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26. September 2008 5 26 /09 /September /2008 09:48

Irgendwo zwischen Evanescence, Die Happy und den Guano Apes würden sich Luxuslärm selber einordnen. Nur mit deutschen Texten halt. Ob die Einschätzung stimmt, kann nun auf dem Debütalbum ’1.000 km bis zum Meer’ kontrolliert werden.

Die Rockballade ’Unsterblich’ wurde immerhin schon mit dem „Deutschen Rock- und Pop-Preis 2008“ als bester Song ausgezeichnet. Wobei dabei eher der Vergleich zu Silbermond in den Sinn kommt. Auch die Lyrics sind dicht an deren ’Endlich’ dran. Darin hieß es damals: „Ich weiß, dass alles irgendwann zerbricht./ Doch im Moment ist das so unwichtig, weil du es nie vergisst./ Weil der Moment es ist, der unsterblich ist.“

Sängerin Janine ’Jini’ Meyer hat allerdings eine rauere Stimme als Stefanie Kloß. Außerdem ist es vielleicht einfach so, dass bei einem Songtext über Unsterblichkeit auch über Geborgenheit und Gefahr gesungen werden muss: „Du kannst mich sehen, wie ich bin – ganz zerbrechlich./ Du siehst mich ungeschminkt. Nur bei dir fühl’ ich mich unsterblich.“

Für den nötigen Druck beim Rock-Sound sind nicht nur Bassist Eugen Urlacher, Gitarrist Henrik Oberbossel, Keyboarder David Rempel und Drummer Jan Zimmer verantwortlich gewesen, sondern auch Götz von Sydow. Als Produzent ist er ja kein Unbekannter, wenn es darum geht, deutschsprachige Künstler im Spannungsfeld zwischen Rock und Pop zu platzieren. Zu seinen bisherigen Kunden zählen unter anderem Laith Al-Deen, Yvonne Catterfeld, DSDS-Zweitplatzierter Mike Leon Grosch und Peter Maffay.

Ein paar schöne Ideen haben Luxuslärm auf jeden Fall auch im Gepäck. Für das Video zum Titeltrack haben sie ein paar Retro-Karren aufgetrieben und die leicht elektronischen Klänge bei ’Was Ist Mit Mir?’ bieten zumindest das Potenzial, um mit einem möglichen Remix mal ganz neue Gefilde zu erkunden. Textlich ist vor allem ’Ja Ja’ noch interessant. Zwar erinnert es vom Ansatz her etwas an ’Mausen’ von Mia, weil es auch um einen kleinen Besserwisser geht, aber witzig ist das Aufgreifen moderner Kommunikationsformen als Ausdruck der Selbstbestätigung: „Jetzt ist er bei MySpace, hat Freunde wie nie./ Doch es könnten noch mehr sein, gleich zeigt er dir wie./ Denn er weiß alles besser, ist unheimlich schlau./ Und irgendwie ist er ’ne ganz arme Sau.“

Fazit: Es ist ja vermutlich so, dass niemand wirklich auf die nächste deutsche Band mit Frontfrau gewartet hat. Und so ungewöhnlich, dass der Hörer erstaunt aufhorcht, sind die Ideen von Luxuslärm auch nicht. Aber davon abgesehen macht das Quintett alles richtig – und mit etwas Glück landen sie dann nächstes Jahr den „Abi-Hit 2009“, wenn die Abschlussfahrt ans Meer führt!

Mehr Infos: http://www.luxuslärm.de

CD voraussichtlich ab 2. Oktober 2008 im Handel erhältlich.

Das könnte dazu passen:
Mia. – Willkommen im Club
The Fiery Furnaces – Remember

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