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19. Juni 2013 3 19 /06 /Juni /2013 22:38

Schon als damals im August 2012 die Live-CD 'Projekt Seerosenteich' erschien, war klar, dass trotz des schönen Sounds eine wichtige Komponente fehlte: Die optische Umsetzung des Ganzen, das mit viel Liebe zum Detail mit selbst ausgearbeiteten Bühnenelementen begleitet wurde. Doch nun kommt endlich die DVD dazu – und toppt die Erwartungen problemlos!

cover-poisel-dvd.jpeg„Bis zum Schluss war es halt überhaupt nicht fertig. Also diese Figuren, die lagen da am Hallenboden rum. Kein Mensch wusste, wie man die auf die Bühne stellen soll. Geschweige denn, wie man sie transportieren soll“, beschreibt Philipp Poisel in der auf der DVD enthaltenen Dokumentation, welche Ängste und Sorgen ihn anfangs bei dem Projekt plagten. „Wir haben gemerkt, die Farbe geht ab. Wir hatten Angst, dass man nach zwei Vorstellungen überhaupt nichts mehr erkennt von den Figuren, wenn es im LKW auch so hin und her fällt.“

Doch das Ergebnis, das schließlich mit Alexa Kameras in Kinoqualität beim Auftritt im Münchener Circus Krone festgehalten wurde, braucht sich hinter nichts zu verstecken. Regisseur Baris Aladag, der unter anderem Musikvideos für Clueso, Alanis Morisette, Chima und Leslie Clio gedreht hat, und seine Crew haben die Schönheit dieses Konzerts perfekt eingefangen.

Ich und du und Matthias und Alin und all die anderen

Für 'Eiserner Steg' kommt sogar ein ganz besonderer Gast auf die Bühne: Matthias Schweighöfer, für dessen Film 'What A Man' Philipp Poisel dieses Stück geschrieben hat. Zudem singt Alin Coen öfter mal mit, zum Beispiel bei 'Halt Mich' und dem Titeltrack 'Seerosenteich'.

Ihr größter Beitrag ist aber bei 'Hab kein Angst' zu hören. Philipp Poisel schwärmt in der Doku danach zu Recht von seiner Gesangspartnerin in den höchsten Tönen: „Die hat so eine ganz eigene, superfeine, engelshafte Stimme, die das Ganze so persönlich mit ihrer Persönlichkeit färbt.“

Als Single und Video wird aber 'Ich will nur' ausgekoppelt, bei dem Philipp Poisel in den Lyrics seinen Liebeskummer in wunderschöne Wörter gießt: „Hab mich seit Wochen nicht gemeldet, und frag mich ständig, wo du bist./ Ich will nur, dass du weißt, ich hab dich immer noch lieb./ Und dass es am Ende auch keine andere gibt.“

Hinzu kommen zu den ganzen Liedern noch Tanz- und Artistik-Einlagen, ein Gruß an die Eltern, lauter kleine Ideen und Bilder – alles, was so einen Moment zu etwas Besonderem macht. Und so kann der junge Mann am Ende selbst beruhigt ein Urteil darüber fällen, was er mit dem 'Projekt Seerosenteich' auf die Beine gestellt hat: „Ich habe halt für mich gemerkt, dass wenn man möchte und Liebe zu was hat, dass dann irgendwie scheinbar alles geht. Dass dann irgendwie alles machbar ist. Sogar diese Quatsch-Idee oder dieses, was ich mir da ausgedacht habe, dass es dann im Endeffekt wirklich auf der Bühne gelandet ist und wir auch noch Applaus bekommen haben dafür.“

Fazit: Der Konzertfilm – anders kann das nicht genannt werden – ist wie das ganze 'Projekt Seerosenteich' mit soviel Liebe zum Detail umgesetzt worden, dass kleinere Hänger überhaupt nicht stören. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann mich eine Live-DVD so begeistert und bewegt hat. Hoffentlich hat Philipp Poisel damit so viel Erfolg wie mit der CD, die direkt auf Platz 1 der Charts landete und ihm eine weitere Gold-auszeichnung einbrachte.

