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8. Dezember 2016 4 08 /12 /Dezember /2016 20:26

Zwar hat Xavier Naidoo bereits angekündigt, sein Amt als Gastgeber der TV-Show 'Sing meinen Song' niederzulegen, aber für das dritte Weihnachtskonzert schlüpft er traditionell noch ein letztes Mal in diese Rolle. Und das Ergebnis kann sich hören lassen.

Cover zu Sing meinen Song Weihnachtskonzert 3Die größte Überraschung dürfte bei 'Das Weihnachtskonzert Vol. 3' wohl Samy Deluxe sein. Der Rapper covert 'Dock of the Bay' von Otis Redding (1941-1967). Zwar fügt er am Ende noch einen eigenen deutschen Rap hinzu, aber davor hat der Anfang soviel Soul, dass die Gänsehaut nicht auf sich warten lässt.

Auch 'Sound the Trumpet (Christmas is Here)' von Bob Marley ist ihm super gelungen. Gemeinsam mit Nena hat der Hamburger „Big Baus of the Nauf“, also der König des Nordens, zudem das sehr unterhaltsame Fast-schon-Anti-Weihnachtslied 'Der Baron von Grinchhausen' geschrieben. Dabei erwähnen sie übrigens gleich noch bei der Reise zu dieser ominösen Person ihre andere Kollegin in den Lyrics, die vor Phantas(tere)ie(n) nur so strotzen: "Und der Zug rollt an./ Wir sitzen im Abteil mit Supermann, Lois Lane und Annett[e] Louisan."

Als zweites Stück hat sich Nena noch für eine deutsche Version von Bob Dylans 'Blowin In The Wind' entschieden, bei der die letzte Strophe Xavier Naidoo singt. Zusätzlicher Gesang kommt dabei von ihren Kindern Larissa und Sakias. Auch Wolfgang Niederdecken hat sich bei dem frisch gebackenen Nobelpreisträger für Literatur bedient und dessen 'Christmas Blues' deutsch beziehungsweise kölsch übersetzt. Seine zweite Wahl fiel auf 'Happy Christmas (War is over)' von John Lennon und Yoko Ono.

Erwähnenswert ist noch, dass Annett Louisan 'Jingle Bells' singen musste/wollte, dabei allerdings etwas den Faden verlor und bei der Aufnahme lustigerweise "Jetzt habe ich den Text vergessen. Egal!" zu hören ist. Ihr 'River' von Joni Mitchell ist dagegen eher etwas unspektakulär. Auch Seven und BossHoss überzeugen nicht so recht. Aber selbst Xavier Naidoo fällt 'Ihr Kinderlein kommet' leider schwer. Dafür hat er noch 'Ein neues Jahr' extra für die Sendung geschrieben und landet damit einen Hit in gewohnter Qualität.

P.S.: Zu sehen sein wird 'Das Weihnachtskonzert' mit Nena & Co. übrigens erst am 20. Dezember 2016. Also zwölfmal werden wir noch wach, heisa, dann ist 'Sing meinen Song'-Tag!

CD voraussichtlich ab 9.12.2016 erhältlich. Mehr Infos: http://www.vox.de/cms/sendungen/sing-meinen-song-das-tauschkonzert.html

Das könnte dazu passen:
Xavier Naidoo & Gäste – Sing meinen Song (Das Tauschkonzert Vol. 3)
Schon im Sommer lieferte die letzte Staffel mit Xavier Naidoo einige Überraschungen. Der bis dahin eher unbekannte Soul-Barde Seven aus der Schweiz überzeugte zum Beispiel mit 'Sex on Legs', während Nena bei 'Mon dernier Jour (What if)' überraschend auf Französisch sang.

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22. Juni 2016 3 22 /06 /Juni /2016 14:55

Wenn sich zwei bekannte Reggae-Sänger zum Dialog treffen, sind die Erwartungen an das Ergebnis ihrer ’Conversations’ natürlich hoch. Vielleicht gehen Gentleman und Ky-Mani Marley deswegen eher zurückhaltend vor, liefern aber dennoch ein schönes Werk für den kommenden Sommer.

