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11. Juni 2014 3 11 /06 /Juni /2014 17:02

Im Rahmen einer Sonderaktion vom ’Greifenklauen-Forenlesezirkel’ erhielt Popshot-Gastautor Gekko das Taschenbuch ’Magier des Dunklen Pfades I – Die Suche’ zur Rezension. Das Buch schildert die Bemühungen des begabten Magiers Lorgyn de Daskula, seine todkranke Frau vor dem drohenden Hinscheiden zu retten. Dabei bedient er sich seit langem verbotener Methoden, die ihn selbst in eine moralische Krise werfen.

cover-hohmann.jpgDer Stil des Autors Peter Hohmann ist sehr angenehm zu lesen. Hohmann formuliert in ’Die Suche’ treffsicher und nie reißerisch. Es entsteht ein stetiger Lesefluss, der einen die Szenen buchstäblich vor Augen führt. Erzählt wird die Geschichte aus dem Blickwinkel einzelner Charaktere, die alle ihre eigenen Probleme mit sich herumtragen.

Die Geschichte konzentriert sich daher auch stark auf einzelne Charaktere. Angesiedelt in einem Low-Fantasy-Setting bleiben auch epische Kämpfe und hinterhältige Intrigen außen vor. Neben Lorgyn werden noch der Gastwirt Gerom, der zum Wohl seines Heimatdorfes fragwürdigen Beschäftigungen nachgeht, der Chronist Arlo, der das Werk seines kürzlich verstorbenen Meisters vollenden möchte, und Lorgyns Freund und Weggefährte Pergin näher beleuchtet. Bedeutende Nebencharaktere sind Geroms Tochter Laris, Lorgyns Frau Aluna, der humorlose Kleriker Genthate und die trinkfreudige Heilerin Duria.

Obwohl die Geschichte nur wenige dramatische Szenen enthält – das höchste der Gefühle ist der Einbruch in ein Gotteshaus, um ein Tagebuch zu stehlen – bleibt die Geschichte von Beginn an spannend. Man möchte einfach erfahren, wie es mit den handelnden Personen weitergeht.

Aufbruch in eine neue Welt

Die Beschreibungen der Orte sind ebenfalls sehr gelungen. Als Leser fällt es einem leicht, sich dort hineinzuversetzen. Die Welt selber erschließt sich hingegen nur sehr langsam und unvollständig, was aber ebenfalls das Interesse hoch hält.

Mit welchem Fantasyklassiker könnte man das Buch auf eine Stufe stellen? Ich würde sagen mit Fritz Leibers Geschichten um Fafhrd und den grauen Mausling. Vielleicht etwas zu große Fußstapfen für ein „Erstlingswerk“, aber aus meiner Sicht durchaus gerechtfertigt.

Es gibt nur wenige Dinge, die mich stören. Zunächst das Umschlagbild, das mit der Geschichte nichts zu tun hat und auch nicht deren Flair einfängt. Mal abgesehen davon, dass es mich auch so nicht besonders anspricht. Aber: Don‘t judge a book by its cover.

Etwas seltsam steht auch das Ende da. Als Zweiteiler ausgelegt endet die Geschichte in der Mitte. Punkt. Keine aufgelösten Handlungsstränge, kein Cliffhanger, einfach nur Schluss. Das Buch kann nicht für sich alleine stehen.

Ehrlich gesagt, habe ich den zweiten Teil bisher nicht gelesen, werde aber wohl nicht daran vorbeikommen. Aus meiner Sicht kann ich aber bereits jetzt sagen, dass es die bessere Wahl gewesen wäre, beide Teile in einen Buch zu vereinen. So sind 26 EUR für die 600 Seiten der beiden Teile zusammen als Paperback schon ziemlich happig. Aber dafür kann der Autor vermutlich wenig und ich verstehe auch, dass kleinere Verlage ihre Kosten decken müssen.

Fazit: ’Magier des Dunklen Pfades 1: Die Suche’ ist ein tolles Buch, das man jedem, der auch nur ein bisschen mit fantastischer Literatur am Hut hat, vorbehaltlos empfehlen kann.

Mehr Informationen unter: http://www.peterhohmann.net/

P.S.: Aktuell gibt es die Steampunk-Anthologie ’Voll Dampf – Fiktionale Steamgeschichten’ mit einer Geschichte von Peter Hohmann zum Subskriptionspreis: http://amrun-markt.de/produkt/voll-dampf-fiktionale-steamgeschichten/

Buch seit 2. September 2013 erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Bernhard Hennen – Die Elfen (Hörspielserie)

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