Mehr Informationen unter: http://www.philipp-poisel.de

DVD voraussichtlich ab 21. Juni 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Philipp Poisel – Projekt Seerosenteich (Live CD)
Max Herre – Hallo Welt!
Fayzen – Meer
Blumentopf – Nieder mit der GbR (Live-DVD)

Philipp Poisel live und in Farbe 2013: 20.06. Bielefeld – Soundpark *** 22.06. Klam (AT), Burg Clam *** 24.06. Klagenfurt (AT) – Wörthersee Seebühne *** 26.06. Merano (IT) – Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff *** 27.06. München – Tollwood Festival *** 28.06. St.Gallen (CH) – St. Gallen Open Air ***27.07. Ludwigsburg – Schloss Open Air *** 04.09. Hamburg – Stadtpark (Zusatzkonzert) *** 06.09. Berlin – IFA Sommergarten

 

 

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9. Mai 2013 4 09 /05 /Mai /2013 22:39

Spanien, 1931: Nach einigen seltsamen und zum Teil grausamen Vorkommnissen wird entdeckt, dass eine Handvoll Kinder geboren wurden, die absolut keine Schmerzen empfinden. Als Schutz für sich selbst und andere werden sie in ein Sanatorium weggesperrt. Doch was damals dort geschah, beeinflusst auch noch heute die Gegenwart, wie der Arzt David Martel feststellen muss.

painless-cover.jpgAls Martel (Àlex Brendemühl) nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus untersucht wird, kommt dabei heraus, dass er Krebs hat. Seine einzige Hoffnung besteht in einer Knochenmarkspende, die im Grunde nur von seinen Eltern bekommen kann.

Doch dann erfährt er, dass die zwei Menschen, die ihn groß gezogen haben, gar nicht seine leiblichen Eltern sind. Diese müssen allerdings ebenfalls mit dem Sanatorium in Verbindung stehen, in dem sein Ziehvater gearbeitet hat – und in dem seit Anfang der dreißiger Jahre äußerst ungewöhnliche Patienten untergebracht waren.

Der herausragendste unter ihnen ist Benigno, der später nach einer in seine Haut tätowierten Rune nur noch Berkano (Tómas Lemarquis) genannt wird. Er hat kein Schmerzempfinden, lernt dafür aber sehr schnell. Der aus Deutschland extra angereiste Professor Holzmann (Derek de Lint) versucht ihm und den anderen Kindern über die Vermittlung von anatomischen Kenntnissen das Gefühl für ihre Körper zurückzugeben. Doch dabei lernt der kleine Kerl auch, wie er dieses Wissen anderweitig einsetzen kann...

Spuren der Vergangenheit

Die Geschichte der weggesperrten Kinder ist eng mit der Geschichte des Landes verbunden. Immer wieder wird das Sanatorium durch verschiedene Gruppierungen besetzt. Die Zeitrechnung beginnt mit der Zweiten Spanischen Republik bis 1936, an die sich ein dreijähriger Bürgerkrieg anschließt.

1939 ergreift der Diktator Francisco Franco die Macht und geht in aller Härte gegen seine Gegner vor. Auch im Sanatorium werden in den Jahrzehnten nach der faschistischen Regierungsübernahme Gefangene vom „Beichtvater“ mit Hilfe eines mehr als grausamen Folterknecht verhört.

Auf der Suche nach seiner eigenen Vergangenheit stößt Martel dabei auf immer düstere Abgründe, in dem er unter anderem ein ehemaliges, nur knapp mit dem Leben davon gekommenes Opfer dieser Verhöre aufspürt, um mehr über seine wahren Eltern zu erfahren...

Fazit: Regisseur Juan Carlos Medina schafft es bei seinem Spielfilmdebüt "Painless - Die Wahrheit ist schmerzhaft" (Originaltitel: Insensibles), historische Gegebenheiten geschickt in einen Horrorthriller zu verpacken. Vor allem mit dem auf DVD enthaltenen Making-Of wird klar, wie detailverliebt und für das Genre ungewöhnlich aufwendig dieses faszinierende Werk produziert wurde.

Mehr Informationen unter: http://dvd.senator.de/programm/a_z/painless/

Film als DVD, Blu-Ray und Video on Demand voraussichtlich ab 10. Mai 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Gabriel Burns – 36: Am Ende aller Tage
Peer Meter – Die Verhöre der Gesche Gottfried (Hörspiel)
Gefangen – you belong to me (Jetzt gehörst du mir)

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21. März 2013 4 21 /03 /März /2013 23:38

Bei Blumentopf heißt es ja immer, dass sie live nahezu unschlagbar seien. Und damit das auch Leute überprüfen können, die noch nie auf einem ihrer Konzerte waren, gibt es nach ’Gern Gesehen’ von 2004 nun auf ’Nieder mit der GbR Live’ einen aktuellen Show-Mitschnitt. Und der kann sich wirklich sehen lassen!

cover-blumentopf-dvd.jpg„Ich will eure Hände sehen – von der Bühne bis zum Tresen“, schallt es mit den ersten Takten von 'Antihelden' dem Publikum am 22. Dezember 2012 in der Münchener Muffathalle entgegen. Und ab da ist Action angesagt!