Cover zu ConversationsGentleman dürfte der wohl bekannteste Reggae-Sänger Deutschlands sein, der weit über die Landesgrenzen hinaus gefeiert wird. Chartplatzierungen in den Niederlanden, Frankreich und Polen zeugen davon. Bloß der ganz große internationale Wurf gelang ihm bisher nicht. Daran konnte selbst das Kollabo-Album ’Live Your Life’ mit Richie Stephens, der ihn Großbritannien ein paar kleinere Hits hatte, 2012 nichts ändern. Nun hat er sich aber einen etwas berühmteren Partner mit ins Boot geholt.

Gemeinsam zu hören waren sie bereits 2014 bei den Aufnahmen von 'MTV Unplugged', bei dem Gentleman den Jamaikaner zu gleich zwei Duetten einlud. Einerseits sagen sie den 'Redemption Song' von Bob Marley, andererseits das Stück 'No Solidarity', das nun auch auf 'Conversations' noch einmal enthalten ist.

Ky-Mani Marley schaffte es als Gastsänger bei den Refugee Camp All Stars, P.M. Dawn und der Münchener Sängerin Zoe, sich schon früher mehrmals in den deutschen Single-Charts zu platzieren. Erfolgreicher war hierzulande nur sein Vater. Dessen ’Simmer Down’ haben sich die Beiden nun auch als Coversong vorgenommen und um eigene Parts ergänzt. Mit dabei ist außerdem Marcia Griffiths, die von 1974 bis 1981 zur Band von Bob Marley gehörte. In dieser Kombination mit dem lustigen Groove gehört das Stück definitiv zu den Highlights, so dass es nicht verwundert, dass es als Single ausgekoppelt wurde. Das Saxophon spielt dort übrigens Dean Fraser, der 1978 sein erstes eigenes Album 'Black Horn Man' veröffentlichte.

Ois Ok Mama

Als erstes Video wurde aber der Album-Opener 'Sings Of The Times' mit ein paar schönen Bildern ins Rennen geschickt (siehe unten am Ende der Seite). Regie führte dabei Noël Dernesch, die unter anderem auch die Dokumentation ’Journey To Jah’ mit Gentleman und Alborosie verfilmt hat. Zu einem ziemlich ruhigen Instrumental von Clay besprechen Ky-Mani und Gentleman, wie sie die Zeichen der Zeit deuten sollen, um zu erkennen, wer zerstörisch und wer neu erschaffend eingestuft werden könnte: "These are the signs of the times./ It is time for us to define - who destroys, who design."

Als zweiter Clip folgte schließlich die Hymne für alle Mütter. Für die Lyrics zu ’Mama’ hat neben den beiden Sängern noch Daddy Rings einen Credit bekommen. Die Musik dazu stammt von Dwayne 'Supa Dups' Chin-Quee, der dieses Jahr auch 'Your Song' für SOJA & Damian Marley produziert hat. Ein paar Grammys gewann er schon durch seine Mitarbeit an Alben von Eminem, Drake und Bruno Mars.

Insgesamt hat das Duo 14 Lieder aufgenommen, die durch vier Skits mit Gesprächen zusammengahelten werden, die Einblick in die Hintergründe des Projekts gewähren. Viele der Sachen klingen dabei ziemlich klassisch. Erwähnenswert sind aber definitiv noch 'Hey', bei dem sich Gentleman total zurück nimmt und Ky-Mani das Feld alleine überlässt. Musikalisch klingt es etwas rockiger. Das ziemliche Gegenteil dazu ist 'How I Feel', das mit recht treibenden Beats daher kommt. Co-produziert wurde dieses Lied genauso wie 'Tomorrow' (mit Tamika im Background) und 'No Solidarity' von Bazzazian, während das Instrumental von 'Motivation' von den Jugglaz stammt.

