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27. Juni 2013 4 27 /06 /Juni /2013 22:56

Singer-/Songwriterin Alin Coen hat wieder ihre Jungs um sich gescharrt und mit Gitarrist Jan Frisch, Bassist Philipp Martin und Schlagzeuger Fabian Stevens eine neue Platte aufgenommen. 'We're not the ones we thought we were' knüpft da an, wo die Band zuletzt aufgehört hatte: Im eher ruhig-melancholischen Klangkosmos behandeln die teils englischen, teils deutschen Lyrics die (un)schönen Seiten des Lebens.

alin-coen-cover.jpg2010 erschien das Debütalbum 'Wer bist du?' der Alin Coen Band. Seitdem ist viel passiert. Im darauffolgenden Jahr durften sie Thüringen beim Bundesvision Song Contest vertreten. Zwar erreichten sie nur den Platz 12 von 16, überflügelten aber dabei zum Beispiel Juli. Zeitlich passend zum Event wurde die EP 'Einer will immer mehr' veröffentlicht.

Und einer wollte definitiv mehr: Philipp Poisel, der die Sängerin für seine eigene Tour mit auf die Bühne holte. Wie sehr er von ihrer Stimme schwärmt, ist jetzt auch auf der Live-DVD 'Projekt Seerosenteich' zu sehen, wo er sie im Intervew mit den höchsten Tönen lobt.


Wir sind nicht diejenigen, die wir glaubten zu sein

Neben der Arbeit mit Poisel fand Alin Coen aber auch noch genügend Zeit, um mit ihrer eigenen Band an neuem Material zu schrauben. Herausgekommen sind dabei überwiegend englischsprachige Titel. Aber mit 'Kein Weg zurück' und 'Du drehst dich' sind auch wieder zwei deutsche Songtexte dabei.

'Kein Weg zurück' ist vor allem deswegen interessant, weil die Lyrics nicht die Sicht des Betrogenen nach einem Fehltritt widerspiegeln. Stattdessen gesteht die Ich-Erzählerin, was sie getan hat: "Ich bin entwischt./ Ich habe dir tausend Geschichten aufgetischt./ Und ich habe einen anderen Menschen berührt./ Die Situation hat mich verführt."

'Du drehst dich' erzählt eine kaum positivere Geschichte. Darin wirft Alin Coen ihrem Gegenüber vor, dem eigenen Weg nicht mutig genug zu folgen: "Es ist alles wie immer, du warst schon mal so weit./ Wenn du lange genug zögerst, trifft jede Entscheidung die Zeit./ Deine innere Stimme hast du selbst ausgegrenzt./ Und du willst ihr nicht folgen, solange du die Folgen nicht kennst."

Klang-Körper-Welten

Aber ausgewählt für die ersten beiden Videos wurden andere Stücke. Dafür geht die Band auch hier nicht gerade sanft mit sich um. Für 'Kites', was übersetzt soviel wie Papierdrachen heißt, lassen sie sich im Windkanal ordentlich durchpusten. Wobei die Schwarzweiß-Ästhetik und die Nahaufnahmen der Gesichter dabei für sehr schöne Bilder sorgen. Das sieht eher ein bisschen nach Tauchen aus, so wie die Klänge dazu an Wale erinnern.

Zu 'A No is a No' gab es dagegen die Idee, sich diese zwei Buchstaben und weitere Wörter wie "too far", "monster" und "shock" an allen möglichen Körperstellen in die Haut von Alin Coen und ihren Mitstreitern drücken zu lassen. Regie führte dabei Dietrich Brüggemann, der unter anderem schon die drei Spielfilme 'Neun Szenen', 'Renn, wenn Du kannst' und '3 Zimmer/Küche/Bad' gedreht hat.

Fazit: Mit 'We're not the ones we thought we were' zeigt Alin Coen zusammen mit ihrer Band, dass da viel mehr in ihr steckt, als die durchaus schon tolle Leistung als quasi Backgrundsängerin bei Philipp Poisel zeigt. Hinzu kommt unter anderem der Mut, auch mal andere Themen anzusprechen, als die üblichen Liebesgeschichten.

Mehr Informationen unter: http://alincoen.com/

Das könnte dazu passen:
Philipp Poisel – Projekt Seerosenteich (Live-DVD)
Bosse – Kraniche


Alin Coen Band live und in Farbe 2013: 03.07. Freiburg – Zelt Musik Festival *** 04.07. Karlsruhe – Zeltival *** 12.07. Magdeburg – Volksbad Buckau Open Air *** 13.07. Gera – 360 Grad *** 24./25.07. Wien (A) – Theater am Spittelberg *** 26.07. Kärnten (A) – Acoustic Lakeside Festival *** 27.07. Ludwigsburg – Residenzschloss (Open Air, supporting Philipp Poisel) *** 06.09. Berlin – IFA Sommergarten (Open Air, supporting Philipp Poisel)

