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20. Februar 2013 3 20 /02 /Februar /2013 22:12

Eigentlich wollte Jochen nur die Welt verändern und Geschichte schreiben. Doch dann kommt in 'Jochen oder Die Nacht des Hasen' von Michael Gantenberg alles anders. Quasi am Ende, der am Anfang erzählt wird, steht er vollgedröhnt und nackt auf einem Hoteldach, blögt in ein Megafon und droht zu springen. Wie es dazu kam, ist allerdings ein enormer Spaß.

cover-jochen.jpgJochen ist klein, behaart und unzufrieden mit seinem Namen: „Ich kenne nur zwei Namensvetter, die es zu etwas gebracht haben. Jochen Distelmeyer von der Band Blumfeld und Jochen Rindt. Der eine ist Sänger und Gitarrist, und zumindest so erfolgreich, dass ich ihn kenne, der andere war Rennfahrer und ist tot.“

Jochen ist aber auf dem besten Wege, diese beiden Herren locker beim Bekanntheitsgrad hinter sich zu lassen, denn er ist ein Hase – und kann sprechen. Geschichten über sprechende Tiere gibt es ja so einige. Nehmen wir zum Beispiel mal das Pferd Mr. Ed oder was Aktuelles wie 'Neues vom Känguru', wobei das seinen „Erfinder“ Marc-Uwe Kling immer eher zum Wahnsinn treibt.

Hattu (M)Öhrchen? Muttu hören!

Jochen ist anders. Er glaubt, den Menschen helfen zu müssen – und es auch zu können. Doch er kann seine frohe Botschaft nicht ohne menschliche Hilfe verbreiten. Also spricht er erst Nils an. Den jungen Mann hat er schon lange im Nachbargarten beobachtet. Und der holt seine Freunde ins Boot. Aber eine Sensation wie ein sprechender Hase fördert nicht nur das Gute im Menschen...

Mit seinem bereits vierten Roman in vier Jahren legt Michael Gantenberg eine beachtliche Produktivität an den Tag. Gut ist aber, dass unter der Quantität die Qualität nicht zu leiden scheint. Seine Figuren sind vielleicht etwas klischeehaft, aber liebenswürdig gezeichnet. Und zu lachen gibt es auf jeden Fall wieder mehr als genug. Dafür sorgt auch die Lesung von Bastian Pastewka. Denn wenn eine Hase sprechen könnte, dann wäre es bestimmt mit seiner Stimme.

Fazit: In 'Jochen oder Die Nacht des Hasen' zieht Michael Gantenberg wirklich alle Register und beweist "Humörchen". Wer einfach eine unterhaltsame Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft hören mag, ist hier genauso gut aufgehoben wie diejenigen, die darin ein bisschen Politik- und Medienkritik herauslesen wollen. Und wer weiß, vielleicht verändert Jochen mit seiner Geschichte doch noch die Welt?

Mehr Informationen unter: http://www.michaelgantenberg.de

Hörbuch kommt bei Roof Music raus und ist voraussichtlich ab 21. Februar 2013 im Handel erhältlich. Die Buchausgabe soll am 11. März im Knaus Verlag, München unter der ISBN 978-3-8135-0542-9 erscheinen.

Das könnte dazu passen:
Michael Gantenberg – Neuerscheinung
Evelyn Sanders – Eigentlich wollt' ich Blumen kaufen

Michael Gantenberg live und in Farbe 2013: 14.03. Leipzig – Café Puschkin (Lesung und Gespräch im Rahmen von „Leipzig liest“) *** 24.04. Rees – Stadtbücherei

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19. Februar 2013 2 19 /02 /Februar /2013 22:23

Kennen Sie den ’Darkside Park’? Nein? Macht nichts! Zwar spielte auch diese Serie von Ivar Leon Menger in der Stadt Porterville, allerdings in einer ganz anderen Zeit. Diesmal befinden wir uns in der Zukunft – und die ist verdammt düster, trostlos und birgt dunkle Geheimnisse.

