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23. Mai 2017 2 23 /05 /Mai /2017 16:46

Dass Illbilly Hitec noch keinen Hit in den Charts gelandet haben, verwundert ein bisschen. Schließlich klingt die Formel, mit der sie unter anderem Dub, HipHop und Reggae zu einem eingängigen Mix verweben, gut arrangiert. Dass sie auf ihrem dritten Album zudem internationale Gäste auffahren, dürfte weitere Türen öffnen.

 

Cover von Illbilly HitecMit dem Kanadier Jesse 'Dubmatix' King hat die in Berlin ansässige Crew selbst schon ein Standbein weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus im Boot. Gemeinsam mit Alexander 'Tourstress' Brechow ist er (zumindest dieses Mal) für das Schreiben der ganzen Musik verantwortlich.

Die Hauptarbeit am Mic hat dagegen Kinetical aus Linz übernommen, der davor zum Beispiel Blumentopf & Texta bei ihrem gemeinsamen 'TNT Anthem' unter die Arme gegriffen hat. Aber neben ihm sind noch eine Handvoll weiterer Mitstreiter engagiert worden.

Passend zum Thema von 'No Borders' überwinden Illbilly Hitec bei dem Stück selbst jede Grenze. Reime steuern nämlich neben Kinetical noch Em Wan aus Mexiko und Promoe von den Looptroop Rockers aus Schweden bei. Die Abschottung gegen Flüchtlinge ist dabei ein Thema, das den skandinavischen Rapper schon unter anderem 2005 auf dem Album 'Fort Europa' beschäftigte.

Als zweites offizielles Video nach 'Rude Boy Talk' wurde aber Mitte Mai nun erstmal 'Way Up' veröffentlicht (siehe unten). Beides zusammen zeigt auf jeden fall schon ganz gut die Bandbreite von Illbilly Hitec auf. Wer dennoch mehr Hörproben benötigt, findet unter https://soundcloud.com/illbilly_hitec übrigens noch ein paar Free Downloads.

'One Thing Leads To Another' seit 24. März 2017 erhältlich. Mehr Infos: http://illbillyhitec.de/

Das könnte dazu passen:

TNT – #hmlr (mit Kinetical)
Obwohl schon der Zusammenschluss von Blumentopf und Texta als TNT Gedränge am Mic verursacht haben dürfte, holten sie sich für das ’TNT Anthem’ noch Kinetical für den Refrain ins Studio. Auf weitere Gäste wurde aber verzichtet, wodurch natürlich das Mitwirken des Linzer Dancehall-Rockers noch einmal zusätzlich geadelt wurde.

Looptroop Rockers – 25 Überraschungen zum 25-jährigen Jubiläum
25 Jahre ist es her, dass der schwedische Rapper Promoe und DJ Embee auf Cosmic trafen und fortan als Looptroop ihren Rap aus dem hohen Norden in die Welt hinaustrugen. Und deshalb haben sich die Herren was ganz Besonderes zum Jubiläum ausgedacht!

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27. Februar 2015 5 27 /02 /Februar /2015 09:04

„Historische Momente legendärer Reimer“ feiert Blumentopf-Rapper Holunder im Titelstück '#hmlr' wie Tegernseer oder Käsekrainer – Classic Material halt. Zusammen mit seiner Topf-Crew und dem Rap-Quartett Texta aus Linz geht nun als TNT ein Neuner-Gespann wie der Wu-Tang Clan an den Start. Und zeigt dann mal locker, dass auch nach gut zwei Jahrzehnten im Musikgeschäft der Biss noch lange nicht verloren gegangen sein muss.

Cover von #hmlr1992 war es, als Holunder, Schu, Roger, Cajus und Sepalot ihre HipHop-Gruppe Blumentopf gründeten. Ein Jahr später gingen dann Texta mit ungefähr gleicher Besetzung an den Start, nämlich mit vier MCs und einem DJ. Rapper Skero ist inzwischen vor zwei Jahren ausgestiegen, aber Huckey, Laima, Flip und DJ Dan denken noch lange nicht ans Aufhören.