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19. Juni 2013 3 19 /06 /Juni /2013 22:38

Schon als damals im August 2012 die Live-CD 'Projekt Seerosenteich' erschien, war klar, dass trotz des schönen Sounds eine wichtige Komponente fehlte: Die optische Umsetzung des Ganzen, das mit viel Liebe zum Detail mit selbst ausgearbeiteten Bühnenelementen begleitet wurde. Doch nun kommt endlich die DVD dazu – und toppt die Erwartungen problemlos!

cover-poisel-dvd.jpeg„Bis zum Schluss war es halt überhaupt nicht fertig. Also diese Figuren, die lagen da am Hallenboden rum. Kein Mensch wusste, wie man die auf die Bühne stellen soll. Geschweige denn, wie man sie transportieren soll“, beschreibt Philipp Poisel in der auf der DVD enthaltenen Dokumentation, welche Ängste und Sorgen ihn anfangs bei dem Projekt plagten. „Wir haben gemerkt, die Farbe geht ab. Wir hatten Angst, dass man nach zwei Vorstellungen überhaupt nichts mehr erkennt von den Figuren, wenn es im LKW auch so hin und her fällt.“

Doch das Ergebnis, das schließlich mit Alexa Kameras in Kinoqualität beim Auftritt im Münchener Circus Krone festgehalten wurde, braucht sich hinter nichts zu verstecken. Regisseur Baris Aladag, der unter anderem Musikvideos für Clueso, Alanis Morisette, Chima und Leslie Clio gedreht hat, und seine Crew haben die Schönheit dieses Konzerts perfekt eingefangen.

Ich und du und Matthias und Alin und all die anderen

Für 'Eiserner Steg' kommt sogar ein ganz besonderer Gast auf die Bühne: Matthias Schweighöfer, für dessen Film 'What A Man' Philipp Poisel dieses Stück geschrieben hat. Zudem singt Alin Coen öfter mal mit, zum Beispiel bei 'Halt Mich' und dem Titeltrack 'Seerosenteich'.

Ihr größter Beitrag ist aber bei 'Hab kein Angst' zu hören. Philipp Poisel schwärmt in der Doku danach zu Recht von seiner Gesangspartnerin in den höchsten Tönen: „Die hat so eine ganz eigene, superfeine, engelshafte Stimme, die das Ganze so persönlich mit ihrer Persönlichkeit färbt.“

Als Single und Video wird aber 'Ich will nur' ausgekoppelt, bei dem Philipp Poisel in den Lyrics seinen Liebeskummer in wunderschöne Wörter gießt: „Hab mich seit Wochen nicht gemeldet, und frag mich ständig, wo du bist./ Ich will nur, dass du weißt, ich hab dich immer noch lieb./ Und dass es am Ende auch keine andere gibt.“

Hinzu kommen zu den ganzen Liedern noch Tanz- und Artistik-Einlagen, ein Gruß an die Eltern, lauter kleine Ideen und Bilder – alles, was so einen Moment zu etwas Besonderem macht. Und so kann der junge Mann am Ende selbst beruhigt ein Urteil darüber fällen, was er mit dem 'Projekt Seerosenteich' auf die Beine gestellt hat: „Ich habe halt für mich gemerkt, dass wenn man möchte und Liebe zu was hat, dass dann irgendwie scheinbar alles geht. Dass dann irgendwie alles machbar ist. Sogar diese Quatsch-Idee oder dieses, was ich mir da ausgedacht habe, dass es dann im Endeffekt wirklich auf der Bühne gelandet ist und wir auch noch Applaus bekommen haben dafür.“

Fazit: Der Konzertfilm – anders kann das nicht genannt werden – ist wie das ganze 'Projekt Seerosenteich' mit soviel Liebe zum Detail umgesetzt worden, dass kleinere Hänger überhaupt nicht stören. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann mich eine Live-DVD so begeistert und bewegt hat. Hoffentlich hat Philipp Poisel damit so viel Erfolg wie mit der CD, die direkt auf Platz 1 der Charts landete und ihm eine weitere Gold-auszeichnung einbrachte.

Mehr Informationen unter: http://www.philipp-poisel.de

DVD voraussichtlich ab 21. Juni 2013 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Philipp Poisel – Projekt Seerosenteich (Live CD)
Max Herre – Hallo Welt!
Fayzen – Meer
Blumentopf – Nieder mit der GbR (Live-DVD)

Philipp Poisel live und in Farbe 2013: 20.06. Bielefeld – Soundpark *** 22.06. Klam (AT), Burg Clam *** 24.06. Klagenfurt (AT) – Wörthersee Seebühne *** 26.06. Merano (IT) – Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff *** 27.06. München – Tollwood Festival *** 28.06. St.Gallen (CH) – St. Gallen Open Air ***27.07. Ludwigsburg – Schloss Open Air *** 04.09. Hamburg – Stadtpark (Zusatzkonzert) *** 06.09. Berlin – IFA Sommergarten

 

 

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