cover-porterville01.jpgEs heißt, dass außerhalb von Porterville kein menschliches Wesen existiert. Eine Katastrophe hat sie alle getötet. Die Menschen, die unter dem Schutzschild der Stadt leben, haben es aber auch nicht leicht. Sie ärgern sich über Greybugs („Ovale, graue Käfer ohne Kopf und sichtbare Sinnesorgane“) und bezahlen teuer für die wenigen, neben der Nährmasse namens Supreme verfügbaren Lebensmittel (mit einer Währung, die Mac-Kingsleys heißt. Nach wem sie benannt sein dürfte, wird in der 'Darkside Park'-Folge 18 erwähnt).

In dieser Welt sorgt sich Ex-Bibliothekar Martin Prey um seine Enkelin Emily. Denn dass sie sich ausgerechnet in Jonathan Sato, den Enkel des aktuellen Bürgermeisters verliebt hat, gefällt ihm nicht so recht. Wenn die Instanz für Innere Sicherheit Wind davon bekommt, ist Ärger nicht ausgeschlossen. Die IFIS kümmert sich seiner Meinung nach nicht nur darum, dass niemand Angst vor Kriminellen jeglicher Art haben muss: „Sie sorgt aber auch dafür, dass jeder, der dem Bürgermeister und seiner Clique nicht passt, auf Nimmerwiedersehen verschwindet.“

Fragen über Fragen

Doch bevor er mehr erzählen kann, wird das Gespräch durch zwei Kammerjäger unterbrochen, die Greybugs in der Wohnung bekämpfen wollen. Und Emily fragt sich auf dem Weg zu Jonathan, was er ihr noch sagen wollte: „Warum glaubt er, dass Bürgermeister Sato gefährlich ist? Was wollte er mir über das Draußen mitteilen?“

Und alles wird noch mysteriöser, als ein Mann namens Parker sie bittet, ihrem Großvater mitzuteilen, dass er Sarah Freemann gefunden habe. Und schließlich richtet er noch eine seltsame Frage an sie: „Kennst du den Darkside Park, Emily?“

Aber auf der Suche nach Antworten – auch auf die Frage, was eigentlich da draußen hinter dem Schutzschild ist – führt ihre Neugierde Emily und Jonathan auf einen Pfad, von dem es kein Zurück gibt...

Fazit: Wie beim 'Darkside Park' lässt Ivar Leon Menger auch beim Spin-Off 'Porterville' wieder verschiedene Autoren einzelne Geschichten spinnen, die sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammernfügen dürften. Raimon Weber legt dabei mit dem ersten Teil ordentlich vor. Science Fiction und Mystery bilden hier erneut eine spannende Einheit. Und wem eine Geschichte zu wenig ist, dem wird bereits mit zwei weiteren Fortsetzungen geholfen.

Mehr Informationen unter: http://www.porterville.de

eBook seit 18. Februar 2013 (für kurze Zeit sogar kostenlos) erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Dodo – 2: Dodos Suche
Star Wars – Erben des Imperiums 2: Das Imperium greift an

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17. Februar 2013 7 17 /02 /Februar /2013 15:24

Bekannt wurde Evelyn Sanders mit (autobiographischen) Geschichten aus dem Alltag der Sanders-Familie. Los ging es bereits 1980 mit dem Buch 'Mit Fünfen ist man kinderreich'. Auch 'Eigentlich wollt' ich Blumen kaufen' handelt größtenteils von ihren eigenen Erlebnissen – und die sind durchaus unterhaltsam.

cover-evelyn-sandersFangen wir ruhig mal am Ende an – wobei es dort um den Anfang geht. Auf den letzten Seiten des Buchs erklärt die Autorin, wie es überhaupt zu dem Werk kam. Sie wurde darum gebeten, es zu schreiben: „Wir vom Verlag haben das Geschenkbuch wiederbelebt, und nun hatten wir den grandiosen Einfall, ein kleines, dünnes, feines und überaus geniales Sanders'sches Geschenkbüchlein mit Anekdoten aus dem Alltag einer Großfamilie zu machen.“

Heraus kam eine kurzweilige Sammlung, die allerdings bereits 2002 das erste Mal erschienen ist. Jetzt kam der Verlag anscheinend auf einen weiteren grandiosen Einfall: Das Ganze noch einmal neu aufzulegen. Was grundsätzlich gar keine schlechte Idee ist.