1998 gingen alle zehn Mann gemeinsam auf Tour – und begannen danach auch, sich weiter musikalisch auszutauschen. So waren 1999 zum Beispiel Cajus und Flip im 'Bermuda Dreieck' mit Total Chaos verschwunden und Holunder war auf dem Album 'Gegenüber' zu hören. Außerdem remixten im selben Jahr Texta die Single 'Was der Handel?' für den Topf. Dabei lieferten sie mit ihrem Chorus erst die Erklärung, dass hinter dem etwas seltsamen Songnamen eine Slangübersetzung steckt: „Sind die Karten nicht gezinkt, gilt für beide gleiches Risko – What's the deal, yo?“

Herrliche Musik leidenschaftlicher Rundendreher

Es folgten weitere Stücke hier und da, die gemeinsame 'Kaleidoskop'-EP 2001 und eine die Zeiten scheinbar mühelos überdauernde Freundschaft. Da mag es fast eher überraschen, dass erst jetzt ein ganzes Kollabo-Album folgt. Aber was am Ende zählt, ist ja nur das Ergebnis. Und das kann sich hören lassen.

Produziert hat das Ganze überwiegend Flip. Sepalot scheint dagegen zu sehr mit der Arbeit für Jesper Munk und an seinen eigenen Solowerken beschäftigt gewesen zu sein, für die der Track 'These Tears' letzten Monat einen ersten Vorgeschmack lieferte. So stammen nur ein feines Interlude namens 'Das Eine' und die Musik für das Storytelling bei 'Schnappschuss' von ihm. Hinzu kommen das etwas düstere Interlude 'Text Vs. Autor' von Cajus und das kräftig rollende 'Befehlskette' von Roger.

Hintergründige Meinungen liebenswerter Rudeltiere

Als Singles beziehungsweise Videos wurden allerdings erst einmal 'Silberbesteck' und das 'TNT Anthem' unter der Regie von Matthias Edlinger ausgekoppelt. Bei dem zuletzt genannten Song mit Dancehall-Sänger Kinetical aus Linz kommentiert Schu übrigens in seiner Strophe einen Titel von Fler, der 2014 für Diskussionen sorgte: „Zu viele stabile Deutsche und gefährliche Schläger – heben ihren rechten Arm. Wir ... wir heben die Gläser./ Und malen ihre Welt an, HipHop ist bunt – guck, selbst die Samples haben fast alle Migrationshintergrund.“

Noch ein Beispiel gefällig, was in den Songtexten behandelt wird? Im relaxt groovenden 'Parkbankphilosophie' nimmt sich Roger, bevor er die zweite Strophe Flip überlässt, gleich zu Beginn in seinen Lyrics alltägliche Widersprüche vor: „Sogar mit dem Aufhören muss man anfangen, das Leben ist ein Hamsterrad./ Ich bin gegen Krieg, aber will Panzer fahren.“

Hochproduktive Macher lassen runterladen

Scheinbar passend dazu haben die Herren 'Schweres Geschütz' aufgefahren beziehungsweise -genommen, in dem sie mit Begriffen rund um Gewalt und Krieg um sich ballern. Da sind bei Schu selbst die Unterhosen aus Camouflage und den Wodka trinkt er aus Panzer-Glas.

Das bei soviel Input auch noch mehr Output übrig bleibt, ist fast klar. Deswegen wurde noch eine Kollabo von Schu und Flip unter https://soundcloud.com/floschuster/tnt-gebt-mir-ein-prod-by-flip als Free Download veröffentlicht. Da ist die Aufforderung im Refrain mehr als gerechtfertigt: „Ich will nicht mehr als von allen ein … Yeah!“

Fazit: 2 DJs, 7 MCs, 19 Tracks – bei '#hmlr' geht die Rechnung problemlos auf. Für alle Rap-Fans, die sich vor allem über durchdachte Reime, gut geerdete Beats und klassische Stilelemente wie Samples und Scratches freuen, liefern TNT mit diesen Variablen in ihrer Gleichung ein sehr stimmiges Album als Ergebnis.

Mehr Infos unter: http://www.blumentopf.com

Album seit 20. Februar 2015 erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Sepalot – These Tears (Single, Januar 2015)
Blumentopf – Nieder mit der GbR

TNT live und in Farbe 2015: 05.03. Wien – Arena *** 06.03. St. Pölten – Warehouse *** 07.03. Linz – Posthof *** 12.03. Graz – PPC *** 13.03. Innsbruck – Music Hall *** 14.03. Salzburg – Rockhouse *** 15.03. Dornbirn – Conrad Sohm *** 26.03. Stuttgart – Waagenhalle *** 27.03. Lindau – Club Vaudeville *** 28.03. Heidelberg – Karlstorbhf *** 02.04. Berlin – SO36 *** 03.04. Hamburg – Mojo *** 04.04. Münster – Skaters Palace *** 05.04. Pfarrkirchen – Bogaloo *** 08.04. Köln – Essigfabrik *** 09.04. Erlangen – E-Werk *** 10.04. München – Technicum

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