Holunder, Schu, Roger, Cajus und Sepalot spielen wirklich fast die ganze Tracklist ihres letzten Albums durch. Von A wie 'Affentanz' bis Z – äh, na gut – bis W wie 'Wunderbare Welt. Es fehlen nur 'Schwarzes Gold', 'Nachwachsende Rohstoffe' und 'Problem mit ich'.

Es ist der T, der O, der P, der F

Doch auch ein paar ältere Stücke wurden ins Set integriert. Das führt dazu, dass Fans den Vergleich bei ’Mein Block’ und ’Manfred Mustermann’ zur Darbietung von 2004 ziehen können. Auch auf der DVD, aber nicht auf der CD, sind dann noch 'T.O.P.F.', 'Liebe und Hass' sowie 'Mann oder Maus' enthalten.

Was ganz besonderes ist dann noch 'Supermänner' – nicht nur, weil zwei der drei Herren von Sportfreunde Stiller mitwirken, sondern weil die Live-Darbietung dieses Lieds selbst überhaupt eine Weltpremiere ist.

Und zur Zugabe kommt Günther Sigl von der Spider Murphy Gang auf die Bühne, um den Refrain von 'Rosi' zu singen. Als letztes Stück spielt die Crew dann 'Blattgold auf Anthrazit',bei dem es in den Lyrics am Ende heißt: „Hätte ich drei Wünsche frei, dann wüsste ich keinen.“

Wunschlos glücklich

Doch diesmal beenden sie den Abend etwas anders: „München, hätten wir noch drei Wünsche frei, dann wär der erste, dass ihr uns noch mal die Hände zeigt./ Der zweite, dass ihr sie von links nach rechts bewegt./ Und der dritte, dass wir uns nächstes Mal hier wieder sehen.“

Als Bonus gibt es noch die Musikclips zu den Singles des letzten Albums, ein Making Of zum Dreh von 'Ich bin dann mal weg' in Berlin und eine etwa 20-minütige Backstage-Doku inklusive der Arbeit rund um den Merchandising-Stand (Cajus: „Das Adventure habe ich bei Jochen Schweitzer gebucht. Einmal da rauf und einleuchten.“), Trinkspiel zu 'Horst' und einer abschließenden Einschätzung von Holunder: „Heimspiel ist immer etwas special. Aber heute war's super. Also es ist eigentlich immer gut. Bloß es ist nur anders, als in anderen Städten. Aber ich bin voll zufrieden.“

Fazit: Der Topf rockt! Die auf der Bühne aufgebauten LED-Wände wirken auf den ersten Blick vielleicht etwas minimalistisch, erfüllen aber hervorragend ihren Zweck. Schließlich bezieht die Show ihre Energie aus der auf den Punkt gebrachten Darbietung der ausgefeilten Lyrics, die über amtlich pumpende Instrumentals abgefeuert werden. ’Nieder mit der GbR Live’ ist jedenfalls ein gelungene Einladung, sich das Ganze selbst in echt anzugucken.

Mehr Informationen unter: http://www.blumentopf.com

DVD voraussichtlich ab 22. März 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Blumentopf – Nieder mit der GbR (CD)
Sepalot – Chasing Beats
Ya-Ha – Immer und überall (mit Schu)
Blumentopf – Allein, allein (Soloprojekte 2008)

Blumentopf live und in Farbe 2013: 12.04. Freiburg – Jazzhaus *** 13.04. Karslruhe – Tollhaus *** 14.04. Heidelberg – Karlstorbahnhof *** 16.04. Bochum – Zeche *** 17.04. Osnabrück – Rosenhof *** 18.04. Chemnitz – AJZ *** 19.04. Potsdam – Lindenpark *** 20.04. Aschaffenburg – Colos Saal *** 06.07. München – Tollwood

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1. November 2008 6 01 /11 /November /2008 12:51