Haarige Turbulenzen

Evelyn Sanders hat einige heitere Episoden aus ihrem Familienleben für das Geschenkbuch zusammengetragen und mehr als ein Dutzend Kurzgeschichten daraus gemacht: Mal beschreibt sie die chaotischen Reisevorbereitungen ihres Freundes Henri, mal die unerwarteten Auswirkungen eines neuen Haarfärbemittels.

Hinzu kommen ein paar Geschichten, die wahrscheinlich ausgedacht sind. Dazu gehört auch die, welche der Sammlung den Namen gegeben hat. Jolanda, genannt Jo, wollte wie gesagt eigentlich Blumen kaufen gehen, als sie auf der Fahrt ins Einkaufszentrum „...das dringende Bedürfnis nach einer Toilette verspürte“. Als sie wieder einsteigen will, hört sie jedoch ein klägliches Winseln. Und der Rest des Tages verläuft dann ganz anders als geplant.

Fazit: 'Eigentlich wollt' ich Blumen kaufen' ist ein nettes Mitbringsel für etwas ältere Damen, die sich richtig mit der Erzählerin identifizieren können. Wer also beim nächsten runden Geburtstag über 50, zur Silberhochzeit oder zum Besuch bei der Schwiegermutter ein originelleres Geschenk als einen Blumenstrauß überreichen will, könnte über dieses Geschenkbuch nachdenken.

Mehr Informationen unter: http://www.droemer-knaur.de/autoren/Evelyn+Sanders.82325.html

Das Buch ist seit 1. Februar 2013 im Handel erhältlich.

Evelyn Sanders: Eigentlich wollt' ich Blumen kaufen
Hardcover, Knaur HC, 192 S.
ISBN: 978-3-426-65333-3

Das könnte dazu passen:
Dieter Moor – Lieber einmal mehr als mehrmals weniger
Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen – 08: Wettbewerb der Detektive

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31. Januar 2013 4 31 /01 /Januar /2013 09:11

Lang hat die Fortsetzung zu 'Mandels Büro', das im Januar 2012 erschien, nicht auf sich warten lassen. 'Black Mandel' ist der zweite Kriminalroman über die „Rock'n'Roll-Detektive“ Max Mandel und Sigi Singer, der sich selbst lieber per Visitenkarte als „Ermittler Neue Medien“ vorstellt – staatlich geprüft von der IHK, versteht sich. Bei dem, was sie im norwegischen Bergen erwartet, hilft das jedoch nur wenig.

cover-black-mandel.jpgEigentlich wollten die Beiden nur zum Reunion-Konzert der Black-Metal-Band Dark Reich. Doch als am nächsten Morgen der Sänger verschwunden ist, schlittern sie Hals über Kopf in einen neuen Fall.

„Wenn man ihn überhaupt Fall nennen kann“, verrät der Singer gleich zu Beginn. Denn Auftraggeberin ist Mandels Eroberung Vilde, die Schwester des Sängers. Geld will der Mandel daher nicht nehmen.

Und schon nach der ersten Spur möchte der Singer am liebsten hinschmeißen: „Ich wäre wirklich lieber nach Hause gefahren und hätte mich den ganzen Tag mit Maria gestritten, als mich mit einem verschwundenen schwulen Masochisten, einem mörderischen Brandstifter und einer extremistischen Band herumzuärgern. Von dem ewigen Regen ganz abgesehen.“

Natürlich kommt es aber ganz anders. Während der Singer eher tollpatschig, mittel- und orientierungslos im privaten Umfeld stöbert, geht der Mandel mit der geheimnisvollen Newcomer-Band Utgang mehr oder weniger freiwillig auf die „Wilde Jagd“ und bringt sich dabei selbst in Todesgefahr...

