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13. April 2016 3 13 /04 /April /2016 10:03

Popshot Top-Tweet 2016„Ich weiß noch genau, wie das alles begann“, rappte Torch 1993 beim Song ’Kapitel 1’ auf dem HipHop-Sampler ’Alte Schule’. Aber wenn ich selbst zurückblicke, muss ich eher an DCS denken und mit ihrer Single von 1996 sagen: „Wie war das nochmal?“

Bei Twitter gibt es zum Glück noch die Möglichkeit, in der Timeline bis ganz zum Anfang zurückzugehen. Und siehe da, mein erster Tweet war am 14. Juli 2012 zum Album ’Stille’ von Chima. Seitdem ist viel passiert. Zum Beispiel hat die Sängerin Lary ihren Account von @LarissaSirah zu @larypoppins geändert, siehe: http://larysays.com/blog/rip-larissasirah

Mein bisher erfolgreichster Tweet dieses Jahr war übrigens der über den amerikanischen Rapper P.O.S – wer weiß, ob das noch zu toppen geht?

Wer Lust hat, mir zu folgen, findet mich dagegen nach wie vor unter: https://twitter.com/PopshotOverBlog/

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25. Januar 2012 3 25 /01 /Januar /2012 20:00

In den Neunzigerjahren gehörten Die Coolen Säue, kurz DCS, zu den Rap-Pionieren in Deutschland, die irgendwo zwischen der alten Schule von Advanced Chemistry und dem Pop-Entwurf der Fantastischen Vier ihren Platz suchten. 1999 erschien dann das dritte und letzte Album der Kölner. 13 Jahre später folgt nun 'Silber' – und knüpft an die Vergangenheit an, als wenn nichts gewesen wäre.

dcs-coverMit 'Guten Morgen' startet der Hörer erst einmal ganz sanft ins neue Album. Das Instrumental von Crada aus dem bayrischen Marktleuthen, dessen größter Hit übrigens 'Fireworks' für Drake sein dürfte, wabbert entspannt vor sich hin. Dazu rappen Schiiv und Ro Kallis voller Tatendrang über die bei ihnen herrschende Aufbruchsstimmung.

Schulterblick zurück auf die Straße

Danach geben sie mit der Single 'Was Du Siehst' auch tatsächlich gleich richtig Gas. Der elektronischere Sound von Noisy-Stylus-Mitglied Adlib treibt das Team schön kräftig vorwärts. Zeit für einen Blick zurück bleibt in den Lyrics trotzdem: „Und Schiiv hat’s in den Nineties schon gesagt: ’Wir hören nicht auf!’/ Zuviele Crews fuhren Bleifuß und zu dicht auf./ Zuviel Straßenverkehr, die Wagen quer, zuviel Blechschaden./ Jetzt bleibt der Laden leider leer – und das ist echt schade.“

Mit 'Wie War Das Nochmal 2012' wird dann zum Beat von Roe Beardie und mit Sido am Mic sowie einem Vocal-Sample aus 'Back In The Days' von Ahmad noch mal zurück in die Zukunft geschaut. Im Original hieß es damals unter anderem: „Wie war das nochmal, als es so war, dass alles leicht war?/ Das Leben seicht war, kein Meer, sondern ein Teich war./ Aha klar! Das waren die guten Zeiten./ Bereiten mir die Erinnerungen Freude, lass ich mich dazu verleiten,/ beizeiten die rosarote Brille aufzusetzen./ Alles war gut, meine Kindheit in Fetzen.“

Sido bedient sich dieser Vorlage, baut aber seine eigenen Erinnerungen darin ein: „Wie war das nochmal, als es so war, dass alles schwer war?/ Das Leben leer war, kein Teich, sondern ein Meer war./ Aha klar! Das waren die miesen Zeiten./ Bereiten mir die Erinnerungen Abturn, lass ich mich dazu verleiten,/ beizeiten die silberchrome Maske aufzusetzen./ Alles war schlecht, meine Kindheit in Fetzen.“

Beifahrer gesucht und gefunden

Etwa eine Hälfte der insgesamt 17 Tracks geht auf die Kappe der drei genannten Produzenten, die andere stammt von den DCS-Mitgliedern Peer Formance und DJ Lifeforce. Das Ganze ist also familiär gehalten – auch was die stimmlichen Beiträge angeht. Rapperin Brixx steuert bei 'Bis Ich Dich Finde', einem ruhigen Liebeslied und Tributsong an den 2010 verstorbenen Gang-Starr-Rapper Guru, lediglich ein paar Ad Lips bei. Dafür darf sie bei 'Was Du Siehst' durchs Video cruisen.

Ansonsten sind als richtige Gäste nur noch Olli Banjo bei der Schlemmerorgie 'Sex Im Alter' und John Brown, der „King of Burbs Life“ aus Kalifornien, dabei. Lustigerweise bestreitet Letzterer den Titeltrack 'Silber' völlig allein auf englisch. Und damit klingt das Album so entspannt aus, wie es begonnen hat.

Fazit: DCS sind sich treu geblieben. Sowohl sound- als auch raptechnisch, was insbesondere alte Fans erfreuen dürfte. Der Hörer muss sich allerdings auf ihre Welt einlassen und ein Faible für den eher erdigen Rap-Stil haben, sonst wird beim Durchhören wenig hängenbleiben.

Mehr Informationen unter: www.dcsweb.de

Das könnte dazu passen:
Deckard – For A Better Tomorrow
Straight P – Plan P

CD voraussichtlich ab 27. Januar 2012 im Handel erhältlich.

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  • : Der Blog-Autor arbeitet seit 1995 als Musikjournalist. Hier veröffentlicht er seine Texte über Musik, Hörspiele, Bücher und mehr unabhängig von Redaktionsschlüssen, Seitenplanungen und anderen Einflüssen! Hier folgen: https://www.twitter.com/PopshotOverBlog und https://instagram.com/popshot.blog/ Impressum: http://popshot.over-blog.de/impressum-disclaimer.html
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