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13. April 2016 3 13 /04 /April /2016 10:03

Popshot Top-Tweet 2016„Ich weiß noch genau, wie das alles begann“, rappte Torch 1993 beim Song ’Kapitel 1’ auf dem HipHop-Sampler ’Alte Schule’. Aber wenn ich selbst zurückblicke, muss ich eher an DCS denken und mit ihrer Single von 1996 sagen: „Wie war das nochmal?“

Bei Twitter gibt es zum Glück noch die Möglichkeit, in der Timeline bis ganz zum Anfang zurückzugehen. Und siehe da, mein erster Tweet war am 14. Juli 2012 zum Album ’Stille’ von Chima. Seitdem ist viel passiert. Zum Beispiel hat die Sängerin Lary ihren Account von @LarissaSirah zu @larypoppins geändert, siehe: http://larysays.com/blog/rip-larissasirah

Mein bisher erfolgreichster Tweet dieses Jahr war übrigens der über den amerikanischen Rapper P.O.S – wer weiß, ob das noch zu toppen geht?

Wer Lust hat, mir zu folgen, findet mich dagegen nach wie vor unter: https://twitter.com/PopshotOverBlog/

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5. Juli 2012 4 05 /07 /Juli /2012 19:37

Sieben Jahre ist sein letztes Album 'Im Rahmen der Möglichkeiten' schon wieder alt. Wer hätte da noch mit Chima gerechnet? Wer hatte ihn überhaupt auf dem Schirm? Denn neben dem Erfolg mit Brothers Keepers gelang ihm nie der Sturm auf die Charts. Das könnte sich nun mit 'Stille' ändern.

chima-cover.jpgDie erste Single 'Morgen' war zumindest schon ein guter Vorbote und konnte immerhin bis auf Platz 29 klettern. Und das, obwohl es doch eher ums Faulenzen geht. Oder gerade deswegen? So heißt es unter anderem in den Lyrics beim Refrain: „Morgen – fang ich von vorne an./ Morgen – nehm' ich mein Leben in die Hand./ Erst morgen, aber dann richtig, Mann./ Morgen! Wenn nicht morgen, wann denn dann?“

Im Video dazu werden diverse (optische) Tricks aufgefahren: Mal schwebt er über dem Bett, mal lässt er ein paar Mädels Auto für ihn spielen, indem sie die Windschutzscheibe hoch halten und die Scheibenwischer hin und her bewegen. Ja, auch so kann sich ein Drückeberger bedienen lassen.

Tanz auf dem Vulkan

Mit 'Risiko' schlägt der in Frankfurt am Main lebende Sohn nigerianischer Eltern dann allerdings einen ganz anderen Weg ein und neue Töne an. Wieder einmal, denn in seiner Karriere gab es schon diverse Veränderungen. Rappte er 1996 auf dem Album '... Pens, Mic, Public Transportation, A Dictaphone ... And It Don't Stop' mit seiner Crew Otropic T(h)ree noch auf Englisch, nahm er sein Solo-Debüt 'Reine Glaubenssache' 2002 in deutsch auf.

2005 verlagerte er auf dem Zweitwerk 'Im Rahmen der Möglichkeiten' den Rap zugunsten eines warmen Soul-Gesangs ordentlich in den Hintergrund. Und nun geht Chima wie gesagt bei 'Risiko' den nächsten Schritt und unterlegt seinen Gesang mit einem Elektro-Instrumental: „Risiko – und ich tanz' auf dem Vulkan./ Verdammt, was soll mir passieren?/ Ich hab die Götter mit mir – Risiko!“

'Fliegen' und 'Ausflug Ins Blaue' hauen quasi in die gleiche Kerbe. Dance-Beat, Über-Vertrauen, Ab-feiern. Und es funktioniert. Passend dazu existiert übrigens zu 'Morgen' auch ein Remix von Deichkind, der ihm ordentlich Dampf unter dem Hintern macht.

Wenn die Stille kommt

Wer sich noch an die ruhigeren Stücke von Chima oder seine Kollabos mit Kollegen wie Xavier Naidoo und Curse erinnert, kommt dann mit 'Dich Zu Lieben' wieder auf seine Kosten, wenn er über das Ende einer gescheiterten Liebe singt. Im Gegenteil dazu besingt er im Duett mit Sängerin Lary dafür die 'Kleinigkeiten', die einen am anderen faszinieren und begeistern. Gegen ein „Gefällt mir“ unter https://www.facebook.com/CHIMA.music/app_240591826049824 gibt es das Stück als Free Download.

Weniger gefallen dürfe allerdings seine Liebeserklärung ans 'Koma'. Das Wort beschreibt ja normalerweise eine schlimme Sache und wurde heutzutage durchs „Koma-Saufen“ umgedeutet – wobei das auch eine schlimme Sache ist. Nun singt Chima genauso davon, wie er den Bewusstseinsverlust begrüßt: „Nicht hier, nicht dort, wie bewusstlos./ Koma – deine Leidenschaft inspiriert./ Ich lad mich an dir auf./ Diese Freiheit macht mich groß.“

Schöner ist danach 'Lieb Mich', mit dem der Sänger um die Gunst seiner Auserwählten kämpft. Im Refrain heißt es: „Lieb mich einfach, ich lieb dich doch auch./ Geh mit mir, ich geh auch voraus./ Lieb mich einfach, ich lieb dich doch auch./ Lass es zu, ich führ uns ins Glück.“

Ganz am Ende des Albums steht mit dem Titeltrack 'Stille' schließlich die Erkenntnis, dass nach all dem Kämpfen auch ein bisschen Ruhe und Frieden gut tut: „Ich sehe rot, sehe schwarz – und erblinde bald vor Wut./ Ich denk, ich würd' was ändern – doch am Ende wird nichts gut./ Aber wenn die Stille kommt, dann bin ich hier./ Dann bin ich eins.“

Fazit: Chima hat sich mit 'Stille' noch einmal neu erfunden – und nicht nur der Erfolg mit der ersten Single gibt ihm recht. Mit seiner Art zu singen hat er einen sehr eigenen Stil entwickelt, bei dem es wirklich schade wäre, ihn nicht mehr zu hören. Möge 'Stille' nur die Ruhe vor dem Sturm sein!

P.S. am 2. Juni 2016: Eben erst im Booklet entdeckt, dass Patrice Bart-Williams und Michael Kurth an dem Album mitgeschrieben und die Beatgees es produziert haben.

CD voraussichtlich ab 06. Juli 2012 im Handel erhältlich. Mehr Infos: http://www.chima.tv

Das könnte dazu passen:
Deichkind – Befehl von ganz unten
Xavier Naidoo – Danke fürs Zuhören

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  • : Der Blog-Autor arbeitet seit 1995 als Musikjournalist. Hier veröffentlicht er seine Texte über Musik, Hörspiele, Bücher und mehr unabhängig von Redaktionsschlüssen, Seitenplanungen und anderen Einflüssen! Hier folgen: https://www.twitter.com/PopshotOverBlog und https://instagram.com/popshot.blog/ Impressum: http://popshot.over-blog.de/impressum-disclaimer.html
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