Fazit: Im Gegensatz zum Vorgänger, bei dem irgendwie immer noch etwas fehlte, um richtig zu überzeugen, ist 'Black Mandel' nun ein ziemlich gut geworden. Umfeld, Protagonisten und Handlung sind einfach cooler als die angestrengten Ermittlungen im rechten Milieu. Bleibt nur zu hoffen, dass die Einschätzung vom Singer bezüglich der weiteren Zusammenarbeit mit dem Mandel gleich zu Beginn und schließlich am Ende des zweiten Teils nicht zutrifft: „Lang ging das nicht mehr gut mit uns.“

Mehr Informationen unter: http://www.randomhouse.de/Autor/Berni_Mayer/p405885.rhd

Buch seit 12. November 2012 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Bernie Mayer – Mandels Büro
Unheilig – Als Musik meine Sprache wurde
Peer Meter – Die Verhöre der Gesche Gottfried

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15. April 2012 7 15 /04 /April /2012 20:15

Am 15. April 1912, also vor genau 100 Jahren, versank die Titanic im Atlantik. Doch war es tatsächlich ein Unfall, der das riesige Passagierschiff und seine Besatzung dem Tode weihte? Autor Gerhard Wisnewski sieht das nach seiner Recherche etwas anders. Wie genau, beschreibt er in ’Das Titanic-Attentat’.

cover-titanic.jpgWas Gerhard Wisnewski für sein Sachbuch an Informationen zusammengetragen hat, liest sich spannend wie ein Krimi. Vieles rund um den Untergang der Titanic erscheint wirklich mysteriös: Warum wurden zum Beispiel die eintreffenden und zum Teil bestätigten Eiswarnungen ignoriert? War es Fehlverhalten, Fahrlässigkeit, Übermut oder doch gerade das Ziel dieser Reise, eine glaubwürdige Kulisse für einen inszenierten Unfall zu finden?

Final Destination: Meeresgrund

Für Gerhard Wisnewski steht fest, dass es dem Eigentümer J.P. Morgan darum ging, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen: „Tatsächlich zeigt die Geschichte der großen Attentate, dass diese immer multifunktional waren. Meistens ging es um drei Dinge: Geld, Politik und Personen.“

Im Fall der Titanic führte das in Bezug auf den ersten Punkt dazu, dass die Versicherung höher ausfiel als die Investition ihres Eigentümers J.P. Morgan, dem einflussreichsten Bankier seiner Zeit. Wert soll das Schiff 1,5 Millionen Pfund gewesen sein, versichert war es aber anscheinend mit 2,5 Millionen Pfund.

Get rich and die tryin’ to leave

Zum Punkt ’Personen’ stellt Gerhard Wisnewski Folgendes fest: „Bis auf Morgan selbst und einige seiner Freunde schien sich die gesamte finanzielle Elite der USA an Bord versammelt zu haben. Die Titanic-Katastrophe schien tatsächlich die oberste Gesellschaftsschicht der USA ’auszulöschen’.“

Neben Berühmtheiten wie Schriftsteller Jaques Futrelle, der den Hobbykriminologen Prof. van Dusen erfand, und Präsidentenberater Major Archibald Butt starben, sondern unter anderem auch Colonel John Jacob Astor, Benjamin Guggenheim, Isador Straus und Georg Widener.

Die vier Herren waren nicht nur die reichsten Passagiere an Bord, deren Vermögen zusammen auf 70 Millionen Pfund geschätzt wird, sondern sie hätten wohl auch alle die Möglichkeit gehabt, in die nie vollbesetzen Rettungsboote zu steigen.