Fazit: Die ganz großen Überraschungen bleiben bei dieser Kollaboration von Gentleman und Ky-Mani Marley zwar aus, aber als ein Dokument der Zeit wird 'Conversations' bestimmt Bestand haben.

Album voraussichtlich ab 24. Juni 2016 erhältlich. Mehr Infos: http://www.gentleman-music.com/

Das könnte dazu passen:
Alborosie – Alborosie & Friends (mit u.a. Ky-Mani Marley und Gentleman)
Alborosie stammt zwar nicht aus Jamaika, aber zog mit Mitte Zwanzig aus Italien dort hin. Dort scheint er auch gut angekommen zu sein, wie diese Compilation zeigt, auf der Duette mit unter anderem Horace Andy, Luciano, Busy Signal, Sizzla, Gentleman und Ky-Mani Marley, der gleich bei drei Stücken dabei ist, zu hören sind.

Beginner – Neues Video zu 'Ahnma' mit Gzuz und Gentleman
Dass Gentleman bei der Single 'Ahnma' von den Hamburger Original Gangstern namens Beginner zu hören ist, spaltete die Nation. Übrigens genauso wie das Feature von Gast-Rapper Gzuz, der zur Hamburger HipHop-Crew 187 Strassenbande gehört.

Ziggy Marley – In Concert
Der Halbbruder von Ky-Mani präsentierte nicht nur seine eigenen Lieder 2013 in einem Live-Mitschnitt, sondern zudem noch zwei Cover von Stücken seines berühmten Vaters Bob Marley: ’Is It Love’ und ’War’ (im Medley mit ’Justice’).

Gentleman & Ky-Mani Marley live und in Farbe 2016:

  • 01.07. Amsterdam, Melkweg
  • 02.07. Köln, Summerjam Festival
  • 03.07. Wien, Vienna Sunsplash
  • 09.07. Torre del Mar, Weekend Beach Festival
  • 13.07. Budapest, Budapest Park
  • 15.07. Bern, Gurtenfestival
  • 16.07. Locarno, Moon & Stars
  • 06.08. Geel, Reggae Geel

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7. August 2014 4 07 /08 /August /2014 21:59

Mit seinem vierten Album 'Open Country' schaffte es der in Barbados geborene Reggae-Sänger William White im März diesen Jahres auf Platz 2 in den Schweizer Charts. Nun setzt der 42-Jährige zum Sprung über die Grenzen seiner Wahlheimat an – und hat gute Chancen, mit seinem souligen Sound neue Fans zu gewinnen.

cover-william-white.jpgAufgenommen wurde 'Open Country' quasi klassisch auf Jamaika. Unterstützt wurde William White dabei von Devon Bradshaw und Ian Coleman, die schon mit Größen wie Burning Spear und Ziggy Marley zusammengearbeitet haben. Für 'Rub A Dub' konnte William White aber sogar eine noch prominentere Hilfe gewinnen: Toots and The Maytals. Immerhin ist das Gesangstrio jetzt seit gut einem halben Jahrhundert aktiv.

Als Bonus gibt es am Ende der CD noch eine zweite Version mit Heart Beat Pop und Mento, für die noch Banjo, Flöte und Rhumba Box für einen ganz anderen Klang sorgen. Bei einigen Stücken singt übrigens auch Whites Frau Galia mit, die sich für ihn auch ums Geschäftliche kümmert. Zu hören ist sie bei 'Power Reggae', 'For your Love', 'Rain in Portland' und 'Love is the Way'.

Open Country for old Men

Dort wirkt nicht nur Bushman zusätzlich mit, sondern auch Whites Kinder Noa und Lou sind ebenfalls bei den Backing Vocals zu 'Love is the Way' vertreten. Ein paar der Lyrics davon waren William White dabei anscheinend so wichtig, dass er sie ins Booklet drucken ließ: „Money for the strong man and the earth for the wise...“.