 

 

Was gibt es bei einem gruseligen 'Midnight Movie' für einen passenderen Termin als Halloween? Eigentlich keinen! Deswegen habe ich gestern mal wieder das wöchentliche Angebot der 'UCI Kinowelt Zoo Palast Berlin' genutzt und mir eine DVD-Premiere auf der Großbildleinwand reingezogen!Zur Story: Der New Yorker Architekt Jeffrey (Daniel Sauli) entdeckt beim Spazieren mit seinem Hund Max, dass sein Freund Rene (Julien Lucas) auch noch andere Männer trifft – und sogar zu sich nach Hause einlädt. Das hat er Jeff noch nie angeboten. Beim Nachspionieren vor der Haustür spricht ihn die Vermieterin Gladys (Patti D'Arbanville) an, ob er wegen der leerstehenden Wohnung gekommen sei. Jeff nutzt seine Chance, näher bei Rene zu sein und zieht kurzerhand ein.

Doch irgendwas stimmt hier nicht. Der vorherige Bewohner hat alles von Klamotten bis Schmuck zurück gelassen. Dessen Freund Michael wundert sich zudem, dass sein Liebhaber Hals über Kopf verschwunden ist – und dann dringen ab und zu auch irgendwie seltsame Geräusche aus der Wohnung der Hausbesitzerin und ihrem düsteren Partner Stuart (Sherman Howard) zu Jeff rauf...

Die 'Variety' bezeichnet den Film als „...a gay spin on Polanski's The Tenant and Rosemary's Baby!“ Laut der Beschreibung des deutschen Filmverleihs 'Salzgeber & Co. Medien GmbH' handelt es sich um „...ein schwules Beziehungsdrama, das mit romantischem Sex beginnt und sich anschließend immer weiter zu einer düsteren Studie über Stalking und obsesssive Beziehungen entwickelt.“ Das UCI holt noch einmal weiter aus und nennt das Ganze einen „unterhaltsamen Thriller von Sam Zalutsky für Hitchcock-Fans“. Okay, kann man schon machen.

Fazit: Die Grundidee ist interessant und die Darsteller durchaus gar nicht sooo schlecht, da sie immerhin alle schon jahrelang Erfahrung mit vor allem Nebenrollen bei unter anderen Serien wie 'The Sopranos' oder 'Criminal Intent' gesammelt haben. Insgesamt ist der Streifen aber eben halt eher nur die C-Promi-Variante zu 'Psycho' oder Stephen Kings 'Misery'. Ein etwas strafferes Drehbuch und eine intensivere Umsetzung hätten dem Ganzen auf jeden Fall nicht geschadet. Zumal insbesondere an Halloween ruhig lieber was Überdrehtes wie 'Hellbent' hätte laufen können, das im Werbeblock vorgestellt wurde.

Mehr Infos: http://www.salzgeber.de/presse/produktinfo/JETZT_GEHOERST_DU_MIR_Produktinf.pdf

 

 

 

CD seit 31. Oktober 2008 im Handel erhältlich.


Das könnte dazu passen:
Point Whitmark – 24: Der Tag der großen Flut
Unter Kontrolle

 

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15. Oktober 2008 3 15 /10 /Oktober /2008 22:45

Vom Comic zum Film – das war der Weg, den 'Hellboy' 2004 einschlug. Vier Jahre später folgt nun der zweite Teil 'Die Goldene Armee' – und etwa zeitgleich gibt es zudem die ersten vier Folgen einer Hörspielserie. Pünktlich vor Helloween öffnet also die Hölle rechtzeitig ihre Pforten und entlässt Monster, Magier, Untote und einen Riesenaffen mit Eisenfaust!

Zur Story: Der Film legt ohne großen Bezug zum Vorgänger los. John Myers, der im ersten Teil bei der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen, kurz B.U.A.P., als neuer Mitarbeiter anfing, ist versetzt. Rasputins Machenschaften haben keine bleibenden Schäden hinterlassen.

Doch es droht bereits neues Unheil: Der Elfen-Prinz Nuada hält den Waffenstillstand, den sein Vater einst mit den Menschen schloss, für überholt. Deshalb will er mit einer Goldenen Armee in den Krieg ziehen. Doch um die Befehlsgewalt über die 70 mal 70 Kampfmaschinen zu erlangen, muss er erst in den Besitz der Krone kommen, die einst zur Sicherheit in drei Teile zerbrochen wurde. Beim blutigen Raub des ersten Stücks erregt er jedoch die Aufmerksamkeit der B.U.A.P. und ruft somit Hellboy und sein Team auf den Plan...