Allerdings wurden sie durch die Besatzung mit der Begründung am Einstieg gehindert, dass Frauen und Kinder Vorrang hätten. (Ausgewählte) Männer durften nicht einsteigen, obwohl dadurch Plätze unbesetzt blieben. Und diese „schaurige Selektion“ sowie die Versicherungsgeschichte sind nur zwei Ungereimtheiten, die den Autoren aufhorchen liessen...

Fazit: Natürlich fischt Gerhard Wisnewski oftmals wie alle anderen Titanic-Forscher im Trüben. Ganz neu sind seine Annahmen ebenfalls nicht. So bezieht er sich unter anderem auf ’Die Titanic-Verschwörung: Die Geschichte eines gigantischen Versicherungsbetrugs’ von Robin Gardiner und ’Titanic: Mythos und Wahrheit’ von Susanne Störmer. Das von ihm entwickelte Bild ist allerdings wirklich spannend und fordert die Leser heraus, sich eine eigene Meinung zu bilden. Nie sollten sie alles blind glauben, was ihnen (nicht nur in Bezug auf die Titanic) erzählt wird.

Mehr Informationen unter: http://www.wisnewski.de

Buch seit 1. März 2012 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:

Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen – 06: Die Perlen Der Kali
Berni Mayer – Mandels Büro

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15. Januar 2012 7 15 /01 /Januar /2012 23:04

Was schreiben „Medienmenschen“, wenn sie Buchautor werden wollen? Der ehemalige Musikmanager John Niven entschied sich bei 'Kill Your Friends' für eine Satire auf die Musikindustrie, in der ordentlich über Leichen gegangen wird. Ist bei 'Mandels Büro' ähnlich – und doch ganz anders.


cover-mandels-buero.jpgBerni Mayer war einst zum Beispiel Chefredakteur bei MTV und Produzent von der Show 'Kavka Vs. The Web'. Jetzt ist er unter anderem in der Heavy-Metal-Band The Gebruder Grim und unter http://burnster.de Betreiber eines eigenen Blogs. Und was er da so an Einflüssen mitgenommen hat, wurde jetzt in 'Mandels Büro' verarbeite, wie er selbst an einer Stelle schreibt: „Die ganze Todesverachtung, die Klugscheisserei, das süddeutsche Gehabe und die Musik, all das kommt jetzt zusammen und ergibt sogar noch halbwegs eine Handlung.“

Stimmt, die Handlung ist im Grunde eher nebensächlich, obwohl es um einen äußerst brutalen Mord geht. Teo Lindemann, Sänger der „Band DEMO – ja, ja, in Großbuchstaben“, wird im Backstage-Raum halbiert. Verdächtig sind natürlich alle: Kollegen, Manager, Anwalt und die eifersüchtige Ehefrau, die das frisch gebackene Detektiv-Duo Max Mandel und Sigi Singer auf ihren Mann angesetzt hat, um ihm eine Affäre nachzuweisen. Und alle wollen nur eines: die letzten Aufnahmen des Ermordeten.

Wichtiger als der Fall selbst ist allerdings was ganz anderes, denn das Buch ist nach eigener Aussage Mayers im Blog „... ein sogenannter Kriminalroman geworden, obwohl es eigentlich die lakonische Geschichte einer Freundschaft ist, die langsam zum Teufel geht.“

Wer allerdings nicht den Humor Mayers teilt, könnte damit auch seine Schwierigkeiten haben. Vor allem, weil sich manches im Buch weniger gut wiedergeben lässt, als es vielleicht (im Film) erzählt wäre. Wie zum Beispiel das Berlinern des miesepetrigen Hausmeisters („Lärmbelästigung is jetzt jar nich mehr jestattet.“).

Hilfreich ist da auf jeden Fall der Buch-Trailer mit Markus Kavka in der Rolle des Mandels (siehe unten). Und dass es am 17. Januar 2012 eine Erstlesung in der Buchbox (Greifswalder Str. 33, 10405 Berlin) gibt.
 