Mit 'Caution' ist darüber hinaus noch ein Cover von Bob Marley enthalten, trotzdem kommt 'Open Country' leider nur auf zehn Nummern. Hinzu kommt allerdings noch eine zweite CD, die live in Winterthur aufgenommen wurde. Dabei ist sie auch eine Art Best-Of-Album, denn gut die Hälfte der zehn Stücke stammt vom Album 'Freedom', drei weitere vom Debüt 'Undone' aus dem Jahr 2005 und dann kommt noch 'Try a little Love' hinzu, das auch auf 'Evolution' enthalten war. Im Vergleich zum recht entspannten Sound auf der ersten CD wird hierbei zum Teil ordentlich gerockt.

Fazit: Neu erfindet William White auf 'Open Country' zugegebenermaßen natürlich im Grunde nichts. Aber schön anzuhören ist das Ergebnis allemal und bietet auf der Doppel-CD einen gelungenen Überblick über sein Schaffen, das Lust auf mehr macht.

Mehr Informationen unter: http://www.williamwhite.ch

CD voraussichtlich ab 8. August 2014 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Ziggy Marley – In Concert
Platten-Sammelsurium mit Alborosie & Rebelution

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14. Januar 2013 1 14 /01 /Januar /2013 23:38

Nachdem er bereits zusammen mit den Melody Makers seit 1985 Platten veröffentlicht hat, erschien vor zehn Jahren mit ’Dragonfly’ die erste Solo-CD von Reggae-Sänger Ziggy Marley. Quasi passend zu diesem Jubiläum lässt der Jamaikaner nun mit den Live-Aufnahmen auf ’In Concert’ seine Karriere ein wenig Revue passieren.

cover-ziggy.jpgEröffnet wird das neue Werk mit ’Higher Vibration’, das schon 1999 entstanden ist. Von der Scheibe ’Spirit Of Music’, mit der Ziggy Marley & The Melody Makers Platz 1 der US-Reggae-Charts erobern konnten, wird außerdem ’Jah Will Be Done’ präsentiert.

Ziggy lässt sich live bei seinen Stücken auch gerne die Zeit, um sie voll auszukosten. Die Aufnahme von ’Jah Will Be Done’ ist zum Beispiel knapp über acht Minuten lang, was etwas Meditatives hat.

Wild and free again!

Gut ein Drittel der Songs stammt aber von seinem letzten Album ’Wild & Free’, an dem unter anderem auch sein Sohn Daniel Marley und Schauspieler Woody Harrelson mitwirkten. ’Tomorrow People’ tritt schließlich die Zeitreise in die späten Achtzigerjahre an. Wohingegen er mit ’Black Cat’ zeigt, dass er sich auch gerne von Ska beeinflussen lässt.

Hinzu kommen noch zwei Cover von Stücken seines berühmten Vaters Bob Marley: ’Is It Love’ und ’War’ (im Medley mit ’Justice’). Im Gegensatz zu ihm und seinen jüngeren Halbbrüdern Damian und Ky-Mani erreichte Ziggy Marley übrigens bisher nie eine Chartsplatzierung in den deutschen Hitparaden. Aber das kann sich in Zukunft ja noch ändern!

Das beste Stück ist meiner Meinung nach aber ’Beach In Hawaii’, das ursprünglich 2006 auf der ’Love Is My Religion’ erschienen ist. In den Lyrics, die er mit hawaiianischen Wörtern angereichert hat, beschreibt er, wie er an einem Strand entspannt: „I’m on a rocky cliff, oh I wish you were here with me – on the beach in Hawaii./ A little pakalolo*, and I say mahalo**.“ (übersetzt heißt das: * Marihuana, ** Danke)

Fazit: ’In Concert’ liefert einen tollen Überblick darüber, was Ziggy Marley in gut einem Viertel Jahrhundert für den Reggae getan hat – schöne Lieder, die Missstände anprangern, aber auch die Sonnenseiten des Lebens feiern.

Mehr Informationen unter: http://www.ziggymarley.com

CD voraussichtlich ab 18. Januar 2013 im Handel erhältlich.

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Shabani – I Love Wohlstandstrash
Jacques Palminger – Mondo Cherry

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