Im Gegensatz zum Debütfilm wirkt vieles etwas übertriebener – der Humor, die überzeichneten Fantasy-Figuren und die eingebauten Liebeleien beziehungsweise Beziehungsprobleme. Sollte es einen dritten Teil geben, wäre etwas mehr Biss durchaus wünschenswert.

Aber es gibt ja auch noch die Hörspiel-Reihe, die sogar mit den gleichen Sprechern wie der Film aufwartet. Tilo Schmitz spricht Hellboy und empfand die Arbeit in diesem anderen Medium als durchaus sehr gut: “Als die Anfrage von 'Lausch' kam, habe ich sofort zugesagt. Ich kann Leute verstehen, die es etwas ärgerlich finden, wenn Figuren unterschiedliche Stimmen haben. Außerdem ist alles ja an den Comics angelegt. Genau wie die Trickfilmserie, bei der ich auch die Synchronisation übernommen habe. Also mir hat es Spaß gemacht, dass so fortzuführen.”

Günter Merlau, der Produzent der Hörspiele, ergänzt: “Für den Sprecher ist so ein Hörspiel vielleicht sogar eine Erholung, nicht an die Bilder gebunden zu sein. Einerseits kann einen so ein Film natürlich inspirieren, andererseits kann einen aber das Arbeiten ohne Bilder zu mehr Freiheit leiten.”

Ganz frei waren aber auch die Hörspielmacher natürlich nicht – wollten sie auch gar nicht sein. Im Gegensatz zu den Filmen haben sie sich viel stärker an der Comicvorlage orientiert. Es wurden nicht nur einzelne Charaktere und Grundideen übernommen. Das führt allerdings auch dazu, dass der Zweiteiler 'Saat Der Zerstörung' starke Parallelen zum ersten Film aufweist. Der Magier Rasputin taucht 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder auf, „um die Dämmerung einer neuen Welt heranbrechen zu lassen“. Anders als beim Film bedient er sich dabei aber der Familie Cavendish. Wobei Hellboy schnell klar wird: Er “darf den Zauberkauz nicht aus den Augen lassen“...

Günter Merlau findet es aber nicht weiter tragisch, dass einzelne Sachen sowohl im Film als auch im Hörspiel verwendet werden: “Wir haben uns dem Original-Comic von Mike Mignola verschrieben und wollten seine Geschichte so erzählen. Das wurde nur geringfügig ausgeschmückt. Es gibt aber auch immer noch genügend Leute, die nie was von Hellboy gehört haben. Da bietet sich die Szene von 1944 natürlich an, um überhaupt in dieses Universum einzusteigen. Wir erzählen in der Serie einfach alles von vorne bis hinten – was weit darüber hinaus geht, was im ersten Film verwendet wurde. Wir treten nicht in Konkurrenz dazu, sondern zapfen einfach die Bilder an, die jeder Einzelne in seinem Kopf hat.”

Genauso hat sich 'Lausch' bei der optischen Umsetzung eng an der Comic-Serie orientiert: “Wir haben uns stark auf das Artwork von Mike Mignola selbst gestürzt und arbeiten sehr eng mit dem Verlag 'Cross Cult' zusammen, der die deutschen Versionen der Comics herausgibt. Gemeinsam haben wir sogar ein 16-seitiges Booklet entworfen, das sehr schön geworden ist.”

Auch beim Zweiteiler 'Der Teufel Erwacht' wird eine Figur benutzt, die in ähnlicher Form im Film 'Die Goldene Armee' auftaucht. Der Unmensch ist “halb Mensch, halb Affe”, mit schwachem Verstand und mechanischem Arm, dessen Faust er mit einer Kette schwingen kann wie einen mittelalterlichen Morgenstern. Allerdings ist er nicht wie im Film ein Gefolgsmann von Prinz Nuada, sondern untersteht dem Befehl der Nazi-Schergin Ilsa Hauptstein. Spielt weiter aber auch keine Rolle, denn eigentlich ist Hellboy diesmal auf der Suche nach dem Untoten
Giurescu, der angeblich eine Armee aus Seinesgleichen erschaffen kann, den Vampirsturm”...