Fazit: Der erste Fall der „Rock'n'Roll-Detektive“ dürfte vor allem für diejenigen unterhaltsam sein, die sich an den ganzen kleinen Seitenhieben gegen die Musikmaschinerie erfreuen können. Oder auf Krimi-Parodien stehen, denn bei ihren Ermittlungen entfachen die beiden ehemaligen Musikjournalisten „...ihrerseits ein nicht unbeträchtliches Chaos“.

Mehr Infos unter: http://www.randomhouse.de/Autor/Berni__Mayer/p405885.rhd

Buch seit 9. Januar 2012 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Heinz Strunk – Die Zunge Europas
Sven Regener – Der kleine Bruder

 

 

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24. November 2008 1 24 /11 /November /2008 20:47

Insbesondere unzählige Studierende dürften die „einseitigen“ – also auf einer ganzen Seite untergebrachten – Comic-Geschichten von Jan Michael Richter, kurz Jamiri, kennen. Seine Vielseitigkeit stellt er schließlich seit unzähligen Jahren jeden Monat mit einem neuen Strip in der Uni-Zeitschrift 'Unicum' unter Beweis. Für alle, die nicht regelmässig das Heft gecheckt haben, gibt es nun ein Comic-Buch mit dem 'Best Of 1993-2008'.

Wobei es auf den ersten Seiten sogar noch ein paar Jahre weiter zurück geht, da Jamiri einzelne Zeichnungen, Selbstporträts und eine zweiseitige Kurzgeschichte präsentiert, die der heute 42-jährige 1983 gezeichnet hat und hier exklusiv veröffentlicht.

Weiter geht es mit der Schwarz-Weiß-Seite 'Es' von 1989 aus dem Bochumer Kulturmagazin 'Bospect' über „echte“ Comicstreifen von 1990 (gibt es auch auf seiner Homepage unter der Rubrik 'Comics' zu sehen!) hin zu seiner ersten Veröffentlichung in der 'Unicum' 1993. Interessanterweise griff er dabei zum Teil eine Idee auf, die er bereits drei Jahre zuvor in 'Great Moments In History' verwendet hatte. Ja, solche Insider werden eben erst im 'Best Of' gelüftet. Vielen Dank dafür!

Natürlich dürfen aber auch einige der wohl bekanntesten Einfälle des Zeichners nicht fehlen. Als da wären Space-Jamiri, sein Alltag mit Beate und die Autofahrt mit Gott, der unbedingt aufs Klo muss. Danach soll es wegen der 'Oeyn' genannten Story (gibt es auch online!) einige Beschwerden von empörten Christen gegeben haben. Jedenfalls malte Jamiri dann eine Fortsetzung (siehe online!), in der Gott selbst einige kritische Leserbriefe zitiert: „Die Darstellung des urinierenden Schöpfers ist absurd und verletzend.“

Am Ende der 64 Seiten klopft sich Jamiri dann noch mal selber auf die Schulter – ach nee, nimmt sich auf die Schippe, als ihm seine größten Fans erzählen, dass sie alle seine Comics gesammelt oder kostenlos runtergeladen haben. Also Freunde, aufgepasst: Kauft das Buch!

Fazit: Hier verbirgt sich hinter dem Titel tatsächlich keine Mogelpackung. Es gibt nicht nur das Beste von Jamiri der letzten 15 Jahre zu bestaunen, sondern noch einiges mehr dazu. Denn vor allem mit so einer gebündelten Werkschau wird klar, wie sich Jamiris Stil konstant weiterentwickelt hat. Auf die nächsten 15 Jahre dürfen wir uns auf jeden Fall jetzt schon freuen. Habe gerade mal geschaut: 'Unicum' kann abonniert werden!

Mehr Infos: http://www.jamiri.com

Buch voraussichtlich ab 28. November 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Superhero Movie
Sven Regener – Der kleine Bruder

 

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