüttorf – KunstWerk *** 17.10. Frankfurt/Oder – Buchhandlung Ludwig *** 22.10. Leipzig – Buchhandlung Lehmanns *** 23.10. Hannover – Liebhabereien (Store) *** 24.10. Bielefeld – NaUnd (Store) *** 31.10. Lüneburg – Anne Lyn's Sinnlichkeiten (Store) *** 06.12. Trier – Tuchfabrik

Mehr Informationen unter: http://www.droemer-knaur.de/autoren/7784272/annette-kruhl

Das könnte dazu passen:
Michael Gantenberg – Jochen (Hörbuch gelesen von Bastian Pastewka)
Dieter Moor – Lieber einmal mehr als mehrmals weniger

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