Das klingt doch gut! Für nächstes Jahr hat sich Günter Merlau zudem viel vorgenommen: “Es gibt insgesamt 16 Hardcover-Bände von 'Cross Cult', die wir zu Hörspielen verarbeiten könnten. Das wird noch sehr interessant, wenn die Biografien von Abe Sapien und anderen B.U.A.P.-Mitgliedern beleuchtet werden. Das entwickelt sich alles im Laufe der Zeit zu einem wirklich faszinierenden Kosmos. Bis Ende nächsten Jahres wollen wir zumindest die zwölf vollkriegen – so dass wir aber auch immer noch was parat haben.”

Fazit: Während der Film leider teilweise wie 'Men In Black' wirkt und damit auch an Düsternis einbüßt, lassen sich die Hörspiele viel Zeit für die Geschichte. Wer also tiefer in das Universum von Mike Mignola eintauchen will, sollte lieber oder zumindest auch zu den CDs greifen.

Mehr Infos: http://www.hellboy.de

Film ab 16. Oktober 2008 im Kino. CDs seit 10. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Superhero Movie
Point Whitmark – 23: Der Duft der Finsternis

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25. September 2008 4 25 /09 /September /2008 10:28

Diese DVD enthält mehr als eine Dokumentation über eine Rockband. Sie enthält eine Botschaft, denn System Of A Down sind „Screamers“!

Gleich zu Beginn des Films wird von Pulitzer-Preisträgerin Samantha Power erklärt, was sich hinter dieser Bezeichnung eigentlich verbirgt: „Ein ’Screamer’ ist jemand, dessen Abwehr und dessen Alibis verschwunden sind. Und er verarbeitet, was ein Genozid ist – ohne Schutz und List. Wenn man das tut, wenn man alles an sich herankomen lässt, dann hat man keine andere Wahl, als auf die Leute zuzugehen und zu schreien: 'Der Himmel stürzt ein. Da werden Menschen systematisch abgeschlachtet. Das kann man stoppen.“

Dabei ist wichtig, in welcher Rolle sich System Of A Down selber sehen. Diese Band will nicht die Welt verändern. Diese Band will nicht eure Meinung ändern. Diese Band will nur, dass ihr mal Fragen stellt. Und dieser Film inspiriert dazu!

Schön ist dabei, dass nicht nur die Gespräche mit deutschen Untertiteln versehen sind, sondern auch die Songtexte der live dargebotenen Stücke wie 'Chop Suey' oder 'P.L.U.C.K. (Politically Lying, Unholy, Cowardly Killers)'.

Inhaltlich geht es in dem Film hauptsächlich um den Völkermord an den Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts in der Türkei, der von den USA und Großbritannien nie als Genozid verurteilt wurde. Aber wer nicht aus der Geschichte lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Und so wird die Problematik über Hitler bis hin zum Kosovo und zu Darfur gespannt.

Fazit: Es kann gut sein, dass diese Mischung aus Rock-Doku und historischer Geschichtsstunde den ein oder anderen eher überfordert. Aber wenn auf diese Art und Weise eine bessere Welt geschaffen wird, ist jedes Mittel recht.

Mehr Infos: http://www.systemofadown.com

DVD voraussichtlich ab 26. September 2008 im Handel erhältlich.

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1. August 2008 5 01 /08 /August /2008 13:42

Dank der „Filmbefreier“, die im Auftrag der deutschen Filmwirtschaft eine neue Pro-Kino-Kampagne betreiben, konnte ich gestern als einer der ersten beim Filmstart von 'Unter Kontrolle' dabei sein – kostenlos. Auch sehr gut gefiel mir ein Satz, mit dem einer der „Filmbefreier“ den neuen Streifen von David Lynchs Tochter Jennifer (war mit 'Boxing Helena' jüngste Regisseurin Amerikas) ankündigte : „Wie heißt es so schön? Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Schauen wir mal, wie's bei der Apfelsine aussieht“. Genau, schauen wir mal!


Zur Story: Gleich zu Anfang geht es hart zur Sache. Zwei Maskierte dringen in das Schlafzimmer eines Ehepaares ein, erschlagen den Mann und verfolgen die Frau, als sie auf die Landstraße flieht. Schnitt! Am nächsten Tag werden die zwei FBI-Agenten Sam Hallaway und Elizabeth Anderson zu einem Polizeipräsidium bestellt, um die Zeugen eines bestialischen Mordes zu befragen.

