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4. Juli 2014 5 04 /07 /Juli /2014 21:33

Nun ist der "längste" Tag des Jahres, der uns immer im Juni mit der Sommersonnenwende auf der nördlichen Erdhalbkugel geschenkt wird, schon wieder vorbei. Und der Sommer hat begonnen – zumindest astronomisch. Aber selbst wenn das Wetter vielleicht im vergangenen Monat nicht ganz so schön mitgespielt hat wie erhofft, liefern ein paar der hier noch vorgestellten neuen Platten zumindest den Soundtrack zum Juni 2014.

Rebelution – Count me in

cover-rebelution.jpgPünktlich zum zehnjährigen Bandbestehen bringt die kalifornische Reggae-Crew Rebelution eine neue Scheibe heraus. Gefeiert wird allerdings nur im kleinen Kreis, denn als Gastsänger dabei sind nur Collie Buddz und beim lieblichen 'Roots Reggae Music' Don Carlos von den jamaikanischen Reggaeveteranen Black Uhuru, die Mitte der Siebziger ihre Karriere begannen.

Dafür wurde alles von Produzent Errol Brown, der zu dieser Zeit damals mit der britischen Soul- und Funkband Hot Chocolate berühmt wurde, in freundliche Grooves verpackt. Selbst weniger positive Themen wie eine vorgetäuschte Liebe in 'Counterfeit Love', das es unter https://soundcloud.com/rebelutionmusic neben weiteren Titeln kostenlos zum Runterladen gibt. Also freundlicher kann der Sommer nicht begrüßt werden.

CD erhältlich seit 13. Juni 2014. Mehr Infos: http://www.rebelutionmusic.com/

Enorm – Zur Hölle und zurück

cover-enorm.jpgIm verflixten siebenten Jahr nach ihrem Demo-Debüt 'Goss'n'Roll' und zwei weiteren Alben melden sich die Berliner Deutschrocker Enorm nun mit dem nächsten Werk zurück. Der erste Titel nach dem orchestralen 'Intro' heißt demnach entsprechend auch 'Der vierte Streich'. Ein Musikclip wurde allerdings zu 'Der Bauer' aufgenommen. Eine gute Wahl als visuelle Visitenkarte, denn der druckvolle Gesang und Gitarrensound treiben wie beim Großteil der anderen Stücke ordentlich nach vorne. Dazu werden im Songtext allseits bekannte TV-Verkupplungsshows lustig durch den Kakao gezogen.

Sonst geht es bei Enorm meistens etwas ernster zu, wenn hinter die schöne 'Scheinwelt' geblickt oder 'Amor' gebeten wird, seinen Pfeil bitte wieder aus dem Herzen zu entfernen. Für dieses Jahr sind übrigens noch ein paar Auftritte angekündigt, auf denen dann live ausprobiert werden kann, wie es sich dazu pogen lässt. Hey ho, let's go!

CD erhältlich seit 13. Juni 2014. Mehr Infos: http://www.enorm-band.de

Ruffiction – Ruffnecks

cover-ruffiction.jpgDer Bandname verrät es schon ein wenig – in den Lyrics vom Rap-Trio Ruffiction geht es meist um wirklich rauhe Fantasien mit Sex, Drogen, Mord und Totschlag. Den passenden Senf dazu geben in 'Wir sind schuld' ähnlich geartete Gäste wie Schwartz und Blokkmonsta von 'Hirntot Records', die ebenfalls bereits Bekanntschaft mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien machen durften und von denen einige Werke indiziert wurden. Für den Punk(!)-Rap-Track 'Adios Amigos', bei dem "Nazischädel auf dem Bordstein" landen, gibt es Unterstützung von Cunthunt777 und Slamcoke.

Bekannter dürften dagegen die Antihelden Dra-Q und Abroo sein, die Abrok, Crack Claus und Crystal F für 'Over & Out' gewinnen konnten. Wenn bei 'Ruff' mit Schlägen gedroht wird, "...bis du klingst wie dieser Farid Bang", soll das natürlich alles nur unterhaltsam gemeint sein. Deswegen wird im Musikclip dazu am Ende erklärt: "Die im Video dargestellten Szenen sind fiktive Inszenierungen und sollen keine Gewalt verherrlichen...". Also Kinder, bitte nicht anhören... äh... ernst nehmen.

CD erhältlich seit 13. Juni 2014. Mehr Infos: https://www.facebook.com/ruffictionproductions

Kaynbock – Astronaut

cover-kaynbock.jpgDrei Jahre hat der Rapper Kaynbock aus Bielefeld an seinem Debütalbum gearbeitet. Entsprechend ausgefeilt ist der Sound, der zwischen organisch und elektronisch schwirrt. Zudem zieht sich der Schwebezustand zwischen Kindheit und Erwachsensein konzeptionell passend zum Namen des Albums wie ein roter Faden durch das Werk. Größtenteils wirken seine Betrachtungen dazu allerdings recht düster. Vielleicht wurden die Videos zu 'Helm', 'Kaputt' und 'Steine' deshalb auch in Schwarzweiß gedreht.

Bei dem zuletzt genannten Stück bezieht er sich übrigens noch einmal auf sein älteres Lied 'Schlechter Mensch': "Macht echt kein Sinn, irgendwas zu retten./ Will ich auch nicht, ich wollt' nur drüber sprechen./ Und denk bitte dran, wenn du das jemals hörst./ Ich bin auch nur ein schlechter Mensch, mit 'nem guten Herz." Den Track gibt es übrigens unter https://soundcloud.com/kaynbock neben noch ein paar anderen als Free Download. Alles in allem nicht gerade leichte Kost, aber mal ein Blick über den Tellerrand lohnt sich, um neue Welten zu entdecken.

CD erhältlich seit 13. Juni 2014. Mehr Infos: https://www.facebook.com/kaynbockaufFB

Alborosie – Alborosie & Friends

alborosie-cover.jpgAm Anfang ein Reggae-Album – und jetzt noch eines am Ende. Schließlich ist das ja die Musik, die irgendwie immer nach Sommer klingt. Interessanterweise stammt auch Alborosie nicht aus Jamaika, sondern zog mit Mitte Zwanzig aus Italien dort hin. Das ist ihm aber auf dieser Zusammenstellung absolut nicht anzuhören. Wie der Titel ja schon andeutet, wurden hier satte 24 Duette mit befreundeten Künstlern auf zwei CDs vereint. Darunter soll auch Unveröffentlichtes sein, aber vieles war in den letzten zehn Jahren schon hier und da zu hören.

So wie 'Celebration' mit Gentleman, der diese Nummer bereits 2007 auf seiner Platte 'Another Intensity' hatte. Aber macht ja nichts. Die Liste der Kooperationen ist auf jeden Fall beeindruckend, denn sie enthält Namen wie Horace Andy, Luciano, Busy Signal, Sizzla und auch hier wieder Black Uhuru. Mit Ky-Mani Marley finden sich sogar gleich drei Songs in der Tracklist. Dazu lässt sich auf jeden Fall schön in der (Abend-)Sonne chillen.

CD erhältlich seit 27. Juni 2014. Mehr Infos: https://www.facebook.com/OneAlborosie

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