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3. Dezember 2008 3 03 /12 /Dezember /2008 17:51

Irgendwie ist Köln gerade nicht so präsent im Kampf um die deutsche HipHop-Krone. Das große Aushängeschild bleibt ’Die Firma’ – und die hat zuletzt im Herbst 2007 ein Album veröffentlicht. Doch nun tritt Straight P mit seinem Mixtape ins Rampenlicht, um sich schon vor der Veröffentlichung seines Albums einen Namen zu machen.

„…für dich bin ich vielleicht ’n No-Name, aber live jederzeit bereit für den Scheiß-Broadway./ Was ihr da macht, hat nichts zu tun mit ’nem rawem Game. Wenn du wirklich glaubst, kopieren bringt uns weiter, supporte Cobain./ Ich freestyle nicht, aber Bestellungen nehm ich ab sofort entgegen./ Diss mich auf deiner Platte oder Tape und ordere die Pain“, rappt der Kölner in den Lyrics zu ’Orda die Pain’ und erkennt damit zwar an, dass er bisher eher weniger bekannt ist, aber er durchaus weiß, dass er die Konkurrenz relativ locker in die Schranken weisen kann.

Beef560 hat ’Orda die Pain’ dabei schon 2005 mit einem erdigen Beat versehen, der schön an die goldene Ära der Eastcoast in den Neunzigerjahren anknüpft, als Wu-Tang Clan, Gangstarr und Mobb Deep noch das Nonplusultra waren. Unterstützt wird dieser Eindruck noch durch die klar gesetzten Cuts von DJ Boogie. Zum Teil sind auf ’Plan P’ sogar noch ältere Stücke enthalten.

Das ’Intro’ basiert auf Zitaten aus Songtexten, die in den Jahren 2000 bis 2002 entstanden sind. Das neueste Werk ist ’Kölns Fels’ vom letzten Jahr, das von Chemobeatz produziert wurde. Dazu erklärt Straight P im Refrain, dass er und seine Stadt sich gegen alle Gegner durchsetzen werden: „Du kommst besser ma auf’n Boden, üb’ still bellen. Ich brech Willen und kill im Chorus Gehirnzellen./ Scheiß auf Angriffstaktik, ich stürm’s Feld – und all die Würmerwellen zerschellen an Kölns Fels.“

Mit ’Dead Wrong’ gibt es zudem einen Track mit Beats von ImanIran, in dem sogar jemand im Songtext namentlich gedisst wird – auch wenn es nur ein englischer Künstler ist: „…ganz egal, was du machst, es wirkt immer trottelig und billig./ Für mich bleibst du ein verhaltensgestörter Popstar wie Robbie Williams.“

Dabei gehen die Battle-Ansagen allerdings nie plump unter die Gürtellinie. HipHop ist wie das Leben für Straight P eine Sache, um die gekämpft werden muss. Dieses Lebensgefühl bringt er auch gut bei ’Straight P’ auf den Punkt: „Ich lauf bestimmt nicht mein Leben lang rum gefangen vor Ängsten – und es kümmert mich wirklich ’n Dreck, was ihr glaubt, an mir zu lenken./ Den Schlüssel zu meinem Schicksal hält nur ein Mann in den Händen – und wenn das heißt Kampf bis zum Ende, kann ich´s nicht ändern.“

Fazit: Obwohl es sich bei ’Plan P’ um ein Mixtape handelt, das zudem nur altes Material der letzten paar Jahre enthält, macht es auf jeden Fall Lust auf mehr. Straight P erinnert mich dabei ein wenig an Pal One – ruhiger Reimstil über zeitlose Instrumentale mit HipHop-bezogenen Lyrics der alten Schule. Noch das eine oder andere Thema, das wirklich berührt, und Straight P könnte demnächst tatsächlich ein ziemlich spannendes Album abliefern!

Mehr Infos: http://www.myspace.com/realstraightp

CD voraussichtlich ab 5. Dezember 2008 im Handel erhältlich.

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