Offenbar stehen beide Fälle in einem Zusammenhang. Aber in welchem? Und wie verlässlich sind die Aussagen eines schießwütigen Cops, einer Junkie-Braut und eines kleinen Kindes? Liegt es an der etwas brummenden Synchronstimme oder der Trägheit von Bill Pullman in der Rolle des Sam Hallaway, an dem etwas fahrigen Auftreten Julia Ormonds als FBI-Agentin oder an der eher lächerlichen Polizeieinheit, dass einem der ganze Film irgendwie komisch vorkommt?

Erst wird nicht ganz klar, worauf das Ganze hinaus läuft. Doch dann werden leider schon sehr früh erste Hinweise darauf gegeben, was hinter der Geschichte steckt. Schade ist da dann natürlich, wenn der Film mit eher unnötigen Sequenzen auf Spielfilmlänge getrimmt wird. Vielleicht hätte es dem Film gut getan, auf die eine oder andere Idee zu verzichten und dafür schneller auf den Punkt zu kommen.

Fazit: Kann man sehen, muss man aber nicht. Und wenn, dann reicht es, sich 'Unter Kontrolle' einmal anzuschauen. Verglichen mit zum Beispiel 'No Country For Old Men', natürlich 'Lost Highway' oder selbst 'Scream' dürfte es hier wohl überflüssig sein, einen zweiten Blick drauf zu werfen.

Mehr Infos: http://wwws.warnerbros.de/surveillance/

Film seit 31. Juli 2008 im Kino.

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24. Juli 2008 4 24 /07 /Juli /2008 10:32

Gestern habe ich ’Superhero Movie’ in einer Preview-Vorstellung gesehen. Ich muss sagen, dass ich erst sehr skeptisch war, ob diese Klamaukklamotte mir gefallen würde. Doch überraschenderweise ist der Film wirklich lustig!

 

Zur „Story“: Der Schüler Rick Riker (Drake Bell) wird während des Besuchs eines Versuchlabors von einer genetisch modifizierten Libelle, einer so genannten „Dragonfly“, gebissen. Unglaublicherweise entwickelt er danach einzigartige Superkräfte und kann zum Beispiel an Wänden haften bleiben. Doch mit diesen Gaben kommt auch die Verantwortung, diese gezielt für den Schutz unschuldiger Menschen einzusetzen. Seine größte Herausforderung naht, als der Bösewicht „Sanduhr“ droht, tausende Menschen zu töten…

 

So weit, so gut, so bekannt aus ’Spider-Man’! Da das „Original“ aus dem Jahr 2002 allerdings auch eher unfreiwillig komisch war, ist es schon gut, dass sich mal jemand drüber lustig macht. Das Verblüffende ist, dass viele Gags wirklich zünden. Über Pups-Witze lässt sich natürlich (nicht) streiten, ob sie unbedingt nötig sind.

 

Aber wenn zum Beispiel im Schulbus neben den bekannten Gruppierungen wie den Sportlern oder den Strebern auch mal die Emos durch den Kakao gezogen werden, ist das meiner Meinung nach ganz witzig. Oder wenn Onkel Al (Leslie Nielsen) testet, ob Ricks Kumpel Trey auch einem aus dem Tacker abgefeuerten Nagel ausweichen kann – was er natürlich nicht kann. Schön ist auch die Superhelden-Convention, bei der sich die Fans über die Outfits der „Originale“ beschweren, und der Gastauftritt von Brent Spiner (dem „Data“ aus ’Star Trek’) als ängstlicher Dr. Storm. Kreisch!

 

Schade ist ein bisschen, dass die Chance vergeben wurde, weitere Superhelden-Filme stärker einzubinden. Von den ’X-Men’ wird quasi nur die Idee kurz übernommen, dass es eine Superhelden-Akademie gibt. Auch ’Die Fantastischen 4’ haben nur dämliche Kurzauftritte, wobei sich „Die Flamme“ selbst verbrennt und sich „Die Unsichtbare“ (Pamela Anderson) nur kurz mit der Frau des Akademie-Leiters streitet.

 

Fazit: Natürlich ist ’Superhero Movie’ nur leichte Kost – aber wer einfach mal gut anderthalb Stunden ablachen will, sollte mit dem Film gut beraten sein.

 

Mehr Infos: http://www.superheromovie.senator.de/

 

Film ab 24. Juli 2008 im Kino.

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