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29. August 2016 1 29 /08 /August /2016 08:51

The Game ist 2016 produktiv wie lange nicht mehr. Geschickt streckt er seine Fühler in verschiedene Richtungen aus: Bei 'Streets of Compton' handelt es sich um eine dreiteilige TV-Doku, bei 'Block Wars' um eine Spiel-App. Wer sich lieber darauf verlässt, dass der Schuster bei seinen Leisten bleibt, kann zu den entsprechenden Soundtracks greifen.

Cover zu Block WarsZwei Alben innerhalb von wenigen Wochen? Warum eigentlich nicht! Mitte Juni kam 'Streets of Compton' in die Läden, Ende Juli folgte 'Block Wars'. Das Überraschende ist, dass der Nachfolger nicht wie ein nachgelegter Schnellschuss wirkt. Vielmehr überflügelt er den Film-Soundtrack locker.

Zumindest musikalisch wirkt 'Block Wars' auf den ersten Blick abwechslungsreicher. Produzent Bongo eröffnet das Werk mit dem dazugehörigen Titeltrack ziemlich düster. Der Refrain hört sich an, als würde Future ihn raus pressen: „Have you ever seen a murder? Have you ever seen a dead body?“

Für 'Uzis And Grenades' hat Bongo dagegen eher auf ein bisschen Dancehall-Feeling gesetzt, was vor allem durch die coole Sängerin Lorine Chia unterstrichen wird. Ansonsten wird der Soundtrack von Goodguydez dominiert, der die Hälfte der gerade einmal zehn Tracks mit seinen Beats unterlegen durfte.

Seine Sache macht Goodguydez dabei sehr gut. Bei 'Freeway' setzt er zum Beispiel auf den Sound einer Spieluhr, was The Game passend für eine Gute-Nacht-Geschichte nutzt: I'll read you a bedtime story, you can get your ass tucked in.“

Für das funky angelegte 'Get High' verpflichtete The Game dann noch Jelly Roll, der als Einziger auch ein Instrumental auf dem 'Streets'-Soundtrack mit dem finsteren Track 'Death Row Chain' platzieren konnte.

Quality Street Music, too

Als Aushängeschild für die 'Streets'-CD wurde 'Roped Off' mit einem Video ausgestattet (siehe unten). Als Features sind Problem und Boogie mit am Start. Produziert wurde es von der League of Starz, die aus den drei Beatbauern Dupri, DNYC3 und Jaynari besteht. Mit den drei weiteren Stücken 'In The News', 'Bullshit' und 'Can't Wait' dominieren sie zumindest quantitativ das gerade einmal elf Tracks starke Werk.

Wer noch mehr Material von der League of Starz sucht, wird übrigens aktuell bei 'Quality Street Music 2' von DJ Drama fündig. Mit 'Body Of My Zipcode' wurde dafür von ihnen ein bedrohlich kühl schleichendes Instrumental für die Gastrapper Freddie Gibbs, Young Life und Dave East gezimmert.

Der Opener 'Support Compton' mit J3 & Payso wurde dagegen für die 'Streets of Compton' von Phonix produziert und schafft es mit seinem minimalistischen Refrain, im Ohr zu bleiben. Interessant ist aber auch das Konzept von 'Can't Wait', bei dem es sich im ersten Moment so anhört, als würde The Game über zwei Zwillingsschwestern rappen. Aber gemeint sind Revolver mit 38er-Kaliber: My little bitch named Soo', that's my Woo./ She like to play hide and seek inside my coupe./ When I pull up, she like to hop out the roof./ And I put that on my hood, I love eveything that she do./ She a cougar, she 38, I am 36."

Übrigens wird das nicht das Letzte gewesen sein, was The Game 2016 veröffentlicht hat. Es ist bereits ein nächsten Album namens '1992' angekündigt, für das schon das Video 'All Eyez' mit R'n'B-Sänger Jeremih die Werbetrommel rührt. Und der Beat stammt dabei von Scott Storch, der unter anderem schon Anfang der Neunziger viel mit The Roots aufgenommen hat. Mehr Infos zu '1992' gibt es hier.

Fazit: The Game bleibt im Spiel. 14 Jahre nach seinem Mixtape-Debüt und dem ersten Nummer-1-Album 'The Documentary' aus dem Jahr 2005 schafft er es, das Interesse an sich hochzuhalten. Zwar kam 'Block Wars' gar nicht in die US-Charts und 'Streets of Compton' schafften es auch nur auf Platz 25, aber '1992' dürfte danach jetzt deutlich bessere Ergebnisse einfahren. Denn noch immer gilt: „Love it or hate it – the underdog's on top!“

Mehr Infos unter: http://us.eonemusic.com/genres/hip-hop/artists/the-game

Das könnte dazu passen:

The Game – LAX (mit u.a. Ice Cube, Reakwon und Nas)
Schon 2008 konnte Jellyroll einen Beat bei The Game platzieren. Auf seinem Instrumental zu 'Bulletproof Diaries' rappte sogar Reakwon vom Wu-Tang Clan mit. Aber auch die restliche Gästeliste war prominent besetzt mit u.a. Ice Cube, Nas, Lil Wayne, Ludacris und Bilal.

Big Sean – Dark Sky Paradise (mit u.a. Boy1-da und Lil Wayne)
Im Plattensammelsurium für den Februar 2015 gibt es auch eine Kurzkritik zu Big Sean. Unterstützung hinter den Reglern und/oder am Mic gab es von unter anderem KanYe West, DJ Mustard, Lil Wayne, Drake und Boi-1da. Der zuletzt Genannte hat nicht nur den Quasi-Titeltrack 'Dark Sky (Skyscrapers)' co-produziert, sondern war auch an 'Jesus Piece' von The Game beteiligt.

 

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